Test: Super Smash Bros. 3DS

Test: Super Smash Bros. 3DS

Kann Super Smash Bros. 3DS mit seinen Vorgängern mithalten?

Endlich ist es wieder soweit: Nintendos berühmteste Maskottchen laden nun schon zum vierten Mal zur gepflegten Prügelei. Unter den geladenen Gästen befinden sich allerdings nicht nur zahlreiche Nintendo-Kämpfer, sondern auch zahlreiche Figuren anderer Entwicklungsfirmen, und auch die Locations sind vielfältiger als je zuvor. Dürfen wir uns bei Super Smash Bros. 3DS also auf den bisher besten Ableger der Spielereihe freuen?

Nintendo lädt zum vierten großen Battle Royale

Vorab sei bereits gesagt, dass sich an der grundlegenden Spielemechanik auch in Super Smash Bros. 3DS wenig bis gar nichts geändert hat. Hauptsächlich prügelt ihr euch immer noch mit bis zu vier Spielern auf einer mal endlichen und mal scrollenden Stage, mit dem Ziel, eure Kontrahenten möglichst schnell von der besagten Stage ins Aus zu befördern. Veteranen brauchen also keine Angst haben, auch in Super Smash Bros. 3DS bleibt das Konzept gleich. Drumherum hat sich allerdings einiges verändert.

Bevor wir aber überhaupt ins eigentliche Hauptmenü des Spiels kommen, macht sich erst einmal Ernüchterung breit. Im Vergleich zum Konsolenvorgänger Super Smash Bros. Brawl, welcher mit Operngesang und Orchesterklängen zu begeistern wusste, kommt Super Smash Bros. 3DS fast schon mit leisen Tönen daher. Der Startbildschirm muss sogar ganz ohne Musik auskommen. Ein epischer und motivierender Einstieg sieht leider anders aus. Verständlicherweise  kommt der 3DS mit geringerer technischerer Leistung daher als die Wii, dennoch wäre doch zumindest ein treibender Beat angemessen gewesen.

Super Smash Bros Brawl.

Der Einstieg in Brawl war episch, Super Smash Bros. 3DS fehlt ein solches Intro

Jede Menge Spielmodi

Doch die Ernüchterung über den etwas holprigen Einstieg verfliegt sofort als sich vor uns das Hauptmenü von Super Smash Bros. 3DS auftut. Hier können wir uns erst einmal entscheiden, ob wir uns in den klassischen Smash Modus begeben wollen, in dem wir rasch unsere Kämpfer und eine passende Stage auswählen und danach sofort losprügeln können, oder ob wir einen der zahlreichen anderen Modi ausprobieren wollen. So können wir uns auch direkt ins Online-Spiel stürzen oder uns am brandneuen und nur in der 3DS-Version enthaltenen Smash Abenteuer versuchen.

Fans wundern sich vielleicht, wo der klassische Single-Player-Modus abgeblieben ist. Keine Sorge, den gibt es auch in Super Smash Bros. 3DS noch. Er versteckt sich unter dem Menüpunkt „Weitere Modi“. Ebenfalls dort zu finden sind der All-Star-Modus, das erstmals in der Reihe vorhandene Charakterstudio, die Truhe, in der ihr eure gesammelten Trophäen, Videos und Musiken findet, diverse kleinere Minispiele wie das Sandsackprügeln, der Multi-Brawl und ein neues Minispiel im Angry Birds-Style, der Trainingsmodus und das Optionsmenü. Einige der genannten Modi könnt ihr sogar gemeinsam mit Freunden spielen.

Darüber hinaus finden sich im Menü noch die Punkte „Meilensteine“, „StreetPass“ und „Wii U“. Während letzterer Menüpunkt erst mit Erscheinen der Wii U-Version von Super Smash Bros. wichtig werden dürfte, könnt ihr unter dem Punkt „Meilensteine“ eure gesammelten Erfolge einsehen. Wählt ihr hingegen „StreetPass“ aus, könnt ihr mit euren StreetPass-Kontakten ein kleines Münzschnips-Minigame spielen, alternativ könnt ihr auch alleine üben. Ihr seht, an Content mangelt es Super Smash Bros. 3DS wahrlich nicht.

Test Super Smash Bros. 3DS

Das Hauptmenü von Super Smash Bros. 3DS (englische Version)

Mehr Kämpfer und viele Stages

Als wir uns dann für einen der zahlreichen Modi entscheiden, unsere Wahl fällt auf den Smash Modus, sind wir erst einmal sprachlos. Insgesamt 38 Charaktere (der Mii muss erst im Charakterstudio erstellt werden) stehen in Super Smash Bros. 3DS zur Auswahl, darunter auch viele Newcomer wie Shulk, Pac-Man, Mega Man, der Bewohner und die berüchtigte Wii Fit-Trainerin. Während die schiere Masse der bereits zu Beginn verfügbaren Charaktere überwältigt, sind wir etwas ernüchtert, hatten wir doch gehofft, den ein oder anderen neuen Charakter erst einmal freispielen zu müssen. So geht der Überraschungseffekt ein wenig flöten. Schade.

Dafür weiß aber auch die Stage-Auswahl zu begeistern. Neben einigen altbekannten Stages wie Corneria, Brinstar oder dem fernen Planeten der Pikmin, warten auch komplett neue Arenen wie der Prismaturm aus Pokemon, Wilys Schloss oder die Törtel-Insel auf euch. Obligatorisch gibt es auch wieder die leicht verrückteren Spielfelder wie das Tomodachi Life-Haus, das Wohnzimmer der Nintendogs, eine neue Variante der PictoChat-Stage aus Brawl und das Rette die Krone-Spielfeld aus dem gleichnamigen 3DS-Minigame. Weitere Stages wie auch Charaktere dürfen in Super Smash Bros. 3DS freigespielt werden.

Test Super Smash Bros. 3DS

Auf der Paper Mario-Stage macht euch ein Riesen-Ventilator zu schaffen

Probleme mit der Steuerung

Wir machen uns zum Match bereit und nach einer minimalen Wartephase, in der wir schon einmal an einem Sandsack üben dürfen, sind wir auch schon mitten im Gefecht. Doch halt, da stimmt doch irgendetwas mit der Steuerung nicht. Gelenkt werden kann in Super Smash Bros. 3DS, wie wir nach kurzer Zeit feststellen, nur mit dem Schiebe-Pad. Etwas ärgerlich, da die ungenaue Feedback-Abfrage für den ein oder anderen ungewollten Sprung sorgt. Gerade in Turnier-Matches kann ein solcher Fehler gravierende Folgen haben. Ärgerlich und leider auch unverständlich. Warum bitte war denn kein optionaler Steuerkreuz-Support drinnen? Zwar können wir den Sprung auch auf den X-Knopf legen, allerdings geht so ein wenig das klassische Smash Bros. Feeling flöten.

Nach einiger Eingewöhnungszeit lernt man zumindest mit dem Problem umzugehen und dann kommt auch wieder das alte Smash-Bros. Feeling auf. Wie gehabt drescht ihr mit allem was ihr habt auf euren Gegner ein, treibt dessen Prozentanzeige ordentlich nach oben und fegt ihn mit einem anschließenden Smash direkt von der Plattform. Dabei hatten wir vorher natürlich die Wahl, ob es ein Match auf Zeit oder nach Leben werden sollte. Auch die neuen Items (komplette Liste) fügen sich wunderbar zu den bisherigen in das Spiel ein. Weiterhin wurde bei einigen Charakteren an den jeweiligen Spezialangriffen herumgeschraubt. Diese Änderungen sind jedoch meist positiv und man gewöhnt sich schnell an die leicht veränderten Move-Sets.

Test Super Smash Bros. 3DS 4

Das ist nur ein Auszug der im Spiel vorhandenen Items, insgesamt dürft ihr euch über 62 der kleinen Hilfsmittel freuen

So spielen sich die Newcomer

Selbstverständlich reizt es uns dann auch, in die Haut eines der neuen Maskottchen zu schlüpfen. Auch hier sind wir positiv überrascht. Sämtliche neue Helden von Super Smash Bros. 3DS spielen sich nach kurzer Eingewöhnungsphase butterweich, selbst die Wii Fit-Trainerin passt trotzt anfänglicher Bedenken hervorragend ins bisherige Kämpferfeld. Gewöhnungsbedürftig sind nur wenige Attacken wie beispielsweise Mega Mans Blaster, der anstelle des standardisierten Nahkampfangriffes (A-Knopf) eingesetzt wird. Doch auch damit kommt man irgendwann zurecht. Leider fehlen uns jedoch immer noch einige Charaktere wie etwa Ridley oder Bayonetta, die sich Fans bereits seit längerer Zeit wünschen.

Beim Spielen bemerken wir gar nicht, wie die Zeit vergeht. Jeder Runde folgt eine weitere und in Windeseile ertappen wir uns dabei, eine ganze Stunde gespielt zu haben. Der Smash Modus ist also wie immer grandios und macht auch nach der zehnten Runde noch genauso viel Spaß wie zu Beginn. Nun wird es aber höchste Zeit, einen Blick in die anderen Modi zu werfen. Schließlich hat Super Smash Bros. 3DS noch so viel mehr zu bieten.

Test Super Smash Bros. 3DS

Einige der Newcomer aus Super Smash Bros. 3DS. Keine Sorge, alle fünf Charaktere sind von Beginn an spielbar

Der Abenteuermodus als neuer Subraum-Emissär?

Beispielsweise den brandneuen Abenteuer Modus, der exklusiv der 3DS-Version vorbehalten ist. Hier messt ihr euch mit drei Kontrahenten, wahlweise KI-Gegnern oder menschliche Kontrahenten, in einem fünf Minuten langen Auflevel-Marathon mit anschließender Abschlussdisziplin. Grundsätzlich sieht das so aus: Zu Beginn befindet sich jeder der Spieler auf einer eigens für ihn erstellten Kopie einer großen und weitläufigen Map, die bei jedem Spieler gleich aussieht. Über die ganze Map sind kleinere Gegner und Truhen verteilt, die diverse Upgrades beinhalten, die euch beispielsweise schneller machen, euch mehr Angriffskraft geben oder eure Sprungkraft erhöhen. Ziel ist es möglichst viele dieser kleinen Verstärker einzusammeln, um euren Charakter für die entscheidende Abschlussdisziplin am Ende zu rüsten.

Dazu habt ihr insgesamt fünf Minuten Zeit. Gelegentliche Events, bei denen beispielsweise alle Spieler geschrumpft werden oder Dimensionstore auftauchen, hinter denen sich kleinere Herausforderungen verstecken, sorgen für Abwechslung. Sterben solltet ihr übrigens vermeiden, denn im Falle eures Ablebens verabschiedet sich nämlich auch ein großer Teil eurer gesammelten Upgrades. Nach Ablauf der fünf Minuten werden die im besten Fall ordentlich verbesserten Stats der vier Spieler miteinander verglichen, bevor es dann zur entscheidenden Enddisziplin kommt. Mal kommt es zu einem normalen Battle Royale oder Teammatch, mal zu einem senkrechten oder waagerechten Hindernislauf, mal sollen so viele Mini-Gegner wie möglich verdroschen werden. In jedem Fall seid ihr mit einem ordentlich aufgepowerten Charakter aber im Vorteil.

Das Ganze macht ordentlich Laune. Zwar hat man nach drei oder vier Runden auch erst mal genug, dennoch, für eine spaßige Runde zwischendurch eignet sich der Smash Run hervorragend. Schade nur, dass dieser Modus von Super Smash Bros. 3DS nur offline mit anderen Spielern gespielt werden kann. Einen Online-Support hätten wir trotzt wahrscheinlich hoher Abbruchraten des einen oder anderen pubertären Gegner gerne gehabt. Beim Verlassen des Spielmodus bemerken wir den Untermenüpunkt „Personalisieren“. Hinter diesem befindet sich im Prinzip das eingangs erwähnte Charakterstudio. Hier können wir unseren Charakter bereits im Vorfeld für anstehende Smash Abenteuer ausrüsten.

Test Super Smash Bros. 3DS

Im Smash Run trefft ihr auf diverse Gegner sämtlicher Spielereihen der gesamten Kämpferriege

Customizing bis der Arzt kommt

Sofort verlieren wir uns in den vielen Customizing-Optionen, die uns Super Smash Bros. 3DS zur Verfügung stellt. Unter dem Punkt „Ausrüstung“ können wir die drei zentralen Attribute, Geschwindigkeit, Angriff und Verteidigung, unseres Charakters ändern, indem wir ihn mit passenden Gegenständen ausrüsten. Dabei wird stets darauf geachtet, dass sich das Ganze ausbalanciert. Boni die schneller machen senken beispielsweise die Angriffskraft. Einige der Gegenstände besitzen dann auch noch spezielle Boni, die unserem Charakter beim Anlegen zuteil werden. Insgesamt drei Gegenstände kann unser Charakter bei sich tragen.

Als nächstes schenken wir unserem Charakter ein paar „Zusatz-Items“. Insgesamt sechs dürfen wir ihm zustecken. Die einzelnen Items sind in Kategorien unterteilt. Angriffs-Items lassen Meteore vom Himmel regnen oder lösen Explosionen aus, Heil-Items tun ihr Bestes, um uns wieder auf Vordermann zu bringen, Tempo-Items erhöhen für kurze Zeit unsere Laufgeschwindigkeit und Item-Items gewähren euch für kurze Zeit Zugriff auf ein bestimmtes Item. Wir stellen schnell fest, dass es genau wie bei den Ausrüstungsgegenständen zahlreiche Items gibt, die alle möglichen Effekte besitzen. Dazu haben alle Zusatz-Items auch noch einen unterschiedlichen Level. Wie hoch das Gesamtlevel der getragenen Items sein darf, entscheidet die Stärke respektive das Gewicht unseres Charakters. Die Zusatz-Items setzen wir im späteren Abenteuer bequem per Touchscreen ein.

Test Super Smash Bros. 3DS

Per Tastendruck lassen sich die Zusatz-Items problemlos auswählen, allerdings sind sie nur begrenzt einsetzbar

Die dritte Option erlaubt uns die Spezialangriffe (B-Knopf) unseres Charakters in Super Smash Bros. 3DS zu editieren. In bisherigen Ablegern waren alle Charaktere auf vier Spezialangriffe beschränkt. Jetzt besitzt jeder Charakter insgesamt zwölf, von denen allerdings immer nur vier genutzt werden können. Zwar stellen die zusätzlichen Spezialangriffe manchmal nur Variationen der jeweiligen Angriffe dar, dennoch sind wir erstaunt, wie detailliert wir an unserem Charakter herumschrauben können. Nachdem wir vier Attacken unserer Wahl auf die jeweiligen Eingabemuster gelegt haben, erblicken wir noch zwei kleinere Anpassungsoptionen mit den Namen „Kopfbedeckung“ und „Outfit“. Diese sind allerdings nur mit dem Mii nutzbar. Hier können wir unseren Mii mit allerlei gesammeltem Schnickschnack wie Mario-Mütze, Cyborg-Kostüm oder Cowboyhut ausstatten.

Die zurechtgepuzzelten Charaktere lassen sich übrigens auch in anderen Modi verwenden, allerdings nur, wenn alle Spieler dem zustimmen (durch Druck auf das kleine Feld oben rechts auf dem Touchscreen in der Charakterauswahl). Sämtliche Customizing-Objekte besitzt ihr natürlich nicht von Anfang an, ihr müsst sie erst im Abenteuer-Modus sammeln oder im klassischen Modus erringen. Dies erweitert den Sammelaspekt von Super Smash Bros. 3DS im Vergleich zu den Vorgängern, bei denen lediglich Trophäen und Sticker gesammelt werden konnten, die euch effektiv wenig gebracht haben. Die Item-Sammelei motiviert dieses Mal ungemein und treibt zu immer weiteren Spielerunden an. Dazu kommen haufenweise Meilensteine, die ihr gezielt durch bestimmte Aktionen freischalten könnt und die euch mit Trophäen und anderem Gedöns belohnen.

Test Super Smash Bros. 3DS

Zum Schluss wird verglichen. Wer hat die besten Chancen in der Abschlussdisziplin?

Online-Modus, Minispiele und anderer Kleinkram

Nun werfen wir einen Blick in den Online-Modus. Da zum Zeitpunkt des Tests lediglich Japaner und einige wenige Europäer und Amerikaner im Besitz von Super Smash Bros. 3DS waren, haben wir natürlich ordentlich was einstecken müssen. Mit anderen Worten: Wir haben pausenlos auf die Fressluke gekriegt. Das wollen wir natürlich nicht dem Spiel zu Lasten legen, die gelegentlich auftretenden Ruckler dagegen schon. Wir hoffen nur, dass da noch ein bisschen nachgebessert wird, sonst könnten internationale Kämpfe für viele Spieler schnell frustrierend werden. Der eigentliche Vebindungsaufbau und die Gegnersuche selbst funktionierten dagegen problemlos.

Zur Entspannung wollen wir uns jetzt mal ein wenig den kleineren Modi von Super Smash Bros. 3DS widmen. Dabei erkennen wir, dass sich am Sandsackprügeln und dem Multi-Brawl, bei dem ihr gegen eine Reihe von Mii-Kämpfern antretet, kaum etwas verändert hat. Neu ist hingegen der Scheiben-Bomber, bei dem ihr in bester Angry Birds-Manier 10 Sekunden Zeit habt, eine Bombe zu bearbeiten, die ihr anschließend in ein großes Turmkonstrukt mit allerlei Zielscheiben katapultiert, um so möglichst viele Punkte zu bekommen. Alle drei Minispiele sind durchaus spaßig, fesseln aber nicht langfristig. Allerdings sollen sie das auch gar nicht, sie sind eher als kleines Spielchen für zwischendurch geeignet.

Neben der Stärke der Charakterkonturen, der Steuerung und der Schadensanzeige, können wir in den Optionen auch unser Online-Profil editieren und die Lautstärke anpassen. In unserer „Truhe“ finden wir hingegen unsere gesammelten Schnappschüsse und Videoaufnahmen, die wir während unserer Prügelorgien in Super Smash Bros. 3DS gemacht haben. Außerdem könnt ihr euch eure Trophäen und Statistiken ansehen, ein wenig den zahlreichen Soundtracks lauschen oder euch durch ein Sammelsurium von Tipps lesen, die zwar nette Ratschläge darstellen, Anfängern aber kaum helfen und Profis nichts wirklich Neues erzählen.

Test Super Smash Bros. 3DS

Das Prinzip vom neuen Scheiben-Bomber-Minispiel erinnert sehr an Angry Birds

Singleplayer-Spaß: All-Star-Modus und Klassischer Modus

Zum Abschluss wollen wir uns dann noch einen Eindruck vom All-Star-Modus und dem klassischen Modus machen. Letzterer hat sich in Super Smash Bros. 3DS im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert, abgesehen davon, dass die gegnerischen Charaktere euch nun chronologisch nach ihrem Debüt in der Videospielgeschichte herausfordern.

Der klassische Modus hingegen kommt in Super Smash Bros. 3DS etwas anders daher. Statt stupide gegen einen Gegner nach dem anderen anzutreten, bewegt ihr euch nun auf einem kleinen Spielbrett mit verschiedenen Pfaden von Kampf zu Kampf. So habt ihr Einfluss auf euren nächsten Gegner und auf gelegentliche Goodies die ihr auf dem Weg dahin einsammelt. Wie auch in so ziemlich allen anderen Modi handelt es sich dabei vorwiegend um Münzen, mit denen ihr in der „Truhe“ neue Trophäen kaufen könnt. Ihr könnt zu Beginn des klassischen Modus sogar entscheiden, wie viele Münzen ihr auf euren Sieg setzen wollt. Je mehr Münzen ihr setzt, desto höher steigt der Schwierigkeitsgrad. Nicht revolutionär, allerdings bringen diese Elemente frischen Wind in den angestaubten Modus und gerade das Zock-System sorgt für hohe Motivation und Wiederspielwert.

Super Smash Bros. 3DS

Das Symbol zeigt euch an, aus welchem Franchise der nächste Gegner kommt. Die Farbe des Weges bestimmt über die Schwierigkeit des kommenden Kampfes

Es ist nicht alles eitel Sonnenschein

Die Grafik von Super Smash Bros. 3DS ist, wie bei einem Handheld zu erwarten, nicht gerade überragend und im Vergleich zu Brawl etwas pixelliger. Nach einigen Spielstunden hat man sich jedoch an die etwas schwächere Optik gewöhnt. Der Sound hingegen lässt kaum Wünsche offen. Zahlreiche Tracks aus den verschiedensten Nintendo- und Nicht-Nintendo-Spielen lassen unsere Herzen höher schlagen und das ein oder andere Mal versinken wir beim Anhören der Musikstücke sogar in wohliger Nostalgie. Herrlich.

Vollkommen verkorkst ist hingegen das Freischalt-System. War es in Melee noch eine echte Herausforderung, Charaktere wie Mewtu oder Pichu freizuschalten, taucht in Super Smash Bros. 3DS nach fast jedem Kampf ein neuer Herausforderer auf, selbst dann, wenn wir die Kämpfe vorher abbrechen. Schon nach einer Spielstunde hat man gut die Hälfte aller freischaltbaren Charaktere und Stages freigeschaltet, wobei die freigeschalteten Orte und Kämpfer auch überwiegend aus den Vorgängern bekannt sind. Während zahlreiche neue Stages bereits von Anfang an wählbar sind, müsst ihr die Wario Ware Inc. aus Brawl erst einmal freispielen und auch unter den versteckten Charakteren befinden sich Veteranen wie Wario, Ganondorf und sogar Klon-Charaktere wie Falco. Statt sich über jeden neuen Kämpfer zu freuen, macht sich öfters mal Enttäuschung breit. Die wenigen freischaltbaren Neulinge fallen da kaum ins Gewicht. Hier hat das Team um Sakurai gepatzt.

Super Smash Bros. 3DS

Obwohl Ness in Brawl und Melee bereits von Beginn an spielbar war, muss er in Super Smash Bros. 3DS erst freigeschaltet werden

Große Auswahl an Charakteren und Stages,...
Zahlreiche alte und neue Spielmodi
Exklusiver Smash Abenteuer-Modus
Motivierendes Sammelsystem
Spaßiges Customizing-Feature
Musikauswahl weiß durchweg zu begeistern
...die trotzdem noch Wünsche offen lässt
Teilweise ungenaue Steuerung
Nervige Ruckler im Online-Modus
Freischalt-System motiviert nicht

Pascal W.

Das Handheld-Debüt von Super Smash Bros. 3DS ist definitiv ein voller Erfolg geworden. Fernab von allen Analysen und Kritikpunkten macht das Spiel einfach nur Spaß. Man versinkt regelrecht in dem kleinen Stück Software und schon nach kurzer Zeit merkt man, dass sich Super Smash Bros. 3DS nicht vor seinen Vorgängern verstecken muss. Zwar ertappt man sich irgendwann dabei, die zahlreichen Modi immer seltener zu spielen und vorwiegend im Smash-Modus zu kämpfen, dennoch tritt dieser Zustand erst nach rund 50 Spielstunden ein. Gerade im Multiplayer gibt es kaum Spiele, die hier mithalten können und auch der Singleplayer macht dieses Mal überraschend viel Spaß. Darüber hinaus enthält der Handheld-Ableger diversen exklusiven Content (Abenteuer Modus, Stages, etc.), den die Wii U-Version nicht haben wird. Super Smash Bros. 3DS ist definitiv ein Must-Have-Titel.
Test: Gauntlet Test: Stronghold Crusader 2
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