Test: Hori Wired Mini Gamepad PS4

Hori Wired Mini Gamepad Test (6)Eine Konsole, ein Controller – der reguläre DualShock der PlayStation 4 kommt in einer Einheitsgröße daher, die für manch einen Spieler zu groß ausfallen könnte. Besonders jüngere Gamer und Menschen mit kleineren Händen haben Schwierigkeiten damit, den Controller sinngerecht zu benutzen und die Spiele so zu genießen. Und genau für diejenigen unter euch, die sich dabei angesprochen fühlen, hat der Hersteller Hori nun einen Controller entworfen, der um einiges kleiner ist. Aber ob es sich hierbei um eine lohnende Investition handelt, haben wir für euch getestet.

Man bekommt, was man sieht

Der erste Blick auf die Verpackung lässt keinen Zweifel zu: Dieses Produkt ist speziell für die PlayStation gedacht. Der Karton ist gänzlich in Blau gehalten und zeichnet sich mit einer offiziellen Lizenzierung für die PlayStation 4 aus. Das ist zwar Meckern auf höchstem Niveau, aber wir finden, das Design hätte klüger durchdacht sein können. Der Controller, ebenfalls blau, geht hinter den Logos und dem sehr ähnlichen Blauton des Hintergrundes schnell unter. Das Ganze wirkt dadurch etwas fad und hingeklatscht. Auf der Rückseite findet ihr eine Liste mit Features, die das Gerät im Gegensatz zum normalen PS4 Pad nicht bietet. Unter anderem fehlen ein Audioausgang für Kopfhörer, Lautsprecher und ein Motion Sensor.

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Blau Blau Blau ist das Gamepad

Packt ihr den Controller dann aus, findet ihr neben dem Gerät nur eine Anleitung. Das Kabel ist direkt am Gamepad angebracht und lässt sich auch nicht abnehmen. Dazu kommt, dass es sehr lang ist. Wie lang genau, ist nirgendwo vermerkt, gemessen kamen wir auf drei Meter Länge. Dies bietet einerseits eine freie Platzwahl im Raum, da ihr sogar in großen Zimmern nicht direkt vor dem Fernseher hängen müsst, andererseits stört das Kabel schnell, wenn ihr relativ nah an der Konsole sitzt und einen Kabelhaufen im Schoß oder vor euch habt. Aber wozu eigentlich ein Kabel anbringen, wenn drahtlos auf alle Arten praktischer wäre? Klar die Latenz ist hier die eine Antwort dürfte aber bei der Zielgruppe kaum eine Rolle spielen.

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Nicht viel drin, aber alles da

Kleiner, aber nicht für Action geeignet

Haltet ihr den Controller dann endlich in den Händen, dürfte die Überraschung nicht allzu groß sein. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um ein „Mini Gamepad“. Dieses ist rund 40% kleiner als der normale DualShock Controller und bedient sich einer anderen Form. Anstatt der beiden Extremitäten, die den DualShock gut in den Händen liegen lassen, wartet das Gamepad mit einer ovalen bzw. rechteckigen Form auf. Allerdings wirkt das Ganze etwas zu günstig, da wir beim Benutzen das Gefühl hatten, hartes Plastik in Händen zu halten. Die Tasten klingen und fühlen sich beim Drücken ebenfalls nicht sonderlich wertig an.

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Kleiner als der DualShock

Spielt ihr nun Spiele, die actionreich sind und viel Zielen, Schießen und schnelles Bewegen erfordern, passiert es häufiger, dass ihr falsche Tasten erwischt, da diese teils sehr dicht beieinander liegen. Besonders auffällig ist das bei den L- und R-Tasten, bei denen ihr schnell zwei auf einmal drückt, wenn ihr etwas breitere Finger habt. Die Joysticks sind mit kleinen Erhebungen versehen, welche die Finger vom Abrutschen hindern sollen, allerdings zu Schmerzen führen können. Spiele wie Call of Duty oder Move or Die, die viel Bewegung und einen starken Einsatz der Sticks erfordern, lassen uns mit schmerzenden Daumen zurück, da wir immer wieder über eben diese kleinen Stoppeln wischen.

Für Kinder, denen es sowieso egal ist, wie es mit der Beschaffenheit des Controllers aussieht, dürfte das Ganze aber ideal zum Spielen sein. Mit kleineren Händen lassen sich alle Tasten problemlos erreichen und

Touchpad-Alternative und lautes Klicken

Einige wenige Spiele erfordern eine Interaktion mit dem Touchpad. „Wische hoch, wische runter, ziehe Kreise“ heißt es dann. Trotz aller Einschränkungen kann das Mini Gamepad hier mithalten und bietet eine Alternative zum Touchpad. Haltet ihr für kurze Zeit die TP Taste gedrückt, funktionieren die Joysticks als Touchpad und können beliebig bewegt werden, um diese Aktionen auszuführen. Dies ist zwar unpraktisch im Vergleich zu den standardmäßigen Controllern, doch besser so als gar nicht. Zudem gibt es eine Touchpad-Taste, die einen einfachen Klick auf das Touchpad simuliert.

Da relativ oft die Joysticks gedrückt werden, müsst ihr euch wohl oder übel mit einem lauten Klicken abfinden. Dies ist jedes Mal zu hören, wenn ihr einen der Sticks rein drückt. In vielen Games duckt ihr euch oder sprintet auf diese Weise, es kommt also wirklich sehr häufig vor. Das kann vor allem in einer Runde mit mehreren Spielern ein bisschen nervig sein da hier meist nur der Hori Controller zu hören ist.

Abgesehen von all den lauten und unschönen Geräuschen funktioniert das Wired Mini Gamepad tadellos. Bewegt ihr die Sticks, wird diese Bewegung sofort vom Spiel erkannt und ohne die kleinste Verzögerung umgesetzt. Die Tasten müssen nicht mit Kraft von euch in das Gehäuse gepresst werden, um ein Feedback zu erhalten, auch wenn sie dicht beisammen liegen.

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Geeigneter Ersatz für den klassischen PlayStation Controller?

Gewöhnt ihr euch erst einmal an den Controller, dient er als perfekte Alternative, solltet ihr keinen Zweiten besitzen. Ob ihr nun zum Laden den DualShock zur Seite legen müsst oder ihr euren Kleinen eine bessere Steuerung ermöglichen wollt, das Gamepad von Hori macht es möglich. Zudem muss man sich nicht nur auf die PlayStation 4 beschränken, auch ist es mit der PlayStation 3 und teilweise mit dem PC kompatibel. Einige Games erkennen das Gamepad sofort als Controller an und fordern euch gegebenenfalls zur Tastenbelegung auf, wie es in Move or Die der Fall ist, andere Spiele wie Portal 2 finden das Gerät allerdings gar nicht erst. Steam im Big Picture Mode lässt sich ebenfalls einwandfrei damit bedienen, sodass ihre geeignete Games darüber leicht starten könnt.

Nicht kompatibel sind zudem alle PS VR Titel. Solltet ihr also vorhaben, in nächster Zeit in die virtuelle Realität abzutauchen, habt besser einen anderen Controller zur Hand. Ebenfalls lässt sich die Konsole mit dem Gamepad nicht einschalten. Dadurch braucht ihr auf jeden Fall einen speraten DualShock Controller oder ihr müsst eben jedes die Konsole manuell einschalten.

Mit rund 36 Euro könnt ihr euch das Gamepad anschaffen. Ob es sich lohnt, müsst ihr für euch entscheiden.

Für kleine Hände geeignet
Tasten reagieren einwandfrei
Kabel ist sehr lang
Das Kabel hätte gar nicht erst sein müssen
Viele Funktionen vom DualShock fehlen
Lautes Klicken der Joysticks
Haptik nicht ganz so schön
Für größere Hände nicht geeignet

Alexa J.

Wer Kinder hat und mit ihnen gerne aktiv mehr spielen möchte, wird mit dem Gamepad von Hori gut bedient sein. Das selbe gilt ebenso für Menschen, die von Natur aus kleinere Hände haben als alle anderen und mit dem DualShock nicht vernünftig spielen können. Allerdings wird euch für die 36 Euro nicht viel geboten. Auf Features wie einen Kopfhöreranschluss, einen Motion Sensor oder die Vibrationsfunktion müsst ihr leider verzichten, wodurch Gear wie Headsets seperat an der PlayStation 4 angeschlossen werden müssen. Praktisch sieht anders aus und das ist Schade, da uns die Idee eines Mini-Controllers ansonsten wirklich überzeugen konnte.
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