Test: Rogue Stormers

Test: Rogue Stormers

Wenn ihr ein Fan von happigen Spielen seid und mal eine ordentliche Abwechslung von Titeln wie Dark Souls haben wollt, dann könnte Rogue Stormers genau das Richtige für euch sein. Der Action-Plattformer aus der Indie-Sparte verbindet das klassische Shoot´em up-Gameplay mit Rouge-like- und Rollenspielelementen und sorgt damit für etwas lang ersehnte Abwechslung in diesem Genre. Wie der Titel abschneidet, erfahrt ihr jetzt.

Ein Fest für Retrofreunde

Einigen dürfte der Begriff Rogue-like-Game noch etwas sagen, doch wer damit überfragt ist, dem sei an dieser Stelle kurz geholfen. Das Ziel eines Rogue-like-Games – und dementsprechend auch bei Rogue Stormes – ist, sich durch eine kachelbasierte Karte durchzukämpfen und sich dem Endboss zu stellen. Schafft man es, diesen zu besiegen, gelangt man ins nächste Level.

Insgesamt stehen euch 8 Level zur Verfügung, die ihr entweder als einsamer Wolf oder im Multiplayer-Modus mit drei weiteren Mitstreitern bestreitet. Dabei könnt ihr sowohl Online nach weiteren Verfechtern suchen als auch eure Freunde zu einer Partie Couch-Coop einladen. Habt ihr euch für letzteres entschieden, müsst ihr jedoch eine Einschränkung in Kauf nehmen: Beim lokalen Multiplayer leveln eure Partner leider nicht mit.

Test: Rogue Stormers

Zu zweit gestalten sich die Bosskämpfe zwar immer noch nicht leicht, aber zumindest weniger schwierig.

Der knifflige Schwierigkeitsgrad stellt euch vor eine Herausforderung, jedoch ohne euch dabei den Weg zum Ziel unfair zu gestalten. Um diesen Härtegrad etwas zu entkräften, könnt ihr auf eurer Reise durch die Level einiges an Loot sammeln. So teilt ihr etwa mit neuen Waffen mehr Schaden aus oder könnt euch mit der gesammelten Währung bessere Ausrüstung kaufen. Doch seid gewarnt! Wenn ihr sterbt, dann startet ihr ganz von vorne in Level 1 und dürft den kompletten Weg erneut beschreiten.

Die Gebrüder Sticks

Rogue Stromers ist ein typischer Twin-Stick-Shooter, das heißt, ihr nutzt den einen Analog-Stick zum Fortbewegen und den anderen, um quer über den Bildschirm auf alles zu schießen, was sich bewegt. Die Steuerung ist also schnell und einfach gelernt. Dabei gilt auch hier die Regel, dass dumpfes Dauerballern rasch den Tod bedeutet. Stattdessen solltet ihr euch ziemlich zeitnah das Ausweichen aneignen, denn führt ihr das Ausweichmanöver aus, so seid ihr für einen Moment unverwundbar.

Test: Rogue Stormers

Passt auf, dass ihr bei dem Feuerwerk auf dem Bildschirm nicht die Übersicht verliert.

Bevor ihr euch jedoch ins Abenteuer stürzt habt ihr die Wahl zwischen 5 verschiedenen Charakteren, die alle unterschiedliche Waffen und Spezialfähigkeiten haben.

Solltet ihr häufiger den Löffel abgeben, so zeigt sich das Spiel gütig und lässt euch an den Perk´O´Lator. Hier habt ihr die Wahl zwischen 2 Perks, die ihr auch nach dem Tod behaltet und damit ein etwas leichteres Spiel habt.

Die Schurken sind los

Das Gameplay bildet zwar eindeutig den Kern von Rogue Stormers, doch haben es sich die Jungs und Mädels von Black Forest Games nicht nehmen lassen, eine kleine Geschichte zu erzählen, um die Welt etwas interessanter und glaubwürdiger zu gestalten. Der Titel verschlägt uns nämlich in die dystopische und von Steampunk-Elementen durchzogene Stadt Ravensdale. Mittels des enormen Rohölvorkommens, das die mittelalterliche Stadt kennzeichnet, werden zahlreiche Waffen hergestellt und durch die übermäßige Nutzung mutieren die Bewohner zu unausstehlichen Schergen.

Nun liegt das Schicksal der Stadt in den Händen von fünf teilweise fragwürdigen (Anti-)Helden, die sich der Herausforderung stellen, die Stadt vor ihrem Untergang zu bewahren. Brecht, Stabbygale, Camile, Presto und El Cazador lauten die Namen der gehässigen 5. Die Hintergundgeschichten der Protagonisten müsst ihr im Verlauf des Spiels mittels Textauszügen selbst zusammenstückeln.

Vorschau Rogue Stormers

Wir präsentieren: Die fünf Helden von Rogue Stormers

Ein in sich geschlossenes Universum

Anhand von zahlreichen Querverweisen auf die Geschichte und das Setting gelingt das Erzeugen einer glaubhaften Welt. Man entdeckt oftmals kleine popkulturelle Anspielungen, die auf das eigene Universum angepasst wurden. Es ist also lohnenswert, hier und da mal eine Pause einzulegen und die stilistisch tollen Hintergründe etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Jedoch hätten wir uns an einigen Stellen etwas mehr Informationen zu der Spielwelt und den Charakteren gewünscht, da die gegebenen Texte nicht allzu viel Inhalt bieten.

Unter dem permanenten Kugelhagel kann man meist den Sound des Spiels nicht mehr in seinen vollen Zügen wahrnehmen, doch was dieses kleine unumgängliche Manko ausbügelt, ist die raffinierte Musik. Die Soundtracks passen mit ihrem aggressiven Ton wie die Faust aufs Auge und geben einem das Gefühl, ein waschechter Actionstar zu sein.

Kinderleichte Steuerung
Adäquater Soundtrack
Fairer Schwierigkeitsgrad
Lokaler Mitspieler levelt nicht mit
Dürftige Infos bezüglich des Settings und der Protagonisten

Oliver K.

Dass Rogue Stormers nicht mit den aktuellen AAA-Titeln mithalten kann, ist selbstverständlich - doch für das, was es sein möchte, hinterlässt das Spiel einen ordentlichen und vor allem fetzigen Eindruck. Das schnelle Gameplay und die vergleichsweise kurzen Level sind eine schöne Beschäftigung für zwischendurch, wenn euch nochmal der Ehrgeiz packt und ihr den nächsten Endboss bezwingen wollt. Mit ein paar Freunden an der Seite macht das Ganze dann noch viel mehr Spaß. Wer also ein Freund von schneller und vor allen Dingen schwieriger Action ist, der wird bei Rogue Stormers auf seine Kosten kommen.
Lohnt sich Kino: The Nice Guys Test: Battleborn
Comments