Test: The Witness

The-Witness-Test-Bild-1Unser Lieblingsmedium Computerspiele zeigt mit Werken wie Journey, Braid, FEZ, Super Meat Boy und vielen anderen immer wieder, was es zu leisten vermag. Jonathan Blow, der Schöpfer von  Braid, gehört in der Kategorie der Puzzlespiele sicherlich zu den Meistern. Ob mit seinem neusten Werk The Witness auch wieder eine harte Kopfnuss auf euch wartet, haben wir herausgefunden.

Knobel-Souls

Bevor wir jedoch anfangen nur eine kleine Warnung, wer völlig unbeleckt The Witness genießen möchte der sollte weder diesen noch andere Text lesen, einfach den Download per Steam oder PlayStation Network anschmeißen und anfangen zu knobeln.  Für alle andere versuchen wir möglichst spoilerfrei zu bleiben.

Beginnen wir zu erstmal mit dem einfachen Teil, denn in The Witness verschlägt es euch als Spieler auf eine einsame Insel, die ihr frei in der Ich-Perspektive erkunden könnt, zumindest wenn ihr nicht ganz auf den Kopf gefallen seid. Doch dazu später mehr. Warum ihr auf der Insel seid und was ihr dort machen sollt, wird schnell klar – Rätsel lösen. Und so werdet ihr gleich nach euren ersten Schritten sehr einfach und behutsam in die Welt der Linienrätsel des Jonathan Blow eingeführt.The-Witness-Test-Bild-2

Gerade Linie

Solltet ihr den Beginn und die Analogstick-Steuerung meistern, ebnet euch das den Weg zu einer Rätsel Odyssee, die euch Schritt für Schritt fast schon euer Gehirn neu verpolt. Mit jedem erfolgreichen Rätsel gibt euch die Insel nach und nach ihre Geheimnisse preis, von denen es unglaublich viele gibt. Die einen klein die anderen fast schon gewaltig und zu jeder Zeit für eine Überraschung gut. Was sich spannend anhört, ist sehr eigen und so wird The Witness nicht bei jedem Spieler sein volles Potenzial entfalten können.

Der Grund ist recht einfach, denn The Witness verlangt von euch vor allem geistig eine Menge Arbeit ab und gibt euch auf den ersten Blick recht wenig zurück. So sammelt ihr weder Geld, Währung, oder Pokale sondern einfach nur Erfahrung, die euch bei der nächsten Hürde wahrscheinlich weiterhilft. Hier hebt sich The Witness besonders durch seine simple Steuerung ab, bei der ihr zur Abwechslung mal nicht gezwungen seid, so schnell wie möglich Tastenreihenfolgen im richtigen Zeitpunkt abzufeuern.The-Witness-Test-Bild-3

Alles Kopfsache

Euer Gegner liegt nämlich einzig und alleine in eurem Kopf. Und wenn ihr diesen Kampf für euch entscheidet, so kann dies stellenweise noch befriedender sein, als so manch großen Drachen oder Monstrosität zu besiegen. Doch Obacht, das Suchtpotenzial ist hier ähnlich hoch. Wer allerdings schon beim Labyrinth auf der Cornflakes Packung Stressflecken bekommt, der sollte einen großen Bogen um The Witness machen.

Auch bei der Präsentation geht The Witness einen etwas anderen Weg, an dem wir uns nach kurzer Zeit kaum satt sehen konnten. Die paradiesische Insel ist sehr minimalistisch gehalten und weiß mit knalligen Texturen und Farben samt schickem Cell-Shading Look voll zu überzeugen. Zudem strotzen alle Areale vor liebevollen Details, die beim zweiten Blick mehr als nur schön aussehen, sondern meist auch noch einem Zweck dienen. Eins ist nämlich sicher, nichts auf der Insel wurde zufällig platziert.The-Witness-Test-Bild-5

Ohne Hilfe

Bei aller Liebe gibt es unserer Meinung nach einen Kritikpunkt, den wir nicht unerwähnt lassen wollen – Die fehlenden Hilfen. Dies kann vor allem Einsteigern schnell den Spaß rauben. Klar liegt der Reiz und die Faszination von The Witness darin, eigenständig den Knoten im Gehirn zu entwirren, aber gerade Anfängern dürfte die sehr steile Lernkurve doch etwas überfordern. Ein- und ausstellbare Hilfen hätten hier bestimmt Wunder gewirkt.

Geniale Rätsel
Fabelhafte Welt
Faszinierende Präsentation
Fehlende Hilfen

Marco K.

The Witness ist eines von diesen wenigen Spielen, das euch vollkommen in seinen Bann ziehen kann. Umso faszinierender ist es zu sehen, mit welchen einfachen aber genial eingesetzten Mitteln es Jonathan Blow's Werk mal wieder schafft, sich vollkommen in euren Kopf zu brennen. Solltet ihr es also schaffen euren Kopf frei zu machen, um in die fabelhafte Welt von The Witness abzutauchen, werdet ihr wahrscheinlich noch die nächsten Jahre von dem Trip auf eine rätselhafte Insel erzählen, als wäre es der beste Urlaub eures Lebens gewesen.
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