Test: Need for Speed *Update: PC-Version*

Need-for-Speed-Test-Bild-1Wie, nur Need for Speed? Richtig, nur Need for Speed! In diesem Jahr will EA mit der hauseigenen Rennspielmarke einen Neustart hinlegen. Verantwortlich für die Erneuerung zeigen sich in diesem Jahr Ghost Games, die schon mit Need for Speed Rivals unter Beweise gestellt haben, dass Benzin in ihren Adern fließt. Ob der Versuch ein voller Erfolg, oder doch ein echter Fehlstart ist, haben wir für euch herausgefunden.

Der Neue

In Need for Speed verschlägt es euch als namenloser Speed-Freak nach Ventura Bay, eine Stadt, in der vier Räder mehr wert sind als zwei Beine. Da ihr natürlich standesgemäß mit qualmenden Socken in die Stadt einreitet, ist der Kontakt zur hiesigen Rennszene schnell geknüpft und ihr trefft zu Beginn auf den Heißspund Spike. Dieser lädt euch kurzerhand auf eine Party ein, in der ihr einen kurzen Blick darauf erhaschen könnt, was euch mit entsprechendem Ruf in dieser Stadt erwartet.

Und schneller als die Autos der anwesenden den Sprint von null auf Hundert schaffen, seid ihr plötzlich Teil der Crew um Emanuel, Robyn, Travor, Amy und Spike. Jeder der sehr überspitzten und sterotypischen Charaktere symbolisiert fortan eine der fünf Spielphilosophien von Need for Speed – Speed, Style, Build, Crew und Outlaw. Gemeinsam mit ihnen jagt ihr jeweils einer von fünf unterschiedlichen Szenen-Ikonen hinterher, bis ihr am Ende selbst zum Ass der jeweiligen Szenen werdet.Need-for-Speed-Test-Bild-2

Echt oder Nicht?

Diese Ikonen sind Weitem nicht so fiktiv wie der Rest der Welt in die ihr euch begebt und so haben es Magnus Walker, Ken Block, Nakai-San, Risky Devil und Morohoshi-san ins Spiel geschafft. Das gesamt Konzept wirkt zwar auf den ersten Blick nicht sonderlich einfallsreich, hat aber trotzdem einen gewissen Charme und Seele was wir sonst schmerzhaft bei vielen Ablegern der Serie vermisst haben.

Um die Grenze zwischen Realität und Spiel verschwimmen zu lassen, haben sich die Entwickler bei der recht plumpen Geschichte umso mehr Mühe gegeben, diese extrem cool zu präsentieren. So werden euch alle Story Abschnitte immer aus der Ego-Persepktive, in einem fast nicht auseinander zu haltenden Mix aus Spielgrafik und Filmsequenzen samt echter Schauspielern präsentiert. Hier können vor allem die Szenen punkten, in denen eure Wagen im Fokus stehen und die Schauspieler auch stellenweise mit ihnen agieren. Wir finden das Experiment durchaus gelungen und es bringt einen frischen Wind in die Serie und das obwohl alle Charaktere und Szenen zum stark zum Fremdschämen animieren. Wer sich hierbei über die deutsche Sychronisation beschwert, dem sei versichert, auch die Orginalsprache hat den gleichen Flair.Need-for-Speed-Test-Bild-3

Schicke Blechkleider

Präsentation ist ein gutes Stichwort, denn Need for Speed ist eine echte Augenweide geworden. Eigentlich kein Wunder, denn Ghost Games haben in diesem Bereich schon bei Need for Speed Rivals saubere Arbeitet abgeliefert. Doch der neuste Ableger setzt dem Ganzen nochmals die Krone auf. Speziell die Fahrzeugmodelle mit ihren unzähligen Details sind das absolute Highlight und brauchen sich nicht vor einem Forza oder Project CARS verstecken. Schade nur, dass ihr eine Cockpit-Perspektive leider vergebens sucht, obwohl wir dies beim Aracde-Racer gut wegstecken können.Need-for-Speed-Test-Bild-4

InstaSpeed

Das tolle Bild setzt sich in der offenen Welt von Need for Speed weiter fort. Die gesamte Stadt ist in ein stylisches Meer aus Farben getaucht, das stark an Need for Speed Underground erinnert. Und da alles aufgrund von Lichtern und Filtern wie eine Art fahrbares Instagram–Bild aussieht, könnt ihr nebenbei immer schön Fotos knipsen und diese fleißig im Need for Speed Network teilen. Einzig ein wenig mehr Abwechslung wäre wünschenswert gewesen, denn obwohl sich Nebel und Regen auf den Strecken sichtlich wohl fühlen, macht Sonne immer einen fleißig Bogen um Ventura Bay.

Need-for-Speed-Test-Bild-5Need for Internet

Für etwas mehr Unmut sorgt hingegen der permanente Onlinezwang, denn dieser ist zwar sinnvoll, da so die Spielwelt von echten Gegnern belebt wird und ihr euren Spielstand auf mehreren Konsolen nutzen könnt. Jedoch bringt es auch einige Nachteile mit sich. So kann ohne Verbindung absolut gar nicht gespielt werden und gerade bei Serverausfällen zwischen den Rennen oder sogar Cutscenes, kann einiges an Frust aufkommen. Und auch wer die Kampagne von vorne anfangen möchte, der kann dies nur über Umwege tun. Zudem vermisst ihr so auch eine Pause-Funktion um Rennen oder Events kurzzeitig unterbrechen zu können. Bei alle den Online-Funktion vermissen wir jedoch einen Couch-Mutiplayer, der hier für ordentlich Spaß gesorgt hätte.Need-for-Speed-Test-Bild-6

Fünf oder doch nur Zwei

Kommen wir zur wichtigsten Frage: Wie fährt sich Need for Speed eigentlich? Hier gibt es nur eine Antwort: Richtig gut! Egal für welche Spielweise ihr euch entscheidet, macht das Fahren richtig Laune. Natürlich ist das Verhalten euer Geschosse mal wieder recht arcadelastig, aber genau deswegen macht es ja auch so viel Freude. Hier tut übrigens der Soundtrack sein übriges, wobei die Auswahl der Titel für unseren Geschmack umfangreicher hätte ausfallen können.

Insgesamt unterscheiden sich aber nur zwei der fünf Fahrstile wirklich voneinander – Speed und Drift. Vor allem Letzterer birgt enorm viel Potenzial, bedarf aber auch einiger Übung. Der Rest hat eher damit zu tun, wie ihr euch auf den Straßen verhaltet, wo ihr fahrt, oder mit wem ihr unterwegs seid. Trotzdem ist das Geflecht aus den vielen unterschiedlichen, frei wählbaren Missionen ungeheuer motivierend und abwechslungsreich.Need-for-Speed-Test-Bild-7

Viel zu tun

Damit wären wir auch schon beim Thema Missionen und Belohnungen. Die Zuteilung ist ähnlich wie ihr es von GTA kennen dürftet. Entweder werdet ihr zu einem Treffpunkt beordert, oder ihr werdet via Smartphone mit Anrufen penetriert, bei denen euch die neusten Rennen übermittelt werden. Wie ihr zur den jeweiligen Missionen gelangt ist euch überlassen. Entweder ihr fahrt durch die offene Welt und sammelt nebenbei noch die einen oder anderen Pünktchen ein, oder ihr teleportiert euch direkt zum Schauort, was mit einer kleinen Ladezeit verbunden ist.

Egal was ihr tut in jedem Fall sammelt Punkte oder Reputation in fünf unterschiedlichen Kategorien, welche dann in einen großen Wert zusammen gerechnet werden – eurem Reputation-Level. Falls euch nicht bewusst sein sollte, in welche der fünf Sparten ihr fallt, könnt ihr euch dies leicht im Menü via schicker Grafiken anschauen. Euer Level ist jedoch nicht nur zum Posen wichtig, sondern schaltet auch neue Missionen und Fahrzeugteile frei. Um sich diese auch aneignen zu können, sammelt ihr ingame-Kohle, die ihr fleißig in eure Kisten stecken könnt. Auch hier bleibt etwas Potenzial auf der Strecke, denn wirklich anspruchsvoll werden die Missionen erst gegen Ende, weshalb besonders der Einstieg etwas bedeutungslos erscheint. Ein weitere Kritikpunkt bei fast allen Mission ist die Gummiband-KI, die besonders bei den späteren Rennen und Crew-Drift Missionen für etwas Frust sorgen kann.Need-for-Speed-Test-Bild-8

Bauen und Basteln

Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen die Customization oder besser gesagt das Tuning. Dies fängt natürlich schon bei der Auswahl des Fahrzeug an. Hier könnt ihr euch über eine gute, wenn auch noch überschaubare Anzahl von Fahrzeugen freuen, bei der keine Wünsche offen bleiben sollten. Beim richtigen Anpassen der Boliden sind die Möglichkeiten hingegen schier unbegrenzt. Egal ob Farbe, Räder, Spoiler oder Motortuning. In jedem Bereich könnt ihr Hand anlegen und Unmengen an Zeit investieren. Vor allem bei der Optik sind die Menüs extrem intuitiv geworden, weswegen selbst Tuning-Muffel schnell zu einzigartigen Ergebnissen kommen werden.Need-for-Speed-Test-Bild-9

Drift oder Grip?

Im Bereich der Performance sieht die Sache ähnlich aus, nur reichen die vielen Einstellungen nicht so tief wie beim Äußeren. Neben der Leistung könnt ihr aber vor allem das Handling der Fahrzeuge nach euren Wünschen verbessern. Das solltet ihr auch tun, denn gerade viele der späteren Mission sind ohne gut abstimmte Fahrzeuge kaum zu meistern. Erfreulicher Weise müsst ihr euch nicht wirklich mit der Materie auskennen und könnt dank Schiebereglern zwischen Grip und Drift leicht die Balance finden. So ist es kinderleicht einen Wagen vollkommen auf Drift, Schnelligkeit, oder Gymkhana innerhalb weniger Sekunden abzustimmen. Doch keine Angst, wer es ganz genau haben will, der kann jeden einzelnen Handlingpunkt nach seinen Wünschen anpassen.

UPDATE: PC-Version

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Need for Speed geht mit der PC-Version seit dem 17.03.2016 in die nächste Runde. Vieles hat sich seitdem an der Konsolen-Fassung des Spiels verändert, diese Veränderungen wurden bereits zum Launch in die PC-Version integriert. Was sich auf dem PC alles verändert hat zeigen wir euch in diesem kleinen Update.

Grafik-Upgrade für High-End-Zocker

Need for Speed sieht schon auf den Konsolen schon überzeugend gut aus, Entwickler Ghost nutzt jedoch die Möglichkeiten des Rechners aus und pumpt die Grafik nochmal ordentlich auf. Wenn ihr einen Computer mit genug Leistung und den richtigen Bildschirm dazu habt, könnt ihr in der neuen Version Rennwagen in 4K-Grafik über die Straßen schicken. Dazu hebt man den Framelock auf. Diese Neuerung fungiert als Aushängeschild und soll die Aufmerksamkeit erneut auf die Rennsause von EA lenken, nachdem der Hype schon abgeklungen war.

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Mehr Inhalt für die neue Version

Alles was ihr aus der Konsolen-Fassung bereits kennt, ist natürlich auch in der PC-Version enthalten. Ihr kriegt aber noch mehr! Kostenlose Content-Updates bringen euch neue Herausforderungen und Fahrzeuge. Außerdem sind die Icons- und Legends-Updates bereits vorinstalliert. Für den PC ist also von Anfang an mehr drin. Anpassungen gibt es natürlich auch bei der Steuerung, aber nur wenn ihr euch wie ein echter Rennfahrer fühlen wollt und mit Lenkrad spielen wollt. Das wurde nämlich möglich gemacht und so sollten auch Lenkräder mit manueller Schaltung funktionieren. Wir haben dieses Feature natürlich für euch getestet und geschaut wie gut man die Lenkrad-Steuerung umgesetzt hat.

Realismus Pur!

Getestet haben wir die neue Lenkrad-Option mit einem Thrustmaster T300 Ferrari Integral Alcantara Edition und können euch sagen: Das macht richtig Laune! Die Steuerung ist automatisch sehr gut eingestellt und lässt sich bei Bedarf ohne Probleme anpassen. Ihr könnt also direkt auf die Straße rollen und loslegen. Schon beim ersten Lenken merkt man, dass man sich jetzt auf einen völlig neuen Stil einstellen muss. Alles was ihr am Controller machen könnt, zählt jetzt nicht mehr. Geübten Lenkrad-Fahrern wird es vielleicht etwas leichter fallen sich einzugewöhnen, wer aber das erste Mal, zumindest hinter dem virtuellen, Lenkrad sitzt, der braucht viel Übung.

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Durch das Feedback des Lenkrads wird es richtig realistisch und ihr kriegt zu spüren, dass, vor allem bei Kollisionen, eure Reifen nicht immer in die gleiche Richtung wollen wie ihr. Das einfache Fahren lernt sich relativ schnell, auch wenn ihr erstmal ordentlich Krafttraining machen müsst um die schnellen Lenkbewegungen aufzubringen. Das Driften allerdings, wird hierbei zur wirklichen Meister-Disziplin. Ihr braucht verdammt viel Koordination in Hand und Fuß und wer jetzt schon mal Drift-Training hatte, ist durchaus im Vorteil. Ihr müsst plötzlich nämlich alles beachten, was ihr auch beim Drift mit einem echten Wagen beachten müsst.

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Alles bleibt beim Alten

Sämtliche positiven und negativen Punkte, die wir euch im bisherigen Test aufgezählt haben, bleiben auch in der PC-Version von Need for Speed unverändert. Das tolle Fahrgefühl, der enorme Umfang und die Tuning-Optionen, aber leider auch der Online-Zwang, die Gummiband-KI und die fehlende Pause-Option sind nach wie vor enthalten. Nur ein paar kleinere Optimierungen und Verbesserungen hat man bei der PC-Version eingearbeitet, diese wurden aber durch Patches auch schon in die Konsolen-Fassung integriert.getestet-auf-msi

Extrem coole Optik
Tolles Fahrgefühl
Enormer Umfang
Customization extrem umfangreich
Gute Fahrzeugauswahl
Drift bringt viel Spaß
Gummiband KI
Onlinezwang
Keine Pausefunktion
Umfang des Soundtracks

Marco K.

Meiner Ansicht nach haben EA und Ghost einen gelungenden Neustart der Serie hingelegt, denn lange ist es her, dass ich mich für einen Ableger wirklich begeistern konnte. Das liegt vor allem an der bombastischen Optik und an dem schönen Fahrgefühl, das sich schon nach kurzer Zeit einstellt. Schade nur, dass gerade vermeidbare Dinge wie Onlinezwang, Gummiband KI und der sich wiederholende Soundtrack den Gesamteindruck trüben. Nichtsdestotrotz hat das neue  Need for Speed endlich wieder eine Seele mit Ecken und Kanten, die man auf dem Asphalt spürt und die einem stellenweise einen echten Endorphin-Kick ins Gehirn jagen.

David O.

Man nehme die Konsolen-Fassung, füllt ein bisschen Content nach, schraubt ein Lenkrad dran und verpackt alles in schöner 4k-Optik. Fertig ist das Geschenk für alle Tempo-Freaks, die sehnsüchtig auf die PC-Version von Need for Speed gewartet haben. Kann man die nötige Rechnerleistung und Hardware aufbringen, glänzen eure Rennwagen in schönster 4k-Grafik. Wer den Controller satt hat, schließt einfach sein Lenkrad an und erlebt die Straßenraserei so realistisch wie nie! EA und Ghost haben auch bei der PC-Fassung alles richtig gemacht und lenken wieder Aufmerksamkeit auf den besten NfS-Teil seit langem. Ihr bekommt die gleichen Inhalte serviert wie auf der Konsole und noch ein bisschen mehr. Ansonsten bleibt alles, wie es ist und das ist nicht gerade schlecht. Ab jetzt seht ihr jeden kleinen Kratzer in eurer Karre und spürt wie der Asphalt bebt!
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