Test: Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori

Test Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori (5)Heutzutage ist es nichts Neues, mehr als einen Monitor an seinen Computer anzuschließen. So hat man mehrere Dinge gleichzeitig im Blick, kann nebenbei noch Videos gucken oder sogar zocken. Dieser Trend geht nun noch einen Schritt weiter und bringt euch einen tragbaren HD Monitor extra für die PlayStation 4. Doch was der Bildschirm des japanischen Herstellers Hori wirklich taugt, haben wir für euch herausgefunden.

Alles mit dabei?

Schon bevor man sich ans Auspacken macht, weiß man, dass es sich hier um ein PS4 lizensiertes Produkt handelt. Das für PlayStation typische Blau und Weiß dominiert die Verpackung und fällt sofort ins Auge. Im Vordergrund steht, in Szene gesetzt, natürlich der Monitor selbst.

Lieferumfang

– HDMI-Kabel (0,5m Länge) (nicht HDR kompatibel)
– Netzteil mit Adapter für verschiedene Steckdosen (1.5m Länge)
– Monitor
– Lederhülle mit PlayStation Logo
– Bedienungsanleitung

Auffällig war beim Auspacken, dass das mitgelieferte HDMI Kabel sehr kurz ist. Mit gerade einmal einem halben Meter Länge kann man seine Konsole nicht allzu weit vom Monitor entfernt platzieren, außer, man besorgt sich ein anderes Kabel.

Wie sieht’s aus?

Der erste Blick auf den Monitor hinterlässt den Eindruck, dass es sich hierbei um ein übergroßes Tablet handelt. Die Lederhülle ist direkt am Monitor angebracht und aufklappbar. Innen finden sich Einkerbungen, mit deren Hilfe ihr den Bildschirm aufstellen könnt, ohne einen zusätzlichen Ständer oder Fuß zu benötigen. Praktisch ist das allemal, und die lederne Hülle sorgt für eine edle, aber schlicht gehaltene Optik. Ein Gummizug hält die Hülle geschlossen und muss zum Öffnen lediglich zur Seite geschoben werden.

Test Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori (4)Der Monitor selbst ist in Schwarz gehalten und fällt erst einmal nicht besonders auf. Auf der Rückseite findet sich, genau wie bei der Hülle, das PlayStation Logo. Auf der Vorderseite erinnert euch das Logo von Hori daran, von welchem Hersteller das Gerät kommt. Das schlanke Design rundet das Gesamtbild noch einmal ab.

Man muss nur die richtigen Knöpfe drücken

Fast so einfach wie das Erscheinungsbild ist auch die Benutzung des Monitors. Schließt das Netzteil mit dem richtigen Adapter an, verbindet bis zu zwei Geräte via HDMI und schaltet es ein. Mit den Tasten an der linken Seite des Monitors könnt ihr ohne Probleme zwischen den angeschlossenen Geräten hin und her wechseln. Zudem ist es euch möglich, in den Einstellungen des Bildschirms Anpassungen vorzunehmen. Dies können Farbkalibrierungen, die Helligkeit, der Kontrast, Soundoptionen oder einfach das Ändern der Systemsprache sein, es ist alles möglich. Die Lautstärke lässt sich auch ohne das Menü regulieren, denn dafür gibt es zwei vorgesehene Tasten, die ebenfalls links liegen. Störend empfanden wir dabei nur, dass der Knopf zum Leisermachen über dem Knopf zum Lautermachen liegt, da dies im Normalfall an solchen Geräten genau andersherum ist.

Test Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori (3)Auf der rechten Seite finden sich, neben den HDMI Ausgängen und dem DC IN 12V Ausgang für das Netzteil, auch noch zwei Audioausgänge. Diese lassen euch eure Kopfhörer anschließen, falls ihr die eingebauten Lautsprecher mal nicht verwenden möchtet oder (unterwegs) niemanden mit eurem Gamingsound behelligen wollt. Praktisch ist es vor allem darum, da nicht nur ihr, sondern auch einer eurer Freunde seine Kopfhörer anschließen kann. So könnt ihr zu zweit mit Ton spielen, ohne andere zu stören.Test Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori (1)

Auf das Innere kommt’s an

Mit einer Auflösung von 1366x768p und einer Bildwiederholrate von 60hz bekommt ihr einen HD Bildschirm von Hori extra für die PlayStation 4. Viele fragen sich jetzt wohl zähneknirschend, warum Hori sich nicht wenigstens für eine Full HD Auflösung entschieden hat, und uns geht es dabei nicht anders. Spielt man, wie wir, Horizon: Zero Dawn auf der PlayStation 4 Pro mit diesem Bildschirm, mag man erst das Schlimmste erwarten, doch im Endeffekt sieht das Ganze darauf nicht allzu schlecht aus. Klar, eine 4K-Auflösung können wir nicht und HDR ist auch nicht mit an Bord, dennoch ist alles gut spielbar und kein Pixelhaufen.

Insgesamt bekommt ihr ein recht sauberes und scharfes Gesamtbild welches deutlich mehr als eine Notlösung darstellt. Potenzial liegen hier aber deutlich bei der Auflösung, Kontrast und damit verbunden Schwarzwert. Das stört bei hellen Büroräumen nicht wirklich aber sobald es etwas dunkel ist und viele schwarze Bildschirm-Inhalte gezeigt werden seht ihr jedoch öfter mal grau. Und dafür dass der Monitor relativ groß ist und mit  knappen 250 Euro nicht unbedingt preisgünstig daherkommt, hätten wenigstens in Bezug auf die Auflösung 1080p gewünscht.

Von Vorteil ist jedoch das Gewicht. Mit nur 1.2kg wiegt das Gerät so gut wie nichts und lässt sich fast ohne Probleme transportieren. Möchte man ihn in seinen Rucksack packen, sollte man allerdings für genügend Platz sorgen, da es sonst eng wird. Der Monitor mag zwar schlank sein, ist mit 15.5 Zoll aber nichts für kleine Täschchen.

Ebenfalls überzeugend ist der Ton, denn dieser klingt selbst auf der lautesten Einstellung nicht blechern, sondern klar. Wie bei den meisten Bildschirmen mit Tonausgabe oder auch Fernsehergeräten gibt es eine Abstufung von 0 bis 100, die man mit den Tasten an der Seite beliebig umschalten kann. Auch wenn es öfters passierte, dass wir leiser anstatt lauter geschaltet haben, da die Tasten, wie bereits erwähnt, etwas verwirrend angebracht sind.

Hier noch einmal die technischen Daten im Überblick.

Technische Daten

– 15,5 Zoll mit 1366×768 Pixeln und  60hz Bildschirm
– 2x HDMI Eingänge
– 2x 3.5mm Audioausgang
– Eingebaute Lautsprecher
– 2kg Gewicht
– 8ms Reaktionszeit
– Kontrast 400:1
– 18W Stromverbrauch

Gaming To-Go?

Neugierig, wie wir sind, haben wir aber nicht nur unsere PlayStation 4 an den Monitor angeschlossen. Auch die Nintendo Switch, der PC und die PlayStation 3 sind mit dem Gerät kompatibel und funktionieren einwandfrei. Doch wozu dann das PlayStation 4 Branding, wenn eigentlich jedes HDMI-Fähige Gerät damit verbunden werden kann? Schlussendlich handelt es sich bei dem Bildschirm um – wer hätte es gedacht – einen einfachen Bildschirm.

Test Portable HD Gaming Monitor Pro PS4 von Hori (6)Uns drängte sich schnell eine weitere Frage auf: Was genau soll man mit dem Monitor anfangen? Hori preist sein Gerät als „Portable HD Gaming Monitor“ an, doch so „portable“ ist das Ganze gar nicht. Neben der für einfache Rucksäcke zu hohen Größe gibt es keinen integrierten Akku. Strom wird über das Netzteil geliefert und erfordert somit eine Steckdose. Da wir die PlayStation 4 und jedes andere kompatible Gerät ebenfalls irgendwo anschließen müssen, und besonders Konsolen wie die PS4 Pro nicht unbedingt ein Leichtgewicht sind, sieht es mit dem Zocken-To-Go kritisch aus.

Außerdem: Wohin würdet ihr eine Konsole und einen passenden Monitor überhaupt mitnehmen? In den Urlaub jedenfalls nicht, denn dort möchten zumindest wir uns erholen und ausspannen – und nicht zocken. Der Nachbar im Flugzeug würde sich auch nicht gerade dafür bedanken, wenn ihr ihm den Weg zum Klo mit eurem Gaming Set-Up versperren würdet. Freunde, Verwandte und Bekannte haben in der Regel selber Fernseher oder Monitore, an denen ihr die Konsole anschließen könnt. Und für einen einfachen zweiten Bildschirm stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, denn mit ca. 249,99 Euro schlagt ihr hier kein Schnäppchen.

Kompatibel mit vielen Geräten
Geringes Gewicht
Praktische Hülle
Auflösung hätte besser sein können
Preis-Leistungs-Verhältnis
Kein eigener Akku

Alexa J.

An sich ist die Idee für einen tragbaren Bildschirm gar nicht mal so schlecht, doch besonders bei diesem Produkt stellt sich die Frage, was man damit anfangen soll. Außerdem ist nicht ganz klar, warum der Monitor von Sony extra für die PlayStation 4 lizenziert ist, wenn eigentlich alle HDMI-fähigen Geräte damit verbunden werden können. Einen zweiten Monitor zu haben, den man ohne große Probleme einfach umstellen und im Notfall für eine LAN-Party mitnehmen kann, ist absolut genial, da man dann keinen unhandlichen PC-Bildschirm umherschleppen muss. Aber für solche Gelegenheiten, die besonders heutzutage kaum noch vorkommen, lohnt es sich einfach nicht, so viel Geld auszugeben.
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