Test: SteelSeries Rival 700

Das Grundkonzept von Computermäusen hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Die größten Evolutionssprünge waren wohl die Erfindung des Mausrads, und der Einsatz von optischen Sensoren, statt einer schmutzanfälligen Mauskugel.

Gamingmäuse werten das Grundprinzip mit zusätzlichen Tasten, Lasersensoren und LEDs lediglich auf, ohne dabei jedoch wirklich neue Features hinzuzufügen. Steelseries hat mit der Rival 700 aber genau das versucht. Eine Vibrationsfunktion und ein OLED-Screen an der Seite sollen für zusätzlichen Input über das Spielgeschehen auf dem Bildschirm sorgen. Ob das Sinn macht und intuitiv ist? Genau diese Fragen habe ich mir ebenfalls gestellt, und möchte sie im folgenden Test so gut wie möglich beantworten.

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Die Verpackung der SteelSeries Rival 700 wirkt zunächst eher schlicht.

Der erste Eindruck

Bevor ich aber näher auf die teils extravaganten Funktionen der R700 eingehe, werfen wir einen Blick auf die Verpackung und deren Inhalt. Die Maus kommt in einem relativ kleinen, aber durchaus stylischen Karton daher. Darin befindet sich, neben der Maus selbst, zwei USB-Kabel (einmal mit Stoffgewebe ummantelt, einmal mit normaler Plastikisolierung), sowie eine Kurzanleitung.

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Der Inhalt der Packung mit bereits angestecktem USB-Kabel.

Die beiden Kabel haben den Vorteil, dass ihr die Maus mit dem anderen Kabel zum Beispiel am Laptop verwenden könnt, ohne dabei jedes Mal mühsam hinter euren Rechner krabbeln zu müssen. Ihr nehmt ganz einfach das Kabel von der Maus ab, und verwendet für euer Zweitgerät das andere. Ebenso austauschbar ist der Sensor der Maus. Standardmäßig ist ein optischer Sensor verbaut, der sich aber durch ein Lasermodul austauschen lässt. Neben dem Sensor habt ihr die Möglichkeit die matte Schale gegen eine glänzende auszutauschen. Diese beiden Ersatzteile müssen aber extra gekauft werden. Wer einen 3D-Drucker hat, kann mittels Vorlage auf der Herstellerhomepage das Namensschild am Heck der Maus gegen ein eigenes Austauschen. Ausführliche Anleitungen zum Umbau gibt es auf der Homepage von SteelSeries.

Auch optisch macht die Rival 700 einiges her. Das SteelSeries-Logo am Heck könnt ihr in allen Farben leuchten lassen, unabhängig davon ebenso das Mausrad. Einziger weiterer Kontrast auf der schwarz gehaltenen Maus sind zwei orangene Grip-Punkte an der Daumenauflage. Um diese herum befinden sich drei Daumentasten, von denen die vordere allerdings nicht sonderlich gut zu erreichen ist. Unterhalb des Mausrades gibt es noch eine Taste, die Standardmäßig als DPI-Switch dient, sich aber ebenso wie alle anderen Tasten frei belegen lässt. Qualitativ machen alle Knöpfe auf der R700 einen guten Eindruck.

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Die Daumenauflage der Maus mit OLED-Display davor. Gut zu sehen auch das austauschbare Namensschild hinten.

Die Software

Um das volle Potential der SteelSeries R700 ausschöpfen zu können, müsst ihr euch die SteelSeries Engine 3 von der SteelSeries-Seite herunterladen. Mit der Software könnt ihr alle Tasten der Maus belegen wie ihr lustig seid. Ob ihr eine Tastaturtaste emulieren, Multimediafunktionen nutzen, euer Lieblingsspiel mit einem einzigen Tastendruck starten, oder längere Makros konfigurieren wollt. Grenzen setzt euch diese Maus nahezu keine.

Die bereits erwähnte Beleuchtung lässt sich nicht nur farblich anpassen, ihr könnt ebenso festlegen, ob die Farben durchwechseln, pulsieren, oder auf Tastendruck reagiert. Einziges Manko hierbei: Die meiste Zeit wird eure Hand das leuchtende Logo sowieso verdecken. Das OLED-Display könnt ihr mit einem zweifarbigen Bild mit den Maßen 128px*36px bestücken, wobei auch GIF-Animationen möglich sind, die allerdings immer mit 10 FPS abgespielt werden. Für den DPI-Schalter könnt ihr pro Profil zwei Geschwindigkeiten festlegen.

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Wir haben unser ingame-Logo auf das Display gezaubert.

Echte Pro Gamer dürften sich über die Regler für Beschleunigung und Verzögerung freuen, mit denen sich das Verhalten der Maus feinjustieren lässt. Für Liebhaber des Shooter-Genres gibt es noch das sogenannte Angle-Snapping, mit dessen Hilfe Abweichungen in der horizontalen Bewegung korrigiert werden. Wer eher auf Mobas, MMOs und Konsorten steht, den freut sicherlich die Möglichkeit eine Taste mit einem Countdown zu versehen, der mit Vibration der Maus endet. Somit könnt ihr das Ende der Abklingzeit fühlen und schneller darauf reagieren.

Die Einstellungen lassen sich, wie von Gaming-Hardware gewohnt, in Profile speichern. Diese Profile könnt ihr dann auch noch an bestimmte Programme knüpfen, sodass das Profil sofort mit dem damit verknüpften Spiel startet und ihr direkt ohne Einstellungen loslegen könnt.

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Die Software sorgt für das nötige Feintuning.

Game Sense

Präziseres Feedback kriegt ihr bei den Spielen CS:GO, Dota 2 und mit entsprechender Mod auch in Minecraft. Dort könnt ihr alle möglichen Events besagter Spiele mit der Maus wiedergeben. Ob Vibration als Trefferfeedback, Beleuchtungsänderung bei wenig Leben oder Animation auf dem OLED bei Headshots. Alles lässt sich irgendwie kombinieren, wobei gerade das Display von Spielrunde zu Spielrunde immer unbedeutender wird. Es macht einfach keinen Sinn beispielsweise die Anzahl der Kills an der Seite der Maus anzeigen zu lassen, wenn ein Blick aufs Scoreboard auf dem Bildschirm so viel intuitiver ist.

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GameSense mit OLED-Konfiguration für CS:GO.

Viel mehr überzeugt hat mich wirklich die Vibrationsfunktion, da sie einem zusätzliche Rückmeldung gibt ohne dass man den Blick vom Spielgeschehen abwenden muss. Ansonsten macht die Rival 700 in jedem Genre eine gute Figur. Sie gleitet gut übers Mousepad und liegt mindestens genauso gut in der Hand. Kein Finger wirkt deplatziert oder muss sich verkrampfen, somit sind nach stundenlangen Sessions keinerlei Ermüdungserscheinungen zu spüren.

Technische Spezifikationen

Design

Material: Matte Abdeckung
Ergonomisch für Rechtshänder
Griffstil: Handflächen-, Klauen- und Fingerspitzengriff
Tastenanzahl: 7
SteelSeries-Schalter: Ausgelegt für 30 Millionen Klicks
Verstärkte linke und rechte Klicktasten
Gewicht: 135 g (0,3 lbs)
Höhe: 124,85 mm (4,92 in)
Breite: 68,46 mm (2,70 in)
Tiefe: 41,97 mm (1,65 in)
Länge des kurzen Kabels (nicht geflochten): 1 m (3,28 ft)
Länge des langen Kabels (geflochten): 2 m (6,5 ft)

Sensor

Sensorname: PixArt PMW3360
Sensortyp: Optisch
CPI: 100 bis 16.000
IPS: 300
Beschleunigung: 50 g
Abfragerate: 1 ms (1000 Hz)
Null-Hardware-Beschleunigung
Tracking-Genauigkeit: 1:1

Anpassungsoptionen

Gamesense Support
Anpassbares OLED-Display
Anpassbare Taktilmeldungen
SteelSeries Engine Support: SSE3
Mehrere CPI-Optionen
Programmierbare Tasten
Integrierter Profilspeicher
Anpassbare Beschleunigung
Anpassbare Verzögerung
Farboptionen: 16,8 Millionen
Austauschbarer Pixart 9800 Lasersensor
Austauschbares Rival 700 Top-Coverpack
Druckbares 3-D-Namensschild

Verpackungsinhalt

Rival 700
Langes, geflochtenes Kabel
Kurzes, weiches PVC-Kabel
Schnellanleitung

Hochwertiger Eindruck
Anpassungsfähige Hardware
Umfangreiche Software
Vibrationsfeedback ist innovativ und sinnvoll
OLED-Display lediglich nette Spielerei
Game-Sense-Unterstützung für Spiele noch immer mager

Manuel H.

Die SteelSeries Rival 700 ist eine gute, nein eine verdammt gute Maus! Sie wirkt robust, ist anpassungsfähig und fühlt sich einfach richtig an. Die Vibration ist ein echt cooles Feature, das OLED-Display enttäuschender Weise allerdings nichts weiter als eine nette Spielerei, die den Preis meiner Meinung nach aber nur unnötig in die Höhe treibt. Wer die 110€ übrig hat bekommt hier allerdings eine qualitativ hochwertige Maus, an der man lange seinen Spaß haben wird.
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