Test: The Seven Deadly Sins Knights of Britannia

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The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia bietet die Möglichkeit alle Charaktere der Gruppe zu spielen

Im März 2018 soll das Action-Abenteuer The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia in die Läden kommen. Es handelt sich um die Spieleumsetzung zum gleichnamigen Anime aus Japan der schon als Manga einen Hype auslöste. In diesem versucht Meliodas sein Team der sieben Tötsünden(Seven Deadly Sins) wieder zu einen. Nur so kann er die Schreckensherrschaft der heiligen Ritter Abwenden. Ob die Videospiel-Variante dieser epochalen Story genau so viel taugt, wird sich in unserem Test zeigen.

The Seven Deadly Sins

Ein ruhiger Tag im Boar Hat, der Wanderbar des kurz geratenen Meliodas, als plötzlich die unsichere Elizabeth auftaucht und alles durcheinander bringt. Das ist der Aufhänger der beliebten Geschichte. Im Videospiel wird die Story des Anime durch verschiedene Gameplay-Elemente nachgestellt. Ihr reist also mit dem Boar Hat durch Brittania und versucht an jeder Ecke eure ehemaligen Kumpanen zu finden. Durch das Bekämpfen von Forts werden neue Gebiete freigeschaltet. Diese enthalten Dörfer und Städte, welche Missionen bieten und die Story voran treiben. Klingt alles schön und gut, doch die Umsetzung ist eher enttäuschend und das hat gleich mehrere Gründe.

Die Story

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Natürlich könnt ihr die Texte auch auf Deutsch stellen, die Sprachausgabe bleibt aber im Original Ton

Leider müssen wir mit dem schwächsten Element des Spiels anfangen und zwar der Story. Die Videospielumsetzung von Seven Deadly Sins versucht die coole und bildgewaltige Geschichte der Vorlage um Meliodas und seine Freunde durch schlichte Texttafeln zu erzählen und dies missglückt leider vollkommen. Der Einstieg des Spiels ist deshalb eine langweilige Aneinanderreihung von Dialogfenstern. Das Intro des Spiels ist zwar direkt an das Intro der Serie angelehnt, doch die Vorfreude eingefleischter Fans wird sich spätestens danach in Luft auflösen. So werden wichtige Story Elemente, die in der Serie teilweise Folgen füllen, im Spiel als kurze Dialogtexte zusammengefasst. Das enttäuscht nicht nur die Fans, sondern verwirrt auch noch Spieler, die vorher keine Ahnung von The Seven Deadly Sins hatten. Der starke Informationsmangel macht es nämlich unmöglich, die Geschichte des Videospiels nachzuvollziehen.

Die Grafik

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Die Charaktere und Umgebung des Anime wurde detailliert umgesetzt

Der gelungenste Faktor hingegen ist die grafische Umsetzung. Es handelt zwar nicht um ein Grafikwunder, jedoch wird der Stil der Anime Vorlage exakt eingefangen. Cell Shading und kräftige Farben sorgen Für den richtigen Look. Vor allem aber das Charakter Design wird auch die Fans überzeugen. Hier ist alles an seinem Platz. Die Passende musikalische Untermalung und Original Stimmen aus dem Anime unterstützen diesen Gesamteindruck

Das Gameplay

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Britannia wird durch eine animierte Minimap dargestellt

Das Spiel selbst besteht zum größten Teil aus Kampfeinlagen und der Versus-Modus soll den Langzeitspaß ermöglichen. Die Kampf- und Story Abschnitte werden mit einer bereisbaren Karte zusammengefügt. Die grüne Mutter vom schweinischen Wegbegleiter Hawk stellt in dieser Ansicht die Spielfigur da. So bereist ihr Britannia und versucht das Gerede der Bevölkerung über die Seven Deadly Sins anzuheizen. Die Missionen bringen Prozentpunkte für die Bekanntheit des sündhaften Freundeskreises. Außerdem erhaltet ihr Gegenstände, mit denen ihr euren Skilltree weiter ausbauen könnt. Leider wiederholen sich die Missionen schnell, entweder kämpft ihr gegen einen einzigen Charakter oder ihr mäht in alter Dynasty Warriors-Manier massenweise Handlanger oder Tiere nieder. Dazu kommen noch Missionen mit Elizabeth, in denen ihr undefinierte Gegenstände sammeln müsst.

Der Kampf

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Die Kampfmechaniken erinnern an die Naruto Beat-em-Up’s, sind aber bei weitem nicht so gut umgesetzt

Leider ist die Steuerung ruckelig und alles andere als intuitiv. Beim Kämpfen seid ihr selbst euer größte Gegner. Es gibt keine wirklich komplexen Kombinationsmöglichkeiten der Angriffe und der Handlungsspielraum der Gefechte ist stark eingegrenzt. Die Prügeleien finden auf dreidimensionalen Ebenen statt und bieten eine zerstörbare Umgebung. Das sorgt für ein wenig Unterhaltung, doch alles in allem sind die Story Missionen nicht wirkliche Entertainment-Granaten. Entweder sind sie viel zu leicht, da man Horden von kleinen Rittern mit einem Schlag tötet oder man gerät in gehetzte Controller-Percussion, da das Zeitlimit für die Mission abläuft.

Einen wirklichen Gegner konnte ich in den KI-Kämpfern aber nie finden. Oftmals reichte einfaches Fernattacken-Spamming, um jeden Gegner in wenigen Sekunden zu erledigen. Im Multiplayer ist der Kampf etwas spaßiger. Doch von Komplexität und immersiven Kämpfen kann auch hier nicht die Rede sein. Die Charaktere schaltet man durch Fortschritt in der Story frei. Vor dem Kampf können die Spieler nacheinander ihre Figur wählen und diese mit Perks verbessern. Wenn alle Weichen gestellt sind könnt ihr euch mit euren Freunden im digitalen Kampfsport messen. In diesem Modus könnt ihr aber nur 1 vs 1 antreten.

 

Grafische Umsetzung
Unterhaltsamer Multiplayer
Original Synchronstimmen
Story lieblos erzählt
langweilige Missionen
hakelige Steuerung
schwaches Gameplay

Giacomo Wiesenberg

The Seven Deadly Sins Knights of Britannia versucht sich als Mischung aus JRPG, Beat-em-up und Mousu-Spiel. Leider macht es in allen Belangen nichts so gut wie die jeweiligen Vorlagen. Die Story wird schwach erzählt, die Kämpfe sind austauschbar und die Spielmechaniken unausgereift. Natürlich lässt sich der Anime-verschnitt spielen und ist nicht von Fehlern übersäht, doch richtiger Spielspaß kommt selten auf. Fans der Serie könnten gefallen daran finden als einer der Seven Deadly Sins durch Brittania zu streifen. Doch ich fürchte, dass die meisten Fans auch von dieser Umsetzung ihres geliebten Anime enttäuscht sein werden.
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