Test: Mopsen

Arger in Mopshausen: Welcher Mops mopst am meisten?

Manche mögen sie, manche hassen sie. Sicher ist, dass jedes Jahr zahlreiche Vertreter dieses Genres in den Handel kommen und auch ihre Spielerschaft finden. Die Rede ist von den Stichspielen. Wenn euch in diesem Zusammenhang zunächst Spiele wie Mau-Mau, Doppelkopf oder Skat einfallen, dann hat dies natürlich gute Gründe. Generationen von Spielern kramen diese Klassiker immer wieder gerne hervor und bestreiten damit ein abendfüllendes Programm. Wenn ihr es aber doch lieber etwas moderner mögt, dann findet ihr zahlreiche tolle Alternativen. Ein besonders süßes Stichspiel ist ganz neu bei Huch erschienen. In Mopsen dreht sich alles um zuckersüße Hunde und eigenwillige Katzen, die sich um den besten Platz am Fressnapf streiten.

Die Grafik von Mopsen springt sofort ins Auge. Die Mopse sind so knuffig, dass sie direkt einem Disneyfilm entsprungen sein könnten. Kaum zu glauben, dass im Hundehaushalt Stress vorprogrammiert ist. Wenn es ums Futter geht, nehmen selbst die Mopse keine Gefangenen. Als Spieler wollt ihr in Mopsen selbst möglichst viel Hundefutter erbeuten. Dabei warten aber so einige Fallstricke auf euch. Denn im Mopshausen gibt es einige ganz besondere Regeln und vor allem eine strickte Hackordnung.

Das Recht des Stärkeren

Das Spiel selbst besteht ausschließlich aus Karten. Dazu gehören 56 Spielkarten mit Möpsen und auch ein paar Katzen. Zum Haushalt gehören Möpse in den Farben rot, gelb und blau mit Werten zwischen einem und sechszehn Punkten. Dazu gesellen sich noch acht Katzen, die ebenfalls über Punktewerte verfügen. Bei Spielbeginn erhält jeder Spieler zudem noch einen eigenen Fressnapf. In diesem sammelt ihr im Verlauf des Spiels eure Punkte, von denen ihr möglichst viele einsammeln möchtet.

Ihr startet das Spiel mit acht Handkarten. Der Startspieler legt eine beliebige Handkarte offen vor sich aus. Alle anderen Spieler müssen die gespielte Farbe bedienen, ganz klassisch also für ein Stichspiel. Kann die Farbe nicht bedient werden, darf eine beliebige andere Karte ausgespielt werden. Von dieser Regelung gibt es jedoch eine weitere Ausnahme. Diese kommt in Gestalt der eigenwilligen Katzen daher.

Regeln? Was für Regeln?

Die kleinen Fellklopse scheißen naturgemäß auf sämtliche Konventionen und machen ihr eigenes Ding. Wenn ihr eine Katzenkarte auf der Hand habt, könnt ihr diese immer ausspielen. Dabei ist es vollkommen egal, welche Karte der Startspieler ausgespielt hat. Spielt der Startspieler selbst eine Katze aus, dürft ihr ebenso mit jeder beliebigen Karte bedienen. Da sind die Katzen gar nicht so, sie lassen euch gerne gewähren.

Ganz streng wird jedoch auf die aktuelle Hackordnung im Hause geachtet. Diese wird bei Spielbeginn bereits zufällig festgelegt. Im Spiel findet ihr vier Karten für die Erstellung der Hackordnung wieder, je eine stellvertretend für die drei Mopsarten und die Katzen. So könnt ihr genau sehen, welche Möpse ganz vorne an der Futterstelle stehen und welche sich hintenanstellen müssen. Befindet sich der blaue Mops in der Hackordnung ganz vorne, so sind die blauen Möpse in diese Runde besonders wertvoll und haben beste Chancen auf einen Stich.

Einhaltung der Hackordnung

Am Ende der Runde erhält der Spieler den Stich, dessen Tier sich am weitesten oben in der Hackordnung befindet. Wurden zwei oder mehr Tiere aus der gleichen Kategorie gespielt, entscheidet der Kartenwert über den Stich. Durch den Bedienzwang und die launischen Katzen kann es aber zu überraschenden Ergebnissen kommen. Zusätzlich wird die Futtersuche turbulent, da die Hackordnung regelmäßig auf den Kopf gestellt wird.

Ihr könnt euch nie sicher sein, wie aussichtsreich eure Karten für die nächste Runde wirklich sind. Die Reihenfolge am Trog wird durch den Spieler, mit dem niedrigsten Wert verändert. Dafür ist die Zahl auf der Karte wieder nicht als einziger Faktor relevant. Zunächst wird erneut die Farbe in der Hackordnung herangezogen, um den Spieler mit der niedrigsten Karte zu ermitteln. Erst in zweiter Instanz ist dann tatsächlich der Kartenwert von Bedeutung.

Jetzt wird gemopst

Habt ihr einen Stich gewonnen? Dann legt ihr eure selbst gespielte Karte auf euren Futternapf. Diese Karte bringt euch am Spielende Siegpunkte ein. Die Höhe der Siegpunkte entspricht jedoch nicht dem Kartenwert. Auf jedem Mops und jeder Katze sind ein bis vier Knochen abgebildet. Für jeden Knochen bekommt ihr am Ende des Spiels einen Siegpunkt. Pikanterweise bringen Tiere mit einem niedrigen Kartenwert deutlich mehr Knochen nach Hause. Idealerweise ergattert ihr also einen Stich mit einer Karte, die einen möglichst geringen Kartenwert aufweist. Keine ganz leichte Aufgabe!

Wenn ihr in der laufenden Runde die Karte mit dem niedrigsten Wert gelegt habt, geht ihr auch nicht ganz leer aus. Jetzt dürft ihr nämlich eine der ausgespielten Karten mopsen und auf die Hand nehmen. Dies darf jedoch nicht die eigene Karte sein, sie wandert auf den Abwurfstapel. Ebenso tabu ist natürlich die Siegerkarte, sie gehört dem Gewinner des Stichs und bringt am Spielende Siegpunkte ein. Alle anderen Karten stehen euch frei zur Wahl.

Die Machtverhältnisse ändern sich

Am Rundenende wird abschließend noch die Hackordnung im Haus verändert. Die Farbe der Mops-Karte wandert in der Hierarchie jetzt ganz nach oben. Dies kann sogar eine Katze sein. Für die nächste Runde gelten so nun plötzlich ganz andere Bedingungen. Mit etwas taktischem Gespür und natürlich auch etwas Glück könnt ihr euch so aber vielleicht eine ganz gute Ausgangsposition für die nächste Runde verschaffen.

Das Spiel endet, sobald mindestens ein Spieler keine Spielkarten mehr auf der Hand hat. Dann werden die gesammelten Knochen auf den erbeuteten Karten addiert und mit einander verglichen. Taktisch kann es manchmal von Vorteil sein, möglichst keinen einzigen Stich nach Hause holen. Die Fressnäpfe, die jeder Spieler bei Spielbeginn erhalten hat, sind bereits einige Siegpunkte wert. Diese Siegpunkte gehen allerdings nur auf das eigene Konto, wenn ihr in der Runde keinen Stich gemacht habt.

Laut den Regeln werden immer drei Mopsen-Spiele in Serie gespielt, bevor der Sieger ermittelt wird. Ihr könnt die Spieldauer aber natürlich beliebig verlängern oder verkürzen. Bleibt ihr bei dem vorgeschlagenen Dreier, benötigt ihr ungefährt zwanzig Minuten. Für eine Partie braucht ihr mindestens drei Spieler, maximal könnt ihr zu fünft mopsen. Das Spiel steht bereits im Handel und kostet rund 10€.

Stichspiel mit Kniff
schnell erlernt, schnell gespielt
mit süßen Mopsen und Kätzchen
lockt notorische Stichspiel-Verweigerer nicht aus ihren Löchern

Sebastian Hamers

Die zuckersüße Grafik von Mopsen hat mich von Anfang an begeistert. Die drolligen Mopse sind wirklich herzallerliebst. Zum Glück hat aber auch das Spiel selbst etwas zu bieten. Natürlich, beharrliche Stichspiel-Verweigerer werden auch durch Mopsen nicht aus ihren Löchern hervorgeholt. Da ich selbst hin und wieder mal ganz gerne ein Stichspiel raushole, falle ich aber wohl in die Zielgruppe von Mopsen. Entsprechend habe ich natürlich auch schon einige Stichspiele gespielt. Im meinem Besitz befinden sich haufenweise Vertreter dieses Genres. Umso schöner, dass mich Mopsen mit ein paar frischen Elementen überraschen konnte. Die laufenden Veränderungen an der Hackordnung machen das Spiel unberechenbarer, erlauben gleichzeitig aber auch ein paar interessante taktische Winkelzüge. So seltsam es klingt, mir gefällt auch die „thematische“ Umsetzung eines Hunde-Katzen-Haushalts. Während sich die Katzen in der Tat selten an irgendwelche Gepflogenheiten halten, tapern die Mopse treudoof hinterher. Mopsen leitet nicht die Revolution im Stichspiel-Sektor ein, weiß mit jedoch mit ein paar frischen Ideen… Achtung Wortspiel… aufzutrumpfen.
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