Test: Ride

Test-RideIhr wart schon immer Fans von Motorrädern und schnellen Fahrten durch beeindruckende Kulissen? Dann ist das neue Werk der Entwickler von Milestone vielleicht genau das Richtige für euch. Mit Ride kommt ein Rennspiel, das mit einer eindrucksvollen Grafik und einem einzigartigen Gameplay überzeugen will. Ob den Machern bei Milestone das gelungen ist, lest ihr hier in unserem Testbericht.

In Ride steigt ihr mit eurem individuellen Charakter auf das Motorrad

Wie bei vielen Rennspielen geht es auch bei Ride einzig und allein nur darum der oder die Beste zu sein. Bezwingt ein Rennen nach dem anderen, damit ihr ganz am Ende auf dem Treppchen stehen könnt. Doch bevor ihr auf euer Motorrad steigt, erstellt ihr erst einmal euren ganz eigenen Charakter. Hier dürft ihr sogar ein kleines bisschen kreativ werden, denn ihr wählt nicht einen von verschiedenen vorgegebenen Charakteren, sondern wählt euren eigenen Namen, wählt zwischen männlich und weiblich und ändert euer Äußeres. Sucht euch eure Lieblingsfrisur aus und wählt eins der vielen eher stereotypischen Gesichter.

Test-RideBesonders interessant ist vor allem die Wahl eurer Nationalität, denn hier könnt ihr nicht nur zwischen verschiedenen Ländern wählen, sondern auch zwischen Kontinenten. Wenn euch das noch nicht groß genug ist oder ihr euch mal wieder nicht entscheiden könnt, nehmt doch einfach „Welt“. Damit könnt ihr nichts falsch machen. Und falls ihr eure Entscheidung doch noch bereuen solltet, können eure Einstellungen im Nachhinein immer noch geändert werden. In Ride könnt ihr außerdem euren Fahrstil verändern. Hier personalisiert ihr die Haltung eures Charakters auf dem Motorrad während der Fahrt oder im Stand. Schade nur, dass einem als Anfänger nicht erklärt wird, wozu genau das gut sein soll.

Seid ihr mit eurem Charakter zufrieden so wie er ist, dürft ihr dann euer erstes Motorrad in Ride auswählen. Ihr habt drei zur Auswahl, die alle ziemlich schick aussehen. Schade ist allerdings, dass ziemlich eindeutig ist, welches der drei Räder das Beste und welches das Schlechteste ist. In den angegebenen Informationen zu den Rädern findet ihr keine verschiedenen Schwächen und Stärken. Eins der Räder hat in jedem Punkt die besten Zahlen und ein anderes hat in jedem Punkt die schlechtesten Zahlen. Die Wahl ist also eigentlich eindeutig, es sei denn man steht nicht auf die Farbe Blau.

Rast durch umwerfende Gegenden

Womit Ride definitiv punkten kann, ist die Grafik. Die Motorräder sehen klasse aus und auch das Leder eurer Kleidung sieht sehr realistisch aus. Auch die Lichteffekte und Schattierungen wirken naturgetreu. Wirklich schön sind außerdem die verschiedenen Rennstrecken geworden. Diese sind nicht nur abwechslungsreich, sondern auch noch voller Details, die sehr gut zu der jeweiligen Umgebung passen. Rast beispielsweise durch die Innenstadt Milans, die traditionellen Provinzen Japans, die Wüste Nevadas oder die grünen Berge Großbritanniens. Das Einzige, was ein wenig bei der Verarbeitung vernachlässigt wurde, sind die Gesichter der Rennfahrer. Neben den wunderschönen Gegenden und realistischen Bikes, sehen die Gesichter eher enttäuschend aus. Nur gut, dass ihr sowieso die meiste Zeit einen Helm aufhabt.

Test-RideEine Vielfalt an Modi, gestört durch lange Ladezeiten

In Ride findet ihr verschiedene Arten von Wettkämpfen, die man auch sonst so aus Rennspielen kennt. Nehmt an den Weltturnieren teil, um die Nummer eins zu werden, tretet online gegen Spieler aus aller Welt an, versucht immer und immer wieder eure eigene Bestzeit zu schlagen oder übt einfach ein wenig. In jedem Fall solltet ihr viel ausprobieren, denn so kommt ihr an Geld, und dieses Geld braucht ihr, um euer Motorrad zu aufzupeppen, schneller zu werden und so in den schwieriger werdenden Rennen als Sieger hervorzugehen.

Test-RideRide funktioniert auf der PlayStation 4 sehr gut. Das Motorrad lässt sich gut steuern, auch wenn die Geschwindigkeit manchmal schwer einzuschätzen ist. Besonders wenn man langsamer wird, hat man das Gefühl, dass das Bike jeden Moment stehen bleiben könnte und das obwohl man noch bei guten 70 km/h ist. Was wirklich stört, sind allerdings die ewig langen Ladezeiten. Startet ihr ein neues Rennen könnt ihr euch schon einmal auf eine etwas längere Wartezeit einstellen. Ihr bekommt zwar Informationen zu eurem Motorrad zu lesen, da diese sich aber immer wieder wiederholen, kann dieses Feature einem die Warterei auch nicht mehr schön reden.

Schwierigkeitsgrad ist nicht für jeden was

Für mich als blutigen Anfänger, besonders wenn es um Motorradspiele geht, war das Gameplay von Ride etwas gewöhnungsbedürftig. Eine nähere Bekanntschaft mit Wänden und Boden zu machen, sei es durch Unterschätzung der Geschwindigkeit oder einen taumelnden Fahrstil, ist anfangs leider unvermeidlich. Nach ein paar Versuchen gewöhnt ihr euch aber an die Steuerung und kullert gleich sehr viel seltener vom Rad. Es gibt verschiedene Schwierigkeitseinstellungen und Fahrhilfen, doch auch mit den einfachsten Einstellungen hatte ich bei den richtigen Rennen große Schwierigkeiten damit, den vorderen Rängen auch nur nahe zu kommen. Die Gegner sind einfach viel zu schnell und Chancen sie einzuholen gab es nur wenige, wenn man einmal weiter nach hinten gedrängt wurde.

Test-RideGleichzeitig denke ich allerdings, dass fortgeschrittene (Virtuel-) Motorradfahrer in Ride jede Menge Features ganz nach ihrem Geschmack finden werden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten Charakter und Bike zu verändern und personalisieren. Die verschiedenen Schwierigkeitsstufen sorgen außerdem für jede Menge Herausforderungen. Mit etwas mehr Können sollten die Rennen sehr viel weniger Probleme für talentierte Spieler darstellen.

Atemberaubende Grafik
Forderndes Gameplay
Personalisierung von Avatar und Bike
Lange Ladezeiten
Nichts für Anfänger

Sabine St.

Fans von Motorradrennspielen werden an Ride dank der viele Features sicherlich viel Spaß haben. Als Anfänger sollte man sich jedoch gut überlegen, ob man für Ride sein Geld ausgeben möchte. Wenn ihr nicht mehrere Stunden in Training, Personalisierung und Tunen des Rads investiert, kann aus Spielspaß schnell Frust werden. Die hübschen Landschaften und beeindruckenden Motorräder motivieren zwar dazu, so viel wie möglich in Ride entdecken zu wollen, doch der hohe Schwierigkeitsgrad lässt Anfänger schnell die Lust an den Rennen verlieren.
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