Test: SteelSeries Sentry Gaming Eye Tracker

Lesezeit: 3 min

steelseries sentry gaming eye tracker thumbnailHin und wieder kommt es im schnelllebigem Internet vor, dass gewisse Trends und technische Errungenschaften an uns vorbeigehen. So erging es mir mit dem Sentry Gaming Eye Tracker von Steelseries. Dieser verspricht bis zu 50 Mal pro Sekunde eure Blickrichtung auf euren Monitor zu messen und visuell darstellen zu können. Wozu das gut sein soll? Dem bin ich mit viel Spaß und einigen Spielen auf den Grund gegangen.

Technisches Spielzeug

Ich hatte zwar keinen Plan, was genau ich eigentlich mit so einem Eye Tracker vorhabe, aber für technischen Spielkram aller Art konnte ich mich schon immer begeistern. Und wer weiß, vielleicht wartet hier ja die Technologie von morgen. In edler Verpackung finden sich neben dem Eye Tracker auch ein dickes und ausreichend langes USB Kabel und zwei Magnete wieder. Einer davon wird am Eye Tracker und der andere an eurem Bildschirm befestigt. Das soll wohl auch an Laptops funktionieren, wobei ich jedoch Bedenken bezüglich der Festplatte hätte, da sich diese in der Regel eher weniger mit Magneten verstehen. Ein kleines Manko ist auch die Tatsache, dass man den Klebestreifen des Magneten nur sehr schwer wieder vom Monitor lösen kann. Ihr solltet also lieber nicht planen, ihn danach austauschen zu wollen.

Die Inbetriebnahme läuft wie bei SteelSeries üblich, dann über die hauseigene Software SteelSeries Engine ab. Drei rote Lichter schauen euch ab dem Moment des Einschaltens ganz genau an und kontrollieren jeden eurer Blicke. Nach der Kalibrierung ist das Ganze dann auch schon einsatzbereit. Aber wie genau sieht der Einsatz eigentlich aus?SteelSeries Sentry Gaming Eye Tracker (2)

Wo guckst du hin?

Auch außerhalb von Spielen lässt sich der Eye Tracker einsetzen. Leider mussten wir immer noch eine Taste (in unserem Fall Strg) festlegen, um zu „klicken“, aber davon abgesehen, lies sich unsere Maus nun mit einem kurzen Blick über den Desktop steuern. Egal wie schnell und egal wohin ich schaute, beim Betätigen der Taste war der Zeiger genau da wo er auch sein sollte und das mit einer Präzision und Geschwindigkeit, bei der hin und wieder selbst Mäuse ins Schwitzen kommen dürften. Sollten mal zu viele anklickbare Objekte nebeneinander liegen vergrößert die Software den angewählten Bereich und lässt euch durch erneutes Betätigen der Taste dann die gewünschte Position auswählen.

Angepriesen wird der Sentry Gaming Eye Tracker, wie der Name schon sagt, aber vor allem für PC Spiele und Livestreamer, die ihren Zuschauern bei MOBA’s und anderen Spielen zeigen wollen, wo man als Profi hinguckt. Zwar bin ich kein Profi, aber auch für mich war es interessant zu erfahren, wo genau ich eigentlich hinschaue und wo ich Fehler gemacht habe. Die Darstellung lässt sich dabei übrigens frei einstellen, sodass euch entweder ein Kreis, ein kleiner Punkt oder eine farbliche Fläche in eurem Stream oder eurer Videoaufzeichnung anzeigen kann, wo ihr hingeschaut habt. In unserem Test funktionierte das ganz wunderbar mit XSplit oder dem Open Broadcaster.SteelSeries Sentry Gaming Eye Tracker (1)

Vorbei sind die Momente, in denen man sich selbst vielleicht fragt,warum und wieso man den einen Gegner in CS:GO gerade übersehen hat. Kurz geprüft und schnell merkt man, was einen in dieser entscheidenden Sekunde abgelenkt hat oder wo der Blick an der falschen Stelle war. Mit ein bisschen Arbeit habe ich den Eye Tracker sogar auf Splatoon an meiner Wii U einstellen können um zu schauen, was meine Augen dort so alles treiben. Ergebnis: Weniger als gedacht. Dadurch, dass das Fadenkreuz immer in der Mitte ist, wandern die Blicke nur sehr kurz und sehr selten nach außen, was dann aber auch immer recht schön und gut zu sehen ist. Überraschend, was man so alles über sich selbst lernen kann.

Zu guter Letzt habe ich mich an Assassin’s Creed Rogue gewagt, ein Spiel, das zusammen mit dem Eye Tracker ausgeliefert wird und zwar aus gutem Grund. Rogue ist nämlich das bisher einzige Spiel mit nativem Support für die teure Hardware. Eure Blicke ersetzen zu 100% die Maus und lassen euch die Kamera drehen. Sogar unterschiedlich schnell, je nachdem wie weit ihr an den Rand des Bildschirms guckt. Schaut ihr komplett weg vom Spielgeschehen pausiert selbiges sogar automatisch, was sich als praktische Funktion erweist. So sehr man sich jedoch auch an diese alternative Steuerung gewöhnt, so hat sie auch einen großen Nachteil: Wer gerne mal ein wenig umherguckt, um sich das Geschehen in der Spielwelt anzusehen, der steuert auch weiterhin ungewollt die Kamera, was in Schleichpassagen zu einem Hindernis werden kann.SteelSeries Sentry Gaming Eye Tracker (4)

Simple Montage
Intuitive Software
Zuverlässig im Betrieb
Mit Bastelei auch für Konsolenspiele nutzbar
Magnetstreifen nicht wieder entfernbar
Kaum unterstützte Spiele

Yannick D.

Es fällt uns definitiv nicht leicht, Hardware zu bewerten, die eigentlich keine Konkurrenz am Markt hat. Da hätten wir auf der einen Hand das geniale Konzept und die einzigartige Idee, die hinter dem Sentry Gaming Eye Tracker steckt und außerdem auch die Tatsache, dass das ganze erstaunlich gut funktioniert. Auf der anderen Seite fällt die Technik wohl für die meisten unter uns in die Kategorie Fun-Gadgets. Ein sehr cooles Fun-Gadget, aber die Zielgruppe dürfte recht klein und auf Videoplattformen wie Twitch und YouTube anzutreffen sein. Mit 250€ ist der Preis zudem recht happig für Hardware, die so speziell ist.
Lohnt sich Kino: Halo - The Fall Of Reach Test: SteelSeries RIVAL 100
Comments