Test: Logitech G910 ORION SPARK

Logitech hat mit der G910 nicht nur eine neue Tastatur auf den Markt gebracht, sondern auch eine neue Art von mechanischen Schaltern, die sogenannten Romer-G-Schalter. Was die G910 sonst so zu bieten hat und ob die Tastatur den stolzen Preis von rund 180 € Wert ist, haben wir für herausgefunden.

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Schwarz trifft bunt

Die neue Logitech G910 kommt in einem recht farbenfrohen Karton zu euch nach Haus. Hat man die blau schwarze Verpackung erst einmal in der Hand, wird klar, dass Logitech viel Wert auf die neuen Romer-G-Tasten, aber auch auf die Beleuchtungsmöglichkeiten der G910 legt. Außerdem fällt schon jetzt das extreme Gewicht der Tastatur auf. Ausgepackt wiegt das gute Stück stolze 1,5 kg, was letztendlich für einen guten Halt auf dem Schreibtisch sorgt. Darüber hinaus aber auch zu einem sehr wertigen Eindruck führt. In der Verpackung finden wir die Tastatur mit zwei Handballenauflagen, der eine etwas schmaler als der andere, sowie eine Bedienungsanleitung. Auch bei der G910 muss der Treiber inklusive Logitech-Software erst online heruntergeladen werden. Das funktioniert aber schnell und problemlos.

Unser Rechner ist noch ausgeschaltet, der USB Stecker aber bereits eingesteckt – es kann los gehen. Schon während des Boot-Vorganges unseres Windows 7 Testrechners leuchten die Tasten in Farbwellen auf – sehr hübsch. Das demonstriert gleich einmal, wie eine Tastatur aussieht, deren Tasten ihr mit bis zu 16,8 Mio. Farben beleuchten lassen könnt. Dazu aber später mehr. Der erste Eindruck der Tastatur ist sehr gut. Die Beleuchtung ist kräftig, die Verarbeitung hochwertig und auch die beiliegenden beiden Handballenauflagen machen einen guten Eindruck – wir entscheiden uns für die breitere Auflage.

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Beim näheren hinsehen finden wir insgesamt neun programmierbare Tasten (G1 – G9) wobei wir mittels Knopfdruck zwischen 3 Profilen (M1-M3) wechseln können. D.h. jeder G-Taste können drei Befehle zugeordnet werden, insgesamt also 29. Es gibt einen großzügigen Lautstärkeregler sowie eine Steuereinheit für Musikplayer, wie etwa Spotify. So könnt ihr auch während des Zockens beispielsweise eure Playlist durchschalten. Wenn die Beleuchtung einmal stört, kann auch diese mittels Knopfdruck ausschaltet werden. Eine Möglichkeit die Helligkeit zu Dimmen gibt es hingegen nicht. Als kleine Spielerei gibt es noch eine eingebaute Docking-Station für euer Handy, wobei es nicht möglich ist, ein Ladekabel anzuschließen aufgrund von Platzmangel.

Romer-G-Schalter

Highlight der Tastatur sind die angesprochenen Romer-G-Schalter. Die spezielle Bauweise verspricht laut Hersteller eine 25% schnellere Reaktionszeit, die dank der geringen Auslösekraft von 45g sowie der Anschlagdistanz von 1,5mm pro Taste erreicht werden soll. Das Ganze vermittelt ein einmaliges Gefühl, denn nach einem Tastenanschlag scheint der Finger schon fast leicht zurückgeschleudert zu werden, anders kann man es nicht beschreiben. Selbst beim Schreiben dieses Tests komme ich mir streckenweise vor wie Flash (DC Comics). Ob die Reaktionsgeschwindigkeit nun wirklich 25% besser ist als bei herkömmlichen mechanischen Standardschaltern, das können wir zwar nicht nachmessen, das Schreibgefühl ist aber extrem gut. Etwas störend ist aber ein seltsames und leises Hallen bei „festen“ Tastenanschlägen, das jedoch nur bei totaler Stille zu hören ist.

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Nicht ganz nachvollziehen können wir die Kappen der einzelnen Tasten, denn hier schien man sich nicht für eine Form entscheiden zu können. Einige Tasten sind in der Mitte etwas vertieft, was dabei helfen soll den Finger zentriert auf den Tasten zu halten. Während die Tasten im linken Bereich der Tastatur den Finger durch drei erhöhte Kanten zentriert halten, passiert dies auf der rechten Seite lediglich mit zwei erhöhten Kanten. Die linke STRG-Taste verfügt hingegen über keine Kanten, die Windows-Tasten sind sogar nach außen gewölbt. Einige Formen machen sicherlich Sinn, denn so fühlt ihr, wenn ihr mit dem Finger auf der falschen Taste liegt (z.B. bei der Windows-Taste), die unterschiedlichen Kappen der Buchstaben sind uns aber ein Rätsel. Allerdings fällt der Unterschied beim Schreiben nicht auf, die Finger liegen gut auf den Tasten, egal ob zwei oder drei Kanten.

Beleuchtung satt

Das zweite große Thema der  Logitech G910 ist sicherlich die Beleuchtung. Die LEDs der Tasten sind recht stark und Beleuchten nur das, was sie sollen. Habt ihr die Logitech Software erst einmal heruntergeladen, könnt ihr euch dort in Sachen Farbspiel ziemlich austoben. So könnt ihr jeder Taste einen unterschiedlichen Farbton zuweisen. Optional könnt ihr auch von Logitech vordefinierte Tasten-Blöcke (Zahlen, F-Tasten, G-Tasten,…) unterschiedlich beleuchten. Hübsch sind auch die mitgelieferten Effekte, etwa die Option „Tastendruck“. Hierbei leuchten die Tasten z.B. in einem angenehmen blau, angeschlagene Tasten hingegen kurzzeitig in einer anderen gewünschten Farbe. Netter Effekt! Auf der Logitech-Homepage könnt ihr selbst ein wenige mit den Farben experimentieren.

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Wer möchte, kann sich darüber hinaus das Farb-Profil seines Lieblingsspiels auswählen. Hier werden nur die Tasten beleuchtet, die in dem jeweiligen Spiel eine Rolle spielen. Ob euch das nun wirklich zu einem besseren Spieler macht bezweifeln wir stark, aber es ist zumindest einmal in Hingucker auf jeder LAN-Party. Beleuchtete Hardware gehört immerhin zur Standard-Ausrüstung eines jeden Gamers.

Tolles Schreibgefühl
Vielfältigen Beleuchtungseffekte
Gute Verarbeitung
Stolzer Preis von rund 180 Euro
Hallendes Geräusch bei Tastenanschlägen
Docking Station nicht durchdacht

Maik R.

Logitech hat bei der G910 an alles gedacht. Tolles Feedback der Tasten, frei anpassbare Beleuchtung, Musik-Kontrolle aus dem Spiel heraus, 9 bzw. eigentlich sogar 27 frei programmierbare Tasten und vieles mehr. Doch ist dies auch 180 Euro wert? Diese Frage ist wirklich schwer zu beantworten. Wir sind jedenfalls beeindruckt und können euch nur raten selbst einmal in die Tasten zu hauen.
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