Test: Touhou Genso Rondo – Bullet Ballet

Wenn der Name Touhou fallen gelassen wird, so poppen in westlichen Gefilden über den Köpfen der meisten Spieler vermutlich große Fragezeichen auf. Und doch hat sich eben diese Marke in Japan über die vergangenen 20 Jahre hinweg zu einer der beliebtesten überhaupt gemausert. Über 2.000 Doujinshi (Mangas die von Fans gemacht werden), Bücher, Anime und zahllose Games haben sich mittlerweile angehäuft, wovon das erste Spiel 1996 auf den Markt gekommen ist. In Zusammenarbeit mit dem Erschaffer der Serie „ZUN“ hat Sony vor einiger Zeit diverse Touhou-Spiele für PlayStation 4 und Vita angekündigt, und mit Touhou Gensou Rondo: Bullet Ballet dürfen wir uns nun auf den ersten Ableger freuen, der vielen westlichen Spielern zudem ein gänzlich neues Genre offenbaren dürfte.

Test Touhou Genso Rondo Bullet Ballet Screenshot 1

Bullet Hell Shooter trifft auf Versus Play

Die Touhou-Spiele haben sich in der Vergangenheit besonders aufgrund ihres abgedrehten Genres einen Namen gemacht. Auch Touhou Genso Rondo fällt in die Kategorie der sogenannten „Bullet Hell Shooter“, in denen der Bildschirm von abgefeuerten, feindlichen Projektilen nahezu komplett bedeckt wird. Durch eine solche „Kugelhölle“ gilt es den eigenen Charakter hindurch zu bewegen umso von möglichst wenigen getroffen zu werden. Dieses Spielprinzip mag zwar auf den ersten Blick als verrückt oder gar verstörend angesehen werden, mit ein wenig Übung sind derartige Ausweichmanöver allerdings durchaus machbar und bei Erfolg ebenso befriedigend.

Bei Touhou Genso Rondo wird das klassische Bullet Hell Shooter-Prinzip allerdings ein wenig abgeändert, sodass uns der Entwickler Cubetype nicht etwa gegen Massen an computergesteuerten Gegnerwellen und Bossen in den Kampf schickt, sondern gegen menschliche Gegner in einem reinen 2-Spieler Versus Titel. Entsprechend finden wir uns hier in einer runden 2D-Arena wieder, in der wir unserem Gegenüber mit Kugelsalven einheizen und gleichzeitig dessen Beschuss ausweichen müssen.

Test Touhou Genso Rondo Bullet Ballet Screenshot 5

Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Um in Touhou Genso Rondo loszulegen bedarf es zum Beginn nicht viel an Übung. Es gibt zwei verschiedene Angriffsarten, die jeweils über eigene Angriffsmuster und Cooldowns verfügen. Zusätzlich wird im Verlauf eines Kampfes eine Energieleiste aufgeladen, die in vier Blöcke unterteilt ist. Jeder einzelne Block kann so beispielsweise für einen Spezialangriff verbraucht werden, oder aber diese Energie wird aufgespart um eine ultimative Attacke auszuführen. Bei letzter befinden wir uns nahezu unbeweglich am oberen Bildschirmrand wieder, können dafür aber mit einer immensen Feuerkraft austeilen. Der Gegenspieler muss hier entweder einen gewissen Zeitraum versuchen möglichst wenig Schaden zu erleiden, oder aber die unsrige Lebensenergie auf null bringen, um diese Angriffsart zu beenden.

Mit zehn spielbaren Charakteren aus dem Touhou Universum wird dem Spieler hier auch ordentlich an Abwechslung geboten, zumindest was die Angriffsmuster angeht. Jeder Charakter kommt so mit gänzlich unterschiedlichen Angriffen daher, die für ordentliche Abwechslung sorgen sollen. Wer sich etwas intensiver mit Touhou Genso Rondo beschäftigt wird merken, dass gerade das Meistern der verschiedenen Charaktere keinen Klacks darstellt, denn so gilt es die Cooldowns der Charaktere auswendig zu lernen um gewährleisten zu können, dass der Gegenüber konstant unter Stress gesetzt wird, und ebenso müssen diverse Ausweichmanöver gezielt platziert und der manuelle Beschuss geübt werden, was selbst Multitasker an ihre Grenzen bringen dürfte.

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Inhaltlich nur ein mageres Angebot

Dass sich Touhou Genso Rondo nur an eine sehr kleine Spielergemeinde richtet wird schon bei der Nennung der Genrekombination aus Versus und Bullet Hell Shooter klar. Dieser Fakt wird allerdings nochmals durch den spielerischen Inhalt selbst unterstrichen. Zwar bekommen wir es hier mit einer teils sehr niedlichen Story für jeden Charakter zu tun, jedoch sind die Dialoge kurz, nicht synchronisiert und ebenso schnell wieder vergessen. Abseits der Dialoge geht es zudem nur darum jeden anderen Charakter des Spiels einmal zu besiegen, was aufgrund der wenig herausfordernden künstlichen Intelligenz kaum ein Problem darstellt.

Abseits dessen lässt sich noch ein Arcade-Modus vorfinden, in dem wir in Survival-Manier einer endlosen Anzahl an Gegnern gegenüber gestellt werden und nach jedem Kampf nur einen gewissen Prozentsatz unserer Lebensenergie regenerieren. Im Boss Rush-Modus hingegen gilt es gegen die ultimativen Fähigkeiten der jeweiligen Charaktere anzutreten, was aufgrund der enormen Feuerkraft dieser teils sehr herausfordernd sein kann, aber langfristig ebenfalls wenig Motivation bietet. Im Endeffekt bleibt Touhou Genso Rondo ein reiner Versus-Titel, den man am besten zu Hause auf der Couch gegen Freunde spielt oder aber online gegen zufällige Gegner antritt. Letzterer Modus ließ sich bislang leider noch nicht ausgiebig testen, da vor der Veröffentlichung des Titels kaum Spieler online vorzufinden sind.

Test Touhou Genso Rondo Bullet Ballet Screenshot 6

Spaßiger Bullet Hell Shooter ...
Zehn Charaktere und jeder mit eigener Story...
Einfach zu lernen, aber schwer zu meistern
Guter Titel zum Einstieg ins Touhou-Universum
... mit wenig Einzelspieler-Inhalten
... die allerdings sehr kurz ausfallen
Keine Synchronisation
Wenig Langzeitmotivation

Daniel M.

Touhou Genso Rondo bietet westlichen Spielern sowohl eine tolle Einführung in das Genre der Bullet Hell Shooter, als auch in das Universum des Franchises selbst. Allerdings gilt es sich hier auch ganz genau darüber zu informieren, was man zu erwarten hat, denn die Zielgruppe für diesen Titel ist so klein wie kaum eine andere. Allerdings lässt sich auch nicht verleugnen, dass viele Dinge, wie der Umfang der Story und der Dialoge, hätten besser und umfangreicher gestaltet werden können. Ebenso wäre beispielsweise ein Challenge- oder ein Belohnungssystem wünschenswert gewesen, um beispielsweise durch zusätzliche Freischaltungen die Langzeitmotivation etwas weiter zu fordern. So oder so ist Touhou Genso Rondo ein einzigartiges Spiel, das auf eine ebenso einzigartige Zielgruppe ausgerichtet ist. Der Titel erscheint am 9. September 2016 exklusiv für die PlayStation 4.
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