Test: Genital Jousting (Story-Modus)

Genital-Jousting

Hier zeigt sich, wer die Nase, äh den Penis, vorne hat!

Ja wer denkt sich denn nur so etwas aus? Das haben wir uns alle gefragt, als Freelives sein Penis-Spiel im Early-Access anbot. Und wer hätte es gedacht: Der Mehrspieler-Hit mit Penetrationsgarantie kam besonders gut bei der Community an. So gut, dass er heute die Early-Access-Phase verlässt und obendrauf einen Story-Modus spendiert bekommt. Wie geni(t)al! Doch bevor ich beginne, sei gesagt, dass ich mich in dieser Review voll und ganz der Singleplayer-Handlung widme, da der durchgeknallte Multiplayer weder neu ist noch Neues zu bieten hat.

Spritzig, witzig, gut!

Kommt euch das bekannt vor? Der Wecker klingelt morgens und ihr schafft es nur mit Hängen und Würgen aus dem Bett. Müde kriecht ihr ins Bad, springt unter die Dusche, putzt euch die Zähne und zieht euch anschließend an für die Arbeit. Nichts Ungewöhnliches daran, oder? Nun stellt euch vor, ihr erledigt all dies (nicht zwingend in dieser Reihenfolge), doch seid stattdessen ein männliches Geschlechtsorgan. Nun ja, das ist der erotische Story-Modus von Genital Jousting. Als Penis namens John erlebt ihr anfangs den gewöhnlichen Alltag eines jeden guten Stücks. Jede eurer Handlungen wird dabei stets von einer humorvollen Erzählerin im Hintergrund begleitet. Überraschenderweise sind nicht alle Witze unter der Gürtellinie und so ist manches Wortspiel auch recht kreativ. Leider geht das unter, da beinahe jeder Satz Anspielungen auf Hoden, Sex und Co. beinhaltet. Kurz: Fans von Sacha Baron Cohens Filmen kommen ganz sicher auf ihre Kosten.Test: Genital Jousting1

Die Handlung ist simpel gestaltet. John steht in sechs Wochen sein Ehemaligen Treffen bevor und in seiner Schulzeit ist er nicht sonderlich beliebt gewesen. Mit dem Gedanken, dass ihn nie jemand lieben wird, redet er sich seine Depressionen ein. Darum macht er es sich zum Ziel, seine alten Schulkameraden eifersüchtig zu machen, indem er mit einem schönen, weiblichen Penis zum Treffen erscheint. Was erst lächerlich klingen mag (vor allem, wenn man den Gedanken, einen Penis zu spielen, beibehält), ändert sich nach einer gewissen Spielzeit. John erleidet mehrere Rückschläge, doch versucht motiviert zu bleiben und erfindet sich ständig neu. Er erkundet die Welt (und schießt Fotos mit Sehenswürdigkeiten in seinem Rektum), lernt andere Penisse kennen und versucht unterdrückte Erinnerungen aus seiner Vergangenheit zu entschlüsseln. Da sich jedoch der vulgäre Humor über das gesamte Spiel zieht, werdet ihr in ernsteren Momenten nicht sonderlich mitfühlen können. Nach zwei langen Stunden endet dann auch Johns Reise und nach vielen Lachern, hinterlässt das Spiel mit einer unerwartet schönen Botschaft am Ende doch einen bleibenden Eindruck.

Wie Schaft er das denn?

Damit ihr euch unter den ganzen, genannten Geschehnissen auch etwas vorstellen könnt, kommt hier eine bildliche Beschreibung, wie so ein Penis in Genital Jousting einfachste Handlungen ausführt: Um Gegenstände aufzuheben reicht es meist, nur das Objekt zu berühren. Dieses bleibt dann an euch haften. Für verzwicktere Manöver nutzt ihr euren Anus. Mit einem leichten Druck auf die Leertaste ändert ihr die Richtung eurer Spielfigur und könnt ohne weitere Mühen Dosen in euch saugen, um aus ihnen zu trinken, oder Streichhölzer aufnehmen, um Kerzen anzuzünden.

Im späteren Verlauf bekommen noch weitere Tasten eine Funktion, überfordert wird aber wohl niemand sein. Im Kern bewegt ihr euch lediglich von Ort zu Ort und führt Gegenstände in euch hinein. Ein echtes Rektakel!Test: Genital Jousting3

 

Mit Liebe gezeugt

Die Welt von Genital Jousting ist bekannt dafür, jedes noch so harmlose Objekt wie ein Geschlechtsorgan aussehen zu lassen. Die Fülle an Zweideutigkeit sticht im Story-Modus besonders hervor. Würmer, die sehr stark Penissen ähneln, wenn sie aus ihren Löchern hervorkriechen. Anspielungen in Namen von Geschäften und Lokalen. Sehenswürdigkeiten, welche wie Geschlechtsteile aussehen. Sich auf einen gefährlichen Vibrator werfen, um seine Kollegen zu retten. Gut, Letzteres ist eindeutig eindeutig. Am Ende findet aber alles seinen Platz in der zweistündigen Kampagne und verleiht dem Ganzen den besonderen Touch.

Der kinderfreundliche Look des Spieles ist ein toller Kontrast zur absurden Thematik. Es sieht hübsch aus und Fans von Genital Jousting werden die Verbesserung erkennen. Die Musik kommt nicht ganz auf den selben Grad an Blödsinn, begleitet aber ordinär die verschiedenen Momente in der Geschichte.

Was ebenfalls besonders hervorsticht, sind die gelegentlichen Entscheidungsmöglichkeiten. So habt ihr die Wahl, in der ein oder anderen Situation, Handlungen auszuführen oder eben nicht. Manchmal könnt ihr entscheiden, in welcher Reihenfolge ihr die Aufgaben erledigt (zum Beispiel erst anziehen, dann duschen). Konsequenzen hat jedoch keine dieser Entscheidungen.Test: Genital Jousting2

 

Was einen bei der Stange hält

Der Gedanke an das Spiel zaubert mir sofort ein Lächeln ins Gesicht. Selten habe ich so sehr gelacht und mich fremdgeschämt zugleich. Ob es die lustige Begleitung im Hintergrund oder die Doppeldeutigkeit in nahezu jedem Moment des Spieles ist, der Story-Modus weiß zu unterhalten. Zudem erlaubt die kurze Spielzeit das Durchspielen in einer Sitzung, ohne dass Langeweile auftritt.

Freunde von Sammelgegenständen aufgepasst: Ihr könnt hin und wieder Feuerlöscher aktivieren. Diese sind an allen möglichen Orten des Spieles versteckt. Abseits dessen gibt jedoch nichts mehr zu tun, weshalb der Großteil eurer Spielzeit wahrscheinlich dann doch in den Multiplayer fließt.Test: Genital Jousting4

 

Viel zu lachen
Liebevoll und kreativ gestaltet
Durchgehend unterhaltsam
Trotzdem etwas zu kurz geraten
Nicht fordernd

Sanel

Ein ungewöhnliches Spiel, was ganz sicher nicht jedem gefallen wird. Man muss schon einen solch grotesken Humor mögen. Doch wen der Multiplayer nicht abgeschreckt hat, der muss auch vor dem Singleplayer keinen Halt machen. Pure Unterhaltung, urkomische Momente und eine liebevoll gestaltete Welt. Es bietet nicht viel, erweitert das Grundspiel aber um das Nötigste. Es fordert euch auch nicht, muss es aber nicht. Ein einmaliges Erlebnis, welches mir persönlich gefallen hat.
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