Test: Soul Calibur VI

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Bandai Namco bringt am 19. Oktober 2018 das neue Soul Calibur VI auf den Markt. Was euch im neuen Teil des Fighting-Games erwartet und was es mit den neuen Charakteren auf sich hat, könnt ihr hier lesen.

Von Schwertern und Helden

Soul Calibur solltet jedem, der in der Fighting-Game-Szene aktiv ist, ein Begriff sein. Seit 1995 existiert die Spielereihe, die im Laufe der Zeit dank einiger Gastspiele von bekannten Gaming-Charakteren immer wieder von sich reden machte. Unter anderem gaben sich Link und Darth Vader die Ehre in Soul-Calibur-Spielen. Doch worum geht es eigentlich?

Alles dreht sich um zwei mächtige, beseelte Schwerter. „Soul Edge“ ist ein Dämonenschwert, das Menschen auf die dunkle Seite zieht und durch und durch böse ist. Viele sprechen „Soul Edge“ heilende Fähigkeiten und den Quell der ewigen Jugend zu. Im Grunde begründen die verschiedenen Charaktere damit jedoch nur das Verfolgen ihrer eigenen Ziele und den Wunsch nach unsäglicher Macht. „Soul Calibur“, das zweite Schwert, verfügt tatsächlich über heilende Fähigkeiten und gilt als direktes Gegenstück zu „Soul Edge“.

Jede Figur hat seine ganz eigene Geschichte. Natürlich kreuzen manche Krieger auch die Haupthandlung.

Alte Sagen und Geschichten – Seelen-Chronik

„Soul Calibur VI“ spielt wieder im 16. Jahrhundert. Die Kriegerin „Sophitia“ hat Soul Edge bereits zerstört und die Splitter auf der ganzen Welt verteilt, wo sie von verschiedenen Kämpfer wegen ihrer Macht gesucht werden. Den Rest des verfluchten Schwertes hat „Siegfried“ an sich genommen, überwältigt von der Macht des Schwertes verlor er den Verstand und wurde so zu „Nightmare“.

Soviel zur Vorgeschichte. Ihr startet im Auswahlmenü, dort könnt ihr euch zwischen verschiedenen Charakteren-Geschichten und der Hauptgeschichte entscheiden. Hier eine Liste aller spielbaren Charaktere:

  • Heishiro Mitsurugi
  • Sophitia Alexandra
  • Grøh
  • Nightmare
  • Chai Xianghua
  • Kilik
  • Ivy
  • Zasalamel
  • Geralt von Riva
  • Siegfried Schtauffen
  • Taki
  • Yoshimitsu
  • Maxi
  • Talim
  • Voldo
  • Astaroth
  • Seong Mi-Na
  • Tira (DLC-Erweiterung)
  • Azwel
  • Cervantes
  • Raphael

Die Hauptstory beginnt ihr mit Kilik. Bei einem Überfall verlor er seine Liebe Xianglian und ist innerlich zerrissen. Als er dann noch von der bösen Saat infiziert wird, wandelt sich die Geschichte. Auf seiner Reise verbündet er sich mit Maxi und anderen Charakteren. Der große Showdown findet wie gewohnt in einem Schloss in Deutschland statt. Dort müsst ihr euch nicht nur „Nightmare“ stellen, um Soul Edge zu zerstören.

Jede Charaktere-Geschichte ist individuell angepasst und gibt interessante Informationen über die Eigenschaften und den Werdegang der einzelnen Figuren preis. Im Folgenden haben wir die Geschichten und den Kampfstil der neuen Charaktere in Soul Calibur VI kurz für euch zusammengefasst:

Der „geheimnisvolle Alte“ aka „Swordmaster“ begleitet fast alle Geschichten, die in Soul Calibur VI erzählt werden.

Grøh

Ein Krieger der Aval-Organisation. Ziel dieser Organisation ist es, die Welt von „Außenseitern“ (Anhänger von Soul Edge) zu befreien. Als Grøh gegen Nightmare kämpft, bleibt ein Splitter von Soul Edge in seinem Arm stecken. Damit beginnt ein innerer Kampf zwischen Gut und Böse. Azwel gibt ihm eine Rüstung für seinen Arm, in dem der Splitter steckt, um die dunkle Macht unter Kontrolle zu halten. Doch hat Azwel nicht die edelsten Absichten im Sinn.

Ist die Rüstung ab, kann Grøh seine dunkle Seite zum Vorschein bringen.

„Grøh“ besitzt eine Kopie von Aerondight, einem legendären Schwert. Die gesamte Aval-Organisation ist mit einem solchen Schwert ausgerüstet. Das Doppelschwert lässt sich teilen und bringt viel Spielspaß durch verschiedene Angriffsstile mit sich. Allgemein ist „Grøh“ sehr schnell unterwegs und ähnelt in seinem Kampfverhalten „Geralt von Riva“.

Geralt von Riva

Der Witcher-Charakter wird durch eine Zauberin in eine andere Ebene gestoßen. Dort muss er sich mit allerlei Gegnern herumschlagen. Unter diesen Gegner befindet sich auch bekannte Figuren. Unter anderem ein mächtiger Krieger, mit dem sich Geralt messen möchte. Wir möchten euch aber nicht zu viel vorweg nehmen.

Geralt überzeugt durch abgestimmtes Gameplay und ein bisschen Zauberei.

Kommen wir zum Gameplay, Geralt ist ein schneller Charakter mit einer guten Reichweite. Durch schnelle Ausweichschritte könnt ihr um den Gegner herumtanzen und so auch mal fix von hinten zupacken. Natürlich hat der Witcher auch einige Zauber auf Lager, die sich in Spezialangriffen und Combos zeigen. Alles in allem hatten wir ein sehr gutes Spielgefühl bei Geralt, der die Charakterauswahl perfekt ergänzt und wie die Faust aufs Auge in dieses Spiel passt. Bandai hat den Orginal-Soundtrack und die Stimme von Geralt in das Spiel eingebunden. Darüber hinaus hat er mit der „Kaer-Morhen-Kopie“ auch seine eigene Arena bekommen. Die Sprache ins Soul Calibur VI könnt ihr übrigens auf Japanisch oder Englisch einstellen.

Azwel

Ein selbst ernannter Student der menschlichen Rasse, dem nichts mehr am Herzen liegt, als die Menschheit vor der Dunkelheit zu bewahren. Leider verliert er dabei sehr schnell sein eigenes Ziel aus den Augen und geht falsche Wege, um ans Ziel zu kommen. Einst war Azwel Teil der Aval-Organisation, die ihn mittlerweile beschattet, um zu kontrollieren, welche Gefahr von ihm ausgeht – mit fatalen Folgen.

„Menschefreund“ Azwel im Kampfgeschehen.

Azwel zieht mit zwei Handschuhen in den Kampf, die zum einem mit einem Fragment des Geisterschwerts und zum anderen mit einem Splitter von Soul Edge ausgestattet sind. Damit beschwört er Waffen vergangener Kämpfe herauf, um seine Gegner zu vernichten. Der Kampfstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, nimmt man sich allerdings Zeit, findet man schnell in die verschiedenen Techniken und Kampfstile des neuen Charakters hinein.

Mission: Waage der Seelen

Ihr könnt in insgesamt neun Spielständen euren eigenen Charakter entwickeln. Dabei habt ihr die Wahl zwischen vielen verschiedenen Rassen. Bandai Namco stellt übermäßig viel Gestaltungsfreiraum bereit. So könnt ihr zum Beispiel eure Stimme und einzelne Körperproportionen anpassen. Habt ihr eure Figur fertig erstellt, geht’s auch schon los und Zasalamel weckt euch. Im Laufe der Mission müsst ihr euch entscheiden, welche Seite ihr ergreifen wollt und könnt euch so gut wie frei auf der Karte bewegen. Einzelne Missionen und Treffen mit bekannten Charakteren warten auf euch. Jede Story verläuft dabei individuell. Die Waage der Seelen ist übrigens wörtlich zu sehen und wird euch im rechten Bildschirmrand angezeigt. Manche Missionen könnt ihr nur antreten, wenn ihr eure Waage in der richtigen Lage habt. Übrigens kann der erstellte Charakter eurer PlayStation-Freunde in eurer Story auftauchen.

Museum und Arcade

Ein weiteres Feature, das in keinem Soul Calibur fehlen darf, ist der Arcade-Modus. Ganz klassisch könnt ihr euren eigenen Charakter oder einen selbst erstellten verwenden und euch hier von Kampf zu Kampf durchboxen. Übrigens ist es auch möglich, außerhalb der „Mission: Waage der Seelen“, eine Figur zu erstellen.

Das Museum gibt euch die Möglichkeit, die Geschichten jedes Charakters nochmal nachzulesen. Ihr findet einen persönlichen Steckbrief, die Lebensgeschichte und die Geschichte der Waffe, die eurer Held benutzt. Die Schrift ist zwar etwas klein gehalten, aber für Fans auf jeden Fall lesenswert.  Unter dem Reiter Museum habt ihr zudem noch die Möglichkeit zu trainieren und euch vor Duellen mit euren Freunden vorzubereiten.

Die Biografie gibt Aufschluss über sämtliche Details, die ihr über euren Helden wissen wollt.

Zerstört dieses Spiel Freundschaften? – Multiplayer und Gameplay

Unter dem Reiter „Kampf“ könnt ihr auf den Mehrspieler-Modus zugreifen. Dort stellt ihr ein, ob ihr gegen die KI oder einen Freund spielen möchtet. Es ist sogar möglich, „KI vs. KI“ einzustellen. Stellt 1 bis 5 Rundenzahlen und eine Rundendauer bis „Open-End“ ein. Ihr könnt das KI-Level leicht, normal, schwer oder sehr schwer festlegen. Wobei sehr schwer schon ziemlich hart zu meistern ist. Solltet ihr also nach neuen Herausforderungen suchen, bietet sich der Mehrspieler-Kampf gegen die KI an. Grundlegend sind die Gegner in dieser Variante leicht zu meistern. Trefft ihr im Singleplayer allerdings auf jemanden, der einen bekannten Namen hat, wird die Sache schon kniffliger. Drei verschiedene Kampf-Modi stehen zur Verfügung:

Explodieren

In diesem Spielmodus wird der Rückstoß erhöht. Tatsächlich fällt das bei den ganzen Combos im Spiel aber kaum auf.

Keine Ring-Outs

Es gibt keinen Ring-Outs in diesen Runden – Ganz angenehmen, wenn euch der Gegner dauernd aus dem Ring stoßen möchte.

Rutschpartie

Der Boden wird zur Rutschpartie. Ihr müsst jeden Schritt mit Bedacht setzen und jeden Angriff durchdenken, um nicht aus dem Ring zu rutschen.

Wie schon im Vorgänger könnt ihr euren Gegner durch starke Schläge zwei Rüstungsteile abschlagen.

Genug von Spielmodi. Wie lässt sich Soul Calibur VI spielen? Die Antwort ist einfach: So wie jedes andere Soul Calibur auch. Einige Neuerungen gibt es allerdings doch:

Wie schon in Soul Calibur V gibt es eine Seelenleiste. Die gesammelte Energie, welche ihr durch Combos und Attacken verdient, könnt ihr für eine Reihe an Spezial-Attacken nutzen.

„Critical Edge“ könnt ihr mit einer vollen Seelenleiste und R2 und Dreieck aktivieren. Diese Spezial-Attacke richtet hohen Schaden an, kann allerdings auch geblockt werden. Namco Bandai hat bombastische Animationen und Sequenzen für jeden Charakter eingerichtet.

„Reversal Edge“ könnt ihr aktivieren, indem ihr R1 und Dreieck drückt. Ihr braucht dafür keine aufgeladene Seelenleiste. Die Attacke kann nicht abgeblockt werden, stattdessen findet ein „Schere-Stein-Papier“-Minigame statt, indem ihr euch blitzschnell entscheiden müsst, welchen Knopf ihr drückt, um zu blocken, zu kontern oder anzugreifen. „Reversal Edge“ wurde eingeführt, um Leuten, die „dumm auf die Knöpfe hauen“ Einhalt zu gebieten. Durch diese Attacke könnt ihr in jedem Fall das Spiel nochmal drehen.

„Soul Charge“ ist ein Boost. Ihr könnt das Ganze bei voller Seelenleiste aktivieren und richtet, während ihr rot leuchtet, mehr Schaden als gewohnt an.

Guter Eindruck

Die Grafik in Soul Calibur VI hat sich wieder ein gutes Stück verbessert. Insgesamt sind uns keine Grafikfehler oder unrunde Bilder aufgefallen. Soul Calibur wurde in diesem Teil nicht neu erfunden und bringt klar mehr Spielspaß als der Vorgänger. Ihr könnt euch Soul Calibur VI für circa 41 Euro holen. Der Verkauf startet ab dem 19. Oktober 2018 für PS4 und Xbox One.

Sehr guter optischer Eindruck
Interessante neue Figuren
Drei verschiedene Story-Modi
Große Gestaltungsmöglichkeiten bei den Figuren
Neue Kampf-Funktionen
Detailreiche Beschreibung alle Figuren
Liebevoll gestaltete Bilder im Storytelling
Schrift im Storytelling etwas zu klein
Dialogsequenzen teilweise zu lang

Alex Müller

Soul Calibur wurde in diesem Teil nicht neu erfunden, aber es bietet deutlich mehr Spielspaß als der Vorgänger. Für Fans der Reihe und Fighting-Game-Freunde ein Muss. Die drei neuen Kämpfer bringen teils schnelle Kampfstile mit sich, die in jedem Fall Spaß machen. Die Dialoge sind zwar etwas lang und in kleiner Schrift gehalten, lassen sich aber immer überspringen.
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