Test: Pearls

Wer würde nicht einmal gerne nach Perlen in der Südsee tauchen? Mit Pearls, dem neuen Kartenspiel von Abacusspiele, könnt ihr jetzt auf Schatzsuche in den Meerestiefen gehen. Das Spiel verspricht ein einfaches Regelwerk mit Karibik-Atmosphäre und kurzer Spieldauer. Ebenfalls erwähnenswert: Gleich bis zu sechs Spieler können in Pearls gemeinsam nach Perlen tauchen. Wenn ihr die passenden Perlen sammelt, könnt ihr sie zudem zu schönen Halsketten zusammenfassen und so euren Punktestand in die Höhe treiben.

Taucher finden ihre Perlen normalerweise in Muscheln. Je nach Größe und Qualität sind diese mal mehr und mal weniger wertvoll. Das spiegelt sich auch auf den insgesamt einhundert Perlenkarten wieder, die dem Spiel beiliegen. Sechs verschiedene Perlentypen in den Farben gelb, rot, grün, blau, türkis und violett lassen sich aus dem Meer fischen. Die violetten Perlenkarten haben einen Wert von fünf Punkten und sind ziemlich selten. Rote und gelbe Perlen tauchen häufiger auf, sind von minderer Qualität und nur einen Punkt wert. Hinzu kommen auch noch einige wertlose Perlen, die sich aber dafür besonders vielfältig in den Ketten verwenden lassen.

An der Perlenkette

Mit Perlenketten könnt ihr viele Extrapunkte kassieren und euch so vor euren Konkurrenten einen Vorsprung erarbeiten. In der Tischmitte befinden sich als offene Auslage insgesamt zehn Halsketten-Karten unterschiedlicher Wertigkeit. Die Werte der Ketten schwanken zwischen vier und neun Punkten. Wenn ihr euch eine Halskette verdienen wollt, müsst ihr genügend Perlen des gleichen Typs von der Hand ablegen. Alternativ dürft ihr auch die Nuller-Perlenkarten einsetzen, die als Joker fungieren.

Für die Fünfer-Perlenkette müsst ihr beispielsweise fünf Perlenkarten der gleichen Farbe ablegen. Punkte bekommt ihr dann nicht nur für die Halskette, sondern auch für die gleichzeitig abgelegten Perlenkarten. Im Grunde spielt sich Pearls also ganz einfach. Allerdings schreibt euch die Regel eine kleine Beschränkung vor, die das Spiel so spannend macht.

Die Tücken des Handkartenlimits

Bei Spielbeginn erhält jeder zunächst sechs Perlenkarten auf die Hand. Zusätzlich gibt es in der Tischmitte eine weitere offene Auslage. Diese besteht aus weiteren sechs Perlenkarten. Seid ihr am Zug, dürft ihr euch an dieser offenen Auslage bedienen. Ihr müsst euch jedoch für eine einzige Farbe entscheiden und dann alle Perlenkarten dieser Art auf die Hand nehmen.

Ein großes Problem stellt das Handkartenlimit dar. Maximal zehn Karten dürft ihr auf die Hand nehmen. Ihr könnt bei Bedarf auch nicht einzelne Karten abwerfen. Habt ihr schon sieben Karten auf der Hand und in der Auslage liegen vier grüne Perlenkarten aus, könnt ihr diese nicht auf die Hand nehmen. Pech gehabt, diese lukrative Kartenreihe angelt sich gleich ein anderer Spieler. Aus der Auslage genommene Karten werden direkt wieder durch Karten vom Nachziehstapel ersetzt. So befinden sich in der Auslage immer genau sechs Perlenkarten.

Aufnehmen oder Ablegen

Prinzipiell stehen euch immer zwei Optionen zur Verfügung, wenn ihr am Zug seid. Eine Möglichkeit besteht darin, wie oben beschrieben, Perlenkarten von der Auslage auf eure Hand zu nehmen. Alternativ dürfen auch Karten von der Hand abgelegt werden. Ablegen dürft ihr beliebig viele Perlenkarten, die jedoch alle die gleiche Farbe aufweisen müssen. Joker-Perlen dürfen optional hinzugefügt werden.

Alle abgelegten Perlenkarten bringen euch Punkte ein, entsprechend ihrer Wertigkeit. Legt ihr Perlenkarten in ausreichender Stückzahl ab, könnt ihr euch auch gleichzeitig eine der bereits erwähnten Halsketten-Karten einverleiben. Hier ist Schnelligkeit gefragt. Die zehn Perlenkarten sind natürlich auch bei euren Mitspielern schwer gefragt, stellen sie doch eine gute Möglichkeit dar, den eigenen Punktestand zu verbessern.

Knackiger Spielesnack

Das Spiel ist zu Ende, wenn entweder der Nachziehstapel mit den Perlenkarten aufgebraucht oder aber wenn alle Halsketten-Karten unter den Spielern verteilt wurden. Anschließend werden alle Kartenwerte, egal ob Perle oder Halskette, addiert. Zu guter Letzt müsst ihr allerdings noch die Punkte auf den Perlenkarten abziehen, die sich noch auf eurer Hand befinden. So ist gegen Spielende jeder Spieler darauf bedacht, noch schnell möglichst viele Handkarten loszuwerden.

Eine Partie Pearls ist dann auch im Rutsch vorbei. Viel länger als eine Viertelstunde dauert euer Tauchgang nur selten, selbst wenn ihr in der Maximalbesetzung mit sechs Spielern antretet. So eignet sich Pearls sehr gut als kleiner Spielehappen zwischendurch. Angenehm schmal fällt auch der Preis aus. Das Spiel könnt ihr schon für unter 10€ beim Händler eures Vertrauens erwerben.

kurz und knackig
für bis zu 6 Spieler geeignet
fordert spannende Entscheidungen
spielt sich sehr geschmeidig runter
hoher Glücksfaktor

Sebastian Hamers

Es muss ja nicht immer das epische Vier-Stunden-Strategiespiel sein. Manchmal bin ich auch ganz froh, wenn sich ein Spiel ganz geschmeidig herunterspielen lässt. Pearls trumpft mit einfachen Regeln und einer wirklich sehr kurzen Spieldauer. So lässt es sich auch mal eben schnell in der Mittagspause zocken, wenn die Konzentration vielleicht ohne gerade nicht mehr so groß ist. Doch auch wenn die Regeln einfach sind, so verlangt euch Pearls doch einige spannende Entscheidungen ab. Gerade das Handkartenlimit sorgt für einigen Nervenkitzel. Wenn sich vor euch eine lukrative Kartenkombi entblättert, ihr diese aber nicht auf die Hand nehmen könnt, dann ist das schon ziemlich ärgerlich. Von diesen Momenten hält Pearls einige für euch bereit. Diese Erlebnisse sorgen dann dafür, dass sich der ersten Partie dann auch schnell eine zweite, dritte oder vierte anschließt. Die kurze Spieldauer macht es möglich. Erwähnenswert ist auch, dass gleich bis zu sechs Spieler auf Tauchstation gehen können. In größerer Runde könnt ihr Pearls wunderbar mehrfach runterspielen und mit euren Freunden einen entspannten Abend haben.
Test: Wargroove - Advance Wars mit Indie-Anstrich Test: Deadline
Comments