Test: Party Bugs

Sind sie verschwunden? Ist die Luft rein? Yeah… die Menschen haben das Haus verlassen, jetzt lassen die Käfer die Puppen tanzen. In Party Bugs von Abacusspiele schwingen sich die Insekten in Partykostüme und gehen auf der Tanzfläche ab. Doch wehe, ein anderer Käfer hat sich in das gleiche Kostüm gezwängt. In diesem Fall verlassen beide Käfer sofort beleidigt den Saal. Im Verlauf der Partynacht wird es so in der Partyhütte immer leerer.

Die Käfer sind die Stars in Party Bugs. Jeder Spieler erhält dreizehn Insekten mit unterschiedlichen Kostümen. Die Illustrationen von Michael Menzel sind wirklich urkomisch. Als Kostümierungen sind klassische Verkleidungen wie Rotkäppchen, Kleopatra oder Robin Hood dabei, es befinden sich aber auch modernere Käfer in der Partygesellschaft, die sich als Harry Potter oder auch Catwoman verkleidet haben. Eines ist ihnen jedoch allen gemeinsam. Die Käfer sind eitle Tierchen, die es nicht vertragen können, wenn sich andere Käfer mit dem gleichen Kostüm auf der Party zeigen. Dieser Umstand wird in Party Bugs zu einem zentralen Spielelement.

Disco Fever

Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler ein Set aus dreizehn Karten. Auf jeder Karte findet ihr einen Käfer mit seinem eigenen Kostüm. Weiterhin ist jede Karte mit einer Ziffer zwischen eins und dreizehn versehen. Diese Ziffern sind am Spielende von Bedeutung. Denn Sieger von Party Bugs wird der Spieler, der am Ende der Party den geringsten Kartenwert vor sich abgelegt hat. Dem Spiel liegt außerdem noch eine Discokugel bei, an der ihr im Verlauf des Spiels eure Karten anlegt. Der Bereich der Discokugel stellt die Tanzfläche für die Käfer dar.

Bevor es losgeht, zieht jeder Spieler die oberste Karte von seinem Stapel und legt sie an die Discokugel an. Dann zieht ihr noch drei Karten und nehmt sie auf die Hand und schon seid ihr im Spiel. Jeder Spieler legt eine seiner Handkarten zunächst verdeckt vor sich ab. Haben alle Spieler ihre Entscheidung gefällt, werden die Karten aufgedeckt.

Party-Poker

Habt ihr die Karte mit dem niedrigsten Wert ausgespielt, dürft ihr euch nun zuerst eine Karte aus dem Tanzbereich der Discokugel nehmen. Die weiteren Karten werden entsprechend von den Spielern in der Reihenfolge mit den höheren Kartenwerten ausgesucht. Welche Karte ihr von der Tanzfläche zu euch in die Auslage holen solltet, kann je nach Ausgangslage ganz anders ausfallen. Da ihr natürlich so wenig Punkte wie möglich sammeln möchtet, empfiehlt es sich ganz einfach den Käfer mit dem niedrigsten Wert zu wählen.

Besitzt ihr in eurer eigenen Auslage schon einen Dracula-Käfer (Kartenwert 11), holt dann einen zweiten Käfer mit diesem Kostüm hinzu, verlassen beide sofort beleidigt die Party. Am Ende des Spiels werden also beide Käfer euer Punktekonto nicht weiter belasten und ihr seid fein raus aus der Sache.

Die Gleichstandsregelung

Hin und wieder wird es beim Auslegen der Karten sicher auch zu einem Gleichstand kommen. Um diese Situation zu klären, kommt die Gleichstandskarte ins Spiel. Diese Karte wird zu Spielbeginn dem jüngsten Spieler zugeteilt. Der Gleichstand wird immer zugunsten des Spielers entschieden, der im Uhrzeigersinn der Karte am nächsten sitzt. Dadurch ist die Sitzreihenfolge zunächst ein nicht ganz unwichtiger Faktor im Spiel. Bei Spielende wird es jedoch für die benachteiligten Spieler einen Ausgleich dafür geben.

Nach Abschluss der zwölften Runde haben alle Spieler ihre Handkarten aufgebraucht. Auf der Tanzfläche liegen allerdings noch die verbleibenden Käfer-Karten. Jeder Spieler muss jetzt noch eine dieser Karten aufnehmen. Verteilt werden die Karten nun jedoch entgegen des Uhrzeigersinns, beginnend mit dem Spieler, der zunächst am weitesten von der Gleichstandskarte entfernt saß. Dadurch sind nun die Spieler bevorteilt, die zunächst aufgrund der schlechteren Sitzposition am Tisch etwas im Nachteil waren.

Der Party-King betritt die Tanzfläche

Eine Käfer-Karte verfügt über eine spezielle Sonderfunktion. Dabei handelt es sich um den Party-King mit einem Wert von dreizehn Punkten. Spielt ihr den Käfer-Elvis aus, müsst ihr gleich alle anderen Käfer von der Tanzfläche einsammeln und sie in eure Auslage legen. Der Party-King bringt euch also erst einmal ziemlich viele Karten ein. Doch das muss allerdings nicht zwingend euer Nachteil sein. Liegen viele passende Karten auf der Tanzfläche, könnt ihr das sicher zu eurem Vorteil nutzen und einige Käfer von der Party jagen. Alle anderen Spieler nehmen in dieser Runde keine Karten auf. Wurden in einer Runde gleich mehrere Party-Kings gespielt, tritt die Gleichstandsregel in Kraft. Der am Gleichstand beteiligte Spieler, der am nächsten zur Gleichstandskarte sitzt, muss alle Karte auf der Tanzfläche aufnehmen.

Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler mit den wenigsten Punkten in seiner Auslage. Eine Partie dauert kaum länger als eine Viertelstunde. Immerhin können bis zu sechs Spieler an einer Runde teilnehmen. Wenn ihr Party Bugs zu zweit spielen möchtet, müsst ihr eine Sonderregel bemühen, die einen Dummy-Spieler hinzufügt. Der Zwei-Spieler-Modus funktioniert soweit ganz gut, am meisten Spaß macht das Spiel dann aber doch mit mehreren Spielern.

Zwei interessante Spielvarianten

Im Regelwerk findet ihr abschießend auch noch zwei Varianten, die ich ganz interessant finde. In der ersten Variante legt jeder Spieler eine Käfer-Karte schon vor Spielbeginn verdeckt in seine Auslage. Am Spielende bringt euch die Karte wie gewohnt die entsprechenden Punkte ein. Allerdings kann der Käfer auch die Party vorzeitig verlassen, sobald ein anderer Käfer mit dem gleichen Kostüm hinzukommt.

Variante zwei bringt einen Gummiband-Effekt ins Spiel. Der zurückliegende Spieler, also der Spieler mit den meisten Punkten, bekommt die Spiegelkarte zugesprochen. Mit dieser Karte dürft ihr zusammen mit einer beliebigen Käfer-Karte ein Pärchen bilden und so aus dem Spiel nehmen. Auf diese Art und Weise könnt ihr zu den anderen Spielern hoffentlich wieder ein wenig aufschließen.

tolle Illustrationen
für bis zu sechs Spieler geeignet
spielt sich sehr flüssig
vielseitig einsetzbar
erst ab drei Spielern richtig gut

Sebastian Hamers

Party Bugs ist ein Spiele-Quickie, der sich auch in einer etwas größeren Runde gut spielen lässt. Die Regeln sind sofort erklärt, sodass es auch direkt zur Sache gehen kann. Das kleine Kartenspiel könnt ihr so tatsächlich auf einer Party, in der Kneipe oder auf einem Grillfest ganz bequem nebenher spielen. Dank der kurzen Spielzeit eignet sich Party Bugs auch als schneller Pausenfüller, wenn ihr nicht die Zeit habt für ein ausuferndes Strategiespiel. Das Highlight des Spiels ist für mich aber die grafische Gestaltung. Die Käfer sehen in ihren Kostümen urkomisch aus und tragen so wesentlich zum Charme des Spiels bei. Durch die kleinen Besonderheiten, wie zum Beispiel die Sonderfunktion des Party-Kings, kommt aber auch das taktische Spieleelement nicht zu kurz. Party Bugs spielt sich angenehm flüssig und ist mit seinen vielen Einsatzmöglichkeiten und seinem günstigen Preis eine gute Ergänzung für eine Brettspielsammlung.
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