Test: Krass Kariert

Bei Amigo sind die Neuheiten des Frühjahrs bereits im Handel erhältlich. Im Programm des Verlags befindet sich brandneu auch das Kartenspiel Krass Kariert. Auf den ersten Blick erinnert es ein wenig an das klassische Poker. Doch in Krass Kariert geht es gar nicht darum, möglichst viele Stiche zu gewinnen. Vielmehr wollt ihr so schnell wie möglich alle zehn Handkarten loswerden. Das ist aber gar nicht so einfach, denn es ist nicht erlaubt, die Karten auf der Hand in eine optimale Reihenfolge zu sortieren. Das stellt euch vor so einige Probleme.

Schon der erste Blick auf das Spielmaterial macht deutlich, woher dieses Spiel seinen Namen hat. Sämtliche Spielkarten verfügen über ein schickes Karo-Muster unterschiedlicher Farbgebung. Doch abseits der Grafik spielen die Karos überhaupt keine Rolle. Von Bedeutung sind vielmehr die Zahlen, die ihr auf den Karten findet. Insgesamt gibt es vier Sets mit den Zahlen von eins bis zwölf. Hinzu kommen noch drei Spezialkarten, die es jeweils in doppelter Ausführung gibt. Summa summarum macht das ein Gesamtpaket von 54 Spielkarten, dem zusätzlich noch 15 Plastikchips hinzugefügt wurden.

Sortieren verboten

Die Spielvorbereitungen sind schnell erledigt. Jeder Spieler bekommt zehn Handkarten. Passt auf, dass euch die Macht der Gewohnheit keinen Streich spielt. Denn in Krass Kariert ist es verboten, die Karten auf der Hand zu sortieren. Ihr müsst die Karten wie gegeben aufnehmen und auffächern. Die Reihenfolge der Karten auf der Hand wird eine gewichtige Bedeutung im Spiel einnehmen. Zusätzlich bekommt jeder Spieler noch zwei sogenannte Reservekarten, die offen vor jedem Spieler ausgelegt werden. Jetzt bekommt noch jeder drei Chips ausgehändigt, dann kann es auch schon losgehen.

Seid ihr am Zug, spiet ihr eine Kombination aus bis zu drei Karten von der Hand aus. Die möglichen Kombinationen erinnern etwas an ein Poker light. Im Spiel stehen euch lediglich fünf Optionen zur Verfügung, die unterschiedliche Wertigkeiten besitzen. Den geringsten Wert besitzt die Einzelkarte, das Solo. Darüber kommt die 2er-Straße, also zwei Karten mit benachbarten Zahlenwerten. Direkt darauf folgt das Paar, zwei Karten mit gleicher Ziffer. Noch mehr Karten könnt ihr mit der 3er-Straße loswerden. Die wertvollste Kombination stellt der Drilling dar. Die fünf Möglichkeiten, um Karten auszuspielen, sind also recht übersichtlich.

Von der Reservebank ins Spiel

Im Spielverlauf müsst ihr die gespielte Kombination des vorherigen Spielers immer überbieten. Ihr solltet also entweder eine bessere Kombi ausspielen oder aber die gleiche Kombination mit höheren Zahlen. Könnt oder wollt ihr nicht überbieten, so müsst ihr eine der vor euch ausliegenden Reservekarten auf die Hand nehmen. Obwohl es das Ziel ist, seine Handkarten möglichst rasch loszuwerden, kann es durchaus ein Vorteil sein, eine der Reservekarten zu nehmen. Die aufgenommene Karte könnt ihr nämlich an einer beliebigen Position in euren Handkarten einsortieren. Mit etwas Glück könnt ihr euch so zum Beispiel eine 3er-Straße zusammenbasteln, die ihr dann in einer der nächsten Züge ausspielt.

Haben alle Spieler eine oder mehrere Karten auslegt oder aber eine Reservekarte auf die Hand genommen, endet die Runde. Der Spieler mit der höchsten Kombination spielt in der nächsten Runde zuerst auf. Der Stich selbst ist ansonsten nicht relevant, da es ja nur darum geht, seine Handkarten loszuwerden. Deshalb könnt ihr auch alle Stiche einfach auf einen gemeinsamen Ablagestapel werfen.

Sonderkarten mit Bedacht einsetzen

Wie bereits oben erwähnt, mischen sich drei verschiedene Sonderkarten ins Deck, die dort jeweils zweimal auftauchen. Da wäre zunächst die X-Karte, die als eine Art Joker fungiert und jede Zahl zwischen eins und zwölf annehmen kann. Mit der Stopp-Karte beendet ihr die laufende Runde hingegen sofort, egal ob schon alle Spieler ihre Aktion durchgeführt haben oder nicht. Als Besitzer der Stopp-Karte habt ihr die Runde gewonnen und beginnt die nächste Runde mit einer neuen Karte oder einer Kartenkombination.

Besonders effektiv können die Nachzieh-Karten sein. Spielt ihr diese Sonderkarte aus, müsst ihr die zuvor gelegte Kombination nicht überbieten, sondern übergebt direkt an den nächsten Spieler in der Reihe. Der Spieler, der diese Runde gewinnt, muss anschließend drei Karten vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Dies ist besonders ärgerlich, wenn in einer Runde gleich beide Nachzieh-Karten gespielt wurden. Das erhöht die Zahl der neu aufzunehmenden Karten auf sechs. Ihr könnt die Nachzieh-Karte auch direkt zu Rundenbeginn ausspielen. Sollte in der Folge dann aber kein Spieler eine Karte auslegen, zum Beispiel durch das Nehmen einer Reservekarte, dann habt ihr selbst die Runde gewonnen und euch damit selbst drei neue Karten eingeschenkt.

Alle Karten losgeworden?

Ihr seid alle Karten losgeworden? Dann scheidet ihr aus der laufenden Partie aus. Diese endet erst, wenn nur noch ein Spieler Karten auf der Hand hat. Die ausliegenden Reservekarten werden dabei übrigens nicht berücksichtigt. Dieser Spieler muss nun einen seiner Chips abgeben. Schluss ist ebenfalls, wenn ein Spieler die ausgespielten Karten nicht überbietet und keine Karten in der Reserve mehr zur Verfügung hat. Auch in diesem Fall verliert der Spieler einen seiner Chips.

Müsst ihr einen Chip abgeben, habt aber keinen mehr in eurem Vorrat, dann habt ihr das Spiel verloren. Dies dauert in der Regel ungefähr eine halbe Stunde. Krass kariert ist ein Kartenspiel für drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren. Mittlerweile sollte es im Handel problemlos zu bekommen sein. Krass Kariert kostet ungefähr 8€.

geringe Einstiegshürde
frische Spielidee
guter Mix aus Glück und Taktik
optisch ziemlich schlicht

Sebastian Hamers

Krass Kariert spielt sich wirklich ziemlich frisch. Das liegt vor allem an dem Verbot, seine Karten auf der Hand in die gewünschte Reihenfolge zu bringen. Zwar fühlt man sich dadurch zunächst in seinen Optionen beschränkt, aber man kommt schnell auf den Trichter, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, taktisch aktiv zu werden. Ihr könnt bewusst auf das Überbieten der ausgelegten Kartenkombination verzichten, um eine Reservekarte aufzunehmen, die euch später noch ziemlich nützlich sein kann. Da von der Hand immer wieder Karten verschwinden, entstehen so auch immer wieder neue mögliche Kombinationen. Auch hier könnt ihr eurem Glück etwas auf die Sprünge helfen, indem ihr die Handkarten geschickt ausspielt. Taktieren lässt sich ebenfalls mit den Sonderkarten im Spiel. Auf der anderen Seite kann so manche Sonderkarte auch die eigene Strategie schnell ins Wanken bringen. Die Einstiegshürde ist bei Krass Kariert sehr gering. Da es im Gegensatz zu Poker oder anderen Stichspielen nur fünf gültige Kombinationen gibt, habt ihr alle Vorgänge immer gut im Blick. Dennoch ist Krass Kariert durchaus auch in der Lage, anspruchsvollere Spieler gut zu unterhalten. Auch wenn das Kartenspiel nicht genug Stoff für einen ganzen Spieleabend bietet, als kurzer Spielesnack zwischendurch macht Krass Kariert allemal eine gute Figur.
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