Test: The Park

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The Park EntranceThe Park: Ein Psycho-Grusel-Trauma-Horror-Adventure-Walking-Simulator aus dem Hause Funcom. Okay okay, wir wollen nicht übertreiben: Tatsächlich handelt es sich bei The Park um ein sogenanntes psychologisches Horror-Adventure in Form eines Walking-Simulators… klingt doch gleich ganz anders.

Mit dem am 27. Oktober erschienenen Titel The Park entführt uns Funcom in einen „Vergnügungspark“ und parallel dazu in die Psyche der Protagonistin Lorraine. Zu Beginn des Spiels befinden ihr uns, gemeinsam mit unserem Sohn Callum, auf dem Parkplatz vor dem mysteriösen Freizeitpark. Sohnemann scheint seinen geliebten Teddybären im Park vergessen zu haben und bettelt uns mit großen Hundeaugen an, diesen zu finden. Den Park können wir nicht betreten: „We’re Closed!“ ist alles, was uns die Beschilderung des Parks entgegen bringt. Ein kurzes Gespräch mit dem Pförtner am Service-Point soll hier Abhilfe schaffen. Dieser reagiert recht verständnisvoll und möchte uns den Zugang gewähren, als in eben diesem Moment Callum an uns vorbei flitzt und sich auf eigene Faust in den Park begibt, um Mr. Teddybär zu finden. Gut erzogen, so viel steht fest. In nur wenigen Augenblicken wechselt der Park sein eben noch freundliches, mit blühenden Pflanzen bestücktes und bunt leuchtendes Aussehen in eine düstere, heruntergekommene und bedrohliche Erscheinung.
The Park Inhouse

Sichtlich verwirrt und verängstigt rufen wir nach unserem Sohn, der uns spielerisch ermutigt ihm zu folgen; was wir natürlich tun. Fledermäuse zischen über unseren Kopf hinweg und wir werden begleitet von beängstigenden Stimmen in der Luft – und aus den Lautsprechern. Grafisch werden wir von der Unreal Engine verwöhnt, die durchaus überzeugende Texturen für uns übrig hat, mehr aber auch nicht. Reicht aber völlig aus. Über das generelle Aussehen der Protagonistin lässt sich gerne streiten. Müssen die frühen 80er gewesen sein – und noch nicht einmal die guten frühen 80er. Wie dem auch sei…

The Park Reality

Des Laufens langsam müde, bietet sich uns doch tatsächlich die Möglichkeit, die hiesigen Fahrgeschäfte zu nutzen. Ob das nun eine kluge Entscheidung ist oder nicht, kommt immer darauf an, wie man mit den Geschehnissen in den Fahrgeschäften umgeht. Wirklich einladend sehen die nicht unbedingt aus. Sicher auch nicht. Na dann: Rein da! Die Stimmen dringen in unseren Kopf, Schwindelanfälle und fieses Flackern sind die Folge und uns erscheint immer wieder diese grauenvolle Figur. Die Hintergründe des Parks und somit auch die Geschichte des Spiels, werden uns anhand von Notizen und Befunde näher gebracht, die wir an unzähligen Plätzen des Parks finden können (ja, Polizei-Befunde liegen dort einfach so rum).

The Park Boogyman

Die musikalische Untermalung finde ich sehr gelungen und die gruseligen Momente werden gezielt mit dem jeweiligen Sound geliefert. Von eben solchen Momenten mangelt es in The Park tatsächlich nicht. Das Game zielt nicht auf die Masse gruseliger Jump-Scares ab, sondern überzeugt mit Atmosphäre und Szenerie – gelungen. Dass etwas mit dem Park nicht stimmt, dürfte uns schon seit der fragwürdigen Mutation klar sein. Anhand der Zettelwirtschaft wird unsere Theorie allerdings bestätigt. Schreckliches ist hier passiert und das lustige Maskottchen des Parks scheint nicht ganz unschuldig daran gewesen zu sein. Kinder sind verschwunden, Leichen aufgetaucht und was an Lorraines Gedankengängen noch real ist und was nicht, wird uns langsam auch schleierhaft.

The Park Rollercoaster

The Park wird euch höchstwahrscheinlich nicht länger als 1,5 bis 2 Stunden beschäftigen, belohnt euch dafür aber mit einer gelungenen Story und einem erstaunlichen Ende. Die Spannung wird kontinuierlich aufrechterhalten und ein beklemmendes Gefühl ist euer ständiger Begleiter. Da sich eure Interaktionen neben dem Lesen von Notizen und dem Betreten von Fahrgeschäften hauptsächlich auf das Rufen nach eurem Sohn Callum beschränkt, ist die zittrige und verängstigte Stimme einer Mutter überzeugend umgesetzt worden. Die ekelhaft gestalteten Räume, die ihr zu einem späteren Zeitpunkt betretet (tatsächlich nach dem ersten und einzigen Ladebildschirm des Spiels), haben mich endgültig in ihren gruseligen Bann gezogen. Gefangen in eurer Psyche und irregeführt durch die Realität (oder umgekehrt?), wächst hier die offensichtlich grausame Geschichte zu deinem perfiden Gesamtbild zusammen und lässt euch bereits Schreckliches vermuten. Wer sich das Game für günstige 9,99 Euro noch zulegen möchte, der sollte für den Preis nicht zögern: Es ist kurz, aber intensiv. Ein gelungener Zeitvertreib für zwischendurch.

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