Test: Lara Croft und der Tempel des Osiris

Test: Lara Croft und der Tempel des OsirisDie Tomb Raider-Reihe stand eigentlich immer für Singeplayer Third-Person Action. Im Jahre 2010 wagte sich Lara dann erstmals in die Gefilde der Top-Down Coop Spiele. „The Guardians of Light“ verkaufte sich damals recht gut und so ist es weniger erstaunlich, dass wir nun den zweiten Teil der Spin-Off Reihe vor uns liegen haben. Wie Lara Croft und der Tempel des Osiris in unserem Test auf der PS4 abgeschnitten hat, erfahrt ihr jetzt.

Ein Stab, sie zu knechten

Verlieren wir erst einmal ein paar Worte zur Story von Lara Croft und der Tempel des Osiris. Ihr seid mit Lara in Ägypten unterwegs um euch in einem Tempel umzusehen. Laut einer alten ägyptischen Sage, die euch zu Beginn des Spiels in Form eines Bilderbuchs präsentiert wird, hatte einst der Göttervater Osiris die Macht über Ägypten. Eines Tages jedoch wird Osiris von seinem Bruder umgebracht – Set. Isis, Osiris Frau, belebte ihren Mann mit seinem Stab wieder. Jedoch nur so lange, dass er noch einmal seinen Sohn Horus sehen konnte. Set bekommt Wind von der Sache, benutzt den Stab um Isis und Horus im Tempel einzuschließen und reißt Osiris Körper in Stücke, die er überall im Land verstreut.

Als Set merkt, dass sein Land den Bach runtergeht, macht er sich auf in die Unterwelt um dort größere Macht zu erlangen. Leider hat Set vergessen, Osiris Stab mitzunehmen, denn nun sitzt er in der Unterwelt fest. Bis heute blieb der Tempel versiegelt.

Höchste Zeit das Ding mal aufzumachen und nach dem Stab von Osiris Ausschau zu halten , beschließt Lara und kraxelt hinab in den Tempel. Dumm nur, dass ihr Rivale Carter Bell auch mit von der Partie ist und so leisten sich die beiden ein Wettrennen um den Stab. Doch der ist eine Falle und sowohl Lara als auch Carter werden verflucht. Gleichzeitig tauchen auch Horus und Isis auf und erklären den beiden, dass ihnen nicht viel Zeit bleibt. Um lebend aus dem Tempel zu entkommen, müssen sie sich durch die Unterwelt schlagen und die zerrissenen Teile von Osiris bergen. Das Ganze wird euch relativ schmucklos durch eine Diashow präsentiert. Da die Story an sich aber schon schwach ist, fällt das auch nicht mehr so ins Gewicht. Machen wir weiter mit dem wichtigsten Aspekt von Lara Croft und der Tempel des Osiris – dem Gameplay.

Test: Lara Croft und der Tempel des Osiris

Die Story stand bei den Entwicklern wohl nicht gerade im Fokus

Zu Zweit ist man weniger allein

Lara Croft und der Tempel des Osiris ist, wie schon sein Vorgänger, ein klassisches Top-Down Action Spiel mit Rätseleinlagen. Dabei werden die Rätsel der Anzahl an Spielern angepasst. Seid ihr allein unterwegs, sind die Rätsel relativ einfach zu meistern und das Spiel nicht wirklich spaßig. Wirklich Fahrt nimmt Lara Croft und der Tempel des Osiris erst dann auf, wenn ihr euch zu zweit in der Unterwelt herumtreibt. Hierbei übernimmt einer von euch die Kontrolle über Lara oder Carter, während der andere in die Rolle von Isis oder Horus schlüpfen darf. Einerseits werden die Rätsel knackiger, andererseits strebt ihr stets nach einer höheren Punktzahl als euer Partner. Ihr könnt nämlich in den einzelnen Abschnitten ordentlich Edelsteine sammeln, die ihr dann benutzen könnt, um Truhen zu öffnen, die wiederum Ringe und Amulette für euch bereithalten. Mit diesen könnt ihr euch dann ausrüsten um somit coole Extras oder verbesserte Statuswerte freizuschalten. Leider teilen sich die eingesammelten Edelsteine nicht unter euch auf. Hier gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wirklich motivieren konnte uns die Sammelei aber nicht.

Somit rätselt und ballert ihr euch – hoffentlich mit eurem Kumpel – durch die unterschiedlichen Level um die verstreuten Teile von Osiris zu suchen. Unterschiedliche Gegnertypen verlangen unterschiedliche Strategien und ab und an müsst ihr auch mal zusammenarbeiten um einen Gegner besiegen zu können. Das ist aber eher die Seltenheit.

Am Ende jedes größeren Levels, wartet dann Bosskämpfe auf euch, deren Qualität nicht unterschiedlicher sein könnte. Während ihr den ersten Bossgegner innerhalb von 5 Sekunden (kein Tippfehler) besiegt, sind wir bei den späteren Gegnern des Öfteren am Verzweifeln gewesen. Ein Glück sind die Checkpoints mehr als fair gesetzt, sodass ihr nach eurem Ableben nicht minutenlang spielen braucht, bis ihr wieder an der gleichen Stelle ankommt. Nachdem ihr den Boss besiegt habt, bekommt ihr ein Fragment von Osiris Körper und macht euch auf zum nächsten Level.

Test: Lara Croft und der Tempel des Osiris

4 Freunde sollt ihr sein! Naja oder zumindest zwei – Lara Croft und der Tempel des Osiris macht erst im Coop wirklich Spaß!

Aller Anfang ist schwer

Bis man mal zu so einem Bossgegner kommt, vergehen rund 10-20 Minuten. Es sei denn, ihr bleibt an einem Rätsel hängen und habt absolut keine Ahnung, wie ihr es lösen sollt. Das ist uns zum Glück beim Test zu Lara Croft und der Tempel des Osiris nicht sehr oft passiert, aber wenn man 30 Minuten in einem Raum festhängt, ohne auch nur den kleinsten Tipp vom Spiel zu bekommen, kann das schon ordentlich frustrieren. Besonders am Anfang hatten wir Probleme mit den Rätseln, denn ein Tutorial gibt es nicht. Deswegen mussten wir erst einmal viel rumprobieren und mit den Gadgets experimentieren. Zum Beispiel haben wir ewig gebraucht um zu verstehen, dass die beiden ägyptischen Götter Horus und Isis anscheinend auch Drahtseilakrobaten sind. Wenn Lara nämlich ein Seil spannt, können die beiden einfach über das Seil laufen. Jetzt mal ehrlich – da kommt doch keiner auf Anhieb drauf!

Die Spielwelt von Lara Croft und der Tempel des Osiris ist größtenteils frei begehbar, auch wenn manche Abschnitte vorerst unzugänglich sind. Irgendwann im Spiel erhaltet ihr jedoch die Möglichkeit, sowohl die Tageszeit, als auch das Wetter im Tempel zu ändern. Das ermöglicht es euch in bisher verborgene Abschnitte vorzudringen und sorgt für etwas Abwechslung.

Am meisten Spaß hat man in Lara Croft und der Tempel des Osiris jedoch mit den Bomben, die man überall hinlegen und auf Knopfdruck zünden kann. Mit ihnen kann man das ein oder andere Rätsel lösen oder aber – und das ist noch viel lustiger – seine Mitspieler zur Weißglut treiben. Glaubt mir – es gibt nichts Lustigeres, als seinen Mitspieler zu trollen. Neben den Bomben bieten natürlich auch alle Passagen, die man nur zu zweit meistern kann großes Troll- und somit auch Spaßpotenzial. Wie oft haben wir uns gegenseitig in den Tod stürzen lassen oder uns gegenseitig bei den Rätseln behindert? Antwort: Sehr, sehr oft! Das war wohl das Lustigste und Spaßigste am ganzen Spiel, wenn wir mal ehrlich sind.

Test: Lara Croft und der Tempel des Osiris

Gegner, wie dieser riesige Skarabäus, gehören zu den eindrucksvolleren Bossen im Spiel

Grafik und Sound

Von der technischen Seite erlaubt sich Lara Croft und der Tempel des Osiris keine Blöße, setzt aber auch keine neuen Maßstäbe. Das Spiel läuft auf der PS4 in 1080p mit 30 FPS. In unserem Test konnten wir zu keinem Zeitpunkt Ruckler oder Framedrops feststellen. Dazu muss man aber auch sagen, dass das Spiel nicht gerade wunderschön aussieht. Eine Grafikbombe à la Crysis solltet ihr also nicht erwarten. Das Wasser und die Beleuchtung machen zwar ordentlich was her, aber wirklich begeistern konnte uns die Optik nicht.

Die Waffensounds sind leider auch alles andere als „State of the Art“ und auch die deutsche Lokalisation lässt zu wünschen übrig. Natürlich ist das bei einem Spiel wie Lara Croft und der Tempel des Osiris kein entscheidender Faktor, unschön ist es aber trotzdem.

Spaßíger Coop-Modus
Läuft jederzeit flüssig
Level passen sich Anzahl der Spieler an
Wasser und Beleuchtung können sich sehen lassen
Schlechte deutsche Synchro
Story nur Mittel zum Zweck
Singleplayer motiviert nicht
Grafisch nicht auf New-Gen Niveau
Keine Tipps, wenn man mal nicht weiter weiß

Robert K.

Lara Croft und der Tempel des Osiris ist ein tolles Spiel für zwischendurch. Im Singleplayer kann der Titel nicht wirklich überzeugen, dafür ist der Multiplayer umso spaßiger. Das Klettern und Ballern in der Tempelanlage kann durchaus unterhalten - ganz im Gegensatz zur Story. Auch bei der deutschen Synchronisation hat man sich leider nur wenig Mühe gegeben. Eine Offenbarung ist das Spiel zwar nicht, aber wenn man gerade seinen Kumpel zu Hause hat und nicht weiß was man zusammen zocken soll, macht man mit Lara Croft und der Tempel des Osiris sicherlich nicht viel falsch.
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