Test: Monster Hunter Generations

Test monster Hunter GenerationsEs ist gar nicht mehr so lange hin, bis Capcom seinen neusten, monströsen Streich veröffentlicht und auf dem Nintendo 3DS zur offiziellen Jagd aufruft. Am 15. Juli wird der mit Adrenalin getränkte Titel hierzulande erhältlich sein und die mutigsten aller Jäger wieder herausfordern, denn wie immer gilt es riesige Bestien zu erlegen und sie fachmännisch auseinander zu nehmen. Wir haben uns Monster Hunter Generations für euch angesehen und verraten, ob der Titel mit seinen Vorgängern mithalten kann.

Monsterjagd mit Stil

Für den jüngsten Teil des beliebten Franchise hat sich Capcom nochmal so richtig ins Zeug gelegt und will mit neuen Features begeistern, die auch das Herz von alten Jagdhunden der Reihe höher schlagen lassen sollen. Als erstes seien an dieser Stelle daher direkt die insgesamt vier neuen Jagdstile genannt, mit denen wir den monströsen Kreaturen richtig Dampf unter dem Arsch machen können.

Zu Beginn des Spiels – aber wahlweise auch mitten drin – kann zwischen den unterschiedlichen Spezialisierungen gewählt werden. Wer gerne schnell reagiert und auf den richtigen Moment zum Angriff wartet, darf sich über den Konterstil freuen; mehr Schaden und eine höhere Geschwindigkeit hingegen verspricht der Schlägerstil. Mit dem Luftkampfstil sagt ihr dem festen Boden unter euren Füßen größtenteils Adieu und profitiert von eurer Wendigkeit, indem ihr euren bestialischen Gegnern schlichtweg von oben in den Rücken fallt. Fungiert ihr im Kampf  lieber als Allrounder, könnt ihr auf den Gildenstil zurückgreifen, der das gewohnt ausbalancierte Gameplay der Vorgänger bietet und somit all diejenigen bedient, die sich durch die anderen Jagdstile weniger angesprochen fühlen.Test monster hunter generations 2

Damit allerdings nicht genug, setzt Capcom noch eine Schippe drauf und bietet weitere Individualisierungsmöglichkeiten für einen ganz eigenen Kampfstil an. Jede der wählbaren Spezialisierungen kann durch eine bestimmte Anzahl an Hunter Arts ergänzt werden, die uns das blutige Gefecht mit oftmals viel zu großen Wesen erleichtern sollen.

Um beispielsweise einen gefährlichen Rundumschlag einzusetzen, muss lediglich die entsprechende Leiste durch erfolgreiche Angriffe aufgefüllt werden – dann reicht das simple Berühren des Touchscreens und die Attacke metzelt eure Gegner nieder. Einfach, aber effizient – wie wir es von der Reihe gewohnt sind.

Schon nach kurzer Spielzeit wird klar: Monster Hunter Generations legt viel Wert darauf, dass wir genau so auf die Jagd gehen können, wie wir es uns wünschen und versetzt den Titel dadurch mit dynamischen, taktischen und abwechslungsreichen Elementen, die jeden Kampf einzigartig machen. Auch alte Hasen, die das Franchise bisher treu begleitet haben, werden daher am neuen Ableger fraglos Gefallen finden und sich wahlweise im Singleplayer- oder im lokalen bzw. online Multiplayer-Modus den Giganten der Wildnis stellen.

So schön neu: Der Pirscher-Modus

Generell wird der Service für Neueinsteiger in Monster Hunter Generations ziemlich groß geschrieben, weshalb den Anfängern in diesem Universum nicht nur ein ziemlich umfangreicher Trainingsmodus, sondern auch der sogenannte Pirscher-Modus geboten wird.

Dabei schlüpfen wir als Spieler erstmals in die pelzige Haut der katzenartigen Kameraden, die bereits aus den Vorgängern bekannt sind und können uns als Felynes in die Dinojagd stürzen. Neben den Jäger-Quests stehen in diesem Modus auch spezielle Pirscher-Quests zur Verfügung und bieten den perfekten Einstieg für alle, die der Monster Hunter-Welt bisher noch nicht allzu nahe gekommen sind. Neben angezogenen Spielmechaniken, die ein schnelleres und leichteres Farmen ermöglichen, wurde auch das Inventarmanagement deutlich abgespeckt und macht unerfahrene Kämpfer dadurch vor allem mit der grundlegenden Steuerung vertraut.

Die zuckersüßen Katzenkrieger müssen sich um Dinge wie Ausdauer und Hunger keine Sorgen machen und besitzen sogar die Möglichkeit, sich beinahe sofort zu Heilen, was die Schlachten spürbar entschärft. Der Pirscher-Modus ist zudem nicht nur alleine zu genießen, sondern kann auch mit bis zu zwei weiteren Kameraden bestritten werden und leitet hervorragend in das Grundgerüst des Titels ein. Neben dem verbesserten Craftingsystem für Waffen und Ausrüstungsgegenstände, gehört der frisch eingezogene Modus zu den wichtigsten Neuerungen des 3DS-Ablegers und dürfte vor allem Neueinsteigern Lust auf mehr machen.Test monster hunter generations 5

Was dich nicht umbringt…

Na gut, von Wesen, die uns nicht umbringen wollen, gibt es in Monster Hunter Generations nicht unbedingt viele. Die meisten der Dinosaurier-artigen Geschöpfe setzen unmittelbar zum Angriff an, sobald sie uns in geduckter Haltung entdeckt oder das Steak in unseren Taschen gewittert haben. Neben den vier großen Monstern Glavenus, Astalos, Gammoth und Mizutsune begegnen uns daher im Rahmen des Spiels Unmengen an Kreaturen, die es nicht nur richtig in sich haben, sondern gleichzeitig auch noch atemberaubend schön aussehen.

Geifernder Blick, Fäden ziehender Speichel, rasiermesserscharfe Klauen – Capcom hat in Sachen Monster-Design absolut nichts verlernt und begeistert das Auge des Spielers mit unfassbar gut gemachten Gegnern, die fast zu schön zum Töten sind. Auch die verschiedenen Jagdgebiete sind weitläufig, malerisch in Szene gesetzt und versprechen meist ein Gefühl der Bedrohung, sobald man sie betritt. Doch euer Mut wird fraglos belohnt..!
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Der einzige Stolperstein

Beim Erkunden der Gebiete und vor allem im Kampf tritt aber deutlich die Schwäche des Titels hervor, die leider technisch bedingt ist. Dabei geht es nicht um die optische Präsentation, denn Darstellung und 3D-Ansicht sind überaus gelungen – viel eher stören ganz grundlegende Mechaniken den ansonsten ungehinderten Spielfluss.Größtes Manko ist dabei die Kameraführung. Während ihr mit dem Schiebepad lauft, kann die Kamera über das Steuerkreuz in jede beliebige Richtung gedreht werden.

Heißt im Klartext: Wer nicht über ein paar Finger zu viel an seiner linken Hand verfügt, wird sich früher oder später mit der Kamerasteuerung aufhängen. Für jemanden wie mich, der gerne beim Rennen den Blickwinkel ärgert, unter anderem um die Umgebung bestaunen oder nach potenzieller Gefahr Ausschau halten zu können, ist dieser Aspekt ein großes Defizit bei der technischen Umsetzung und schmälert leider den Spielgenuss ein wenig.

Speziell im Kampfgeschehen ist das Ganze lästig und führt dazu, dass Gegner, egal welcher Größe, gerne Mal aus dem Blick verloren werden. Zwar besteht die Option, feindliche Bestien anzuvisieren, doch auch diese Einstellung muss durch das regelmäßige Drücken der L-Taste „aufgefrischt“ werden – anderenfalls entzieht sich die Kreatur eurer Sicht. Darüber hinaus funktioniert das nur bei größeren Wesen, die im Rahmen einer Quest erlegt werden müssen. Den gängigen Maccao hingegen erfasst das Feature nicht, sodass ihr euch entscheiden müsst, ob ihr lauft oder euren Blick umher schweifen lasst.

sinnvolle Gameplay-Neuerungen und frische Features
individueller Charakter und Kampfstil
Für Neueinsteiger und Jagd-Profis gleichermaßen geeignet
wunderschönes Design
motivierender, exotischer Sound
Vielseitiger Multiplayer-Modus
Kameraführung problematisch
zeitintensives Farmen

Sandra

Staubtrocken und ausgestorben? Von wegen. Mit Monster Hunter Generations präsentieren Publisher und Entwickler ein bildgewaltiges Abenteuer mit Adrenalin-Garantie, das es mächtig in sich hat und trotz komplexer Strukturen gekonnt zu unterhalten weiß. Von der umständlichen Kamerasteuerung und dem immens zeitaufwändigen Farmen einmal abgesehen, macht der neuste Ableger einen mehr als soliden Eindruck und hat die neuen Features, Modi und den vielseitigen Multiplayermodus sinnvoll ins Spiel integriert. Für Fans der Reihe, aber auch alle Neueinsteiger bietet Monster Hunter Generations auf dem 3DS ein Erlebnis der Superlative und kann auf fast allen Ebenen überzeugen. Schärft eure Waffen und traut euch - der Ausflug wird sich auf jeden Fall für euch lohnen.
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