Test: Total War: Warhammer 2

Test-Total-War-Warhammer-2-Bild-2Als Creative Assembly im Mai des letzten Jahres den neuesten Total War-Ableger herausbrachte, sorgte dies für einiges an Aufsehen. Der Grund dafür war nicht etwa ein katastrophal verbugtes Spiel, sondern vielmehr die Entscheidung einen gänzlich neuen Weg mit dem Franchise zu begehen. Anstelle erneut mit den alten Römern ganz Europa zu erobern oder im feudalen Japan in die Rolle des legendären Nobunaga Oda zu schlüpfen, verschlug es Spieler hier in die Fantasy-Welt von Warhammer. Damit hat man es geschafft eine ganz besondere Kollaboration mit Games Workshop einzugehen, insbesondere da dies der Marke Total War einen frischen, wenn nicht sogar magischen Wind verlieh. Mit Total War: Warhammer 2 geht dieser neue Weg des Entwicklerstudios nun in die zweite Runde, und wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn der eigentliche Masterplan aufgehen wird.

Auf dem Weg zum größten Total War aller Zeiten

Mit Total War: Warhammer 2 bekommen es Fans mit einer brandneuen Kampagnenkarte zu tun, in der auch wieder vier neue Völker mit an Bord sind. Neben den Hochelfen und ihren blutrünstigen Vettern den Dunkelelfen, warten hier auch noch die Echsenmenschen und zu guter Letzt eine der beliebtesten Rassen des Warhammer Franchises darauf gespielt zu werden: Die Skaven. Wer sich mit diesen nicht auskennt, der wird vermutlich auch Spiele wie Warhammer: Vermintide oder Mordheim: City of the Damned verschlafen haben, denn bei den Skaven handelt es sich um die riesige Ratten-Rasse des Warhammer Universums, und deren Truppen in Total War: Warhammer 2 zu kontrollieren macht einen heidenspaß!Test-Total-War-Warhammer-2-Bild-4

Inhaltlich haben Total War: Warhammer 2 und dessen Vorgänger, abgesehen von derselben Welt, nur noch wenig gemein. Neue Völker, völlig neue Landstriche und gänzlich neue Einheitentypen und Eigenheiten der verschiedenen Rassen warten darauf vom Spieler entdeckt zu werden. Das große Endspiel seitens Creative Assembly ist es allerdings nicht nur drei einzelne Ableger des Franchises auf den Markt zu bringen, sondern die Warhammer-Welt schlussendlich in dessen ganzen Größe auf den Rechner zu bringen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es zwar noch nicht möglich die Kampagnenkarte der Alten Welt mit der Kampagne Auge des Vortex zu verbinden. Allerdings dauert es bis dahin nicht mehr lange, denn schon in baldiger Zukunft soll es eine dritte Kampagne geben, die als kostenloser DLC angeboten wird. Ihr Name: Mortal Empires. Hierbei wird es sich allerdings nicht um eine reine Kombination der Kampagnen der ersten beiden Spiele handeln, da diese als Standalone entwickelt worden sind. Stattdessen dürfen sich Spieler auf eine neue und extra angepasste Karte freuen, auf der alle Rassen der beiden Games enthalten sein werden.

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Abwechslungsreich und verdammt fordernd

Man mag dies zwar zunächst nicht unbedingt vermuten, aber Total War: Warhammer 2 ist vollgestopft mit Lore und Informationen zu Geschehnissen, Rassen, Einheiten und vielem mehr, dass selbst eingefleischte Warhammer-Fans nach einer Weile der Kopf rauche dürfte. Dies kann für Neueinsteiger zwar stellenweise auch etwas ermüdend sein, jedoch zeigt sich hier die große Mühe und Ambition, die bei Creative Assembly bei der Entwicklung des Spiels aufgewendet wurden. Am einfachsten lässt sich dies bereits an den unterschiedlichen Arten erkennen, wie die verschiedenen Völker gespielt werden.

Während die Elfen und Dunkelelfen beispielsweise mit einer etwas konventionelleren Spielweise daherkommen, und sowohl auf Einflussname und Sklavenhandel ausgerichtet sind, so kommen speziell die Skaven und die Echsenmenschen deutliche einzigartiger daher. Während man mit letzteren eine wirklich ausgefallene Einheitenvielfalt besitzt, die sich von Pterdon-Reitern bis hin zu gewaltigen Sauriern erstreckt, welche für absolutes Chaos auf dem Schlachtfeld sorgen. Die Skaven hingegen fallen hier deutlich anfälliger aus, verfügen aber auch über so manche spezielle Einheiten wie die Rat Ogres, die insbesondere gute gegen fliehende Einheiten und leichte Infanterie eingesetzt werden können. Auch Komandanten-Fähigkeiten entlocken Warhammer-Fans manchen Schmunzler, wie der Skill Vermintide. Wird dieser aktiviert, kann man an einer beliebigen Stelle eine neue Truppe an Einheiten aus dem Boden graben lassen, mit denen beispielsweise Bogenschützen ordentlich aufgemischt werden können.Test-Total-War-Warhammer-2-Bild-5

Gerade die großen Schlachten stellen auch in Total War: Warhammer 2 abermals das eigentliche Herz des Spiels dar. Riesige Schlachtverbände gilt es hier zu kontrollieren. Dies beginnt zunächst beim Zusammenstellen einer Armee, ehe diese dann auf ein feindliches Kontingent an Einheiten trifft. Im Konfliktfall gilt es zunächst die Truppe auf der Karte zu platzieren, ehe dann in Echtzeit die Schlacht beginnt. Hier spielt insbesondere die eigene Strategie eine große Rolle, denn gerade taktisches Geschick kann hier über Sieg und Niederlage entscheiden. Sollen Einheiten in Wäldern verborgen werden, die im Verlauf der Schlacht den Feind in den Rücken fallen sollen? Können Hügel als Vorteil genutzt werden, sodass die eigenen Fernkampfeinheiten eine besser Sicht und Reichweite erhalten? Und schafft man es die richtigen Spezialfähigkeiten der eigenen Kommandanten zum idealen Zeitpunkt zu verwenden? Die Kämpfe sind und bleiben verdammt spektakulär, spannend aber auch fordernd.Test-Total-War-Warhammer-2-Bild-3

Neue Welt, neue Geschicke

Die Story in Total War: Warhammer 2 baut sich auf einen Vortex auf, der vor Äonen durch die Hochelfen geschaffen wurde. Auf diesem Wege gelang es ihnen eine Chaos  Invasion zu verhindern. Viele Jahre später sind wir in der Jetztzeit angekommen, und der Vortex stellt den Mittelpunkt eines riesigen Konflikts dar, wobei jede Fraktion den Vortex für die eignen Machenschaften nutzbar machen möchte. Und genau hier setzt das eigentliche Spielziel an.

So gilt es im Verlauf des Spiels genügend magische Ressourcen zu erbeuten und insgesamt fünf  Rituale zu durchlaufen. Wer eher zur gemächlichen Art Spieler gehört, dem gilt hier viel Glück zu wünschen, denn hier wird eine andere Fraktion sicher vor euch das Spielziel erreichen. Entsprechend kommt Total War: Warhammer 2 mit einer ordentlichen Prise Zeitdruck daher, auf die man auch ohne große Probleme hätte verzichten können. An sich ist das Ritualsystem ein nett gemeintes Feature, jedoch fühlt es sich stellenweise als erzwungen an.Test-Total-War-Warhammer-2-Bild-6

Nicht nur neue Einheiten und Rassen dürfen in Total War: Warhammer 2 bewundert werden, auch verschlägt es die Spieler nun auf die drei Kontinente Naggaroth, Lustria sowie auf Teile der Südlande und Ulthuan. Jede Rasse beginnt dabei in einem gänzlich unterschiedlichen Gebiet, verfügt über eine vollständig unterschiedliche Ausgangslage und muss mit den kuriosesten Problemen klarkommen. Positiv ist zudem, dass die Seefahrt im Vergleich zum ersten Teil eine bedeutendere Rolle spielt. Es ist zwar schade, dass es keine richtigen Schlachten zur See gibt, jedoch darf man hier das schnelle Heranrücken feindlicher Truppen über den Seeweg niemals unterschätzen – sie sind schneller vor den Toren der eigenen Hauptstadt, als man denken möchte.

Extrem langer Spielspaß...
Tolles asymmetrisches Gameplay
Großer Wiederspielwert
Verdammt abwechslungsreich
Gewohnt imposante Schlachten
Möglichkeit der Kombination mit dem Vorgänger (kostenloser DLC folgt)
... oder: ein finsteres zeitfressendes Loch
Vortex-Mechanik streitbar
Nicht alle Enzyklopädie-Inhalte sind enthalten

Daniel M.

Total War: Warhammer 2 fühlt sich runder und besser an als sein Vorgänger, und ohne Zweifel hat Creative Assembly sehr viel aus den Erfahrungen der ersten Teils der Trilogie gelernt. Besonders Fans wird zudem freuen, dass die vier neuen spielbaren Rassen abermals über ganz spezielle eigene Mechaniken verfügen, sodass das asymmetrische Spielprinzip auch im zweiten Ableger weiterhin bestehen bleibt. Allerdings gilt es sich hier auch in acht zu nehmen, denn Spieler können ohne Frage sehr schnell dem gefährlichen „Nur noch eine Runde“-Syndrom verfallen, welches in akutem Zeitverlust resultiert, was sich meist in einer urplötzlich aufgehenden Sonne erkennen lässt, nachdem es gerade noch 22 Uhr war. Im Großen und Ganzen lässt sich einfach nur festlegen, dass Total War: Warhammer 2 ein grandioses Strategiespiel ist, welches zwar auch über mancherlei Macken und Probleme verfügt, die aber aufgrund der schieren Größe dieses Spiels kaum aufzufallen vermögen.
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