Test: Kirby Triple Deluxe

Kirby is back! Und darüber können wir uns Glücklich schätzen, denn eigentlich sollte es den rosafarbenden Helden garnicht geben. Ursprünglich war Kirby lediglich ein Platzhalter für einen noch nicht entworfenen Charakter. Da er den Entwicklern aber schnell ans Herz wuchs, wurde er beibehalten und darf sich heute zum festen Repertoire von Nintendo zählen. Nach einigen spielerischen Experimenten besinnt man sich mit Kirby Triple Deluxe auf die alten Tage zurück und bietet ein klassisches Jump-&-Run.

Der mit der großen Klappe

Mit Kirby richtet sich Nintendo seit jeher an die Videospiel-Anfänger und damit an eine jüngere Generation. Entsprechend unspektakulär ist auch die Story hinter Kirby Triple Deluxe. In einem kurzen Intro seht ihr, wie Kirbys Haus von Pfanzen umschlungen aus dem Boden gerissen und, als wäre das noch nicht genug, auch noch König Dedede von einem Unbekannten entführt wird. Grund genug, um Kirby auf eine wilde Reise zu begleiten.

Kirby Triple Deluxe ist ein klassischer Side-Scroller, wobei ein Level aus mehreren Ebenen besteht. Das Ganze erinnert stark an Titel wie Mutant Mudds. Die Möglichkeit Gegner zu verschlucken und deren Fähigkeiten zu übernehmen darf in einem klassischen Kirby-Titel natürlich nicht fehlen und ist auch hier das spielerisch wichtigste Feature. Insgesamt dürft ihr euch auf über 25 Verwandlungsmöglichkeiten freuen, wobei etwa 15 deutlich im Fokus stehen. Jede Variation bietet eigene, angepasste Attacken, was sich in der spielerischen Konsequenz wie eine Light-Version von Smash Bros anfühlt.

Kirby Triple DeluxeDas Spiel ist in unterschiedliche Welten unterteilt, die alle ein eigenes Thema mit sich bringen. An ein Donkey Kong Country kommt Kirby in Sachen Leveldesign zwar nicht heran, trotzdem gefallen gerade die kleinen unerwarteten Passagen und Anspielungen. Von letzteren gibt es eine ganze Menge, so finden sich mal mehr mal weniger auffällig Anspielungen auf Donkey Kong, Mario, Zelda oder auch Luigis Mansion. Insgesamt bietet das Spiel 6 Welten mit jeweils 5 Level plus einem weiteren Boss-Level.

Unstillbarer Hunger

Neu im Kirby-Universum ist die soganannte Meganova-Power, die euch in einigen Level aufgezwungen wird. Ohne geht’s nicht weiter. Eine seltsam leuchtende Frucht verwandelt euch in einen in regenbogenfarbenden leuchtenden Kirby, der von nun an nicht nur „kleine“ Gegner verschlingt, sondern alles was nicht Niet und Nagelfest ist… bzw. eigentlich auch das. Bäume, Züge und sogar ganze Häuser können mit dieser Power verschlungen werden. Spielerisch sind die Meganova-Levelpassagen eher unspektakulär, aber immerhin hübsch anzusehen. Andere Fähigkeiten sind während dieser Passagen nämlich Tabu, schade.

Kirby Triple DeluxeDa sich Kirby nun mal an eine jüngere Zielgruppe richtet, haben wir auch keinen Schwierigkeitsgrad à la Donkey Kong erwartet. Geübte Spieler werden mit Kirby Triple Deluxe keine Probleme haben, langweilig ist es dennoch nicht. Vielmehr weckt das Spiel immer wieder alte Erinnerungen, nicht zuletzt wegen des typischen Sounds. Das hat sich einfach ins Hirn gebrannt und sorgte für ein Dauerlächeln in unseren Gesichtern. Darüber hinaus trefft ihr immer wieder auf alte Bekannte. Vielleicht sogar schon einen Tick zu oft, auch wenn sie natürlich mit neuen Attacken aufwarten. Ein kleiner Kritikpunkt ist der Tatsache geschuldet, dass die Zwischengegner innerhalb des Spiels mehrfach auftauchen.

Rund, bunt, Kirby

Wer sich nach 5-7 Stunden durch den Story-Modus gekämpft hat, der muss das Spiel noch lange nicht einmotten. Von Anfang an stehen euch zwei weitere Modi zur Verfügung, zwei weitere werden nach Beendigung der Story freigeschaltet. Kirbys Recken ist ein Kampfspiel im Stil von Smash Bros. Als Charakter kann aber ausschließlich Kirby ausgewählt werden, dafür aber eine frei wählbare Variation von ihm. Das Ganze funktioniert auch mit vier Freunden und nur einer Card! Aufgrund der begrenzten Attacken und der unterschiedlich starken Kirby-Charakteren aber eher eine kurzweilige Angelegenheit. Ähnlich sieht es bei Dededes Trommellauf aus. Ein Rhythmusspiel, das durchaus Spaß macht, aber leider nicht sehr viel an Umfang bietet. Reinschauen lohnt sich aber.

In den beiden freizuspielenden Modi könnt ihr euch allen Endbossen stellen oder als Dedede bereits bekannte Level bestreiten. Das ist schon um einiges umfangreicher, kommt aber nicht an den Story-Modus heran. Eine eher unnütze Möglichkeit sich weiterhin mit dem Titel zu beschäftigen ist das Sammeln von Glücksbringern, insgesamt 256 Stück. Spielerisch bietet euch das keine neuen Inhalte, es erfreut lediglich das Sammlerherz.

Kirby Triple DeluxeGrafisch macht Kirby Triple Deluxe einen guten Eindruck. Es läuft durchweg flüssig und sieht wunderbar aus. Eben ganz so, wie man es von einem Kirby-Spiel erwartet. Alles ist eher rund und bunt gehalten. Ausnahmsweise ist der Titel auch gerade in 3D empfehlenswert, da einige Passagen intelligente 3D-Spielereien bieten, etwa Gegner die aus allen Level-Ebenen angreifen sowie Elemente die die Ebenen miteinander verbinden. Spielbar ist es aber natürlich auch in 2D.

  • Klassisches Kirby Konzept
  • Sieht super aus
  • Insgesamt fünf Modi
  • Intelligente 3D-Nutzung
  • Zu wenig Umfang im Story-Modus
  • Schwierigkeitsgrad nur für Anfänger
  • Zu wenig neue Gegner
Kirby Triple Deluxe ist ein durchaus gelungenes Stück Software, das uns einige, wenn auch wenige, tolle Stunden bereitet hat. Das klassische Spielkonzept steht dem laufenden Hubba bubba einfach am besten. Natürlich ist das Spiel für hart eingesessene Gamer viel zu einfach, aber wegen der angepeilten Zielgruppe soll das kein Manko sein. Wir hätten uns lediglich mehr neue Gegner und mehr Umfang im Story-Modus gewünscht. Da helfen auch die zusätzlichen Modi nicht. Dennoch eine klare Kaufempfehlung für alle Gaming-Anfänger und diejenigen, die sich selbst als Kirby-Fans bezeichnen.  
Test: Super Time Force Test: Dark Souls 2 – Update: PC-Version
Comments