Test: Hidden Agenda

review_hidden_agenda_bild5Hidden Agenda ist ein weiteres Spiel aus dem Hause der Until Dawn Macher, welches nur für die PS4 verfügbar ist. Supermassive Games bietet uns hier eine Art Kriminalrätsel, das man mit seinen Freunden auf dem Sofa zusammen löst. Nur mit einem Handy als Controller, dank PlayLink, müsst ihr dann viele verschiedene Entscheidungen treffen, Rätsel lösen, Hinweise suchen und ab und an sogar spontane Quicktime-Events meistern. Dabei begegnen wir einer Vielzahl an Charakteren und kommen immer wieder an neue Orte.

Eiskalter Serienmörder: Der Trapper

Die Geschichte beginnt mit einem Einsatz der Polizei, fünf Jahre in der Vergangenheit. Zwei Einsatzkäfte durchsuchen ein altes Haus, aus dem laute Technomusik dröhnt. Die Polizisten treffen im Keller auf einen bewaffneten Mann mit freiem Oberkörper, der gerade eine geknebelte Frau an ein Bett fesselt. Die Frau war jedoch nicht das Hauptziel des Trappers.review_hidden_agenda_bild2

Und nochmal, und nochmal, und nochmal

Wie bereits erwähnt, werdet ihr in einen Krimi geworfen und könnt den Verlauf mit Entscheidungen und der eigenen Spürnase bestimmen. Die Geschichte kommt nur langsam ins Rollen und von Charaktertiefe ist leider auch nichts zu spüren, was bei einer Spielzeit von ca. 120 Minuten auch nicht verwunderlich ist. Jedoch besitzt das Spiel einen enormen Wiederspielwert, da bei jedem Durchlauf neue Wege und Pfade durch Entscheidungen entstehen. So kann in jedem Durchgang immer etwas anders gespielt werden und Entscheidungen anders kombiniert werden. Wer bereits Until Dawn gespielt hat, weiß wie unvorhersehbar die Spiele von Supermassive Games sein können.

Während des Spieles gibt es immer wieder kleine Events. Bei einem Event müsst ihr z.B. den Mutigsten aus eurer Gruppe auswählen. Dieser muss dann ganz alleine eine wichtige Entscheidung treffen, welche in diesem Beispiel mit Mut zu tun hat. Grundsätzlich sorgt das für deutlich mehr Spannung, nimmt auf die Geschichte letztendlich aber keinen großen Einfluss. review_hidden_agenda_bild3

Weder Controller, noch Maus und Tastatur

Steuern lässt sich das Spiel einfach und gemütlich über ein Smartphone vom Sofa aus. Hierzu benötigt ihr eine App, die ihr ganz einfach gratis aus dem Appstore oder Google Play Store herunterladen könnt. Die Steuerung ist nicht ganz ausgereift und noch ein wenig schwammig, ansonsten gab es keine Probleme. Auf dem Smartphone könnt ihr für Entscheidungen stimmen, Räume per Touch nach Hinweisen absuchen und Quicktime-Events lösen. Einen großen Kritikpunkt gibt es an der Steuerung mit dem Handy bei zwei Stunden Spielzeit jedoch schon. Nach der Session waren unsere Handys fast leer. Ein zweiter Durchlauf wäre ohne Ladekabel nicht möglich gewesen. Der Delay zwischen Smartphone und Playstation ist sehr gering und ermöglicht so eine verhältnismäßig gute Präzision.

Wir hatten aber auch ab und zu Probleme mit der Verbindung zwischen Handy und der PlayStation 4. Euer Handy verbindet sich übrigens nur mit der PlayStation, wenn ihr im gleichen W-Lan/Lan seid. Bei einer Bei einer Spielerzahl von maximal sechs Personen können diese Verzögerungen auf Dauer zu Frustmomenten führen. Möchtet ihr die Story ohne Ablenkungen genießen, könnt ihr Hidden Agenda allerdings auch ganz allein zocken.Review_Hidden_Agenda-bild7

Atmosphäre wie Until Dawn

Das Spiel hat einen ähnlich eigenen und düsteren Grafikstil wie Until Dawn, welcher dem Spiel einen mysteriösen und beunruhigenden Touch verleiht. Die Deutsche Synchronisation präsentiert sich darüber hinaus oft asynchron oder passt einfach nicht zu den Mundbewegungen. Unterhaltungen zwischen Personen wirken gelegentlich unrealistisch, was in einigen Situationen für ungewollte Lacher sorgt. Die größte Stärke des Spiels ist aber dennoch die Atmosphäre. Supermassive Games hat mit Until Dawn bewiesen, dass die Atmosphäre in Spielen einen großen Teil vom Spielgefühl ausmacht. Trotz vieler Kritikpunkte, kann das Spiel in puncto Atmosphäre locker mit dem Debüttitel mithalten.Review_Hidden_Agenda-bild1

Der Wettkampfmodus – eine kleine Abwechslung

Der Wettkampfmodus ist ähnlich wie der Story Modus. Der Unterschied liegt darin, dass ihr nun gegeneinander kämpft und keine Fragen mehr bekommt wie z.B. „Wer ist der mutigste unter euch?“ Stattdessen erhält immer ein zufälliger Spieler einen Geheimauftrag. Für einen erfüllten Auftrag bekommt die geheime Person dann nach erfolgreicher Entscheidung 100 Punkte gutgeschrieben. Alle Personen können kurz vor der Auflösung raten, wer den Geheimauftrag haben könnte. Wer richtig liegt, bekommt 50 Punkte aufs Konto. Der Wettkampfmodus ist eine Abwechslung zum Storymodus, jedoch verfliegt der anfängliche Wettbewerb schnell, da die Story keine großen Neuerungen bietet und man kaum neue Szenen zu sehen bekommt.Review_Hidden_Agenda-bild6

Die Hidden Agenda App

Über die App lässt sich nicht nur das Spiel steuern. In der App könnt ihr zusätzlich noch alle getroffene Charaktere und die Informationen, die ihr über sie habt, einsehen. Außerdem könnt ihr den Verlauf der Geschichte in einer Kurzfassung in der App nochmal nachlesen, falls ihr was verpasst oder vergessen habt. Bedeutende Hinweise werden ebenfalls in der App vermerkt. Die App fühlt sich wie ein Teil des Spieles und nicht überflüssig an.

Tolle Atmosphäre
Innovative Steuerung
Kooperativer Multiplayer
Deutsche Synchronisation
Keine Motivation, das Spiel mehrmals durchzuspielen...
...bei zwei Stunden Spielzeit
Leichte Verbindungsprobleme mit dem Handy
Kaum Charaktertiefe

Philipp Czerwonka

Hidden Agenda ist ein typisches Sofaspiel für einen verregneten Sonntag. Wir empfehlen euch, das Spiel in der Gruppe zu spielen, denn erst mit drei oder mehr Personen ergibt das Konzept Sinn. Wer sich mit seinen Freunden die Zeit vertreiben will, einen Krimi mit seinen Freunden lösen möchte, ein Trinkspiel daraus machen will oder einfach Spaß daran hat, immer wieder neue Entscheidungen zu treffen und zu gucken wie sich das auf das Spiel auswirkt, wird mit Hidden Agenda gut bedient sein. Eine hollywoodreife Story könnt ihr jedoch nicht erwarten.
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