Test: Naruto to Boruto: Shinobi Striker

Naruto to Boruto: Shinobi Striker – Warum wir doch lieber bei der klassischen Beat em‘ Up Inszenierung bleiben.

Bandai Namco Entertainment punktete in der Vergangenheit vor allem mit Beat ‚em ups wie Naruto Shippuden: Ninja Storm oder Dragon Ball FighterZ. Nun veröffentlichte das Unternehmen ein Action-Online-Game, welches sich ebenso auf den Anime Naruto stützt. Was wir als Beat ‚em Up kennen und lieben gelernt haben, schlüpft nun in eine ganz andere Form. Es steht ein großes Ninja-Welt-Tunier bevor und alle Ninja machen sich für das Spektakel bereit. Warum Naruto Fans vielleicht lieber bei den Beat ‚em up-Titeln des Publishers bleiben sollten, erfahrt ihr hier.

Ein euphorischer Anfang

Als Eigenkreation befindet ihr euch oft in der Lobby des Spiels.

Eingeleitet wird das Spiel mit einer kurzen Filmsequenz. Natürlich in Schwarz-Weiß, leichter Wackeleffekt zur Demonstration, wie lange die Geschichte der Ninja zurückreicht. „Was bedeutet es, am stärksten zu sein?“. Der Fokus des Spiels liegt ausschließlich darauf, mit seinem Ninja stärker zu werden, bzw. der stärkste – Ein sogenannter Hokage.

Wenn ihr ein neues Spiel startet, könnt ihr euch einen eigenen Ninja „zusammenbauen“, was schon immer der Wunsch vieler Fans war. Überrascht hat uns, wie detailreich die Gestaltung ausfiel, zumal man seinen Ninja eigentlich eh nur mit den Armen fuchtelnd in einem Kampf zu sehen bekommt. Doch dahinter steckt die Intention, seinen Ninja zu personalisieren, was durchaus Sinn in einem Online-Game ergibt. Als nächstes wählt ihr eines der Shinobi Dörfer aus. Dazu haben uns jedoch einige Informationen gefehlt. Wer nämlich kein Naruto Geek ist, wird nicht wissen, inwieweit sich die Dörfer unterscheiden. Da ging die Hand das erste Mal zur Maus ins Internet, um Recherchearbeit zu leisten. Man konnte ja nicht ahnen, inwiefern die Wahl den Spielverlauf beeinflussen könnte. Sogar bis jetzt wissen wir nicht zu 100% Bescheid. Wählen könnt ihr zwischen Konoha, Suna, Kiri, Iwa und Kumo, doch das scheint weitestgehend belanglos zu sein. Es hat keinerlei Einfluss auf das Spiel selbst.

Nachdem ihr euer Aussehen und das Dorf bestimmt habt, kommt ihr sozusagen in die Lobby des Spiels. Und dann geht es auch schon in das Tutorial – aber in VR. Nicht, dass das Spiel eine VR-Brille benötigt, doch um die Spielwelt an sich relativ klein zu halten, aber trotzdem die bekannten Naruto-Settings zu bieten, sind die Entwickler auf eine fuchsige Idee gekommen. Als Ninja in der modernen Zeit, der kurz vor einem Welt-Turnier steht, könnt ihr in die VR-Missionen-Arena gehen. Dort trainiert ihr virtuell, um dann im „echten Leben“ eure Online-Gegner abzuziehen. Da wiederum gibt es ganz andere Probleme, aber dazu kommen wir später.

Während der obligatorischen Tutorial-Mission lernt ihr die Steuerung, die ein wenig komplexer ist, als die der Storm-Reihe. Doch mit etwas Mühe findet ihr die Steuerung im Menü noch einmal dargestellt und erklärt. Nach dem Abschluss des Tutorials beginnt ihr mit der ersten VR-Mission.

Die VR-Missionen sind nach Rang sortiert und ihr beginnt logischerweise mit einer Mission des D-Rangs. Ihr habt die Möglichkeit, Solo-Missionen zu bewältigen, bei denen euch euer VR-Meister behilflich ist, entweder einer Koop-Mission beizutreten oder sie selbst zu erstellen. Die VR-Meister haben in Naruto to Boruro: Shinobi Striker eine besondere Aufgabe. Anfangs habt ihr nur ein paar bekannte Gesichter des Naruto Universums wie zum Beispiel Naruto selbst oder Sasuke zur Verfügung. Wenn ihr den Rang eures Meisters auflevelt, bekommt ihr allerdings verschiedene Belohnungen. Meistens handelt es sich um Kleidungsstücke, doch auch die Fähigkeiten des Meisters könnt ihr erhalten. Ihr solltet euch vorher die Belohnungsliste ansehen, um dann zu entscheiden, wer von euch zum Meister auserkoren wird.

 

Mission Impossible?


In der Spielwelt stehen vereinzelt Ninja herum, die ein Ausrufezeichen über ihrem Kopf tragen. Diese versorgen euch mit neuen Missionen und diese braucht ihr auch! Schaltet ihr eine neue Mission frei, geht ihr in die VR-Nin-Jutsu-Arena und führt sie dort aus. Aber was dann? Tagelang tauchten keine neuen Ninja auf und wir wiederholten eine Mission nach der anderen. Müssen wir vielleicht besser abschneiden, oder einen anderen VR-Meister wählen? Wir wissen es bis heute nicht. Doch das beweist, dass oft noch ungewiss ist, wie das Spiel in seinem Verlauf her voran wird. Es ist alles noch etwas chaotisch und hinzu kommt ein schwammiges Spielprinzip außerhalb der Kampfarenen.

Hier steht Lee und versorgt uns mit einer neuen VR-Mission. Und dann?

Wenn ihr eine eurer Missionen mal in einem Team spielen wollt, bedeutet dies oftmals lange Wartezeiten. Und dann steht ihr da rum und versucht über einen Chat mit verschiedenen Gesten auf euch aufmerksam zu machen.

Die Teams bestehen aus insgesamt vier Spielern, einschließlich euch selbst. Ist die Wartezeit zu lang kann es gut sein, dass ihr die Mission auch mal zu dritt beginnt. Doch mit dieser Spieleranzahl ist es fast unmöglich, den Sieg zu holen. Dazu kommt, dass die Dialoge am Anfang einer Mission nicht überspringbar sind und sich teilweise etwas in die Länge zeihen. Das erste oder zweite Mal kann das noch ganz spannend sein, da die Naruto Charaktere gut inszeniert sind. Trotzdem hätten wir uns die Möglichkeit gewünscht, die Zwischensequenzen zu überspringen.

Das Gameplay – Zack, zack

Das Gameplay ist definitiv zackig. Tempo und die Wendigkeit eures Ninja sind auf einem Level, weshalb ihr da hinterherkommen solltet, sobald ihr die Steuerung verinnerlicht habt und das dauert etwas. Durch den Jutsu-Sprung könnt ihr weite Entfernungen zurücklegen, mit direktem Übergang an Wänden entlangrennen und euch im Spider-Man-Style mithilfe einer Art Ninja-Enterhaken aus mittlerer Entfernung an Wände heranziehen. Ab und zu lagt die Kameraeinstellung, wenn ihr einen Gegner anvisiert. Hebt ihr die Zielhilfe auf, funktioniert die Kamerabewegung allerdings meist wieder. Doch geht davon aus, öfter mal in einer Ecke festzuhängen.

Im Basiskampf geht es darum möglichst viele Basen einzunehmen.

Da wir hier von einem Online-Game sprechen, sind eure Gegner genauso wendig wie ihr. Doch ihr habt, wie von Naruto gewohnt, genug Angriffe, um die anderen zu überwältigen. Wie zum Beispiel das Werfen von Kunai oder anderen Ninja-Utensilien. Ihr könnt eure Ausrüstung individuell zusammenstellen. Von den typischen Jutsu habt ihr zwei und ein ultimatives Jutsu. Doch hier müsst ihr Cleverness und vor allem Teamgeist beweisen, denn sonst bringt ihr es nicht weit in der Ninja-Weltliga.

Alle guten Dinge sind Vier

Bei Sakura im Gasthaus könnt ihr die verschiedenen Klassen, oder wie es im Spiel heißt, Plätze, anpassen. Zu Beginn schien das gar nicht wichtig zu sein, da die VR-Missionen auch nicht immer daraus bestehen, gegen einen Boss zu kämpfen. Doch vor allem im schnellen Spiel oder der Ninja-Welt-Liga ist es von großem Vorteil, die Klassen seinen Bedürfnissen anzupassen. Davon habt ihr vier: Angriff, Fernkampf, Verteidigung und Heilen. Das erinnert stark an das typische MOBA-Prinzip und ist auch bei Naruto to Boruto: Shionobi Striker enorm wichtig. Die meisten wählen den Angriffs oder Fernkampftypen, da diese besonders viel Schaden ausrichten. Doch an Verteidigern und Heilern mangelt es häufig. Wenn ihr aber merkt, dass eurem Team ein Heiler fehlt, dann könnt ihr nach jedem Tod den Kampftypen neu bestimmen und eben als das fehlende Teammitglied zurückkehren. Angriff und Fernkampf machen natürlich besonders Spaß, denn da geht’s um „Raufhauen“, aber auch die anderen Plätze sind sehr vielseitig. In der Verteidigung zum Beispiel könnt ihr eine Wand um euch herum errichten, mit der ihr in einem Basiskampf, die des Teams verteidigen könnt. Und in seinem eigenen Wirbelsturm aus Sand zu stehen macht schon verdammt Spaß. Wenn das Team also gut durchgemischt ist und jeder ein bisschen Plan davon hat, macht so ein Flaggen- oder Basiskampf wirklich Spaß. Wenn nicht, ist es allerdings sehr frustrierend. Leider werdet ihr von dem Spiel nicht wirklich an die Hand genommen und es fehlt nicht selten an Erklärungen. Deshalb empfehlen wir euch, nach Let’s Plays oder Guides Ausschau zu halten. Sonst kann Naruto to Boruto: Shinobi Striker schnell zu einem Stimmungskiller werden.

Allgemein werdet ihr oft das Gefühlt haben, vom Gegnerteam gnadenlos ausgemerzt zu werden und danach feststellen, dass diese nicht viel besser waren als ihr selbst. Fragt uns nicht, warum, aber das Balancing scheint hier noch etwas unausgereift. Obwohl das Spiel schnell und actiongeladen ist, fehlen uns jedoch die Soundeffekte zur Verdeutlichung. Trefft ihr einen Gegner, wird euch das auf dem Bildschirm offensichtlich mit „Treffer“ signalisiert, doch wirklich das Gefühl, jemanden getroffen und geschwächt zu haben, haben wir dabei nicht bekommen. Sehr schade!

Belohnungen – eher dürftig

Vor allem für die VR-Missionen und auch für die Online-Kämpfe erhaltet ihr am Ende Belohnungen, meist in Form von Schriftrollen. Je nachdem wie gut ihr gespielt habt, werden die Schriften in „einfache Schrift“ bis „wertvolle Schrift“ unterteilt. Diese lasst ihr bei Tenten taxieren und bekommt meistens Kleidungsstücke dafür. Im Gasthaus könnt ihr dann auch euer Erscheinungsbild ändern. Meistens jedoch unterscheiden sich die Kleidungsstücke nur in ihrer Farbe. Manchmal erhaltet ihr auch Ryo, womit ihr euch Waffen, Avatarteile, oder Kleidungsstücke kaufen könnt.

Schafft ihr es euch in der Ninja-Welt-Liga zu behaupten?

Langersehnter individueller Ninja
Durch verschiedene Naruto-Schauplätze ein wenig Nostalgie
Komplexe Steuerung und vielfältige Nutzung
Schnell und actionreich
Gameplay klar - Rest ist undurchsichtig
Das Spiel wirkt unausgereift
Zwischensequenzen nicht skipbar
Belohnungen zu einseitig
Kein optimales Balancing
Soundeffekte bei Schaden fehlen

Darlyn

Zusammengefasst ist das Spiel sein Geld nicht wert. Im Vergleich mit den anderen Teilen der Naruto-Serie schneidet dieser Versuch eher schlecht ab. Wenn ihr aber ein schnelles Spiel und viel Kampf sucht, kann euch das Spiel gut unterhalten, solange ihr über lange Wartezeiten und eine eher unübersichtliche Spieldynamik hinwegsehen könnt. Naruto to Boruto: Shinobi Striker funktioniert zwar flüssig, wirkt aber dennoch unausgereift und macht nur dürftig Spaß.
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