Test: FAST Racing Neo

Fast Racing Neo Test 004

Unglaubliche 11 Jahre ist es her, als das letzte F-Zero erschien – Nintendos futuristische Racermarke. Seither schreien Fans nach einer Neuauflage der geliebten Rennserie, doch Nintendo schweigt dazu und lässt lediglich dadurch Hoffnung aufkeimen, in dem Captain Falcon nach wie vor in Smash sein Bestes geben darf. Das deutsche Entwicklerstudio Shin’en Multimedia möchte die von Nintendo hinterlassene Lücke nun mit FAST Racing Neo füllen, ein Spiel, das sich ganz eindeutig an alle wartenden F-Zero Fans richtet.

Schneller als schnell

An den Bildern ist es unschwer zu erkennen, FAST Racing Neo ist ein Si-Fi-Rennspiel, das auf extreme Geschwindigkeit setzt. Dabei wird dem Spieler keine komplexe Story aufgetischt, stattdessen kann direkt Platz genommen werden, in einem der schwebenden und modern designten Rennschlitten. Auf insgesamt 16 Strecken könnt ihr euch in vier Meisterschaften beweisen, mit bis zu vier Freunden im Splitscreen Rennen fahren, die Zeiten der Entwickler schlagen oder im Online-Multiplayer weltweit nach Kontrahenten suchen.

Fast Racing Neo Test 003

Bereits auf den Bildern sieht man, dass uns Entwickler Shin’en Multimedia wieder einmal einen grafischen Leckerbissen präsentiert. Mit absolut stabilen 60 fps und extrem abwechslungsreichem Streckendesign kann sich das Spiel absolut sehen lassen. Wäre das Bild nicht etwas körnig, könnte man fast vergessen, dass man es mit einem WiiU Titel zu tun hat.

Kein Grund zu bremsen

Die 16 Strecken könnten unterschiedlicher nicht sein. Egal ob ein Rennen unter Wasser oder auf einer Raumstation im All, die Entwickler haben verschiedenste Areale in Rennstrecken verwandelt. Während einige Strecken dank Begrenzungen gerade anfangs leichter fallen, bekommt es der Spieler später mit Hindernissen und offenen Streckenrändern zu tun. Für Abwechslung ist also gesorgt, das hätten wir  in dem Umfang gar nicht erwartet.

Auf Waffen und unfaire Ramm-Attacken wurde jedoch verzichtet, stattdessen bietet das Spiel ein neues Feature, das es so noch nicht gegeben hat – jedenfalls nicht in einem Rennspiel. Ihr könnt jederzeit zwischen zwei Phasen wechseln, welche an den Farben eures Fahrzeugs zu erkennen ist. Es leuchtet entweder orange und blau. Stimmt die Phase eures Fahrzeuges mit der Farbe der auf der Strecke verteilten Flächen überein, erhaltet ihr einen Boost. Weicht sie ab, bremst euch dies extrem runter.

Fast Racing Neo Test 001

Ergänzt wird das Ganze durch auf der Strecke verteilte Kugeln, die euren Boost aufladen. Letztendlich geht es um fahrerisches Geschick und darum, möglichst immer High-Speed über den Kurs zu brettern. Das Geschwindigkeitsgefühl ist dabei extrem gut, was nicht zuletzt an den stabilen FPS liegt. Trotzdem bleibt der Titel stets fair und spielbar. Auch wenn der Phasenwechsel anfangs ungewohnt ist, geht das Ganze schnell ins Blut über, so dass die Lernkurve sehr steil ist. Wer also einen Frust-Racer befürchtet kann beruhigt sein.

Kein Frust, nur Fun

Und trotzdem ist der Schwierigkeitsgrad recht hoch. Während wir anfangs zu kämpfen hatten, um auf den ersten Rängen Platz zu nehmen, funktioniert das Ganze nach ein paar Rennen deutlich besser. Dank mehrerer Schwierigkeitsgrade bleibt das Spiel aber auch im Verlauf weiter fordernd. Wem das nicht reicht, der kann sich zusätzlich im Zero-Modus…, ähm sorry, Hero-Modus versuchen. Die Schild-Energie ist jetzt gleichzeitig die Beschleunigungsenergie. Man sollte es daher vermeiden, allzu häufig mit Streckenbegrenzungen und anderen Fahrern zusammenzustoßen. Außerdem muss man ein Rennen gewinnen, um diese Herausforderung zu meistern.

Der Titel macht generell sehr viel richtig und wenig falsch. Ja, eine optionale Steuerung hätte ich mir Anfangs gewünscht, das war nach der ersten Spielstunde aber schnell vergessen. Letztendlich fehlt es mir nur an einer Onlinerangliste. Zwar fehlt es an den charakterischtische F-Zero Gleitern, dafür stimmt aber das gelieferte Gesamtpaket. Und da Ganze gibt’s für schlappe 15 Euro!

Fast Racing Neo Test 002

Verdammt schnell (und flüssig)
Tolle Optik...
Unerwartet umfangreich
Splitscreen mit bis zu vier Spielern
Phasen-Feature bringt frischen Wind mit sich
Keine Onlineranglisten
... die nur etwas zu körnig ist

Maik R.

Zugegeben, der Name des Titels klingt nicht so cool wie F-Zero oder Sonys Gegenstück Wipeout. Dafür macht es spielerisch sehr viel richtig. Das Phasen-Feature konnte ebenso überzeugen wie die fast einwandfreie Präsentation. Dank Meisterschaft, Splitscreen-Multiplayer, Onlinemultiplayer und Zeitfahren ist für ausreichend Umfang gesorgt. Wer da bei dem unglaublichen Preis von 15 € nicht zuschlägt, ist selbst schuld. Den Scharm eines F-Zeros versprüht der Titel zwar nicht, meinen Durst nach Nintendos Racer wurde aber zumindest für den Moment gestillt. Quält euch nicht und stillt auch euren Durst.
Lohnt sich Kino: Creed - Rocky's Legacy - Filmkritik Test: Thrustmaster TX Racing Wheel Leather Edition
Comments