Test: One Piece – Burning Blood

Es ist wieder so weit: Setzt die Segel! Nachdem im vergangenen Jahr One Piece – Pirate Warrior 3 erfolgreich an den Häfen Europas vor Anker gegangen ist, veröffentlichte Bandai Namco vor knapp einer Woche nun den neusten Ableger aus dem beliebten Piratenuniversum. Mit One Piece – Burning Blood wird die Geschichte von Ruffy, Ace und Co. endlich auch im Videospielformat fortgesetzt und soll Fans dank ordentlich viel Kawumms die Ohren zum Schlackern bringen. Wir haben extra für euch an den Teufelsfrüchten genascht und uns das Schätzchen einmal genauer angesehen. Gum-Gum-TEEEEEEEST!One Piece - Burning Blood Thumb

Nix für Landratten!

Huiui, da geht es gleich zu Beginn richtig hektisch zur Sache: Die Geschichte von One Piece – Burning Blood setzt beim Kampf auf Marineford ein und wirft euch in eine wilde Schlacht, bei der das Leben von Puma D. Ace auf dem Spiel steht. Um dem zum Tode verurteilten Piraten zu Hilfe zu eilen, kämpft ihr euch zu Beginn als Monkey D. Ruffy von einem Teil des Geschehens zum nächsten und trefft dabei auf unterschiedliche Gegner, denen ihr Benehmen beibringen müsst. In den einzelnen Episoden erwarten euch dabei ausschließlich Kämpfe, die leider auch nicht allzu lange andauern und meist nach wenigen Minuten beendet werden können. Neben diesem Pfad werden später auch noch die Geschichten von Whitebeard, Akainu und Ace selbst erzählt, denen ihr ebenfalls nachgehen könnt, wodurch ihr unterschiedliche Sichtweisen auf dasselbe Geschehen erhaltet – ähnlich wie in Anime und Manga.

Besonders im Storymodus gilt allerdings: One Piece-Fans haben hier Neueinsteigern gegenüber einen immensen Vorteil, da die ursprünglich sehr emotionale Geschichte stark abgespeckt und auf wenige Informationen sowie Bilder begrenzt wurde. Dadurch werden Zusammenhänge nur halbherzig aufgedeckt und besonders die Beziehung der Charaktere zueinander bleiben größtenteils unbeleuchtet.Test One Piece Burning Blood 5

Zu dritt gegen den Rest der Welt

Das Kampfsystem von One Piece – Burning Blood ist verhältnismäßig einfach gehalten und lässt sich auch für Beat’em Up-Neulinge leicht erlernen. Das Tutorial wurde hier in die ersten Kapitel der Geschichte eingebettet, sodass ihr im Kampf mit Sir Crocodile und Smoker die Basics lernen und ausprobieren könnt. Wer sich die Tastenkombinationen für Standardattacken, Blocken oder Spezialangriffe nicht merken kann (oder will), ist mit dem dumpfen Tastengekloppe aber immer noch gut bedient und dürfte seinen Tod zumindest ein wenig hinauszögern. Dabei wird allerdings nicht jeder Angriff sofort umgesetzt, was einerseits mit der Art der Attacke, andererseits auch mit der Spielfigur zusammenhängen kann. Im Vergleich zu einem flinken Sabo ist Jimbei beispielsweise unheimlich träge und braucht deutlich länger, um auszuholen und den Gegner in den Boden zu stampfen.

Treibt ihr euch gerade nicht im Story-Modus herum, wartet der Titel mit weiteren Optionen auf, in denen ihr euch nach Herzenslust gegenseitig auf die Mütze hauen könnt. Ob online gegen fremde Spieler oder lokal gegen den direkten Sitznachbarn – das freie Kämpfen macht in One Piece – Burning Blood richtig viel Spaß und lockt sogar mehr als die eigentliche Geschichte, weil das Gekloppe schlichtweg länger andauert. Ehe es in den Ring geht, wählt jeder von euch drei Kämpfer, die während des Fights nach Belieben gewechselt werden können und alle über individuelle Fähigkeiten und Spezialangriffe verfügen, die nicht nur wehtun, sondern auch schön anzusehen sind.Test One Piece Burning Blood 3

Hinzu kommen bis zu drei Unterstützungscharaktere, die euch zur Seite stehen, wenn die Fäuste fliegen. Einen Teil der insgesamt 65 verfügbaren Supporter schaltet ihr im Laufe der Geschichte frei, den Rest hingegen müsst ihr für hart verdiente Berry kaufen. Jeder von ihnen kommt dafür mit einer bestimmten Fähigkeit daher, die ihr euch im Kampf zunutze machen könnt: Einige von ihnen heilen, manche stärken temporär oder dauerhaft euren Angriffswert und wieder andere halten euch selbst dann auf den Füßen, wenn der Gegner einen seiner Spezialmoves ausführt. Die Vielzahl an Effekten ist beeindruckend und kann in einer Schlacht den entscheidenden Vorteil bringen. Habt ihr eure Wahl getroffen, könnt ihr eurem Gegner bei gewohnt gutem One Piece-Sound die Nase brechen und euren Teufelskräften freien Lauf lassen. Was dabei ein bisschen irritiert, ist die Kamera, die auch bei dem lokalen Multiplayer stets auf Spieler 1 fixiert bleibt.

Seid ihr überzeugter Teamplayer, steht euch zudem der Piratenflaggenkampf zur Verfügung. Zu Beginn jeder Saison wählt ihr ein bestimmtes Team, dem ihr euch anschließen wollt. Dieses könnt ihr danach bei Bedarf zwar wieder verlassen, aber bis zum Start der nächsten Saison nicht wechseln. Der Kampf um die ultimative Vorherrschaft findet auf den Meeren des One Piece-Universums statt und kann durch das Sammeln von Punkten sowie das Einnehmen oder Verteidigen von Basislagern beeinflusst werden. Jede eingenommene Insel stärkt die Macht eurer Crew und lässt sie in der Rangliste aufsteigen. Darüber hinaus stehen euch neben dem selbstverständlichen Trainingsmodus auch sogenannte Steckbriefe zur Verfügung, bei denen ihr gegen ein bestimmtes Team antreten und gewinnen müsst, um Berry, Piratenpunkte oder neue Charaktere zu ergattern.Test One Piece Burning Blood 4

Das Fan-Herz lacht

Wenn es um die optische und charakterliche Umsetzung der einzelnen Figuren geht, macht One Piece – Burning Blood wie seine Vorgänger alles richtig und unterhält bestens mit gewohntem Piraten-Humor und rudimentär eingeflochtenen Sprüchen, die im Kampfmodus vor dem Beginn jeder Klopperei losgelassen werden. Zudem ist die Auswahl der Figuren überwältigend, denn über 40 Charaktere bieten sich euch zum virtuellen Prügeln an und kommen alle mit einzigartigen Spezialfähigkeiten daher, mit denen ihr mühelos ganze Arenen zerstören könnt. Auf ein richtiges Blutvergießen solltet ihr euch allerdings nicht einstellen, denn dank PEGI 12 wurde auf derartige Details bewusst verzichtet. Doch auch ohne den roten Effekt bereitet die Keulerei Freude – schließlich lassen sich Gegner mit ein bisschen Übung ins benachbarte Schiff oder den nächstgelegenen Berg schleudern.

Weniger erfreulich ist aber nach wie vor das Balancing der Figuren, das sich in vielen Momenten als sehr problematisch darstellt. Obwohl die Charaktere unheimlich schön umgesetzt wurden und ihren Vorlagen aus dem Manga auch in Sachen Persönlichkeit gerecht werden können, sind viele von ihnen einen Tick zu overpowered. Mit Ace beispielsweise kann man in einem Kampf nur wenig falsch machen: Die Kombination aus einfacher Handhabung der Figur und mächtigen Feuer-Angriffen, die ziemlich viel Damage verursachen, verwandeln den Ruffys Bruder in einen fast unbändigen Allrounder, dem man als Gegner nur schwer etwas entgegen zu setzen hat. Ähnlich verhält es sich mit Don Flamingo und Aokiji, die sich ähnlich spielen lassen.Test One Piece Burning Blood 7

Originalgetreue Charaktere und Fähigkeiten
One Piece-Humor vom Feinsten
Vielzahl an Kämpfern und Supportern
Japanische Sprachausgabe
stark ausgeschlankter Storymodus
Balancing der Charaktere ungenügend

Sandra

Alles in allem ist One Piece – Burning Blood ein sehr gelungenes Beat'em Up, das mit einer Vielzahl an Charakteren, Supportern und unterschiedlichen Modi überzeugen kann. Besonders gelungen sind die originalgetreuen Figuren, die allesamt sehr authentisch und mit ihren einzigartigen Macken daherkommen. Das verleiht dem Titel den unverwechselbaren One Piece-Humor, durch den die individuellen Spezialangriffe auch beim zehnten Mal noch Spaß machen und uns zum Schmunzeln bringen. Dabei fällt das Balancing der Figuren jedoch problematisch aus und kann schnell für Frustration und Eintönigkeit sorgen, weil immer wieder dieselben Charaktere genutzt werden. Der Storymodus ist mir etwas zu schlank ausgefallen: Neulinge könnten hier den Überblick über Gesamtzusammenhänge verlieren, Fans hingegen das Gefühl bekommen, dass die Beziehungen der Charaktere sowie die gerade in diesem Teil sehr emotionalen Geschehnisse auf ein Minimum reduziert worden sind. Wer darüber hinweg sehen kann, wird mit One Piece – Burning Blood jedoch ein solides Spiel mit hohem Unterhaltungsfaktor geboten bekommen.
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