Test: Thrustmaster TMX Force Feedback

Thrustmaster-TMX-Test-Bild-1Um aus Rennspielsimulationen wie Forza Motorsport oder Gran Turismo das maximale Spielerlebnis rauszuholen benötigt man ein vernünftiges Lenkrad inklusive der Pedale. So kann man seinen virtuellen Rennwagen viel präziser und vor allem realitätsnah über die Ziellinie dirigieren. Natürlich gibt es auch bei den Lenkrädern eine enorm große Auswahl. Wir haben uns hinter das TMX Force Feedback von Thrustmaster geklemmt und verraten euch, was ihr für den Preis von 199,99€ von dem Ruder erwarten dürft.

Erster Eindruck und Inhalt

Der robuste Karton des TMX Force Feedback weist schon mal auf die wichtigsten Aspekte und Features des Lenkrads hin. Der für den Anfang wichtigste Punkt ist die Kompatibilität, denn was kann es schlimmeres geben, als eine teure Investition, die nicht mit dem gewünschten Gerät zu verbinden ist. Das Thrustmaster TMX eignet sich für alle Xbox One- und PC-Besitzer mit Windows-Betriebssystem. Neben den hauptsächlichen Features verweist die Verpackung auch auf die Addons, die ihr im Nachhinein erwerben könnt, um das Spielerlebnis nach euren individuellen Wünschen zu optimieren.

Doch genug zum Äußeren. Werfen wir einen Blick in das Innere des Pakets, so finden wir ein Handbuch vor, sowie die Pedalerie, ein Befestigungssystem und das Lenkrad, welches fest an der TMX Servobasis befestigt ist. Alle Bestandteile sind in einem schlichten Schwarz gehalten und weisen eine matte Oberfläche auf. Das Lenkrad besitzt einen gummierten Lenkkranz, der für die notwendige Griffigkeit sorgen soll, fällt aber etwas kleiner aus als die meisten Lenkräder. Die beiden Pedale, sowie deren Basis sind hingegen vollkommen aus Plastik. Für den Anschluss liegen den Komponenten die dementsprechenden drei Kabel bei, die kinderleicht anzubringen sind.Thrustmaster-TMX-Test-Bild-2

Aufbau und Anschluss

Habt ihr euren Schreibtisch von jeglichem Krempel befreit, könnt ihr mit der Montage beginnen. Dazu stellt ihr das Lenkrad in die vorgesehene Position, sodass die Kante auf der Unterseite der Servobasis sich bis zum Anschlag an dem Tisch befindet. Nun haltet ihr das Befestigungssystem so, dass ihr die Feststellschraube in das Gewinde schieben könnt und schraubt es fest. Stöpselt das Netzkabel in die Steckdose, das USB-Kabel in die Xbox oder den PC und den Pedalset-Anschluss hinten in die Servobasis und ihr könnt theoretisch loslegen.

In der Praxis hat sich der Aufbau jedoch etwas herausgezögert, da das Befestigungssystem im Vergleich zu anderen Produkten ziemlich flach und kurz ist. Für die vom Entwickler intendierte Montage benötigt ihr also eine eher dünnere Tischplatte ohne extra Rahmen darunter. Fällt euer Schreibtisch nicht in diese Kategorie, müsst ihr improvisieren und ein Buch oder einen ähnliches Auffüllobjekt unter die Halterung klemmen. Auf sich allein gestellt kann dieses Prozedere daher zu einer waschechten Herausforderung werden. Ist alles befestigt und eingestöpselt, so lasst zunächst noch die Finger vom Steuer. Ansonsten verdreht ihr euch bei der automatischen Kalibrierung des Lenkrads die Knochen.Thrustmaster-TMX-Test-Bild-3

Tasten und Funktionsumfang

Die Tasten des TMX Force Feedbacks sind überschaubar und selbst mit kleinen Händen gut zu erreichen – zumindest die spielrelevanten Knöpfe. An dem Lenker findet ihr alle Tasten, die ihr vom Xbox One Controller kennt. Mit dem linken Daumen erreicht ihr den Y- und X-Button und mit dem rechten die Tasten A und B. Etwas weiter unten habt ihr die vier Trigger und dazwischen die Menü- und View-Knöpfe. Für die Navigation habt ihr zudem das Steuerkreuz zur Verfügung und an der Servo-Basis findet ihr den Mode- und Xbox Guide Button. Die Beschriftungen und Farben der Tasten entsprechen denen des Controllers, was eingespielten Xbox-Nutzern ein leichteres Zurechtkommen gewährt. Das Rad lässt sich dabei insgesamt um 900° drehen, was durchaus mehr als genug ist. Wahre Simulationsprofis wollen hier aber hier und da gern etwas mehr haben. Hinter dem Lenkrad befinden sich dann noch die beiden Schaltwippen, die jedoch keine Funktion außerhalb des Spiels haben.Thrustmaster-TMX-Test-Bild-4

Das Fahrerlebnis

Nachdem wir unsere Konstruktion errichtet haben, legten wir direkt mit der ersten Testfahrt los. Und was bietet sich auf der Xbox besser an, als Forza Motorsport. Also stiegen wir in unseren virtuellen Flitzer und stellten fest, wie leise der Servomotor des Lenkrads ist.  Beim Fahren erweist sich das TMX Force Feedback erstaunlich präzise, wie es sich für ein ordentliches Lenkrad gehört. Man erhält über jede einzelne Aktion das entsprechende Feedback, sei es nun ein Asphaltwechsel oder ein Mitfahrer der euch beim Überholen streift. Der Servomotor macht vor allem in den Kurven einen guten Job. Hier müsst ihr nämlich echt stark gegenlenken, um nicht aus der Bahn zu fliegen. Gelangt ihr dann doch mal abseits der Strecke fängt der Servomotor an kräftig zu vibrieren, als wärt ihr tatsächlich von der Straße abgekommen.

Das einzige Manko beim Lenker findet sich an den Griffen. Wer in heiklen Spielsituationen nasse Hände bekommt, der wird häufiger zum Putzlappen greifen müssen. Denn der der Schweiß bleibt an den Gummibezügen haften und fängt an zu kleben. Allerdings handelt es sich hier um Meckern auf hohem Niveau, da einem dieser Haken sowieso nicht während des konzentrierten Spielens auffällt. Die Verarbeitung ist im Großen und Ganzen sorgfältig, doch für Liebhaber dürfte das Plastik zwischen den Gummiparts für etwas Furore sorgen.

Doch wie sieht es untenrum aus? Das recht kompakte Trittbrett hat ein Gas- und ein Bremspedal. Wer demnach bei Rennsimulationen auch die Kupplung treten möchte, der wird sich beim Zubehör umschauen müssen, welches bei TMX gegen Aufpreis verfügbar ist. Trotz der einfachen Verarbeitung aus Plastik macht die Pedalerie gut was her, auch wenn man beim Gaspedal nicht so präzise zwischen Gas und Halbgas unterscheiden kann. Bei der Bremse ist der Widerstand hingegen kräftig und der Neigungswinkel beider Pedale kann individuell eingestellt werden. Allerdings trat ein Problem immer wieder bei uns auf. Und zwar verrutscht das Pedalset sobald man seinen Bleifuß rausholt oder ordentlich in die Eisen geht. Eine Befestigungsmöglichkeit ohne Schrauberei wäre bei der zu leichten Plattenkonstruktion praktisch gewesen.Thrustmaster-TMX-Test-Bild-5

Das Fahrerlebnis erweitern

Wer sein Fahrerlebnis noch etwas optimieren möchte, der kann wie erwähnt natürlich zur Brieftasche greifen und sein Set erweitern. Mit dem T3PA könnt ihr euch eine 3-teilige Pedalerie anschließen, um den Multitasking-Faktor zu erhöhen und so er Realität noch einen Schritt näher treten. Bei dem T3PA-PRO habt ihr ebenfalls 3 Pedale, doch sind diese noch eine Stufe besser verarbeitet und können bodenmontiert oder hängend genutzt werden. Für das ultimate Simulationserlebnis könnt ihr euch dann noch den TH8A zulegen. Mit diesem Addon-Shifter habt ihr einen Schalthebel für eure virtuellen Kisten. Mit all diesen Addons habt ihr also alle Hände voll zu tun – im wahrsten Sinne des Wortes.

Hochwertige Verarbeitung
Lautloser Servomotor
Direktes Feedback sorgt für ein tolles Fahrgefühl
Kompatibel mit vielen weiteren Produkten von Thrustmaster
Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
Kurzes Befestigungssystem
Verrutschendes Pedalset

Oliver K.

Das TMX Force Feedback ist ein tolles Einsteiger-Lenkrad an dem es nur wenig zu meckern gibt. Vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis sieht die Konkurrenz derzeit alt aus. Überzeugen kann das TMX aber auch durch die gute Verarbeitung, mit der ein erstklassiges Fahrgefühl entsteht. Wirkliche Abstriche gibt es nur bei der Pedalerie, die sich leider nur gegen einen Aufpreis ausmerzen lassen. Ansonsten bekommt ihr mit dem Thrustmaster TMX viel Fahrspaß zum kleinen Preis.
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