Test: Nintendo Labo – Wenn Pappe und Konsole verschmelzen *Update*

Test Nintendo Labo – Wenn Pappe und Konsole verschmelzen

Nintendo Labo bietet euch grenzenlose Möglichkeiten, Spiele neu zu erfinden, seien es die vorhandenen Sets oder eigene Baukreationen.

Am 27. April veröffentlichte Nintendo das neueste Projekt aus ihrem Hause. Mit Nintendo Labo schlägt das japanische Unternehmen einen völlig neuen Weg ein und beweist wieder einmal, dass es ihnen weder an Kreativität noch an Innovation mangelt. Das ungewöhnliche Projekt soll Gaming und Basteln vereinen und damit vielleicht auch eine neue Zielgruppe von Gamern finden. Wir haben natürlich keine Mühen gescheut und uns sofort, nachdem wir unser Exemplar in die Finger bekamen, ans Entwerfen der lustigen Papp-Spielzeuge gemacht. Was das Ganze so hermacht, erfahrt ihr nun in unserem ausführlichen Review zu Nintendo Labo.

*Update*

Schon wieder hat Nintendo neues Labo Spielzeug für uns herausgebracht. Diesmal gib es für uns ein Auto-, ein Flugzeug- und den U-Boot zum Spielen. Hierfür müsst ihr natürlich wieder fleißig bauen. Mit vielen kleinen Einzelteilen bastelt ihr euch ein Lenkrad, eine U-Boot-Steuerung und einen Flightstick für euer Flugzeug. Weiterhin baut ihr noch ein Gaspedal, einen Schlüssel und eine Spraydose, um eure Fahrzeuge neu zu lackieren. Wie wir es gewohnt sind, bringt das Basteln mit der Anleitung von Nintendo enorm viel Spaß und ist auch einfach erklärt. Durch die kleinen einzelnen Schritte könnt ihr nichts falsch machen.

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Das Gas treten und mit der Sprühdose eure Fahrzeuge lackieren.

Um alles aufzubauen haben wir insgesamt knapp zehn Stunden gebraucht. Natürlich haben wir das nicht an einem Stück gemacht, das ist auch nicht zu empfehlen. Die Spiele, welche ihr mit dem neuen Labo Fahrzeug-Set starten könnt, bringen Action in euren Spielalltag. Die Steuerung mit Lenkrad oder dem Flightstick geht gut von der Hand und ist mal wieder was Neues.  An den dazugehörigen Spielen könnt ihr dazu wieder einige Stunden Spaß haben. Wie schon beim Basis-Set wird das Ganze jedoch recht schnell eintönig und ist somit nur etwas für all jene, die sich sowohl am Basteln als auch Zocken erfreuen. Das Schöne ist: Ihr könnt das Lenkrad auch anderweitig nutzen. Es ist z.B. möglich, damit Mario Kart 8 Deluxe zu spielen.

Unser Fazit: Im Großen und Ganzen liefert Nintendo mit dem ersten Fahrzeug-Set eine gelungene Erweiterung für ihren Do-it-Yourself-Baukasten namens Labo. Wenn ihr schon Labo-Spielzeug Zuhause habt, würden die neuen Labo Sachen eure Sammlung gut ergänzen. Allerdings kranken auch die Zusatzpakete an den gleichen Schwächen, die schon bei den ersten Gehversuchen mit Labo zum Vorschein traten: Sie sind enorm teuer und nicht für allzu lange Spielesessions geeignet. Alle, die gern sammeln und die Fahrzeuge einmal im Jahr mit den Kindern aus der Vitrine holen, kommen allerdings auch beim Fahrzeug-Set voll auf ihre Kosten.

How to: Make

Nicht jedem ist Nintendo Labo ein Begriff, deshalb noch eine kurze Auffrischung: Unter Nintendo Labo versteht man ein Spiel- und Bastel- bzw. Bau-Programm. Von Nintendo entwickelt handelt es sich hierbei um ein Zubehör oder eine Erweiterung der Nintendos Switch-Konsole. Jede Menge Papppapier stellt sich als Baukasten zum Erstellen kleiner Toy-Con-Modelle heraus und versucht, die Wohnzimmer aller Familien zu erobern.

Test: Nintendo Labo – Wenn Pappe und Konsole verschmelzen

Ein Toy-Con benötigt mehrere Pappkartons, welche die Einzelteile zum Zusammenstecken beinhalten.

Jedes Set besteht dabei aus mehreren Pappbögen, der dazugehörigen Spielesoftware und jeder Menge Kleinkram, wie z.B. Gummibändern, Bändern und Stickern. Zu Beginn baut ihr stets an vorgefertigten Sets oder euren eigenen Kreationen. Nach der Fertigstellung spielt ihr damit an der Switch und schließlich entdeckt und erfindet ihr neue Kombis oder entwickelt eigene Konzepte und Ideen. Ob sich der Bastelspaß auf der Switch gegen die Standard-Konsolen durchsetzen kann, erfahrt ihr hier.

Papperlapapp! Das ist doch ganz einfach

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So sieht die Joy-Con-Verpackung nach eifrigem Knicken und Falten aus.

Nachdem wir nun die Grundlagen und Voraussetzungen verstanden und gesehen haben, aus welchen Bestandteilen Nintendo Labo zusammengestellt ist, können wir uns dem eigentlichen Spaß widmen: dem Bauen. Anhand des RC-Autos aus dem Multi-Set erklären wir einmal gründlich den gesamten Aufbau des Spielzeugs Nummer eins.

Die doppellagige Pappe ist flexibel, aber immer noch stabil und robust genug, nicht gleich bei der kleinsten Bewegung zu knicken. Zudem lassen sich die vorgestanzten Teile super easy herausdrücken und zerreißen nicht. Welche Einzelteile ihr benötigt, zeigt euch die Anleitung auf der Switch. Auch die einzelnen Pappvorlagen haben Buchstaben, um sie leichter voneinander zu unterscheiden. Die Software ist darauf eingestellt, nur in ihren Erklärungen und Bildern voran zu schreiten, wenn ihr mit dem Finger entweder vor- oder zurückspult. Außerdem könnt ihr das 3D-Vorbild auf der Switch rotieren und die Ansicht verkleinern sowie vergrößern.

Habt ihr alle Einzelteile zusammen, faltet ihr die vorgekennzeichneten Linien und steckt sie der Anleitung folgend zusammen. Uns sind dabei keinerlei Probleme oder Schwierigkeiten aufgefallen, da die Anleitung ganz in Ruhe angesehen werden kann. Die Wiederholungsfunktion und das Rotieren machen eine Ansicht aus allen Winkeln möglich. So können auch die kleinen Gamer unter uns sicher gehen, dass sie alles richtig gemacht haben. Für Kinder ist diese bildliche Art der Erklärung also passend überdacht. Und wir Großen haben es auch leichter, Fehler zu vermeiden.

Ein Hoch auf die Technik

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Auch das RC-Auto besteht aus solchen Einzelteilen aus Pappe, welche vorgestanzt sind.

Zu guter Letzt benötigt das Auto noch die Verbindung zur Konsole. Dafür kleben wir reflektierende Sticker auf das Kartonkonstrukt. Danach fügen wir die Joy-Con-Controller in die dafür vorgesehenen und gekennzeichneten Flächen ein. Am Ende der Controller befinden sich IR-Sensoren, welche die Strahlung auffangen. Somit haben wir auch schon die gesamte Technik dahinter angesprochen, denn viel mehr brauchen wir gar nicht.

Durch die Berührung der rechten oder linken Taste auf dem Touchpad der Switch, erkennt das Auto, ob es sich nach rechts oder links bewegen muss. Die „Bewegung“ funktioniert dabei nicht durch das Rollen von Rädern, sondern mithilfe der HD-Vibration der Controller, welche zu beiden Seiten des Fahrgestells angebracht sind. Stellt ihr Hindernisse mit Reflektoren auf, erkennt das urige Auto, wo Gegenstände stehen und umfährt diese. Die dafür benötigte IR-Bewegungskamera funktioniert sogar im Dunkeln und zeigt euch auf dem Bildschirm der Switch das Bild der Infrarot-Kamera an. Habt ihr keine Lust, das sechsbeinige Gefährt eigenhändig zu steuern, fährt es auch mit dieser zuletzt erwähnten Kamera. Aber passt auf, dass ihr nicht über euren kleinbeinigen neuen Freund stolpert. Er hat leider keine Versicherung, die euch den Schaden zurückzahlt. Sind 80 Euro ausgegeben, sollte man also gut auf die kleinen Teile Acht geben.

Auch zu zweit können vorzugsweise die Kinder Spaß haben. Natürlich benötigt ihr zwei der Autos, steuert jedoch beide von einem Bildschirm aus euren Wagen. Die Mini-Käfer treten dann gegeneinander an und müssen sich gegenseitig umwerfen. Der kräftigere Sumo-Wagen gewinnt.

Zusammengefasst: Wir merkten schnell, dass das Bauen etwa zwei Drittel der Gesamtzeit im Verhältnis zur Spielzeit einnimmt. Aber das störte uns nur wenig. Denn gerade das Bauen macht dieses Konsolenspiel so einzigartig und auch wenn jeder Vorgang einigermaßen gleich ausgeführt wird, so haben die neuen Teile eines Sets doch wieder spannende Abwechslung in sich. Man stelle sich alle möglichen Formen und Farben vor. Kanten, Ecken, Kreise, Vielecke, alles Vorstellbare ist dabei und macht die Arbeit beim Basteln heiter und frohmütig. Auch die Erfolgserlebnisse, nachdem wir aus einem Pappteil eine große Box und ein fertiges Spiel zusammengebaut haben, sorgen für Freude.  Wer sich weiter erquicken möchte, kann sich zusätzlich ein Design-Paket mit Deko anschaffen und den sogenannten Toy-Cons etwas Farbe und Stil geben.

How to: Play

Das Multi-Set:

Im Multi-Set findet ihr fünf einzelne Toy-Cons, die ihr zusammenbauen und mit denen ihr anschließend spielen könnt. Wer ganz kreativ ist und mal selbst Hand anlegen möchte, kann die Teile auch zusammenfügen und seine eigenen Kreationen erfinden. Dazu findet ihr mehr unter dem Punkt Discover in diesem Artikel.

Toy-Con-RC Auto

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Mit dem RC Auto kommen wir erstmal zum wohl simpelsten Toy-Con-Gerät, sowohl spielerisch als auch bautechnisch. Das Auto ließ sich innerhalb von 10 Minuten zusammen basteln. Nachdem man die beiden Joy-Cons an die Seiten des Autos angesteckt hat, kann es auch schon losgehen. Das Ganze bewegt sich durch die Vibration der Joy-Cons, die ihr über den Bildschirm der Switch steuern könnt. Nebenbei gibt es noch den geheimen Kamera-Modus, der dank Infrarotsensor die Umgebung auf dem Bildschirm sichtbar macht. Zwar ist das Ganze eine lustige Idee, wird jedoch sehr schnell langweilig, zumindest wenn man alleine spielt. Wer sich einen oder mehrere Kumpel dazu holt, die ebenfalls über ein RC-Auto verfügen, kann dann Rennen fahren und die Freunde Staub fressen lassen.

Toy-Con-Angel: Fischen leicht gemacht

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Wir angeln uns zuerst aus dem flachen Gewässer einen Fisch. Dabei vibriert die Angel, sobald ein Fisch anbeißt und wir ziehen die Schnur nach oben. Bei rechtzeitiger Reaktion erweist sich das Angeln als ein Kinderspiel. Denn nach dem Aufrollen der Schnur, muss einfach erneut die Angel gezogen werden und schon seid ihr stolze Besitzer der Fische, Rochen oder Haie. Wobei die großen Unterwassertiere, die sich auf dem Meeresboden tummeln, deutlich schwieriger zu fangen sind und auch für Erwachsene zur Herausforderung werden. Da ist schon wesentlich mehr Geschick gefragt. Die Kurbel lässt sich ganz einfach bewegen, hakt nicht und bleibt dennoch robust genug, ohne zu brechen.

Schließlich können die stolzen Trophäen ins Aquarium gesetzt und bestaunt werden. Mithilfe des Toy-Con-Klaviers erschafft ihr eure eigenen Fische, die ihr später aus dem Meer fischen könnt. Wer zusammen mit Freunden spielen möchte, muss sich abwechseln, denn ein Multiplayer ist nicht integriert.

Toy-Con-Haus – Tamagotchi im großen Stil

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Wer als Kind immer schon einen Tamagotchi sein Eigen nennen wollte, kann mit Nintendo Labo nun einen verpassten Kindheitstraum nachholen. In dem Nintendo Labo Multi-Set befindet sich nämlich unter anderem das sogenannte Toy-Con-Haus. Dies ist, wie sich aus dem Namen vielleicht entnehmen lässt, ein Haus aus Pappe, in welches sich das Switch-Display und ein Joy-Con einfügen lassen. Die Kombi aus Karton und Konsole lässt uns dann Besitzer eines virtuellen Haustieres werden.

Das Ganze besteht aus dem Toy-Con-Haus, welches drei Löcher enthält und den drei dazu passenden Steckern. Wenn wir nun das Display der Switch in unser Haus reingesetzt haben, erscheint ein buntes Zimmer, in dem unser kleiner neuer Freund wohnt. Nennen wir ihn in unserem Fall einfach mal Olaf. In seinem Zimmer können wir Olaf nun hin und her werfen oder darauf warten, dass er uns die Finger ableckt. Hört sich erstmal nicht allzu spektakulär an. Interessant wird das Ganze erst durch die drei Stecker, von welchen einer einen Hebel beinhaltet, der andere eine Kurbel und der letzte einfach nur einen Knopf.

Wenn wir diese Module nun in das Haus einstecken, verändert sich Olafs Zimmer. Während die Kurbel ein Babymobile hinzufügt, mit dem wir Olaf zum Schlafen bringen können, erscheint beispielweise durch das Einsetzen des Hebels ein Schalter, mit dem wir bestimmen können, ob es Tag oder Nacht sein soll. Der Clou bei der Sache ist aber, dass wir diese Stecker nun auch kombiniert einsetzen können. Wenn wir also den Knopf in das untere Loch stecken und den Hebel in das Rechte Loch, öffnet sich ein Bowling-Minispiel, bei dem wir als Belohnung Essen für den guten Olaf bekommen. Steck ihr den Hebel und die Kurbel an beiden Seiten ein (hierbei ist es egal, was auf welcher Seite steckt), erscheint ein Ofen mit dem ihr eure gewonnenen Lebensmittel kombinieren könnt, um daraus saftige Cupcakes zu backen. Wenn wir Olaf dann mit diesen füttern, ändert er seine Farbe.

Neben zahlreichen weiteren Minispielen wie beispielweise einem Sidescroller-Jump’n Run, bei welchem wir Bomben ausweichen müssen, gibt es noch Bibliotheken, in denen wir uns alle Minispiele, sowie Gegenstände in Olafs Zimmer anschauen können. Außerdem existiert noch die Funktion Olafs Farben zu speichern und sie in Parfüm umzuwandeln. Somit können wir unsere farblichen Lieblingskombinationen speichern und sehen, welche Farbmischungen wir schon freigeschaltet haben.

Das Toy-Con-Haus ist zwar definitiv nichts für Hardcore-Gamer, könnte sich für Kinder jedoch als wahre Innovation entpuppen. Neben unserem ohnehin schon kinderfreundlich aussehenden kleinen Freund weckt das Toy-Con-Haus den Entdecker-Trieb. Nachdem wir ein wenig Zeit damit verbrachten, alle Minispiele sowie Funktionen des Spiels zu entdecken, blieb danach noch der Drang, alle von Olafs verschiedenen Farben zu entdecken. Das Toy-Con-Haus ist, wie gesagt, nichts für den typischen Gamer, jedoch für Kinder eine wirklich tolle Sache. Das Ganze wirkt nach außen sehr kinderfreundlich und garantiert, natürlich nur für Kinder, einen dauerhaften Zeitvertreib. Wenn man bedenkt, dass das Multi-Set noch 4 weitere Labo-Pakete beinhaltet und nur 60€ kostet, lässt sich auf jeden Fall nicht motzen. Wir sind begeistert und hoffen auf Updates, die weitere Funktionen in das Toy-Con-Haus einfügen.

Toy-Con-Motorrad: Die schnellste Pappe der Welt

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Das Motorrad kann ebenso eigenständig inspiziert werden, wie der Rest der Toy-Cons. Wer sich jedoch nicht sicher ist, erhält glücklicherweise Hinweise zur Bedienung. Einfache Neigungen lenken das Gefährt, wobei die Switch einwandfrei darauf reagiert. Auch ruckartiges Lenken reißt das zusammengebaute Lenkrad nicht auseinander. Der Gashebel lässt sich, ohne zu klemmen, drehen und führt zur Beschleunigung des Motorrads. Zudem kann die eingebaute Handbremse zu Hilfe genommen werden, sodass ihr in Kurven Drifts vollführen könnt. Wenn das Pappgestell gehoben wird, führt das Motorrad sogar Wheelies aus.

Bei einer Auswahl von drei verschiedenen Strecken in unterschiedlichen Schwierigkeitsmodi, die Nintendo zur Verfügung stellt, mag man meckern, aber dafür gibt es den Baumodus, in dem ihr mit den Joy-Cons eure eigenen Stadien und Strecken scannen und bauen könnt. Praktischerweise weist Nintendo Labo für die Bau- und Scanmodi eigene kleinere Vorrichtungen für die Joy-Cons auf, sodass nicht mit dem großen Lenkrad umständlich hin- und hergeschwenkt werden muss. Auch dieses Spiel ist nur im Singleplayer vorhanden, kann aber durch Abwechseln auch zusammen mit Freunden gespielt werden.

Toy-Con-Klavier: Kunst an der Konsole

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Wer schon immer lernen wollte, Klavier zu spielen, jedoch weder genug Geld für ein richtiges noch für ein Keyboard hat, der bekommt mit Nintendo Labo nun die Chance dazu. Mit dem Toy-Con-Klavier bekommt ihr nämlich euer eigenes Instrument für die Switch, mit welchem sich neben Top-Hits wie ‘‘Alle meine Entchen‘‘ auch wahre Symphonien spielen lassen.

Nachdem wir ein wunderschönes Klavier zusammengebaut haben und unsere Nintendo Switch-Konsole samt Joy-Con darin eingesetzt haben, konnten wir nach Herzenslust in die 13 Tasten hauen. Da sich unter uns leider keine begabten Musiker befinden, kamen dabei allerdings nur schrille Töne und skurrile Kreationen raus. Wer jedoch mal einen Blick auf YouTube wagt, der wird sehen, dass man mit dem Toy-Con-Klavier richtige Musikstücke zusammenstellen kann.

Wer sich nun fragt, wie das Ganze denn überhaupt funktioniert, wird von der simplen Antwort begeistert sein. Beim Klavier registriert die Infrarotkamera des eingebauten Joy-Cons, welche Taste angeschlagen wird. Das im Piano eingesetzte Handheld-Stück gibt dann über seine Lautsprecher die Töne wieder.

Zu Beginn des Ganzen steht uns erstmal das normale virtuelle Klavier samt 13 Tönen zur Verfügung. Wem dies jedoch auf die Schnelle zu langweilig wird, der kann sich mit den verschiedenen Steckern Abhilfe leisten. Beim Klavier dabei sind nämlich vier Stecker, die alle jeweils andere Töne kreieren. Während wir mit dem einen Stecker beispielsweise einen Song aus Katzengejammer erstellen können, bringt einer der anderen Stecker einen verrückten Professor zum Singen.

Als wäre das Klavier an sich nicht schon genug an Innovation und purer Kreativität, kommt jedoch noch ein weiteres, sehr interessantes Feature dazu: Das Studio. Im Studio können wir aufgenommene Melodien weiter ausarbeiten. Hier dienen zahlreiche Regler zur Veränderung der Töne. Eine weitere Möglichkeit die Töne zu verändern bietet das Einsetzen einfacher Papierstreifen. Das Klavier hat auf der Oberseite einen kleinen Schlitz, in den wir Pappe oder normales Papier einsetzen können. Wenn wir nun an die Unterseite des eingelegten Stückes ein Muster reinschneiden, erkennt der Infrarotsensor dies und variiert die Töne. So wechseln die Klänge beispielsweise bei einem Wellenmuster zwischen hohen und tiefen Tönen. Dazu kommt noch, dass man Beats als Playback erstellen kann, um weitere Melodien hinzuzufügen und im Endeffekt ein ganzes Stück zu kreieren.

Da sich bei uns in der Redaktion leider niemand so wirklich mit Musik auskennt, fielen unsere Kreationen eher dürftig aus. Ebenfalls fehlt uns noch ein wenig der Durchblick über die zahlreichen Funktionen des Klaviers. Im Gegensatz zu dem Toy-Con-Haus beispielsweise ist das Klavier auf jeden Fall nicht nur für Kinder gedacht. Das Ganze bietet Komplexität und beansprucht Zeit, um verstehen zu können, wie man denn nun seine eigenen Stücke komponiert. Für Freunde der Musik ist das Toy-Con-Klavier definitiv eine große Empfehlung. Neben der ohnehin schon abgefahrenen Kombination aus Konsole und Pappe bietet das Ganze eine Menge an Spaß und verspricht dank zahlreichen Variationen Langzeitunterhaltung für Groß und Klein.

Das Robo-Set

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Mit dem Toy-Con-Roboter bringt Nintendo für Nintendo Labo das zweite Set heraus, das auf einfachen Basteltechniken basiert. So können sich jung und alt mit Hilfe von Falzen, Falten und Zusammenstecken einzelner Pappteile in einen eindrucksvollen Roboter verwandeln. Dafür setzt ihr euch einfach einen Rucksack auf, natürlich auch aus Pappe, sowie das dazugehörige Visier. Damit spielt sich das Ganze gleich wie ein First-Person-Shooter. Wer sich jetzt fragt, wie der Rucksack bloß mit einfachen Schnüren und Bändern funktionieren soll, erfährt nun die simple Lösung: Gewichte. Im Inneren sind Gewichte eingebaut, welche auch an Ort und Stelle bleiben und keine Nachjustierung benötigen.  Der rote Joy-Con dient auch hier als Infrarotscanner und erkennt die innen angebrachten Sticker an den Gewichten sowie, ob ein Gewicht angehoben ist oder nicht. Zudem ist die Länge der Gurte sowie die Hand- und Fußschlaufen jeweils verstellbar, sodass sie passgenau anliegen.

Sitzt alles richtig, kann es endlich losgehen. Das Visier verfügt über den linken Joy-Con, der auch während man sie aufgesetzt hat, benutzbar ist. So kann das Menü weiterhin bedient werden. Uns ist jedoch aufgefallen, dass sich das Aufsetzen, Einstellen und Einstecken der Schrauben als schwierig herausstellt, wenn man alleine spielt. Dafür muss der Rucksack jedes Mal abgesetzt werden. Deswegen empfiehlt es sich, jemanden dabei zu haben, der behilflich ist. So steigert ihr auch den Spielspaß. Außerdem lässt sich der Roboter auch zu zweit im Multiplayer spielen, sodass ihr gegeneinander antreten und den besten Kämpfer unter euch finden könnt. Jedoch fällt dabei besonders eine Einschränkung auf: Dafür ist ein zweites Robo-Set von Nöten.

Mithilfe von Schrauben verändert ihr euer Aussehen oder den Sound, den der Roboter im Gemetzel von sich gibt. Weiter stehen euch ein Rechner für die von euch verbrauchten Kalorien zur Verfügung, Prüfungen sowie das Hauptspiel. In den Prüfungen müsst ihr innerhalb der vorgegebenen Zeit die Aufgaben lösen. Ist dies geschafft, erhaltet ihr bei jedem neuen Level Fähigkeiten, die ihr im Hauptspiel bei der Zerstörung der Stadt anwenden könnt.

Insgesamt ist die Software super leicht zu bedienen und alle Spiele lassen sich intuitiv entdecken. Beim Bauen sind manchmal auch extra Teile vorhanden. Das Meiste ist aber so robust und fest, dass nichts kaputt gehen sollte. Falls ein Teil fehlt oder nicht mehr auffindbar ist, hat Nintendo vor, Ersatzteile anzubieten. Da das Aufbauen eine nicht zu unterschätzende Menge an Zeit in Anspruch nimmt, sollten besonders für die größeren Toy-Cons bis zu vier Stunden eingeplant werden. Uns hat das Bauen jedoch so viel Spaß bereitet, dass das überhaupt keinen negativen Einfluss auf den Spielspaß hatte. Die Einzelteile sind ganz einfach aus den großen Pappteilen zu brechen und lassen sich ohne Probleme richtig falten. Alle Laschen und Löcher sind an passender Stelle und halten, wo sie es sollen.

How to: Discover

Nachdem wir uns mit den bisher veröffentlichten Labo-Sets beschäftigt haben und euch unsere ersten Eindrücke nahegelegt haben, kommen wir nun zu dem wohl innovativsten Part des neuen Nintendo-Projektes. Neben Make & Play existiert nämlich noch der Discover-Teil, bei welchem der Fokus darauf liegt, der eigenen Phantasie freien Lauf zu lassen und seine eigenen Pappkreationen zu basteln.

Wer sich erstmal ein Bild davon machen möchte, wie die verrückte Kombination aus Pappe und Konsole überhaupt funktioniert, der findet im Discover-Modus alle Antworten, die er benötigt. Hier wird zu jedem Toy-Con-Gerät erklärt, wie die einzelnen Teile zusammen agieren. Wir können uns unsere Bauwerke virtuell von innen anschauen, um zu verstehen, wie genau diese überhaupt funktionieren. Dazu erklärt uns ein Team aus freundlichen und hilfsbereiten KIs stetig, was wofür benötigt wird.

Nun heißt es: „Make it your own!‘‘. Wer verstanden hat, wie genau das Ganze miteinander arbeitet und wie am Ende solch tolle Sachen dabei rauskommen können, kann nun seine ganz eigenen Kreationen erschaffen. Nachdem uns nämlich alles erklärt wurde, schickt uns die Switch in unsere Toy-Con-Garage. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt!

Die Toy-Con-Garage ist ein Paradies für Hobby-Programmierer. Hiermit hat Nintendo sich selbst übertroffen! Mit Hilfe der Switch, der Joy-Cons und einfacher Pappe oder anderen Gegenständen können wir hier unsere ganz eigenen Spiele und Geräte erfinden. Das Programmieren der Funktionen ist dabei recht simpel. Nintendo selbst bezeichnet es als Input & Output.

Wir können uns beispielsweise zu unserem schon vorhandenen Klavier eine Gitarre bauen. Um den ersten Ton zu kreieren, errichten wir in der Toy-Con-Garage ein Touch-Feld, welches als Input dient. Nun verbinden wir dieses Feld über den Bildschirm mit einem weiteren Feld, auf das wir einen Sound legen. Dieses Feld dient uns nun als Output. Wenn wir jetzt also auf das Touch-Feld drücken, erzeugt die Switch einen Ton. Das Selbe machen wir nun öfter, aber jeweils mit verschiedenen Tönen. Zum Ende spannen wir noch ein paar Gummibänder über den Bildschirm der Switch und Schwups! Unsere Gitarre ist fertig. Um euch davon ein etwas genaueres Bild zu vermitteln im Folgenden ein Video von Nintendo selbst.

Wer davon nicht genug bekommen kann, hat natürlich die Möglichkeit, weitere Instrumente zu erschaffen, um am Ende eine ganze Band ausrüsten zu können. Wie das Ganze dann aussehen kann, zeigen wir euch durch einen kleinen Ausschnitt aus Jimmy Fallon’s Tonight Show. Der amerikanische Star-Moderator entschied sich kurzer Hand dazu, einfach mal den Weltstar Ariana Grande einzuladen und mit ihrer Hilfe, sowie der Hilfe der Toy-Con-Instrumente ein Musikstück der etwas anderen Art zu produzieren.

Nun lassen sich mit der Toy-Con-Garage natürlich noch zahlreiche weitere irrwitzige Kreation erschaffen. Wer sich also nicht besonders für Musik interessiert, der braucht keine Bange zu haben! Für jeden ist was dabei und um euch dies zu zeigen hier einmal die besten Eigenkreationen der Community.

Fazit

Zu guter Letzt bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen. Wir sind begeistert von Nintendo Labo! Schon die von Nintendo selbst erstellten Bastel-Sets sorgten bei uns für ordentlich Laune. Das Ganze bietet eine Menge an Spaß und weckt dank zahlreicher experimenteller Features den Entdecker in euch, ganz egal ob jung oder alt. Dazu kommen noch die unendlichen Freiheiten, die das Labo-Projekt bietet. Nie zuvor war es möglich, sich eine komplette Band oder sogar eine Futter-Maschine für den Hund aus Pappe zu basteln. Nintendo hat hier eine Marktlücke erkannt und sie äußerst geschickt gefüllt. Wir sind sehr gespannt, was in diesem Bereich noch alles auf uns zu kommt und auf welche ausgefallenen Kreationen wir uns noch freuen dürfen.

Spannende Baukreationen
Innovation mit Zukunft
Einfacher Aufbau und simple Software
Spielspaß off- und online durch Basteln und Konsole
Stabiler Pappkarton
Bisher wenig Auswahl an Spielsets
Nimmt viel Platz in Anspruch
Hochpreisig

Jan M. und Jennifer K.

Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mit Nintendo Labo beweist Nintendo einmal mehr, dass die Switch als Konsole auf einzigartige Weise einsetzbar ist und sich gegen die etablierten Konsolen auf dem Markt durchsetzen kann. Ohne Experten und Expertinnen der Naturwissenschaften zu sein, könnt ihr genauso großartige Kreationen entwerfen und gestalten. Nutzt euren vielseitigen Einfallsreichtum und entdeckt mit der neuen Innovation von Nintendo ein ganz andere Seite der Spiele. Für 64 Euro erhaltet ihr das Multi-Set und ab rund 72 Euro das Robo-Set auf Amazon.
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