Test: The Legend of Korra

the-legend-of-korra-test-bild-1Zugegeben, The Legend of Korra und das Entwicklerstudio Platinum Games scheinen aus zwei völlig fremden Welten zu stammen. Dass aber gerade das japanische Entwickler Studio mit Lizenz-Umsetzungen ein glückliches Händchen hat, bewiesen sie zuletzt mit Metal Gear Rising: Revengeance. Ob dies auch bei The Legend of Korra wieder geklappt hat, haben wir für euch herausgefunden.

Werde zum …

The Legend of Korra beruht auf der gleichnamigen Zeichentrickserie von Nickelodeon und dreht sich, wie der Name schon vermuten lässt, um Hauptprotagonistin Korra. Diese ist der sogenannte Avatar und besitzt die Kontrolle über die Elemente Wasser, Feuer, Erde und Wind. Wer bis hier hin schon nicht gekommen ist, der sollte sich lieber vor den Fernseher schwingen und den einzigartigen Vorgänger Avatar – Herr der Elemente und die aktuelle Serie nachholen. Dies dauert zwar seine Zeit, ist aber allemal sinnvoller als sich durch die spielerische Umsetzung zu quälen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe. Zu Beginn wäre da die Geschichte, die, wie schon angedeutet, kaum vorhanden ist.

Nach dem kurzen Original-Intro findet sich Korra in einer Seitengasse von Republika wieder. Hier lauert ihr ein finsterer alter Mann auf, der ihr schlussendlich ihre Avatar-Kräfte raubt. Das schmeckt euch und ihr natürlich überhaupt nicht und so begebt ihr euch auf die Jagd nach dem Übertäter. Es beginnt eine zusammenhangslose Reise, auf der ihr nach und nach eure Fähigkeiten wiedererlangt. Dies dürfte Fans der Reihe an Staffel eins erinnern. Leider fehlt es hier im Gegensatz zur Vorlage an Witz, Einfallsreichtum, oder schlicht allem, was die Geschichte um die junge Korra ausmacht.

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Alles nach Vorbild

Wenigstens besucht ihr während der Reise einige Originalschauplätze, auch wenn diese sehr leer und lieblos daher kommen. Kein Wunder also, dass ihr zwischen den Kämpfen und Jump and Run-Passagen eigentlich nicht mehr macht, als euren Frust an herumstehen Objekten auszulassen. Das gibt wenigstens Punkte, die ihr später in Items sinnvoll investieren könnt. Nur über der Cellshading-Look weiß zu überzeugen, wenn auch viele Texturen der Umgebungen noch sehr matschig daher kommen. Verbunden werden die einzelnen Spielabschnitte mit Zeichentricksequenzen, wobei diese 20-Sekünder auf  Daumenkino-Niveau kaum die Stimmung hochhalten können. Dafür kann aber Synchronisation dank fast aller Originalsprecher überzeugen. Nur leider kriegen diese recht wenig zu tun aufgrund akuter Dialogarmut.

Das eigentliche Herzstück sind aber die Kämpfe in The Legend of Korra. Zur Verfügung stehen euch dabei eine normale und eine schwere Attacke, die in unterschiedlichen Kombos verbunden werden können, um den zahlreichen Gegner in den Level den Gar auszumachen. Zur Verteidigung könnt ihr entweder im richtigen Moment kontern oder auch komplett blocken. Das System aus Angriff und Verteidigung bringt in großen Teilen des Spiels wirklich Spaß mit sich, der Flow stimmt. Hier merkt ihr deutlich die Platinum Handschrift durchkommen. Nur leider schwankt der Schwierigkeitsgrad in den Abschnitten sehr stark, weshalb vor allem Bosskämpfe hohes Frustpotential bieten.

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Vom Regen in die Traufe

Insgesamt ist das Combo-System aber zu flach und schnell ausgereizt, gerade für Liebhaber von Platinum-Spielen. Noch dazu ist das Timing so eng bemessen, dass gerade Einsteiger eine recht hohe Hürde zu überwinden haben. So ist es für die Kleinen zu schwer und für die Großen zu anspruchslos. Schade und doppelt enttäuschend im Vergleich mit  anderen Platinum Games-Spielen wie Bayonetta. Gepaart sind die Spielabschnitte mit simplen Klettereinlagen, die genau so unkreativ daher kommen, wie die Umgebungen selbst. Zwar kommt ihr immer recht gut durch die Passagen, doch gerade in Tielen mit fester Kamera sind Abstürze immer an der Tagesordnung.

Aufgelockert wird die Szenerie durch Stellen, in denen ihr mit Korras Eisbären „Naga“, durch Temple-Run-artige Level sprinten müsst. Auf Nagas Rücken heißt es hier springen, ausweichen und rutschen, damit ihr nicht an irgendeinem Hindernis hängen bleibt. Das Tempo ist von Beginn an hoch und sorgt stellenweise für einen kleinen Adrenalinschub, der zwischenzeitlich auch in Frust enden kann. So bleibt auch dies unterm Strich nicht mehr als ein nett gemeinter Versuch.the-legend-of-korra-test-bild-3

+ Original Zeichenstricksequenzen und Sprecher
+ Nette Optik
- Kaum Geschichte vorhanden
- Combo-System unausgewogen
- Viele matschige Texturen
- Insgesamt sehr lieblos

Marco K.

So sehr mein Fanherz auch blutet, ich muss leider zugeben, das The Legend of Korra ein Schuss in den Ofen ist. Das Spiel wirkt lieblos zusammen gewürfelt und übereilig zusammengezimmert. Das lässt Fans der Serie leiden und Videospieler in Anspruchslosigkeit versinken. Für echte Platinum Fans zu leicht, für Fans der Serie ein Qual und für Einsteiger zu schwer. Hier kann sich jeder die 15 Euro für den Download sparen.
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