Test: RIGS – Playstation VR

Schon auf der gamescom war RIGS der erste Titel den ich auf der fast fertigen Playstation VR ausprobieren konnte. Und auch zu Hause im heimischen Wohnzimmer hab ich als allererstes eine Runde von selbigem gespielt, weil ich die Geschwindigkeit in der es hier zur Sache geht damals als absolut berauschend empfunden habe.

Ich meine: Kampfroboter die sich in einer Art fiktiven Sportart im 3vs3 gegenseitig kaputt ballern und das Ganze in riesigen, vom Publikum umjubelten Arenen? Selbst auf dem Papier liest sich das schon gut genug für mich um mit einer Menge Motivation an die Sache ranzugehen. Ob RIGS jedoch die Summe eines Vollpreistitels wert ist, dass galt es für mich herauszufinden.

Schnelles Spiel, lahmes Intro

Wie bereits erwähnt konnte ich RIGS bereits vor einigen Monaten auf der gamescom in Köln ausprobieren. VR Brille auf, 60 Sekunden Einweisung in Steuerung und Spielmodus und los gings damals bei mir! Im fertigen Spiel scheint selbiges jedoch alles daran zu setzen euch möglichst lange vom Spielen abzuhalten.

Ungern starte ich mich solch harter Kritik in meiner Review, aber das Tutorial und die erste Spielstunde von RIGS ist wohl das Nervigste, was mir im VR Bereich bisher so untergekommen ist. Statt mich einfach spielen zu lassen wird euch als Neuling jeder einzelne Menüpunkt, jeder Spielmodus und jedes kleine Bisschen der Steuerung mehrere Male in Wort und Bild erklärt. So verbringt Man gerne Mal die erste halbe Stunde mit nicht überspringbaren Erklärungen von Inhalten, die eigentlich selbsterklärend sein dürften.

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Habt ihr das hinter euch, so besteht RIGS aus zwei zentralen Komponenten: Dem Offline- und dem Online-Modus. Der Markt für VR mag noch klein sein und Verkaufszahlen zu Sonys Playstation VR liegen mir auch keine vor, aber dennoch hatte ich keine Probleme fünf weitere Spieler für ein geschmeidiges 3vs3 online zu finden. Die Verbindung ist stabil und letzten Endes dürfte auf lange Sicht auch hier die meiste Action abgehen. Freischaltbare Anpassungen für euren Piloten, sowie euren Mech sorgen hoffentlich für die nötige Langzeitmotivation.

In der Kampagne seid ihr nicht nur als Spieler auf dem Schlachtfeld, sondern auch als Manager für eines von 18 frei wählbaren Teams tätig. Ihr kümmert euch um Sponsoren die natürlich gewisse Erwartungen an euch haben und euch für Erfüllung selbiger entlohnen. Vom gewonnen Geld verpflichtet ihr KI Spieler für euer Team oder kauft neue Mechs die sich vor allem in Panzerung, Geschwindigkeit und Größe, aber auch durch ihre Waffen voneinander unterscheiden. Insgesamt zwei Waffen kann jeder Mech mit sich tragen und verfügt außerdem auch noch über passive Fähigkeiten.

Wenn Blicke töten

Gespielt werden immer genau 5 Minuten (plus Sudden Death) in allen der insgesamt drei Spielmodi. Neben dem Klassiker Team Deathmatch gibt es zum einen den Modus Endzone in dem ihr typisch amerikanisch einen Football erobern und in die gegnerische Endzone bringen müsst um für euer Team zu punkten. Werdet ihr angerempelt oder zerstört verliert ihr den Ball, den ihr aber auch euren Team-Kollegen zupassen könnt.

Powerslam war und ist mein persönlicher Favorit unter den Modi, da er eine tolle Dynamik bietet. Grundlegend ist es auch hier eure Aufgabe Feinde zu vernichten. Diese lassen Kugeln fallen die sich aber auch über die Map verteilt finden lassen. Im Normalfall aktivieren diese Kugeln nach einer bestimmten Anzahl euren Overdrive Modus, eine Art Powerschub der euren Mech für kurze Zeit viel mächtiger Macht.
Im Modus Powerslam sehen die Spielregeln dann jedoch vor, dass ihr diese Kugeln einsammelt und ab einem bestimmten Zeitpunkt einen Ring in der Mitte der Arena passieren könnt um zu punkten. Ihr seid hier also nicht nur der Spieler, sondern zeitgleich quasi euer eigener Ball.

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Generell solltet ihr ständig in Bewegung bleiben und zwischen den drei Modi eures Mechs wechseln. Wählen könnt ihr zwischen einem Boost für eure Geschwindigkeit, erhöhtem Schaden sowie dem Reparatur Modus, der sich für Pausen zwischen den Feuergefechten eignet. Gespielt und gesteuert wird mit einem normalen Playstation Controller, gezielt jedoch mit dem Kopf.
Das Fadenkreuz kann entweder vollkommen eigenständig mit dem VR-Headset oder alternativ in Kombination mit dem rechten Stick gesteuert werden. Ihr müsste euren Gegner also quasi angucken um ihn zu erledigen, was für ein besonders intensives Spielgefühl sorgt, aber auf Dauer auch anstrengend sein kann.

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Technisch merkt man RIGS an, dass hier und da Abstriche zu Gunsten des schnellen Gameplays gemacht werden mussten, denn gerade in der Ferne wird das Spiel auch Mal arg unscharf und macht es schwierig Gegner rechtzeitig zu erkennen. Dennoch ist RIGS durch seinen Online-Modus und seine Langzeitmotivation bisher der Titel für mich bei dem ich am ehesten den Wert eines Vollpreis-Titels nachvollziehen kann. Die gelungene Atmosphäre und epische Inszenierung der Kämpfe in der Arena sucht definitiv ihresgleichen.

https://www.youtube.com/watch?v=hYZDCiOILPA

Titel mit Langzeitmotivation
Actiongeladene, schnelle Matches
Gelungener Online Modus
Toll in Szene gesetzt
Nerviges Tutorial
Dinge in der Ferne sehr pixelig
Steuerung manchmal zu hektisch

Yannick D.

Fast hätte es das extrem lahme Tutorial von RIGS es geschafft mir dieses eigentlich grandiose Spiel madig zu machen. Nur weil wir es mit einem neuen Medium zu tun haben, sollte ein Tutorial nicht hingehen und jede Kleinigkeit bis ins Detail erklären müssen. Hat man das überstanden so entfaltet sich aber mehr und mehr der Langzeitspaß mit RIGS, gerade wenn man sich online in die Gefechte stürzen kann. Grafisch lässt der Titel zwar zu wünschen übrig, aber nach einigen Minuten im Spiel ist auch dieses Manko vergeben und vergessen, wenn man mit seinem Mech ein paar Feinde in die Luft gejagt hat.
Test: Until Dawn Rush of Blood - Playstation VR Im Test: The Game Extreme
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