Test: Mario & Luigi Paper Jam Bros.

mario luigi paper jam bros thumbnailIn unserer Preview vor einigen Wochen haben wir bereits von Mario & Luigi Paper Jam Bros. geschwärmt. Mit nun knapp 20 Stunden ingame Zeit sind wir bereit ein Fazit zu dem kunterbunten Mix der beiden Spielreihen zu ziehen und verraten euch im Folgenden, ob die gelungene Präsentation und das beinahe perfekte Gameplay sich über diese Zeitspanne hinweg behaupten konnte.

Flache Witze, runde Story

Jedem Spieler sollte bewusst sein, dass Paper Mario und der Mario aus Mario & Luigi völlig unterschiedliche Charaktere aus unterschiedlichen Universen sind. Bereits in Paper Mario Sticker Star für den Nintendo 3DS wurde damals angedeutet, dass Paper Mario in einem Buch zu leben scheint. Und insofern kann Mario & Luigi Paper Jam Bros. durchaus als ein direktes Sequel betrachtet werden, da eben jenes Buch bzw. dessen Inhalte dank 3D Luigi hinaus in die hiesige Welt strömen. Plausibel, witzig und durchdachter als wir es in einem Abenteuer des Klempners erwartet hätten.

Wie bereits erwähnt haben wir knapp 20 Stunden im Spiel verbracht und sind dabei durchweg gut unterhalten worden, stellenweise sogar sehr gut. Insgesamt 7 Areale könnt ihr im Verlauf eures Abenteuers besuchen. Wirklich neu sind eine Wüste oder ein eisiger Berg zwar jetzt nicht und auch der Ablauf der einzelnen, sagen wir Kapitel, ist immer recht ähnlich, aber das ist nun wirklich Kritik auf höchstem Niveau. Zwischendurch wird die Story immer wieder durch die gut geschriebenen Dialoge und witzigen Animationen aufgeheitert. Dazwischen erzählt Mario & Luigi Paper Jam Bros. eine durchaus emotionale Geschichte und die wohl Beste, die die Reihe bisher gesehen hat. Fast schon traurig haben wir am Ende den 3DS aus der Hand gelegt, als es dann wirklich vorbei war.

Aus 2 mach 3

Wer die Mario & Luigi Reihe kennt, weiß in etwa wie der Hase läuft. Egal ob im Kampf oder auf der Oberwelt: Mario schlägt, springt und interagiert mit Taste A, Luigi hingegen mit Taste B. Neu hinzu kommt Paper Mario, der sich für Taste Y entschieden hat, was zum einen neue Möglichkeiten eröffnet, zum anderen aber auch die Kämpfe im Schwierigkeitsgrad anhebt. Um nicht von der nächsten Windböe davon geweht zu werden kann sich Paper Mario zudem selbst kopieren und stapeln, da er ansonsten mit seinen Angriffs- und Verteidigungswerten schnell zusammengefaltet werden würde. So schwinden erst nach und nach seine Kopien bevor es ihm selbst an den Kragen geht.

Am bewährten Kampfsystem hat sich sonst nichts geändert. Die Attacken laufen rundenbasiert ab, wobei ihr mit geschicktem Timing eure Angriffe verstärken oder euren Gegnern ausweichen müsst. Beobachten ist hier der Schlüssel zum Erfolg, denn jeder Gegner, ja sogar jeder Angriff eines solchen hat ein bestimmtes Muster, das euch erkennen lässt, wen selbiger angreifen möchte. Das ist wichtig um zu verstehen, wann man mit welchem Charakter ausweichen muss. Alternativ hilft es natürlich bei den meisten Gegnern auch einfach mit allen 3 Knöpfen zeitgleich panisch auszuweichen.

Bei Bosskämpfen könnt ihr damit wiederum böse in die Falle gehen, denn die haben es im späteren Verlauf in sich. Wer hier zu langsam ist und die Angriffe nicht kommen sieht, der wird sich definitiv über den Einfachen Modus freuen in den ihr jederzeit wechseln könnt. Die Kämpfe sind dabei zwar nicht unfair, aber auf 3 statt auf 2 Charaktere aufpassen zu müssen ist halt noch Mal etwas anderes. Vor allem dann, wenn ihr nur zu Dritt die mächtigen Trio-Attacken ausführen könnt.Test Mario & Luigi Paper Jam Bros (2)

Wie im Bilderbuch

Fokus haben die Entwickler ganz klar auf die Kampagne und das Abenteuer unserer 3 tapferen Helden gelegt, aber nichtsdestotrotz gibt es auch drum herum noch ein paar Sachen zu entdecken. Über die Versteckspiele und Suche nach den Vermissten Papier Toads habe ich mich ja bereits in unserer Vorschau genügend ausgelassen, möchte hier aber noch Mal bestätigen, dass diese Passagen auch sehr viel später im Spiel noch Spaß machen. Die Lakitu Infozentrale ist der Dreh- und Angelpunkt für die Suche nach den armen Toads, die ihr zur Rettung der Prinzessin zwingend benötigt.

Nicht so ganz erschließt sich uns der Sinn hinter den Sternen-Punkten. Einer zweiten Währung für die ihr in speziellen Shops besondere Items erwerben könnt. Items die zum Teil zwingend benötigt werden, weswegen das System etwas aufgezwängt daher kommt. Auf die Dreingabe, dass wir mit amiibo Figuren Karten für den Kampf freischalten können, hätten wir ebenfalls verzichten können. Als amiibo Sammler freue ich mich zwar immer darüber, meine Figuren auch einsetzen zu können, aber in das Konzept des Spiels passen sie meiner Meinung nach leider gar nicht. Darauf hätte man guten Gewissens verzichten können.Test Mario & Luigi Paper Jam Bros (4)getestet-auf-msi

Story ohne Längen
Humorvolle Dialoge
Gute Kombination beider Artstyles
Intuitives Kampfsystem
Stellenweise sehr schwer
Aufgezwungener amiibo Support

Yannick D.

Auf ein neues Paper Mario Abenteuer für die Wii U muss ich zwar weiter hoffen, aber auch Mario & Luigi Paper Jam Bros wusste oft genug mich zu unterhalten, mich zum Lachen zu bringen und mir eine spannende Geschichte vorzusetzen. Doppelt ist zwar nicht immer besser, aber die Dialoge zwischen Mario, Bowser, Peach und Ihren Doubles sind, ob freiwillig oder nicht, einfach urkomisch. Zur schönsten Zeit des Jahres präsentiert uns Entwickler Alphadream den bisherigen Höhepunkt ihrer Mario & Luigi Reihe und integriert auf clevere Art und Weise neue Mechaniken die ohne Paper Mario nicht denkbar gewesen wären. Fusion geglückt, Redakteur zufrieden!
Test: Rainbow Six - Siege Test: Armored Warfare
Comments