Test: Hyrule Warriors

Test: Hyrule WarriorsDie hektischen Massenschlachten der Dynasty-Warriors-Serie gemischt mit dem verträumten und rätsellastigen Gameplay der Zelda-Reihe? Ein gewagtes Experiment? Bestimmt! Eine unheilige Allianz? Auf gar keinen Fall. Wir haben uns in über 100 Spielstunden durch den heiß erwarteten Genre-Misch-Masch Hyrule Warriors gekloppt und können euch nun an unseren Erfahrungswerten teilhaben lassen.

Zelda ist  weg!

Ja, kein Scherz. Auch Hyrule Warriors greift das hart durchgekaute Entführungsthema wieder auf und will euch so motivieren, euch auf die Suche nach der hylianischen Prinzessin zu machen. Doch zuerst geht es in Hauptmenü, in dem neben dem Story-Modus – der das Herz des Spiels darstellt – ein Freier Modus und ein Abenteuer-Modus auf euch warten. Letzteren solltet ihr am besten ausprobieren, wenn ihr mit der Geschichte das erste Mal komplett durch seid und schon Zugriff auf mehrere verschiedene Spielfiguren habt.

Doch zuerst geht es auf nach Hyrule – wo mächtig die Hütte brennt. So ist nicht zur Zelda verschwunden, nein, auch Horden von feindlichen Truppen scheinen das Land komplett überrannt zu haben. An der Seite von Impa unternehmt ihr in der Gestalt von Link die ersten Schritte in das bedrohte Königreich. Habt ihr einen Mitspieler an eurer Seite und neben dem WiiU-Gamepad noch ein weiteres Eingabegerät für die Wii U zur Hand, könnt ihr auch im kooperativen Modus losschlagen. Und dabei wird nicht etwa der Bildschirm geteilt. Stattdessen hat das Gamepad seinen großen Auftritt: Während ein Spieler das Geschehen am Fernseher verfolgt, steuert der andere seine Geschicke per Gamepad und sieht auch dort das Kampfgeschehen.

Die Optik leidet aber etwas in diesem Modus von Hyrule Warriors: Die Spielwelt wird in geringerer Auflösung dargestellt und Gegner erscheinen teilweise sehr spät vor euch. Das lenkt aber kaum vom actionreichen Spielgeschehen ab, ihr gewöhnt euch sehr schnell daran. Natürlich macht es zu zweit deutlich mehr Spaß als alleine!Test: Hyrule Warriors

Wo kommen die denn alle her?

Zwar regiert in den ersten Spielminuten absolute Hektik, mit zunehmender Spieldauer bekommt ihr aber einen sehr guten Überblick, was wo zu tun ist. Oben rechts seht ihr auf einer Übersichtskarte, wo es am meisten brennt. Es gilt nun so schnell wie möglich zu den rot pulsierenden Punkten auf der Karte zu rennen und aufzuräumen. Dabei stellen sich euch ganze Hundertschaften von verschiedensten Gegnern in den Weg, die ihr mit höchst eindrucksvollen Manövern von der Platte putzt.

Im Spielverlauf von Hyrule Warriors lernt eure Spielfigur bis zu sechs verschiedene Kombo-Attacken und hat sich euer Rage-Balken am linken Bildschirmrand aufgeladen, könnt ihr mit dem dann verfügbaren Spezialangriff für größte Verwüstung in den Reihen der Gegner sorgen. Zudem sieht er absolut fantastisch aus und unterscheidet sich bei jeder der 13 verfügbaren Spielfiguren immens. Mal eben 50-60 Gegner auf einen Schlag wegzuhauen, ist ein sehr befriedigendes Gefühl – und auch bitter nötig, denn die Gegner rennen solange gegen euch an, bis ihr alle Räume und Plätze von rot (von Gegnern besetzt) zu blau (von euren Verbündeten besetzt) umgefärbt habt.

Das ganze Geschehen auf dem Bildschirm hat dennoch immer einen wunderschönen Zelda-Touch, der an vielen Stellen echten Fan-Service für Kenner der Serie bietet. Seien es Figuren, Schatztruhen, Geräusche oder die musikalische Untermalung – alles erinnert an Zelda. Und endlich werden so auch Spieler angesprochen, die mit dem Spielprinzip von „Dynasty Warriors“ vorher – nicht zuletzt wegen den blassen und unbekannten Spielfiguren – nicht viel anfangen konnten. Wenn Link sein Schwert oder den Feuerstab schwingt, Sheik mit ihrer Harfe Tornados entfacht oder Midna schwarze Löcher entstehen lässt, dann hat der Spieler viel, die Gegner eher weniger zu lachen.Hyrule Warriors: Bilderflut zum Zelda-Spin-Off

Du bist nicht der Boss!

Natürlich warten in den ingesamt 42 Spielstufen der Hauptstory auch haufenweise Endgegner auf euch. Die kennen Zelda-Fans zwar größtenteils aus den Spielen der Zelda-Reihe, in so einer hektischen Massenschlacht wie in Hyrule Warriors sind sie allerdings noch nie aufgetreten. So fetzt ihr euch unter anderem mit King Dodongo, der nur durch Bomben in sein offenes Maul besiegt werden kann oder der Riesenpflanze Manhandla, die ihr nur mit einem Bumerang zu Fall bringen könnt. Aber auch exotischere Endgegner wie Zant oder Ghirahim erfordern meistens einen bestimmte Taktik und halbwegs durchdachte Herangehensweise. Dennoch gilt eigentlich immer: Draufkloppen mit einer wüsten Kombo nach der anderen. Im normalen Schwierigkeitsgrad werdet ihr aber kaum Probleme bekommen, erst im harten Modus oder bei speziellen Herausforderungen (ein Treffer eines Gegners tötet euch) ist absolute Aufmerksamkeit gefragt.

Habt ihr euch erfolgreich durch eine Spielstufe gehackt, könnt ihr nicht nur die neuen Waffen und Materialien bestaunen, die ihr unterwegs aufgesammelt habt, sondern natürlich auch dem Bazaar einen Besuch abstatten. Hier rüstet ihr eure Spielfigur mit neuen Kampfmanövern aus, verbessert deren verschiedene Waffen und leistet euch noch Heiltränke und bestimmte Schutzzauber für die bevorstehenden Kämpfe. Wirkt im ersten Moment alles etwas verwirrend, doch nach und nach steigt ihr durch das recht geniale System. Es erreicht dabei natürlich nicht die Tiefe eines Ausrüstungssystems von Hardcore-Rollenspielen, dennoch bietet es eine Menge Raum zum ausprobieren und experimentieren.Test: Hyrule Warriors

Und was gibt es noch?

Habt ihr die Story von Hyrule Warriors nach ca. 10-12 Stunden das erste mal hinter euch gebracht, geht es an den Abenteuer-Modus. Und der bietet euch fast noch mehr Inhalte, als die Hauptgeschichte. Hier wartet eine riesige Karte darauf, von euch Stück für Stück aufgedeckt zu werden. Das ist allerdings nicht immer ganz einfach: Oft benötigt ihr einen bestimmten Gegenstand, um das Kartenstück überhaupt betreten zu können. Also sammelt ihr zuerst einen Kompass. Dieser zeigt euch an, wo es etwas zu holen gibt.

Ein Beispiel: Nach dem Einsatz des Kompass werden euch an einem Baum kleine, glimmernde Sterne angezeigt. Genau diesen Baum müsst ihr dann mit einer Kerze abbrennen, um den darunterliegenden Schatz sichtbar zu machen. Nun könnt ihr euch in die Mission stürzen, die zu eben diesem Kartenstück gehört und euch den sichtbar gemachten Schatz holen – oder es zumindest versuchen, denn einige der gestellten Aufgaben sind sehr schwierig zu bewältigen. Dennoch wartet hier ein unglaubliches Motivationspotential. Ihr werdet kaum Ruhe haben, bis ihr auch das letzte Kartenstück erkundet habt. Das kann locker 20-30 Stunden dauern und macht fast noch mehr Laune, als der Geschichte von Hyrule Warriors zu folgen.Test: Hyrule Warriors

Gute Optik,…
Viele Spielfiguren
Viel zu entdecken
Toller Abenteuer-Modus
… die im 2 Spieler-Modus leider Federn lässt
Später sehr schwer

Boris C.

Diese Operation kann man nur als gelungen bezeichnen. Das Zelda-Universum und die Spielmechanik von Dynasty Warriors vereinen sich – dank der tatkräftigen Unterstützung von Serienerfinder Eiji Aonuma und des Nintendo-Masterminds Shigeru Miyamoto - zu einem sehr gelungenen Hack & Slay, das mit hohem Gegneraufkommen, toller Optik und ordentlich Abwechslung punkten kann. An den Spezialattacken der Spielfiguren werdet ihr euch kaum sattsehen können. Wenn die wuchtig und krachend bei den Gegnern einschlagen und diese durch die Luft gewirbelt werden, können sich Action-Freunde ein breites Lächeln kaum verkneifen. Etwas schade ist der fehlende Online-Koop-Modus, denn mit zwei Spielern auf dem Sofa leidet die Optik schon ein wenig. Das wäre durch eine Online-Komponente zu vermeiden gewesen. Dennoch: Wieder einmal ein Titel für die Wii U, der sich durch Kreativität und eine angenehme Andersartigkeit auszeichnet – irgendwie typisch für diese Konsole, und das meinen wir ganz bestimmt nicht im negativen Sinne.
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