Test: Moss (PSVR)

Test: Moss

Ihr seid der auserwählte Leser.

Stellt euch vor, ihr seid in einem Märchenbuch gelandet. Wer „SimsalaGrimm“ aus der Kindheit kennt, fühlt sich bei Moss direkt an die Abenteuer zurückerinnert, in welche ihr zusammen mit dem Märchenbuch eintaucht. Entwickelt von Polyarc Games gelangt ihr in eine Welt voller Magie und liebevoller Animationen. Und dank dem Einsatz von virtueller Realität bekommt ihr zudem ein noch einzigartigeres Spielerlebnis. Jede Aktion, die ihr mit der modernen Mechanik tätigt, erhält eine besondere Bedeutung für den Spielverlauf. Euch erwartet eine lebendige Welt voller Wunder und Legenden. Entdeckt Höhlen, Wälder und düstere Ruinen, die euch antike Artefakte, mysteriöse Kreaturen und eine Sicht über weiten Felder bietet.

Märchen hautnah miterleben

Die Geschichte beginnt in einer riesigen Bibliothek, welche fast schon an eine alte Kirche erinnert. An der Decke hängen überall Kerzenleuchter und werfen ein warmes Licht auf die vielen Tischreihen. Durch riesige Fenster gelangt Sonnenlicht ins Innere. Aus der Egoperspektive blickend sitzt ihr als Leser an einem der Tische und habt ein geheimnisvolles, großes Buch vor euch liegen. Ein blau fluoreszierender Ball taucht in eurem Gesichtsfeld auf, welchen ihr mit dem Controller via Gestensteuerung bewegen könnt. So könnt ihr magische Gegenstände im Spiel steuern und beispielsweise das Buch vor euch aufschlagen.

Test: Moss

Taucht ein in die Welt von Moss.

Ab da an werdet ihr buchstäblich vom Buch aufgesogen und befindet euch in einer magischen Welt. Hier trefft ihr auf eine kleine Maus mit dem Namen Quill und zusammen beginnt ihr euer Abenteuer in der mysteriösen Welt von Moss. Das Königreich, in dem ihr euch mit Quill aufhaltet, ist von der feuerspeienden Schlange Sarffog unterworfen worden. Als Quills Onkel gefangen genommen wird, macht ihr euch gemeinsam auf die Reise, um Sarffog zu besiegen und ihren Onkel zu retten.

Die magische Atmosphäre von Moss

Eine Frauenstimme führt euch ein in die Welt von Moss und liest wie aus einem Märchenbuch vor. Sie ist die einzige Stimme, die euch wie in einem Hörbuch üblich durch die gesamte Story führt. Für jedes neue Kapitel kehrt ihr in die Bibliothek zurück. Jedes Mal verändert sich dabei das Sonnenlicht und damit die Atmosphäre, wodurch es den Anschein erweckt, als ob ihr sehr vertieft in dem Buch lest und der große Himmelskörper sich am Firmament bewegt. Der Tag scheint immer weiter fortzulaufen, während ihr in Quills Welt verweilt. Dort verkörpert ihr eine schwarze geisterhafte Gestalt mit einer weißen Maske, die an das Ohngesicht aus Hayao Miyazakis „Chihiros Reise ins Zauberland“ erinnert.

Test: Moss

In Moss interagiert ihr auf einzigartige Weise mit dem Hauptcharakter Quill. Gestaltet ein ungewöhnliches und bedeutendes Band zwischen euch als Spieler und der Heldin Quill.

Wenn ihr euch gleich in der ersten Szene über das Wasser beugt, seht ihr euer Spiegelbild auf der Wasseroberfläche reflektiert. Quill hat sich kurz zuvor einen magischen Stein zu Eigen gemacht und ist sich deshalb eurer Gegenwart bewusst. Dieses Feature macht das Spiel so bezaubernd und einzigartig. Ihr könnt fortan mit der kleinen Maus interagieren und ihr zum Beispiel eine High five oder Streicheleinheiten geben.

Das perfekte VR-Erlebnis?

Die Umgebung wirkt sehr groß und weit. Trotzdem seid ihr sehr nah am Geschehen bei Quill fokussiert, wodurch die klein dargestellte Maus einen ganz niedlich anmutenden Anblick in der riesigen Welt macht. Große Wesen streifen am Blickrand vorbei und füllen das Spiel mit noch mehr atmosphärischem Leben. Dadurch dass Individuen in Moss umherstreifen, wirkt Quills von zahlreichen Anwohnern bewohntes Dorf sehr lebendig.

Test: Moss

Antike Schwerter erinnern an vergangene Zivilisation.

Grundlegend steuert ihr Quill mit dem Thumbstick des Controllers und spielt somit mit einer Mischung aus First und Third-Person-Perspektive. Mit den Controller-Tasten führt ihr die üblichen Aktionen wie Springen, Kämpfen und Klettern aus. Das Bewegen der magischen Gegenstände funktioniert jedoch nur mit der Tracking-Funktion des DUALSHOCK 4 Wireless-Controllers, sodass ihr herausgefordert seid, die Verfahren in Kombination zu bedienen.

Während ihr die Rätsel der einzelnen Level besteht, hilft euch Quill auf ihre eigene süße Art und Weise mit Gestik, Handzeichen und emotionalen Ausdrücken, Hinweise auf die Rätsel zu geben. Indem ihr euch umher bewegt, bückt und streckt, verändert ihr eure Perspektive der Welt und könnt euch in den Gebäuden umschauen und einen besseren Überblick gewinnen. Einige Items in Form von Rollen könnt ihr nur finden und einsammeln, wenn ihr auf dem Boden nachschaut und die Welt aus allen ihren Winkeln und Ecken erkundet, die sonst versteckt bleiben. Das PlayStation VR Headset findet also einen eindrucksvollen Einsatz, sodass das Spiel ohne VR-Brille seinen Reiz verlieren könnte.

Kleine Maus mit großer Wirkung

Während ihr die Level löst, stoßt ihr auf drei Typen an Feinden:

  • Ein Krebs, der um sich schlägt.
  • Einen Roboter-Käfer, der schießt.
  • Eine Art Insekt mit Spritze, das giftig grün explodiert.

Nun heißt es besonders aufpassen, damit das kleine Mäuschen nicht stirbt, denn nach nur drei tödlichen Treffern ist es aus mit der Maus. Da Quill aber so niedlich ist, strebt sich der eigene Wille bereits dagegen, die Maus sterben zu sehen, sodass ihr sie mit extra viel Fürsorge beschützen möchtet. Der liebevolle und sanfte Umgang mit Quill passt perfekt zum Spielerlebnis. Um Quill zu heilen, führt ihr den leuchtenden Ball an Quill heran und stellt mit den R2-Tasten gedrückt ihre Lebensenergie wieder her.

From the beginning we wanted to take the core of what makes a game great and bring it to life with the magic of VR.
We’re so excited to finally share Moss with the world.

— Tam Armstrong, Co-Founder and CEO of Polyarc

„Von Anfang an wollten wir das Herzstück packen, dass ein Spiel ausmacht und es mithilfe der Magie der VR zum Leben erwecken. Wir sind so aufgeregt, endlich Moss mit der Welt teilen zu dürfen.“

Ein all-round bezauberndes Spielerlebnis

Test: Moss

Absolviert ihr ein Level deutet der Sound des Umblätterns einer Buchseite darauf hin, dass die nächste Szene oder das nächste Level beginnt. Euer Abenteuer wird von wundervollen Naturklängen begleitet. Zwischendurch ertönt harmonische Melodie, die während der Kampfszenen anhebt und klangvoller wird. Wie schon erwähnt werden die Zwischensequenzen von einer angenehmen Frauenstimme untermalt, die allen Charakteren eine Stimme gibt.

Test: Moss

Technisch gibt es in der magischen Welt von Moss nichts auszusetzen. Euer kleiner Mäuseheld bewegt sich flink durch Kampfsituationen und reibungslos zusammen mit euch durch die zauberhaft gestalte Welt. Und auch die oft verrufene Motion Sickness ist hier dank der festen Kameraperspektive kein Thema. Spannend bleibt das Ganze durch die coole Kombinationen Bedienung in First Perspektive und dem Third-Person Gameplay. Erfreulicherweise ist die Steuerung dieser beiden Verfahren gut gelöst und fördert die Immersion ungemein.

Leider ist die Spieldauer nur halb so lang wie bei den herkömmlichen Abenteuerspielen dieses Genres. Ungefähr drei bis vier Spielstunden sind drin. Nach dem Sieg über die böse Schlange Sarffog tauchen die Worte „Hier endet Buch 1“ auf der letzten Seite des Märchenbuchs auf. Sie lassen auf einen zweiten Teil hoffen. Offen bleibt nur, ob es sich dabei um neue Spielinhalte in Form eines Updates handelt oder ob PSVR-Spieler auf einen neuen Release-Termin warten und sich den zweiten Teil erneut beschaffen müssen.

Klar ist aber eins: Ohne VR wäre das Spiel nicht dasselbe. Doch leider lohnt es sich aufgrund der Kürze des Spiels nicht, extra ein VR System anzuschaffen. Wer sich bereits ein System angeschafft hat, findet mit Moss einen der besten Titel, welche die PlayStation VR derzeit zu bieten hat. Denn die Welt der kleinen Maus zieht euch von Beginn geradezu in ihren zauberhaften Bann und verleitet dazu, nicht mehr aufhören zu wollen.

Einzigartiges Spielerlebnis durch guten Einsatz der VR-Brille
Zauberhafte Story
Liebevolles Design
Einfache Steuerung
Kurze Spieldauer

Jennifer K.

Mit Moss macht Polyarc vieles richtig und schafft es, eine besondere VR-Magie zu erschaffen. Die einwandfreie und leichte Steuerung macht es euch möglich, vollkommen in die Story abzutauchen. Ihr spielt nicht nur zusammen mit der kleinen Maus, sondern fühlt euch "mitten im Geschehen". Über die Kürze des Spiels können wir dank des liebevolles Design und der tollen Atmosphäre aber leicht hinwegsehen. Die besondere Verbindung des Spielers zu Quill ist einzigartig und verzaubert jeden Abenteurer, der gerne Rätsel löst.
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