Test: Onechanbara Z2 Chaos

Onechanbara-Z2-Chaos-thumbnailWenn schon Zombie-Apokalypse, dann doch bitte blutig und leichtbekleidet! Ganz ungeniert schickt NIS America seit Kurzem Onechanbara Z2 Chaos in den Kampf um die Spielergunst und hat dabei vier oder besser acht schlagende Argumente. Ob das Hack and Slay mehr zu bieten hat als schöne Frauen und Fan-Service? Finden wir es heraus!

Kissenschlacht mit schweren Waffen

Volle Konzentration bitte, die Story von Onechanbara Z2 Chaos ist kompliziert und verlangt zum Verständnis einiges an Aufmerksamkeit! Die Schwestern Aya und Saki, Träger des „Banefull Bloods“, treffen eines verhängnisvollen Nachmittags auf die beiden Vampir-Schwestern Kagura und Saaya. Weil die beiden Blutlinien ohnehin schon seit Ewigkeiten im Clinsch liegen und man als junges, halbnacktes Mädchen selten etwas Besseres zu tun hat, als sich gegenseitig mit Kissen oder in diesem Fall Schwertern und Schlagwaffen zu verhauen, wird die Gelegenheit zu einem hitzigen Fight zwischen den Girls dankbar angenommen. Gerade als es so richtig zur Sache geht, werden die vier allerdings von Pyramid Head’s Verlobter unterbrochen, die den Boden der Kampfarena einreißt.Test Onechanbara Z2 Chaos (3)

Im Fallen erkennt Kagura gerade noch eine mysteriöse Dame, die offenbar Drahtzieherin des Ganzen war. Unsere vier Ladies beschließen also den Konflikt vorerst ruhen zu lassen und stattdessen gemeinsam Rache an der vollbusigen Übeltäterin zu nehmen. Auf dem rund fünfstündigen Weg warten zig Tausend Untote und Dämonen, viel Blut, wenig Kleidung und allerlei Groteskes samt Monster-Transformationen auf die Schwester-Paare, getreu dem Motto: Vier blutrünstige Damen splattern mehr als zwei…

…und acht Brüste reizen mehr als vier. Denn im Prinzip lässt sich Onechanbara Z2 Chaos auf diese beiden Hauptmerkmale reduzieren: Blutige Gewalt und nackte Haut. Dass man die Farbe des Blutes ändern und die Heldinnen umkleiden kann, versteht sich da von selbst! Und spätestens wenn vier junge Frauen, mit zwei Erdbeeren und einer Banane bekleidet und vor weißer Flüssigkeit triefend, ganz unschuldig ein wenig Zombie-Gehacktes herstellen, dann wird klar: Dieses Spiel ist so flach, so effekthascherisch, so über alle Maße japanisch, dass man es als japanophiler Spieler auf seine Art irgendwie gern haben muss. Aber gerne genug um es sich zu kaufen?Test Onechanbara Z2 Chaos (2)

Vier Höschen für ein Hallelujah

Dies bringt mich zum Gameplay von Onechanbara Z2 Chaos, denn schließlich muss das Spiel als Spiel funktionieren und nicht nur als Zombie-Porno (ein Begriff, den ich gar nicht erst googlen möchte). Und hier zeigt das Spiel ein eher gemischtes Bild. Wie im Genre üblich, verhaut, zerteilt oder schnetzelt ihr mit der Dame eurer Wahl Horden von Gegnern und könnt dabei auf verschiedene Waffen und Angriffe zurückgreifen. Aus diesen lassen sich diverse Kombos aufbauen, die entsprechend mehr Schaden anrichten und euch Punkte einbringen. Meist könnt ihr nach Belieben zwischen den Charakteren hin und her wechseln und der feindlichen Plage mit Schwertern, Streitkolben oder der puren Kraft eurer Fäuste ein Ende zu bereiten.

Wenig neues soweit, doch Onechanbara Z2 Chaos hat auch einige Eigenarten. Da ihr im Regelfall mindestens die Wahl zwischen zwei der Mädchen habt, könnt ihr während eurer Combos zu einem Team-Mitglied wechseln. Dieses erscheint dann mit einer mächtigen Attacke auf dem Schlachtfeld und wer hier nach einer Weile geschickt zwischen den Charakteren wechselt, kann Schaden und Kombo-Zahl signifikant erhöhen. Im Laufe der Kämpfe werden eure Waffen zudem mit Blut getränkt, was sie ineffizienter macht und den ausgeteilten Schaden reduziert. Es gilt folglich regelmäßig die guten Stücke zu reinigen, was allerdings eine kurze Zeit braucht, in der ihr verwundbar seid.Test Onechanbara Z2 Chaos (1)

Effekt-Feuerwerk für Zwischendurch

Und im Wesentlichen war dies auch schon alles, was es über das Gameplay zu sagen gibt. Stunde um Stunde drischt ihr auf Feinde ein oder macht Boss-Gegner zur Schnecke, ohne dass sich dabei nach den ersten 20 Minuten noch allzu viel ändern würde. Abwechslung ist hier eher Fehlanzeige und wirklich fordernd sind eigentlich nur die Duelle mit Endgegnern, während das Kanonenfutter aus kleinen Gegnern recht seicht ist.

Die Kämpfe punkten glücklicherweise durch ein regelrechtes Feuerwerk aus Effekten, Farben, Blut und Unterwäsche, weshalb das Spiel weniger langweilig ist, als es jetzt klingen mag. Die ersten Momente im Spiel sind entsprechend aufregend, wenngleich der Effekt auch schnell nachlässt. Onechanbara Z2 Chaos ist eher ein Spiel für 5×2 als 2×5 Stunden, eher für ein Weilchen Hirnausschalten als für eine intensive Gaming-Session. Macht Spaß in Maßen! Dafür jedoch sind die einzelnen Abschnitte oder Areale zeitlich häufig ein wenig zu umfangreich, denn wer will schon minutenlang auf die gleichen Gegner-Modelle einschlagen?

Auch grafisch ist das Spiel ein zweischneidiges Schwert! Die Entwickler haben sichtlich viel Arbeit in die Hauptcharaktere gesteckt. Diese sehen entsprechend schick und detailreich aus, haben verschiedene aufreizende Kostüme, punkten durch ihre Animationen und sind, das muss ich gestehen, durchaus eine Freude für das männliche Auge. Alles außerhalb der vier Damen ist hingegen stiefmütterlich behandelt worden. Die Gegner sind, abgesehen von den Bossen, eintönig und plump, die Umgebungen häufig klein, nahezu ohne Details und es fehlt an Leben. Immerhin hat das aber den Vorteil, dass man nichts verpasst, selbst wenn man permanent auf die weiblichen Reize des Spiels starrt.Test Onechanbara Z2 Chaos (5)

Ansprechendes Charakter-Design,...
Ansehnliche Effekt-Explosion,...
Gute Ansätze beim Gameplay,...
Mehr Blut und Brüste geht kaum!
...aber lieblose Umgebungen und Gegner
...die schnell an Reiz verliert
...das aber seicht und oberflächlich bleibt

Martin W.

Unter der Oberweite zeigt sich Onechanbara Z2 Chaos ein wenig schwach auf der Brust! Auch wenn das Charakter-Design, die Effekte und der übertriebene Fan-Service einen gewissen Reiz ausstrahlen, der kurzzeitig Spaß macht, hat der Titel doch letztlich spielerisch zu wenig zu bieten. Das Gameplay zeigt mehrere gute Ansätze etwa beim Kombo-System, ist aber zu monoton um uns längerfristig zu unterhalten. Andererseits dürfte dies wohl auch nicht die Prämisse sein, wenn man sich Onechanbara Z2 Chaos zu legt. Wer trashige Action zwischen Blut und Bikinis statt ausgefeiltem Gameplay sucht und sich seine Dosis Japano-Wahnsinn abholen will, der könnte hier durchaus fündig werden. Und seien wir ehrlich, so ganz kalt lassen uns die Reize der Damen dann doch nicht...
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