Test: Resident Evil – Revelations 2 (Episode 1 – 4)

Test: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1 - 4)Nachdem uns Capcom in den vergangenen Wochen regelmäßig mit brandneuen Episode zu Resident Evil Revelations 2 versorgt hat, ist das große Finale nun endlich enthüllt und versprich nochmal düster, schaurig und furios zu werden. Wir verraten euch, ob sich die Wartezeit gelohnt hat und ob die beiden Handlungsstränge um Claire, Moira, Barry und Natalia zu einem würdigen Ende geführt werden.

Episode 1

No Woman is an Island

So viel vorweg, den Vorgänger zu Resident Evil – Revelations 2 solltet ihr schon gespielt haben, damit die Story ihre Wirkung entfalten kann und euch der Einstieg nicht zu abrupt vorkommt. Eines Abends sind Claire Redfield und Barrys Tochter Moira Burton sind Gast auf einem abendlichen Bankett der NGO TerraSave, die sich dem Kampf gegen Bioterrorismus verschrieben hat. Ein wenig Small-Talk und einige Häppchen später, fällt plötzlich der Strom aus und bewaffnete Männer sprengen die lauschige Runde. Ehe die beiden wissen, wie ihnen geschieht, werden Claire und Moira außer Gefecht gesetzt und an einen unbekannten Ort gebracht.

Als Claire einige Zeit später erwacht, findet sie sich in einer Zelle wieder. Selbige gehört zu einer Gefängnisinsel mitten im Meer und auch die Tatsache, dass eine seltsame Stimme über einen elektronischen Armreif mit ihr spricht, sorgt bei Claire nicht unbedingt für Zuversicht. Diese erläutert ihr nämlich, dass in einem Experiment der Überlebenswille der beiden gekidnappten Damen getestet werden soll. Schnell ist Moira in eine der Nachbarzellen gefunden und die beiden machen sich auf, den Ort schnellstmöglich zu verlassen und Hilfe zu rufen. Dass sie nicht alleine sind und sich Haftanstalt mit einigen Infizierten teilen, versteht sich hoffentlich von selbst.

Sechs Monate später auf der anderen Seite des Meeres sorgt sich Barry Burton um seine Tochter und bricht zu ihrer Rettung auf. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist schon seit geraumer Zeit angespannt, aber den Fängen des Bösen möchte Barry Moira dann doch nicht. Er hat noch keine 10 Schritte auf der Insel getan, da wird er auch schon von der mysteriösen Natalia Korda, einem kleinen Mädchen mit übernatürlichen Fähigkeiten, überrascht. Ob die beiden Claire und Moira retten können, ohne als Imbiss für die Infizierten zu enden? Nur eines ist sicher: Die Geheimnisse hinter dem Experiment, dem Verbleib der beiden Frauen und den Infizierten lassen Raum für jede Menge Grusel-Spaß mit Resident Evil Revelations 2.110914-resident-evil-revelations-07b

Willkommen in der Geisterbahn!

Resident Evil – Revelations 2 schlägt in Sachen Story ein hohes Tempo an, drückt aber nach der Entführung ebenso schnell wieder auf die Bremse. Für eine lange Einleitung ist keine Zeit, denn in der rund zweistündigen ersten Episode wollen wir ja schließlich auch noch etwas vom Gameplay sehen. Mit den Charakteren und der Vorgeschichte solltet ihr vertraut sein, damit ihr die Action sofort ohne all zu viele Fragezeichen genießen könnt. Da wir die ganze Geschichte von Resident Evil – Revelations 2 noch nicht kennen, wollen wir an dieser Stelle aber auch nicht zu tief in deren Bewertung eintauchen. Das grundsätzliche Setting wirkt auf uns aber ein wenig austauschbar, denn eine Insel mit Infizierten und wir mittendrin, ist nicht unbedingt die taufrischeste Idee. Daran kann auch die Überwachung und Kontrolle des bereits angeteaserten Masterminds im Hintergrund nichts ändern. Horror-Potential hat das Setting von Resident Evil – Revelations 2 aber allemal und wir dürfen gespannt sein, wie es in Episode 2 weitergeht! Allzu viel Tiefgang erwarten wir aber nicht, weder von der Geschichte noch den Dialogen.

Dass uns die erste Episode bislang dennoch nur wenig schaudern lassen konnte, ist schwierig zu begründen. Die einzelnen Elemente, von Dunkelheit bis Jump-Scares, von abscheulichen Monstern bis psychischer Folter sind nicht weniger gruselig als früher. In Resident Evil – Revelations 2 bekommen wir nur das Gefühl, an all diesen Sachen vorbeigeschleust zu werden. „BUH! Und jetzt gehen Sie bitte weiter, es gibt nichts zu sehen!“ Zweifelsohne ist das Spiel natürlich für einige kalte Schauer auf unseren Rücken gut und auch die Action-Passagen machen Spaß. Resident Evil – Revelations 2 ist aber eben nicht die Ungewissheit, die in unser Hirn sickert, einen grausamen Film ablaufen lässt und uns vor jedem nächsten Schritt zögern lässt. Nein, Resident Evil – Revelations 2 es ist eher die Geisterbahn, die uns gewohnten Grusel direkt ins Gesicht wirft. Im Positiven, wie im Negativen!

Aber warum müssen wir überhaupt auf drei weitere Teile warten und bekommen Resident Evil – Revelations 2 nicht gleich als komplettes Spiel? Nun, auch wir haben keine rechte Antwort darauf gefunden. Man könnte argumentieren, dass sich die Spieler so zuerst einen Eindruck verschaffen können, ohne gleich einen Vollpreis-Titel bezahlen zu müssen. Wir können lediglich festhalten, dass das Spiel an sich bislang nicht vom Episoden-Format profitiert. Gerade ist ein wenig Horror-Stimmung aufgekommen, da heißt es eine Woche warten. Zumal weder der Handlungsstrang von Claire und Moir, noch der von Barry und Natalia für echtes Cliffhanger-Feeling. Selbstverständlich gibt es aber einen Cliffhanger, der jedoch mehr Holzhammer als Geniestreich ist. Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht auf Episode 2 freuen würden, aber das Episoden-Format funktioniert für uns ganz einfach bei storylastigen Spielen besser, als bei Resident Evil – Revelations 2, das vor allem durch das Gameplay spaßig wird.Test Resident Evil – Revelations 2 (Episode 1) (2)

Wehrhaftes Gespann

Und wo wir schon beim Thema sind, das Gameplay von Resident Evil – Revelations 2 ist solide und kurzweilig, wenngleich doch Standardkost. Wer die Resident Evil-Reihe kennt, dem sei gesagt, dass euch das gewohnte Bild erwartet. Wer die Serie nicht kennt, ihr bahnt und schießt euch leicht träge euren Weg durch düstere Gänge und Infizierte, während euch kleinere Rätseleinlagen nur wenig Gehirnschmalz abverlangen. Und wenn wir wenig sagen, dann meinen wir in Bezug auf Episode 1 auch wenig, denn die Rätsel verdienen diese Bezeichnung eigentlich nicht. Neu in Resident Evil – Revelations 2 ist jedoch das ständige Wechselspiel zwischen den Charakteren. Da wir jeweils mit Claire und Moira oder aber Barry und Natalia unterwegs sind, dürfen wir auch jederzeit zwischen den beiden Charakteren wechseln. Statt uns allerdings vier schießwütige Pistoleros vorzusetzen, bekommen wir hier recht unterschiedliche Helden geboten.

Während Claire und Barry eine Begabung für Schusswaffen und Messer haben, gestaltet sich die Rolle von Moira und Natalia ein wenig anders. Moira hat aufgrund ihrer Vergangenheit ein Problem mit Schusswaffen und greift für die Zombie-Jagd lieber zu Brecheisen und Taschenlampe. Mit letzterer könnt ihr die Gegner übrigens prima auf Distanz halten oder sogar kurzzeitig lähmen, um ihnen dann im Nahkampf eins über den Schädel zu ziehen. Mit der Taschenlampe lassen sich auch versteckte Items sichtbar machen. Natalia hingegen hat eher spirituelle Kräfte und kann Gegner durch wende sehen oder Barry zeigen, wo es Ausrüstung zu holen gibt. Wenngleich es natürlich Momente in Resident Evil – Revelations 2 gibt, in denen euch der Wechsel der Charaktere aufgezwungen wird, ist dieses Element des Gameplays aber zumeist abwechslungsreich und euer NPC-Partner dank der passablen KI tatsächlich auch meist kein Klotz am Bein.Test: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1 - 4)

Ein bisschen Zombiejagd für alle

Wenn uns das Spiel schon jederzeit zwei Charaktere vorsetzt, dann ist ein Koop-Modus natürlich Plicht… oder sollten wir besser sagen wäre Pflicht? Grundsätzlich bietet euch Resident Evil – Revelations 2 einen lokalen Koop-Modus an, sodass hier gemeinsam mit einem Freund an der selben Konsole die Story oder den Raid-Modus durchlaufen könnt. Online funktioniert dies zwar nicht, aber atmosphärischer ist der Couch-Koop definitiv. Leider hat es dieses Feature aber nicht auf den PC geschafft, belassen wir es an dieser Stelle einfach bei der reinen Feststellung. Für den fehlenden Offline-Koop, werden PC-Spieler dafür einen Online-Koop im Raid-Modus bekommen.

Apropos Raid-Modus, wenn ihr euch an der Kampagne von Resident Evil – Revelations 2 satt gespielt oder schlicht das Ende der ersten Episode erreicht habt, wartet da noch eine besondere Herausforderung auf euch. Im Raid-Modus kämpft ihr euch durch Zombie.-Wellen, sammelt Erfahrung und Items, werdet stärker und kämpft euch durch noch mehr Zombies. Tatsächlich ist dies vermutlich der Teil von Resident Evil – Revelations 2, der euch am längsten und besten unterhalten wird. Das Spielprinzip ist gleichermaßen simpel und nur auf Action ausgelegt, funktioniert daher aber auch herrlich unkompliziert.

Vom technischen Gesichtspunkt betrachtet, bietet Resident Evil – Revelations 2 ein eher mäßiges Bild. Optisch wissen zwar die Charakter-Modelle durchaus auf ihre Art zu gefallen, aber insgesamt wirkt das Spiel und seine Level eher blutleer. Die Veröffentlichung auf verschiedenen Konsolen-Generationen ist doch teilweise allzu deutlich spürbar, wenn wir uns die Texturen so ansehen. Wer hier seine Ansprüche nicht extrem hochhängt, wird aber von Resident Evil – Revelations 2 letztlich nicht enttäuscht sein.Test Resident Evil – Revelations 2 (Episode 1) (3)

Episode 2

Unentdeckte Weiten mit gewohnten Problemen

Raus aus dem schlauchigen Gefängnis, beginnt ihr euren neuerlichen Horror-Trip in einem kleinen Fischerdorf, wo Arbeit und Infizierte auf euch warten. Ein Helikopter will wieder zum Laufen gebracht werden und darum begeben sich Moira und Claire in der Siedlung auf die Suche nach den benötigten Materialien. Schon an diesem Punkt wird klar, dass sich Episode 2 zumindest in diesem Abschnitt ein wenig vom Auftakt unterscheidet. Das Fischerdorf mit seinen Häuschen kann relativ frei erkundet werden und es kommt weniger das Gefühl auf, man sei auf dem einen existierenden Weg gefangen, wie es noch im Gefängnis der Fall war. Wir irren also durch ein größeres, freies Areale, in dem die Gefahr buchstäblich von allen Seiten kommen kann und automatisch stellt sich viel eher das Resident Evil-Feeling alter Tage ein. Wo muss ich hin? Gibt es hier irgendwo noch wertvolle Munition oder Heilkräuter? Lohnt es sich das Risiko eines Angriffs in Kauf zu nehmen, um weitere Erkundungen anzustellen?

Aber das Verlassen des Insel-Knasts wirkt sich auch positiv auf den Spielfluss aus. Statt Action am laufenden Band gibt es in Episode 2 von Resident Evil – Revelations 2 durchaus auch ruhigere Passagen, durch die ein plötzlicher Zombie-Angriff natürlich deutlich bedrohlicher wirkt, als wenn die schlurfenden Kollegen wie am Förderband auf uns zukommen. Vor allem in Claires und Moiras Abschnitt steckt wieder mehr Horror und weniger Action drin. Dass wir das Gebiet in anderer Besetzung erneut durchwandern, halte ich in der Theorie immer noch für eine clevere Idee, in der Praxis bietet das Fischerdorf aber ähnlich wie das Gefängnis zu wenig Neues, wenn Barry und Natalia darin unterwegs sind. Zumindest dürfen wir uns in diesem Fall aber auf ein paar Kisten freuen, die wir mit Moira und Claire vergeblich zu öffnen versucht haben. Ja, Resident Evil – Revelations 2 lässt uns in Episode 2 sogar ein wenig mehr vor Rätseln tüfteln und auch das Kombinieren verschiedener Items sorgt angesichts wachsender Vielfalt für mehr Unterhaltung.

Aber auch Episode 2 von Resident Evil – Revelations 2 krankt an ähnlichen Problemen, wie der Auftakt der Staffel. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und ein wenig haushalten kann, der wird in Sachen Munition und sonstige Items nur wenig ins Schwitzern kommen und auch entsprechend wenig Anspannung empfinden. Schwerer wiegt jedoch, dass die Kampagne zu lange braucht um Fahrt aufzunehmen. Die Charaktere wirken blass und die Story will nicht so recht für Spannung sorgen. Möglicherweise wäre es besser gewesen, den beiden Charakter-Duos jeweils eine ganze zweistündige Episode zu widmen, anstatt zu versuchen, in einer Episode gleich zwei Handlungsstränge samt Charakteren einzuführen. Hohen Unterhaltungswert hat aber einmal mehr der Raid-Modus, der mit Episode 2 ebenfalls frische Inhalte bekommt.Test: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1 - 4)

Episode 3

Solides Fabrikat

Beschränken wir uns in Sachen Story also auf die essentiellen Rahmenbedingungen zu Resident Evil – Revelations 2 Episode 3. Claire und Moira sind auf ihrer Suche nach den Hintergründen ihrer Entführung und der mysteriösen Frau und dem noch mysteriöseren Experiment mittlerweile im Zentrum der Insel angekommen. Doch statt Antworten zu finden, warten erst einmal weitere Rätsel auf sie. Jemand der ihnen dabei behilflich sein könnte, wäre ihr Kollege von TerraSafe, doch der will erst einmal gefunden sein. Zu anderer Zeit an gleichem Ort stellt sich Barry recht ähnliche Fragen, auch wenn er zunächst noch dringlichere Probleme hat und… Eine weiter Beschreibung der Handlung dürfte wohl ohne dem einen oder anderen Leser auf die Füße zu treten schwierige werden, doch so viel sei gesagt: Hat sich die Kampagne in Episode 1 und 2 noch relativ träge dahingeschlichen, kommt sie in der dritten Episode von Resident Evil – Revelations 2 allmählich in Fahrt und auch die Charakterentwicklung wird vorangetrieben.

Dabei ist es gleichermaßen das Setting und das Gameplay, die in Episode 3 von Resident Evil – Revelations 2 deutlich runder wirken, als noch zuvor. Ein wesentlicher Handlungsort ist beispielsweise eine heruntergekommene Fabrik, die in uns schon fast Herrenhaus-Atmosphäre von frühen Resident Evil-Teilen aufkommen lässt. Nicht unbedingt weil die Fabrik ähnlich eingerichtet ist, sondern weil die Level-Architektur im Vergleich zu den Gefängnisgängen aus Episode 1 deutlich gelungener ist. Viele Wege, viele Räume und nie weiß man so recht, ob hinter der nächsten Biegung oder im toten Winkel eine Gefahr lauert. Rein optisch ist die Fabrik natürlich durch nahezu jedes heruntergekommene Gebäude ersetzbar, durch das wir in unserer Horror-Historie jemals gewandelt sind. So warten die üblichen absurden Fallen, grotesker Laborbedarf, Trümmer, Blut und Überreste von diversen Personen mit weniger Glück als unsere Protagonisten. Aber dennoch haben wir weniger das Gefühl, dass uns Resident Evil – Revelations 2  hier in einen Tunnel presst, sondern Raum zum Erkunden lässt.

Unterstützt wird dies durch den deutlich gesteigerten Rätselanteil in Episode 3. Da warten Laserfallen, mit Stacheln gespickte Decken, die uns erschlagen wollen, Retina-Scanner und Zombie-Horden, die eine clevere Kombination der unterschiedlichen Charakter-Fähigkeiten notwendig machen. Mehr Rätsel und weniger, aber dafür knackigere Kämpfe, diese Mischung ist Resident Evil – Revelations 2 zumindest in dieser Episode gut gelungen. Sowohl Claire und Moira als auch Barry und Nathalia bekommen es natürlich auch wieder mit einem obligatorischen Boss-Fight zu tun, die sich spielerisch stark unterscheiden und die nötige Dosis Action liefern. Der Umfang von Episode 3 geht ebenfalls vollkommen in Ordnung, wobei sich die Entwickler von Resident Evil – Revelations 2 im aktuellen Spielabschnitt dafür entschieden haben, den Handlungsstrang von Claire und Moira deutlich intensiver zu behandeln.Test Resident Evil - Revelations 2 (Episode 3) (2)

Episode 4

Das gute und das schlechte Ende…

Nachdem wir uns mit jedem Schritt immer weiter dem Zentrum der Insel und des Bösen genähert haben, ist das Treffen mit der Aufseherin in Episode 4 natürlich unausweichlich. Auf der Suche nach Antworten erholen sich Claire und Moira von den Qualen, denen sie gerade so entkommen sind und machen sich an das Erklimmen des Turms. Welche düsteren Geheimnisse die beiden Frauen an der Spitze erwarten, wollen wir euch an dieser Stelle noch nicht verraten, aber wir können sagen: Die Geschichte von Claire und Moira endet actionreich, emotional und stellt, wöchentlichen Cliffhangern zum Trotz, tatsächlich den Höhepunkt dieses Abschnitts von Resident Evil – Revelations 2 da. Die Tatsache, dass wir uns sechs Monate später mit Barry erneut auf der Insel herumtreiben und Gefahren aller Art vorfinden, mindert den Überraschungseffekt dabei nur bedingt.

Barry und Natalia sind da schon einen Schritt weiter, denn zum Ende der dritten Episode von Resident Evil – Revelations 2 trafen sie abermals auf die Aufseherin und die Wahrheit über Natalias rätselhafte Fähigkeiten wird uns wie eine Möhre vor die Nase gehalten. Nachdem die Situation recht schnell entschärft ist, machen sich die beiden also wieder auf den Weg… den Weg, von dem wir auch nach drei Episoden nicht so ganz wissen, wo er eigentlich hinführt. Das letzte was Barrys und Natalias Geschichte gefehlt hat, war definitiv mehr Rennerei. So geht es also weiter, Areale folgt auf Areale, Zombie-Grüppchen auf Zombie-Grüppchen. So ganz werden wir das Gefühl nicht los, den Entwicklern fehle es an dem Gespür, wann ein Gameplay-Element ausgereizt ist.

Auch wenn der Höhepunkt der zweiten Kampagne sicherlich nicht ganz so stark ist, hält er doch insbesondere für Resident Evil-Fans einige Überraschungen bereit. Je nachdem, was ihr im Laufe von Resident Evil – Revelations 2, so getrieben habt, wartet dann ein gutes oder ein schlechtes Ende auf euch. Wo das eine überraschend, spannend und zufriedenstellend ist, ist das andere Ende derart belanglos, das es selbst bei Resident Evil-Fans kaum in Gedächtnis bleiben dürfte.Test Resident Evil – Revelations 2 (Episode 2) UPDATE

Wenig Überraschung liefert uns Episode 4 von Resident Evil – Revelations 2 aber beim Gameplay. Wieder wird ein wenig zu viel umhergerannt, ein wenig zu wenig gegruselt, ein wenig zu viel geschossen und ein wenig zu wenig geknobelt. Was Episode 3 vor allem in Claires Kapitel noch recht beachtlich und unterhaltsam kombiniert hat, funktioniert im Finale nicht mehr ganz so gut, was aber auch dem stärkeren Fokus auf die Story-Enden geschuldet ist. Wo uns Resident Evil – Revelations 2 in Episode 4 Rätsel aufgibt, da sind sie in der Regel nach dem Schema „Mach mit Persona A Sache X, damit Person B Sache Y machen kann“. Dennoch spielt sich Claires Hälfte einmal mehr äußert unterhaltsam und findet einen würdigen Abschluss.

Wir wissen nicht, ob Barrys Part nun von vorneherein als nachdenklicher Abschnitt geplant war, der uns die Ereignisse aus der ersten Hälfte nochmal reflektieren lassen soll, aber falls es so sein sollte, hat es nicht funktioniert. Das eigentlich hoch dramatische Setting des Vaters, der seiner Tochter in Lebensgefahr zur Hilfe eilt und sich den Dämonen der gemeinsamen Vergangenheit stellen muss, wird auch in Episode 4 nur bedingt genutzt. Ob Barry überhaupt so etwas wie Emotionen besitzt? In jedem Fall fällt der Höhepunkt des Handlungsstrangs und damit auch der Höhepunkt des Spiels weniger fesselnd aus, wie wir es uns erhofft hätten. Maßgeblich daran beteiligt ist auch der ein wenig schlaffe Boss-Fight am Ende von Resident Evil – Revelations 2. Dieser ist zwar ganz gut in die Geschichte eingebettet und hat einige nette Ideen zu bieten, hätte aber knackiger sein können.Test Resident Evil - Revelations 2 (Episode 3) (1)

Bonus-Episoden

Habt ihr die Retail-Fassung oder den Season-Pass von Resident Evil – Revelations 2 erworben, dann warten nach der eigentlichen Story zwei weitere Bonus-Episoden auf euch (,die auch separat erhältlich sind). Die beiden Story-Ausschnitte The Struggle und Little Miss drehen sich um Moira beziehungsweise Natalia und erzählen zwei kleine Zusatz-Kapitel der Handlung. Vor allem im Falle von Moiras Kampagne wäre jetzt aber jedes weitere Wort zur Handlung zu viel Spoiler, daher wollen wir euch lediglich verraten, dass beide Bonus-Episoden interessante Einblicke auf den jeweiligen Charakter werfen und definitv einen besonderen Reiz haben, den es nach der Kampagne auszukosten gilt!

Spielerisch wird in The Struggle und Little Miss durchaus ein wenig mit dem Setting, den Charakteren und den Spielmechaniken experimentiert. Gerade der Coop-Aspekt von Resident Evil – Revelations 2 wird hier nochmal auf ein neues Level gehoben und spannend verarbeitet. Essentiell sind beide Bonus-Episoden zwar nicht, aber sie schaffen es einige Kanten der Kampagnen zu glätten und uns stellenweise sogar richtig zu fordern. Das für allerdings an manchen Stellen mehr oder weniger zufällig von der Decke fallende Gegner herhalten müssen, ist hingegen einfach nur albern. Eine nette Dreingabe!

Abwechslungsreiche Charakter-Fähigkeiten,...
Toller, umfangreicher Raid-Modus
Mehr und mehr Horror-Feeling,...
Günstiger Einstiegspreis
Spannendes, dramatisches Finale,...
... die teilweise zu aufgezwungen wirken
Kampagne erst in der zweiten Hälfte fesselnd
...das zu Spielbeginn stark zu kurz kommt
Grafisch mit Luft nach oben
...aber nur in Claires Kampagne

Martin W.

Nach vier Episoden und zwei Bonus-Kapiteln kann ich sagen: Resident Evil - Revelations 2 ist ein grundsolides, unterhaltsames Spiel, dass Freunde der Serie oder des Genres einige vergnügliche Stunden bescheren dürfte in dem wir den Hauch Horror-Genialität aber vergeblich suchen. Es gibt wenig Neuartiges, kaum frische Ideen und Grusel-Klischees sind das erste Mittel der Wahl, wenn es um Atmosphäre geht. Und dennoch, Resident Evil - Revelations 2 mag kein Spiel sein, das man in einigen Jahren noch als Klassiker weiter empfiehlt, aber die meist kurzweilige Kampagne und der starke Raid-Modus sind für den Moment gute Unterhaltung.
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