Test: Shadow of the Colossus (PS4)

Test-shadow-of-the-colossus-Bild-1Fragt ihr etwas ältere PlayStation Jünger nach ihren Lieblingsspielen, werdet ihr von vielen sicherlich Shadow of the Colossus zu hören bekommen. Kein Wunder also, dass es zu seiner Zeit schon mal ein Remaster für die PS3 gab. Doch da sich der Mythos um das Spiel immer noch weiter hält, hat sich Sony ein weiteres Mal mit den Spezialisten von Bluepoint Games zusammen getan, um das Spiel eindrucksvoll in die Neuzeit zu katapultieren. Herausgekommen ist wohl das beste Remake, was es bisher gab.

Der Mythos lebt

Shadow of the Colossus stammt, wie The Last Guardian und ICO, aus der Feder von Team ICO unter der Führung von Fumito Ueda. Große Namen, die bis heute die Spielewelt prägen und andere Spieleentwickler inspirieren. Ganz besondere Spiele, die euch als Spieler auf eine  unvergleichliche Reise mitnehmen und euch garantiert, lange nachdem ihr den Controller weggelegt habt, noch im Kopf herumschwirren. Es ist eins dieser Spiele, welches schon früh die Frage aufwarf, ob Videospiele Kunst sind. Da die Diskussion noch bis heute läuft, wird mit Shadow of the Colossus aber garantiert deutlich, dass es besondere Kunst ist, solche virtuellen Werke zu erstellen. 

Dabei ist die Geschichte auf den ersten Blick nicht wirklich, vielleicht gar nicht, besonders. Ihr schlüpft in die Haut des jungen Mannes Wander, der mit seinem Pferd Agro auf der Reise in ein fernes Land ist. Mit sich trägt er den leblosen Körper des Mädchens Mono, welchen er am Tempel von Dormin wiederzubeleben versucht. Einziges Problem: Um sein Ziel zu erreichen, muss er sich 16 riesigen Kolossen stellen. Das ist weder spielerisch noch emotional immer einfach. Doch wie schon die Einleitung deutlich gemacht haben sollte, stellt sich eigentlich gar nicht die Frage, ob ihr euch auf diese Reise begeben solltet. 

Ein komplett neues Spiel

Klar, der Ruf des Spiels und der hohe Nostalgie-Faktor sind klare Kaufargumente für Fans, doch was ist mit neuen Spielern? Auch diese werden voll auf diese Kosten kommen, denn mit Shadow of the Colossus für die PS4 bekommt ihr ein Remake des ursprünglichen Spiels. Doch keine Angst, das bezieht sich nur auf die technische Seite, denn die wirklich außergewöhnliche Umsetzung stellt alle bisherigen Remaster- und Remake-Versionen von anderen Spielen in den Schatten. Das Team von Bluepoint hat die PS4 Version nämlich von Grund auf neu erstellt. Heißt, keine einzige Zeile des ursprünglichen PS2 Codes ist noch vorhanden. Stellt es euch so vor wie einen ganz alten Film, der 1:1 mit den neuesten technischen Mitteln nachdreht worden ist.Test-shadow-of-the-colossus-Bild-3 

Moderner Look

Um das zu schaffen, nutzt das Entwicklerstudio sogar seine neue und eigens entwickelte Spiel-Engine. Um hierbei aber der Vorlage wirklich gerecht zu werden, wurde bei Bluepoint noch mal ordentlich auf Künstlerebene an Personal aufgestockt. Herausgekommen ist ein Spiel, bei dem ihr die PS2 Wurzeln nur noch auf dem Papier erkennen könnt. Die erste Veränderung liegt natürlich bei der Auflösung. Egal auf welcher PlayStation 4 ihr nun spielt, bekommt ihr mindestens volle 1080p. Die PS4 Pro bietet euch zudem noch zwei Grafikmodi mit Kino und Performance.

Kino legt dabei Wert auf gesteigerte Auflösung mit hochskalierten 4K , ein wenig mehr visuellen Effekten und HDR. Der Performance Modus legt hingegen Wert auf stabile 60 Frames und eine feste Auflösung von 1080p. Das Ergebnis der beiden Modi ist wirklich extrem gelungen und besonders der Performance Modus hebt das spielerische Erlebnis nochmals auf eine neue Ebene.Test-shadow-of-the-colossus-Bild-5

Einfach wunderschön

Wie auch immer ihr am Ende spielt ist eigentlich Nebensache, denn Shadow of the Colossus für die PS4 ist einfach zu jeder Zeit wunderschön. Und das, obwohl Bluepoint den Look des Spiel komplett überarbeitet hat. Dies fällt besonders bei der Beleuchtung auf, bei der die komplette Szenerie nun nicht mehr ganz so überblendet und somit klarer und detailreicher erstrahlt. Aber keine Angst, der Look mag zwar neuer und moderner sein, fängt den Geist des Originals unser Meinung nach aber perfekt ein. Ein weiteres gutes Beispiel sind hier die Zwischenszenen, bei den weder Motive noch Kamerafahrten geändert worden sind und sich so 1:1 über die ursprünglichen Szenen legen lassen.Test-shadow-of-the-colossus-Bild-6

Riesig

Ein weiteres Merkmal welches ein riesigen Satz in Richtung Moderne gemacht hat, ist die Größenwahrnehmnung und Skalierung von Shadow of the Colossus. Schon zu seiner Zeit beeindruckte das Spiel mit einer großen frei begehbaren Welt mit schwindelerregend hohen Tempeln, weiten Seen, tiefen Tälern, ausgedehnten Ebenen und seinen riesigen Bossen, die gerne mal viele dieser Elemente vereinen. Und so werden all diese Komponenten durch neue, komplexere 3D-Modelle, gesteigerte Sichtweite und andere technische Raffinessen noch gesteigert.Test-shadow-of-the-colossus-Bild-2

Überarbeitet wurden auch sämtliche Animationen im Spiel, wodurch alle Bewegungen von euch oder den Kolossen nun deutlich geschmeidiger und so realistischer aussehen. Dies auch ein weiterer Grund, warum gerade neue Spieler nichts eigentlich nichts von der Vergangenheit des Spiels merken werden.  Die Liste der technischen Meisterleistungen von Bluepoint geht aber noch deutlich weiter, wie beispielsweise mit dem neuen Physikmodell, welches einen exzellenten Job macht. Doch wollen wir euch an diese Stelle versichern, dass ihr mit Shadow of the Colossus für die PS4 eines der modernsten und hübschesten Spiele der aktuellen Konsolengeneration bekommt.

Alte Bekannte

An ein paar Sachen hat Bluepoint jedoch nichts geändert und das beginnt beim Klang, denn der Soundtrack wurde komplett vom Original übernommen. Somit hört sich das Remake genau gleich an, aber natürlich so hochwertig wie möglich. Auch am Gameplay hat sich so gut wie nichts geändert und das ist auch gut so, denn es macht viel vom Charme des Spiels aus. Bedeutet auch, dass fast alle Pros und Cons die früher damit einhergingen, weiterhin vorhanden sind.

Somit solltet ihr euch bewusst sein, dass die Steuerung zwar immer präzise, allerdings trotzdem immer ein bisschen störrisch ausfällt, was aber durchaus gewollt ist. Um ein bisschen Besserung zu schaffen, ist jedoch der der Input-Lag komplett verschwunden und so fühlt sich die PS4 Version von Bluepoint deutlich direkter und flüssiger an. Zudem könnt ihr zwischen vielen aktuellen Tastenlayouts wählen. Wer den Oldschool Flair wirklich erhalten möchte, der kann sogar im ursprünglichen Schema spielen.

Gleicher Blickwinkel

Ähnlich widerspenstig fällt auch die Kamera weiterhin aus. Diese sorgt zwar die komplette Zeit für einen cineastischen und besonderen Look, kann aber stellenweise schnell für Frust sorgen. Gerade bei den Bosskämpfen müsst ihr hier viel drehen und rundern, um gerade mit dem Bogen auch wirklich euer Ziel zu treffen. Aber auch beim Reiten auf Agro kann es durchaus zu mehr als einem Fehltritt kommen. Wie erwähnt, zieht sich diese Liste genau so lang wie die der PS2 Version, macht aber auch den besonderen Charme das Spiels aus und unterstützt eure Emotionen am Controller – die guten wie die schlechten.

Ansonsten ist alles mit von Partie, was ihr von exklusiven Titeln aus dem Hause PlayStation mittlerweile gewohnt seid – inklusive Fotomodus bis hin zu freischaltbaren Art Galerien und mehr.

Wunderschöne Präsentation
Grandiose technische Umsetzung
Neuer moderner Look, der seinen Wurzel treu bleibt
1:1 Umsetzung der Vorlage
Steuerung ohne Input-Lag
Keine Performance-Schwächen
Zwei sehr gute Grafikmodi für Pro-Besitzer
Kamera immer noch ein Schwachpunkt
Steuerung nicht zeitgemäß

Marco K.

Mit Shadow of the Colossus hat es Bluepoint Games geschafft, einem alten Meisterwerk neues Leben einzuhauchen. Das gelingt ihnen dabei so eindrucksvoll, dass ihr Remake nicht nur wunderschön aussieht, sondern gleichzeitig eins der technisch eindrucksvollsten Videospiele ist, die es aktuell auf der PlayStation 4 gibt. Und so ist Shadow of the Colossus ein absoluter Pflichtkauf für alle PS4 Besitzer!
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