Test: SteelSeries Siberia RAW Prism

Test: SteelSeries Siberia RAW PrismWenn die Siberia-Reihe von SteelSeries bislang eine Schwäche hatte, dann die, dass sie sich vor allem an Intensiv- oder sogar Profi-Spieler gerichtet hat. Doch nicht jeder Zocker braucht ein High-End-Gerät mit unzähligen Features auf dem Kopf, geschweige denn, dass sich jeder Zocker ein solches leisten könnte. Mit dem SteelSeries Siberia RAW Prism für schlanke 60€ sollen nun jedoch auch Einsteiger für die Marke begeistert werden. Ob uns die dänischen Gaming-Headsets abgespeckt noch genau so viel Spaß machen?

Lieferumfang

Zunächst präsentiert uns das Siberia RAW Prism seine eher unscheinbare Seite. Der Karton ist dezent gehalten und lenkt die Aufmerksamkeit gekonnt auf die wenigen farblichen Akzente, vorrangig den leuchtenden Ring auf den Ohrmuscheln des Headsets und schürt so die Vorfreude auf den Inhalt. Ein Sichtfenster gibt es nicht, dafür finden sich auf der Verpackung meherere Hochglanzbilder, die uns das Gerät von allen Seiten zeigen. Also runter mit der Verpackung und ran ans Headset! Das Siberia RAW Prism ist aber dann auch schon alles, denn abgesehen von einem Kurz-Guide suchen wir vergeblich nach weiterem Inhalt.

  • SteelSeries Siberia RAW Prism
  • Kurz-Anleitungsiberia-RAW-prism_landing_sections_3a

Leicht und formschön

Bei näherer Betrachtung fällt zunächst auf, dass das Siberia RAW Prism ein wenig mit dem gewohnten Design der Headset-Serie bricht. Wie sein großer Bruder, das Siberia Elite Prism, wirkt es ein wenig massiver als die v-Modelle. Das ist jedoch nicht die einzige Eigenheit. Das Siberia RAW Prism ist das erste Headset der Reihe, das statt auf den charakteristischen gefederten Kopfbügel auf eine mechanische Lösung setzt. Ansonsten ist das Gaming-Headset komplett in mattem Weiß auf der Außen und edlem Grau auf der Innenseite sowie den Polsterungen gehalten, schnörkellos und unaufdringlich. Kein Wunder, wird doch so das Highlight optimal in Szene gesetzt: Der beleuchtete Ring auf den Ohrmuscheln. Dieser ist nicht nur ein Hingucker, sondern lässt sich auch individuell anpassen, doch dazu später mehr. An der linken Ohrmuschel befindet sich außerdem eine kleine Ausbuchtung, die sich als festmontiertes Mikrofon entpuppt.

Von der Hand auf den Kopf, machen sich einige Änderungen am gewohnten Design auch sofort im Komfort bemerkbar. Verglichen mit der Konkurrenz in diesem Preis-Segment ist das Siberia RAW Prism ein ungemein bequemes Headset, verglichen mit seinen höherpreisigen Geschwistern relativiert sich dieser Eindruck aber natürlich. Grundsätzlich punktet das geringe Gewicht von 238 Gramm und sorgt dafür, dass uns die Lauscher auch nach längeren Gaming-Sessions nicht unangenehm auf dem Kopf sitzen.

Die Polsterungen am Kopfbügel und den Ohrmuscheln sind mit Stoff überzogen, der sich gleichzeitig recht angenehm anfühlt und für soliden Halt sorgt. Auch ein zu starker Hitze-Stau ließ sich in unseren Tests nicht feststellen. Der Komfort-Faktor ist für ein Einsteiger-Headset beachtlich, einzig der Kopfbügel hätte ein wenig flexibler sein können, um Bewegungen besser mitmachen zu können. Das von uns parallel getestete Siberia v3 bietet hier natürlich noch deutlich mehr Komfort, kostet aber mit 100€ auch entsprechend mehr.

Ähnliches gilt übrigens auch für die generelle Verarbeitung des Siberia RAW Prism. Das, von den Polstern abgesehen, vollständig aus solidem Kunststoff gefertigte Headset macht einen stabilen und widerstandsfähigen Eindruck. Die Verarbeitung ist ebenfalls sehr sauber und zufriedenstellend.

Für die Verbindungsstücke zwischen Ohrmuschel und Kopfbügel hätte man aber durchaus auch Metall verwenden können, da diese Stellen natürlich anfälliger für Brüche sind. Insbesondere, wenn ihr euch mit dem Headset ein wenig mehr bewegt. Das Gefühl, ein äußerst wertiges Produkt in den Händen zu halten, will sich zwar nicht ganz einstellen und möglicherweise bekommt ihr ähnliche Qualität bei Material und Verarbeitung schon für weniger Geld, dafür sitzt das Siberia RAW Prism allerdings solide und gibt kein nerviges Plastik-Quietschen von sich.siberia-RAW-prism_landing_sections_4a

Ganz viel Persönlichkeit?

Es ist schon erstaunlich, dass das Siberia RAW Prism auf dem Papier mehr Features zu bieten hat, als das teurere Siberia v3. Masse statt Klasse? Ja und nein, denn auch wenn der Sound nicht ganz mithalten kann, schlagen sich die Funktionen in der Praxis doch mehr als zufriedenstellend.

Das Sibiria RAW Prism verfügt über einen USB-Anschluss, der wahlweise an PC, Mac oder die PS4 angestöpselt werden kann. Ohne Software-Installation ist das Headset sofort nutzbar, einzig für das Fein-Tuning von Sound und Farbe der Leuchtenden Ohrmuscheln muss zunächst die kostenlose SteelSeries Engine 3 Software heruntergeladen werden. Dafür stehen euch dann aber auch satte 16,8 Millionen unterschiedliche Farben zur Auswahl. Die kann das menschliche Auge zwar gar nicht alle erfassen, dennoch habt ihr genügend Auswahl, um bis an euer Lebensende jeden Tag eine andere Farbe aufzutragen. Eine nette Spielerei, aber letztlich dürften dann doch nur zwei oder drei Farben eurer Wahl regelmäßig in Benutzung sein.

Beinahe noch wichtiger ist die SteelSeries Engine 3 wenn es um persönliche Klangprofile geht. Von Werk aus ist der Sound des Sibiria RAW Prism schon recht beeindruckend, gerade im Gegensatz zur Konkurrenz in der Preisklasse. „Die Lautsprecher bieten natürlichen Sound und kristallklare Details“ heißt es auf der Verpackung und dies können wir weitestgehend bestätigen. Der Klang ist die meiste Zeit angenehm voll und wird erst bei extremeren Tiefen ein wenig dünn, während es in extremen Höhen zum Übersteuern neigt. Angesichts des geringen Gewichts und Preises solltet ihr euch aber keine zu großen Hoffnungen auf einen dröhnenden Bass machen. Der durchschnittliche Hörer wird zwar zumeist zufrieden sein, wer es allerdings basslastig mag, dem könnte selbiger an der einen oder anderen Stelle zu wenig druckvoll sein. Dennoch wartet dieses Einsteiger-Modell bereits mit beachtlicher Sound-Qualität auf, die sich auch vor deutlich teureren Konkurrenten nicht verstecken muss.

Ein wenig problematischer ist allerdings da fest in der linken Ohrmuschel montierte Mikrofon. Das kommt euch natürlich auf diese Weise nicht in die Quere, befindet sich dafür aber auch ungünstig nahe an der Audioausgabe der Kopfhörer. Ohne eine Feinabstimmung nimmt das Mikrofon störend viel Sound von den Lautsprechern auf. Wer hier allerdings ein wenig mit den Soundprofilen und den Mikrofon-Einstellungen experimentiert, kann hier aber noch einiges rausholen. Darüber hinaus ist die Sprachübertragung gut und mehr als angemessen für ein Einsteiger-Modell. Ein Druck auf die linke Ohrmuschel stellt das Mikrofon übrigens aus bzw. an, was in der Praxis durchaus angenehm sein kann. Einen Lautstärkeregler an Headset oder Kabel suchen wir unterdessen vergeblich, den hätten wir statt der Beleuchtung deutlich lieber gesehen.Test: SteelSeries Siberia RAW Prism

Beeindruckender Sound für die Preiskategorie
Nettes Farbenspiel auf den Ohrmuscheln,..
Schnörkelloses, klassisches Design
Ungeschlagener Tragekomfort
Ganz starkes Preis-Leistungsverhältnis
Mikrofon nimmt viel vom Lautsprecher-Sound auf
-.. das nicht wirklich notwendig ist
Kein Lautstärkeregler am Headset

Martin W.

Zu dem Preis kann man mit dem Siberia RAW Prism wenig falsch machen. Der Sound ist hervorragend, der Komfort-Faktor hoch und auch bei Design und Verarbeitung gibt es wenig zu meckern. Trotz der kleinen Kritikpunkte bekommen Einsteiger hier viel Headset für verhältnismäßig wenig Geld. Wer sein Headset allerdings viel nutzt oder Wert auf hervorragende, klare Sprachqualität legt, der sollte sich doch in der nächsten Preisklasse umsehen.
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