Test: Sword Art Online – Hollow Realization

Sword Art Online Hollow Realization_LogoSeit kurzem freuen sich Fans der Sword Art Online-Reihe über den jüngsten Ableger, in dem wir Kirito erneut in die virtuelle Welt begleiten dürfen und schärfen vor lauter Euphorie bereits die Klingen. Aber was kann Hollow Realization wirklich? Wir haben uns die „NerveGear“ umgeschnallt und uns in Ainground gestürzt. Euch kommt der Name irgendwie bekannt vor? Das hat so seinen Grund…

Gameception

Sword Art Online – Hollow Realization führt die beliebte Tradition der Reihe weiter und spinnt das Universum um das Spiel im Spiel deutlich weiter. Die interessante, aber überaus komplexe Geschichte dreht sich erneut um Kirito und seine Freunde, die Fans bereits aus früheren Ablegern oder auch dem gleichnamigen Anime bekannt sein dürften.

In SAO steht eine spezielle VR-Technologie zur Verfügung, dank der Nutzer mit allen Sinnen in Videospiele abtauchen können. Wie eine zweite, virtuelle Welt bettet sich Sword Art Online so in die Realität der Menschen ein und lockt tausende von Spieler tagtäglich zu aufregenden Abenteuer.

Nachdem es in der Vergangenheit furchtbare Probleme mit der Umsetzung dieser sogenannten NerveGear gegeben hat, überschattet den Hype um diese fortschrittliche Technologie jedoch ein dunkler Schatten der globalen Kritik. Um der Hardware wieder zu neuem Glanz zu verhelfen und die Ereignisse hinter sich zu lassen, ordnet das Unternehmen hinter der NerveGear an eine neue Welt zu schaffen, ein neues Sword Art Online, das die Massen begeistern soll.

Obwohl Kirito die Probleme des Originalspiels selbst miterlebt hat, hat das neue Projekt seine Neugier geweckt und so meldet er sich mit Asuna, Leafa und den anderen für die Beta-Testversion an. Dabei begegnet ihnen im Spiel der NPC Premiere – ein junges Mädchen, das eine scheinbar nutzlose Nebenquest mit unterirdischer Belohnung verteilt und über keine Hintergrunddaten verfügt. An ihrem Beschützerinstinkt gepackt, beschließt die Gruppe Premiere aufzunehmen und entdeckt dabei, dass dieser NPC offenbar eine ganz eigene Geschichte besitzt: Das Geheimnis um die nutzlose Quest scheint nur der Anfang zu sein.

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Informationsüberladung

Soweit mit der angerissenen Hauptstory. Als Spieler werden wir von Anfang an mit unfassbar vielen Informationen überschüttet, die manchmal ein wenig zu viel Aufmerksamkeit fordern. Bevor es überhaupt zum Opening kommt, müssen wir das Tutorial absolvieren, das ein wenig lieblos und sehr sachlich ins Spiel geklatscht wirkt. Ohne große Einleitung kommt es direkt zum Kampf, in dem wir in unattraktiver „Übe Angriff A aus!“-Manier einen protzigen Gegner besiegen müssen – und zwar minutenlang.

Im Schnelldurchlauf verrät uns Sword Art Online – Hollow Realization, wie wir kämpfen, was wir berücksichtigen müssen und auf welche Weise wir unsere Kameraden beeinflussen oder steuern können. Das ist recht viel Input in der ersten Stunde und verleitet dazu, einen Teil der Details einfach zu überblättern, was sich im späteren Verlauf des Spiels rächen könnte. Im Gegenzug erlaubt uns der Titel, Kirito nach unserer Vorstellung anzupassen und stellt eine breite Palette an Möglichkeiten zur Verfügung – dabei sind die Wahl des Geschlechts sowie 31 Frisuren und 19 unterschiedliche Augentypen nur die Spitze des Eisbergs.

Zudem lernen wir recht früh so ziemlich jeden kennen, dem Kirito in den vergangenen Ablegern bereits begegnet ist. Natürlich vorzugsweise Frauen: Asuna, Leafa, Silica, Lisbeth, Yui und Strea, um nur einige Namen zu nennen, über die sich alte Hasen der Reihe wohl freuen werden. Für Neueinsteiger erklärt Kirito bei jeder Figur, woher er sie kennt, was sie gemeinsam erlebt haben und über was für einen (etwas platten) Charakter sie verfügt. Frischlinge von Sword Art Online werden da wohl etwas weniger Spaß dran haben, denn auch hier gibt es viel zu lesen, viel zu lernen und im Anschluss viel zu vergessen; etwas schräg auch Frau und Kinder, die einem vor die virtuelle Nase gesetzt werden. Für Fans der Reihe ist dies hingegen ein schönes Wiedersehen mit alten Bekannten.sword-art-online-hollow-realization-bild-2

Echtzeit-Kampfsystem mit Schwächen

Die Idee vom Kampfsystem in Sword Art Online – Hollow Realization ist gar nicht so schlecht, hinkt aber in der Umsetzung. Mit jedem neuen Level sammelt ihr gleichzeitig Skill-Punkte, die anschließend im Fähigkeitenbaum genutzt werden können und so neue Attacken, Buffs oder Wertesteigerungen freischalten. All diese Dinge stehen euch anschließend im Echtzeit-Kampfsystem zur Verfügung.

Zudem dürft ihr frei zwischen verschiedenen Waffen wie Schwert, Dolch, Speer, Knüppel, Katana und mehr wählen, die jeweils unterschiedliche Skills unterstützen. Je öfter ihr eine dieser Waffen einsetzt, desto mehr Features könnt ihr für diese nutzen und eine bestimmte Rolle im Kampf einnehmen, beispielsweise den Tank, den Healer oder den Supporter. Das Ausbilden dieses Skillsystem funktioniert gut – die Anwedung hingegen ist ein bisschen schwieriger. Aber zuerst die Basics.

Die Standardsteuerung von Sword Art Online: Hollow Realization erlaubt euch grundsätzlich vier unterschiedliche Aktionen pro Button. Darauf sind die gängigen Optionen Angriff, Spezialangriff, Hüpfen und Parieren verteilt, mit denen ihr die meisten Kämpfe mühelos bestreiten könnt. Während ihr in Echtzeit einem Gegner die Fresse poliert, gelangt ihr außerdem über R1 in ein Extra-Menü, in dem ihr in erster Linie euren Kameraden Befehle erteilen könnt: Wechselt die Position auf dem Feld, startet einen Gruppenangriff, lobt eure Freunde für besonders gute Angriffe, etc. Die Idee ist wirklich gut, gerät allerdings in Kämpfen gegen mehrere Feinde eher in den Hintergrund. Für mehr als „Heilt euch!“ bleibt meist keine Zeit.

Zu alledem kommt ein weiteres Extra-Menü hinzu, auf dem ihr sämtliche freigeschaltete Skills und Heiltränke auswählen könnt. Mittels Touchpad aufgerufen, könnt ihr die mächtigen Angriffe auch im Kampf schnell nutzen – müsst dafür aber auf die Aktion „Parieren“ verzichten, weil dieser Button nun zum Aktivieren der Skills benötigt wird. Bei fünf, sechs Spezialangriffen macht das alles noch Spaß, je voller jedoch das Menü wird und je mehr Attacken, Buffs oder Debuffs ihr lernt, desto unübersichtlicher wird das Ganze. Da hilft leider auch das individualisierbare Standard-Menü nicht mehr. So bleibt es oft beim einfachen Button-Mashing mit hin und wieder eingestreuten Spezialangriffen, was wenig Taktik, sondern nur einen kräftigen Daumen voraussetzt und das ganze System irgendwie hinfällig werden lässt.sword-art-online-hollow-realization-bild-3

Von sinnlosen Quests

Und damit meine ich nicht das Storytreibende Quest von Premiere. Wer bei Sword Art Online – Hollow Realization auf interessante Nebenquest mit Sinn und einem Hauch von Geschichte hofft, wird bitterbös enttäuscht werden. Am schwarzen Brett reißen wir uns stattdessen alles ab, was gesammelt oder erlegt werden kann, bevor wir anschließend in die entsprechende Region reisen und einfach nach dem bestimmten Gegnertypen Ausschau halten.

Dutzende Male Insektoidenstachel einsammeln, teilweise in einzelnen Gebieten immer dieselben Quests erledigen und dann den nächsten Auftrag abarbeiten – das ist schade und auf Dauer leider nicht sehr unterhaltsam. Dabei brauchen wir die Kämpfe und Erfahrungspunkte, denn die Gegner einer Map sind nicht immer gut gebalanced, sodass „Overpowered“ manchmal zum einzig sicheren Status wird.

Interessant sind an dieser Stelle immerhin die Folge-Quests, bei denen etwas Weitsicht gezeigt wird. Haben wir den riesigen Keiler A mühsam erlegt und reisen ein Gebiet weiter, wartet dort der riesige Keiler B auf uns, der den Tod seines Kumpels rächen will und Ärger mit uns sucht. Hätte man dieses Element mit etwas mehr Story unterlegt, wäre es eine schöne Abwechslung gewesen.sword-art-online-hollow-realization-bild-4

Ausrüstung nur bei Freundschaft

Zieht ihr in den Kampf, brauchen eure Kumpanen natürlich ein angemessenes Outfit, denn spätestens auf Level 10 nutzen einem die abgetretenen Riemchensandalen ja nichts mehr. Also schnell Waffe und Rüstung gekauft, beim Schmied verbessert oder glücklich gelootet.. und ein Date ausgemacht.

Ja, richtig gehört. SAO: Hollow Realization bietet das Feature an, eure Beziehungen zu anderen Charakteren zu vertiefen, indem ihr Gespräche führt, Lob aussprecht oder ähnliches. Darüber kann man denken, was man mag, schließlich spielt nicht jeder ein JRPG, um sein Sozialverhalten zu trainieren. Wollt ihr einen Charakter wie beispielsweise Asuna jedoch mit neuer Waffe oder Rüstung versehen, benötigt ihr mit ihr eine Freundschaft: Ab Rang 4 dürfen wir ihr ein neues Rapier schenken, ab Rang 5 neue Beinschoner, Rüstung und Co.

Das ist ziemlich ärgerlich. Zum einen ist dieses Ausrüstungssystem relativ versteckt, sodass nicht direkt offensichtlich ist, wie ihr eure Mitkämpfer nun mit besserer Ausrüstung beglücken könnt. Zum anderen dauert es manchmal ewig, die Freundschaften zu pushen und den gewünschten Rang zu erzielen. So führen wir dutzende Male das gleiche Gespräch mit Klein, in dem wir an den richtigen Stellen nicken, Lächeln oder andere zusätzliche Aktionen ausführen, bevor wir ihm endlich das neue Katana in die Hände drücken können. Das wäre auch einfacher gegangen!

Interessante Hauptstory
Viele Möglichkeiten zur Individualisierung
Unzählige Nebenquests...
Abwechslungsreiche Umgebungen
Richtig viele Skills zum Ausbilden
Komplexer Einstieg für Frischlinge
Unübersichtliche Kampfmenüs
...die leider einfallslos und ermüdend sind
Ausrüsten der Begleiter nur übers Geschenk-System

Sandra M.

Zu viel gewollt, zu wenig geboten: Sword Art Online - Hollor Realization kann optisch größtenteils zwar überzeugen und will für Neueinsteiger den roten Teppich ausrollen, doch letztendlich bleibt dabei inhaltlich einiges auf der Strecke. Trotz interessanter Hauptgeschichte, schlauchen die eintönigen Nebenquests enorm und schmälern die Möglichkeiten des Titels, über Stunden hinweg zu unterhalten. Auch das Geschenk-System ist unnötig umständlich konzipiert, lähmt den Spielverlauf, weil die nötige Ausrüstung erst ab einem gewissen Freundschaftsrang übergeben werden kann und nimmt dem Titel damit mächtig viel Wind aus den Segeln. Positiv hingegen die unzähligen Individualisierungsoptionen, sowohl bei Kiritos Aussehen, als auch beim Spielstil selbst. Leider macht das nur wenig wieder wett. Übrig bleibt ein nettes JRPG mit guten Ideen, die auf weiten Strecken nicht richtig funktionieren.
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