Test: Fire

fire pc review bg Test: FireFire wurde jüngst mit dem Deutschen Computerspielpreis als bestes Kinderspiel ausgezeichnet und bildet wohl das krasse Gegenteil zu dem ebenfalls von uns getesteten Dead Synchronicity. Dabei ist das Spiel aber keineswegs nur für Kinder geeignet und hat mir selbst ein hohes Maß an Freude bereitet. Was das Spiel so besonders macht und warum ich den Gewinn dieses Preis nur unterstützen kann, verrate ich euch hier in meinem Test.

Ohne Worte

Wenn es einen Unterschied zwischen Fire selbst und dieser Review hier gibt, dann sind es wohl die Worte, die ihr hier gerade lesen dürft. Authentisch ist zwar das falsche Wort um die Spielwelt zu beschreiben, aber auf jegliche Form von Text ist verzichtet worden und auch ansonsten steckt das Spiel vom Feuer machen bis hin zum Regentanz voller kindlicher Klischees zur Steinzeit. Und um das Feuer machen geht es auch, denn nachdem Ungh (Hauptcharakter und Schussligkeit in Person) während der Feuerwache eingeschlafen ist, wurden wir aus dem Dorf verbannt. Unser Plan also: Zum Vulkan reisen und das Wärme spendende Feuer zurück nach Hause bringen!

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Soviel zur Story. Ja mehr passiert hier wirklich nicht, aber die Handlung eines Final Fantasy VII würde ich ja auch keinem Kind zumuten wollen. Insgesamt ist es sowieso viel beeindruckender wie die Rätsel und nicht die Geschichte ohne Worte auskommen. Intuitive Gestaltung möchte man das wohl nennen, denn meist ist in den kleinen Leveln schnell ersichtlich was euer Ziel ist und kurz darauf hat man auch schon einen Punkt gefunden an dem man anfangen kann. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei absolut fair, sollte aber nicht unterschätzt werden, denn die Aufgaben bieten ein hohes Maß an Abwechslung. Mal müsst ihr euch in verschiedene Tiere verwandeln um die Umgebung entsprechend zu präparieren und mal müsst ihr mit Hilfe von vier Ureinwohnern eine Melodie nachspielen. Ob also Gehör oder Geschick beim heißen Draht, Fire ist unfassbar kreativ und jedes Level hält eine neue Überraschung für uns bereit.

Schade also, dass nach 10 Leveln bereits Schluss ist. Den Umfang kann man sich bei den knapp 20 Minuten die wir pro Level benötigt haben also selbst ausrechnen. So einzigartig jeder Abschnitt auch sein mag, hätten wir doch lieber ein paar Wiederholungen in Kauf genommen um Ungh noch länger bei seiner lustigen Reise zuzuschauen. Auch wenn er gefühlt alle 2 Minuten seine Hose verliert oder einen Wutanfall erleidet. Wir haben den kleinen Racker ins Herz geschloßen.

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Kunterbunte Fröhlichkeit

Ihr seht die Bilder ja selbst. Fire ist bunt, fröhlich und schon beim Zugucken vergeht einem selbst an Montagen die schlechte Laune wie im Flug. Man möchte behaupten, dass ich noch nie so leuchtende Farben auf meinem Monitor gesehen habe. Scherz beiseite, uns gefällt dieser Look super gut und selbst wenn es nicht unser kleiner Freund Ungh ist so wissen auch die anderen Charaktere sich zu bewegen und eine breite Palette an witzigen Animationen abzuspielen. Der Medizinmann der zu Staub zerfallen ist, tut uns immer noch Leid…

Ohne Text und Sprachausgabe muss ein Spiel wie Fire verstärkt auf seine Musik setzen um die Stimmung zu tragen, was auch auf Anhieb gelingt. Sounds und Instrumente sind genauso wie ich sie mir beim Thema Steinzeit vorstellen würde und besonders das Musiklevel, in dem ich ein paar Urzeitmenschen zum Tanzen bringen musste, war ein akustisches Highlight, das uns bis zum Finale im Ohr geblieben ist. Apropos Finale: Erwartet hier nicht zu viel, denn die marginal erzählte Handlung wird leider schnell zu einem kurzen Ende gebracht. Schade, denn auch ohne Text hätte die Rahmenhandlung ruhig mehr ausgearbeitet werden können.

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10 unterhaltsame Level
Keine Sprache oder Text
Kreative Rätsel
Kunterbunte Spielwelt
Leider viel zu kurz
Schwach erzählte Handlung
Kaum Wiederspielwert

Yannick D.

Wir hatten Fire nicht auf dem Schirm, aber dieser kleine Titel strotzt vor Kreativität und hat seine Stärke in seinen Rätseln und der Tatsache, dass es keinerlei Texte gibt. Es ist eines dieser Spiele, dass sich wunderbar für Zwischendurch eignet, auch wenn ihr für die Rätsel trotzdem euer Gehirn einschalten solltet. Der Look ist bezaubernd, die Musik passend nur die Handlung kommt ebenso wie das gesamte Spiel leider viel zu kurz. Auch hier ist der Wiederspielwert trotz sammelbarer Münzen gering.
Test: Dead Synchronicity Test: Code Name S.T.E.A.M.
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