Test: Fractured Space

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Ihr wolltet schon immer mal der Kapitän eures eigenen Schlachtkreuzers sein und euch damit in den unendlichen Weiten des Weltraumes gegen feindliche Streitkräfte behaupten? Kein Problem, denn Fractured Space macht all das möglich. In diesem teambasierten Weltraum-Shooter geht es vor allem um die richtige Taktik, Flug-Geschick und das richtige Timing. Wir haben den Free-to-Play-Titel für euch ausgiebig getestet und zeigen euch, was es heißt Weltraum-Pilot zu sein.

Alle Mann an Deck und Kanonen Feuerbereit!

Seit November 2014 ist Fractured Space als Early-Access-Titel verfügbar und geht mit großen Schritten und immer neuen Updates der Fertigstellung entgegen. mit über 500.000 aktiven Spielern hat man sich eine große Community erarbeitet, die mit immer neuen Ideen und Anregungen den Entwicklungs-Prozess unterstützt. Im Mai 2016 kommt nun die große Veränderung, nämlich der Wandel in einen Free-2-Play-Titel. Ab jetzt kann jeder sich im Weltraum beweisen und seine Manöver-Kenntnisse zum Besten geben.

Denn das Spielprinzip ist simpel, doch dieses zu meistern erfordert viel Übung und Geschick. Ihr wählt ein Schiff aus einer der drei Raumschiff-Klassen Angriff, Defensive und Unterstützung aus und bestückt dieses mit eurer individuellen Ausrüstung. Das Spielfeld ist in mehrere Sektoren aufgeteilt, wobei jede Fraktion einen Basissektor besitzt. Zwischen diesen beiden Sektoren befinden sich zwei Sektoren mit zwei Stützpunkten und drei Minen. In der Mitte prangert der umkämpfte Gamma-Sektor. Euer Ziel ist es natürlich eure Feinde zu eliminieren und ihre Basis einzunehmen.

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Wichtig hierbei ist, dass ihr euch, im Gegensatz, zu anderen Spielen dieser Art, erst an die Basis herankämpfen müsst und nicht direkt ins Lager rushen könnt. Also müsst ihr in den „Kampfsektoren“ zwischen euren Basissektoren erst den gegnerischen Stützpunkt eingenommen haben, bevor ihr euch den feindlichen Basissektor warpen könnt.

Das Warpen nimmt in Fractured Space eine große Rolle ein, da ihr euch nur so von Sektor zu Sektor bewegt. Habt ihr euren Warp-Antrieb benutzt benötigt dieser eine etwas längere Zeit um sich wieder aufzuladen. Wichtig für die Spiel-Taktik ist außerdem, dass ihr während des Warpens extrem verwundbar seid, weswegen ihr euch erst aus dem Kampfgeschehen zurückziehen solltet, bevor ihr an einen anderen Ort springt.

Beim Kampf um die gegnerischen Stützpunkte solltet ihr niemals die Minen und schon gar nicht den Gamma-Sektor außer Acht lassen, denn diese sind das Mittel eurer Stärke. Anders als beispielsweise bei League of Legends, levelt hier nicht jeder Spieler für sich selbst, sondern das ganze Team zusammen. Erfahrungspunkte sammelt ihr durch die Anzahl der eingenommenen Minen und dem Gamma Sektor.

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Der Gamma Sektor wird alle sechs Minuten und insgesamt vier Mal im Spiel aktiviert. Wer diesen Sektor für sich gewinnen kann, bekommt einen massiven Erfahrungsvorteil. Das wohl wichtigste Ereignis in jedem Match ist aber definitiv der sogenannte Gamma IV, denn dieser kann ein verloren geglaubtes Spiel komplett umkehren, oder euch den Sieg kosten wenn ihr das Spiel schon dominiert. Denn wird der Gamma Sektor das vierte Mal eingenommen, kann der Halter dieses Sektors direkt in die gegnerische Basis springen und sie einnehmen. Also zählt genau mit und achtet auf die Zeitangaben – Es könnte verheerende Folgen für euer Team haben.

Steigt euer Team ein Level auf, könnt ihr eurem Basissektor die Bereiche Angriff, Rüstung oder eure Ausrüstung verbessern. Dadurch steigt euer Schaden, eure Schilde, oder es sinkt die Abklingzeit eurer Angriffe. Auch hier ist wieder Taktik gefragt um den besten Zeitpunkt für einen Rückzug zu wählen. Außerdem werden die Werte eures Schiffes durch eure Crew verbessert. Diese könnt ihr vor der Schlacht auswählen und mit der Zeit immer neue Crew-Mitglieder freischalten.

Mit jedem Match sammelt ihr Erfahrung und Credits, welche ihr dann nach und nach in neue Schiffe investieren könnt. Ihr habt so etwas ähnliches wie einen Fähigkeiten-Baum, bei dem ihr immer stärkere Schiffe freischalten könnt. Ihr könnt diesen Prozess natürlich durch Mikro-Transaktionen beschleunigen und euch Credit- bzw. EP-Booster kaufen, oder euer reales Geld direkt in Credits oder Premium-Währung umwandeln. Neben neuen Schiffen gibt es auch noch neue Skins, die auf eure Spielstärke jedoch keinen Einfluss haben. Aufgrund des F2P-Modus wird der Kauf solcher Ingame-Artikel auch gefördert, denn ihr verdient ohne Booster nur sehr wenig Credits pro Match, was das Sparen auf ein neues Raumschiff sehr zäh gestaltet. Außerdem sind die wirklich starken Raumschiffe nur per Premium-Währung erhältlich.

Immer mit der Ruhe

Wenn man das erste Mal vom „Space-Combat-Shooter“ Fractured Space hört, denkt man an schnelle actiongeladene Gefechte, bei denen nur wenig Zeit zum Überlegen und noch weniger zum Handeln bleibt. Dem ist aber nicht so, was aber nicht schlimm ist. Ihr sitzt in eurem gigantischen Schlachtschiff und es fühlt sich auch genauso an. Sehr gemächlich und schwerfällig steuert ihr es durch die Asteroiden-Landschaft und müsst euch euer nächstes Manöver immer gut überlegen, denn im schlimmsten Fall ist es euer letztes. Trefft ihr eine falsche Entscheidung bezüglich eurer Position, könnt ihr schnell ins Kreuzfeuer geraten und entkommt nur selten mit der nötigen Geschwindigkeit. Nichtsdestotrotz fühlt man sich in so einem gewaltigen Schiff einfach mächtig und glaubt man sei ein Sternenzerstörer wenn man aus vollem Rohr feuert.

Natürlich haben die unterschiedlichen Raumschiff-Typen auch unterschiedliche Größen und Werte. So ist ein kleines Unterstützer-Schiff deutlich schneller und wendiger als ein riesiger Kreuzer mit massig Feuerkraft. Der kleine „Flitzer“ hält aber dementsprechend weniger Beschuss aus, als das Flakschiff. Mit dem richtigen Mix wird euer Team daher sehr vielseitig und ausgeglichen.

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Generell ist jedes Schiff ausgestattet mit einem normalen Schuss, einer Sekundär-Waffe und weiteren Gadgets wie Raketen-Täuschkörper, Tarn-Generatoren und eurem Warp-Antrieb. je nach Schiff ändern sich diese Gadgets.

Ein praktisches Feature kann die Karte selbst sein, denn herumfliegende Asteroiden oder Raumstationen können als Deckung vor Fernschüssen genutzt oder für einen Hinterhalt verwendet werden. Das macht die Umgebung nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch noch überaus nützlich.

Gewöhnungsbedürftig ist das Gameplay jedoch, womit besonders Anfänger echt Probleme haben dürften. Das Manövrieren eines Schiffes will gelernt sein, weswegen in den ersten Matches ziemlich Frust auftreten kann, wenn man mal wieder in Flammen aufgeht. Vor allem die Fähigkeiten eines Schiffes sollte man sich vor dem Spielen gut einprägen, da man sie im Spiel nicht sinnvoll einsetzen kann und damit schon verloren ist. Nur mit seiner Primär-Waffe zu feuern reicht nur in den seltensten Fällen aus.

Auf Dauer könnte das Gameplay schnell an Reiz verlieren, da der Spielmodus immer der Gleiche ist. Man versucht zwar Abwechslung durch austauschbare Sektoren ins Spiel zu bringen, diese ändern jedoch nur geringfügig das Spielerlebnis. Daher ist das Gameplay eher auf wenige intensive Spielstunden ausgelegt, als auf langanhaltende Action.

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Die Augen aufs Ziel

Wer seine Augen mal zwischendurch vom Schlachtfeld abwendet und sich das Weltraum-Szenario genauer anschaut, sieht wie viel Mühe Entwickler Edge Case ins Design gesteckt hat. Das Setting inmitten der Asteroiden-Felder und direkt vor dem Planeten Erde wirkt stimmig und auch ein wenig bedrohlich. Die riesigen Planeten die im Hintergrund prangern sind ziemlich imposant und geben der Umgebung das gewisse Etwas.

Die Schiffe selbst sehen darüberhinaus wirklich authentisch und futuristisch aus. Jedes Gadget was ihr benutzen könnt befindet sich auch irgendwo sichtbar an eurem Schiff. Die Details-Vielfalt jeden Schiffes ist beeindrucken und man kann bei der Auswahl schon viel Zeit damit verbringen sich sein Schiff ausgiebig von allen Seiten anzuschauen. Klickt man sich danach noch durch die vielen Skins, die ihr freischalten oder kaufen könnt, bekommt ihr noch vielfältigere Versionen der Schiffe zu Gesicht, die euch zum kaufen anregen sollen. Ob die Skins euch das Geld wert sind, bleibt jedem selbst überlassen.

Auch die Weltraumkämpfe können sich sehen lassen, denn durch die verschiedenen Arten von Geschützen und Schussarten kommt in einem hitzigen Gefecht ein wahres Weltraum-Feuerwerk zustande. Da möchte man am liebsten manchmal stehenbleiben und das Geschehen von außen betrachten.

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Ungewöhliches Setting und Gameplay für einen Shooter
Große Raumschiffe steuern bereitet großen Spaß
Sehr schönes Setting mit aufwendigen Schiff-Texturen
Nicht sehr einsteigerfreundlich
Mikro-Transaktionen bringen große Spielvorteile
Wenig Lanzeitspaß durch eintöniges Gameplay

David O.

Wer auf der Suche nach dem großen Weltraum-Abenteuer ist, kann sich auf jeden Fall die Zeit in Fractured Space vertreiben. Auch wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, kann man ein paar Runden wagen, denn Dank des F2P-Modells enstehen für euch keine Kosten. Diese entstehen erst wenn ihr schnell neue Schiffe oder Skins haben wollt, da das Freischalten durch Ingame-Währung sehr zäh gestaltet ist. Ansonsten glänzt Fractured Space mit einem ungewöhnlichen Gameplay-Modell und lässt Kleine-Jungen-Träume wahr werden. Steigt in riesige Schlachtschiffe und erobert den Weltraum zusammen mit eurem Team. Taktische Feuergefechte und kluge Manöver erwarten euch. Leider könnt ihr euch nur in einem Spielmodus austoben, was auf Dauer den Spiel-Spaß nicht großartig hochhält. Das Spiel ist allerdings noch in der Early-Access-Phase und es kann sich mithilfe der Community noch so einiges ändern. Ein paar gute Runden ist dieser Weltraum-Shooter aber auf jeden Fall wert - Also ran an die Kanonen und greift nach den Sternen!
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