Test: Toukiden – Kiwami

Test Toukiden Kiwami

Schreinpriesterin Kikka mit ihrem Tenko.

Monster Hunter Fans aufgepasst: Koei Tecmo fordert zum Duell! Mit Toukiden: Kiwami bringt das Studio die erweiterte Fassung seines Monstergemetzels Toukiden: Age of Demons auch auf die nächste Generation der Konsolen. 50 Prozent mehr Inhalt verspricht Koei Tecmo mit Toukiden: Kiwami – es steht wortwörtlich der Höhepunkt der Zeit der Dämonen an, denn nichts anderes bedeutet Kiwami. Ob der Monster Hunter Klon so gut ist wie das Original auf dem 3DS, und ob Toukiden auch eigene Neuerungen aufweisen kann, wird der Test zeigen, denn wir haben uns die Versionen für PlayStation 4 und PlayStation Vita näher angeschaut!

Das Erwachen der Oni

Acht Jahre ist es her, als in dem feudalen Japan die Oni beim sogenannten „Awakening“ in die Welt drangen. Keiner weiß was dieses Erwachen auslöste, noch, woher die Oni, Dämonen die die Seelen der Menschen fressen, herkommen. Seit Jahrhunderten schon kämpfen die „Slayer“ gegen die Dämonen, doch nie war es ein so großangelegter Angriff wie beim Awakening. Seitdem ist die Welt im Chaos der Dämonen versunken und viele Dörfer sind den Oni zum Opfer gefallen. Doch die Welt steht an einem Wendepunkt: Unser Alter-Ego soll es richten, soll die Oni aus der Welt der Menschen vertreiben und wieder für Frieden sorgen.

Alles beginnt mit einem Gespräch unter Mitama, Seelen gefallener Krieger vergangener Zeiten, die in uns die Hoffnung der Gegenwart und Zukunft sehen. Ein Glück müssen wir diese schwere Aufgabe nicht allein bewältigen. An unserer Seite stehen einige tapfere Krieger die uns Neuling, der noch recht Grün hinter den Ohren ist, ins Einmaleins des „Slayer“ Daseins einweisen. Schon früh erkennt Yamato, Anführer des Dorfes Utakata in dem wir unser neues zu Hause finden, unser Potential. Wir haben die seltene Fähigkeit die Mitama zu absorbieren, ihre Seelen aus den Oni zu befreien die sie einst verschlangen, und sie auf unsere Seite zu holen. Mit Hilfe der Priesterin Kikka, die eine Barriere um Utakata dank ihrer spirituellen Kraft errichtete, verteidigen wir so die Menschheit.

Toukiden-Vergleich

Grafikvergleich: Links PlayStation 4 – Rechts Vita

Nur Gemeinsam sind wir Stark

Das Kredo bei Toukiden lautet: Ziehe nie allein in den Kampf. Im Gegensatz zu Monster Hunter, wo man oftmals allein auf Jagd nach Monstern geht, wenn man nicht gerade Online mit Freunden spielt, ist man hier quasi immer mit drei bis vier Kriegern auf der Jagd nach Oni. Ihr habt die Wahl zwischen Computer gesteuerten Recken, die alle unterschiedliche Waffentypen nutzen, und so je nach Oni entsprechend ausgewählt werden können, oder klassisch im Online Modus mit Freunden zu spielen. Wobei nicht alle Missionen Online spielbar sind, denn einige Storybedingte Missionen können nur mit der vordefinierten Truppe absolviert werden.

In Toukiden: Kiwami hat sich euer Arsenal deutlich erweitert: Ihr habt nun die Wahl zwischen neun unterschiedlichen Waffentypen, wobei Waffen wie das Nagitana oder das Gewehr zu den Neuheiten gehören. Jede Waffe hat ihren eigenen Kampfstil und so ist es die Entscheidung der persönlichen Vorliebe, mit welchem Waffentyp man kämpft. Wobei bedacht werden sollte, dass im späteren Verlauf des Spiels die Waffe ein wichtiger Faktor ist beim Kampf gegen die Oni. Denn mit einer beispielsweise langsamen Waffe lassen sich schwer schnell laufende Oni treffen, und ihr seid so schutzlos den flinken Angriffen eures Widersachers ausgeliefert. Ein großes Plus von Toukiden sind die bereits erwähnten Mitama, diese lassen sich gut zum individualisieren des Spielstils nutzen, auch im Hinblick bei der Zusammenstellung der Truppe.

Jede Mitama hat spezielle Fähigkeiten die mit Haku, der Währung in Toukiden: Kiwami, bei der ortsansässigen Geistlichen aufgewertet können. Steht ihr auf Heilungszauber und Gruppenfähigkeiten? Oder lieber eine Mitama die euch selbst stärkt? Dank einer Vielzahl an Mitama stehen hier keine Grenzen offen.

Test Toukiden Kiwami

Mit dem Auge der Wahrheit lassen sich die verwundbaren Körperteile erspähen.

Im Angesicht des Oni

Als Slayer steht einem eine einzigartige Fähigkeit zur Verfügung: Ihr könnt das Auge der Wahrheit dazu nutzen, um die Oni auch auf spiritueller Ebene zu erblicken. Doch nicht nur dazu ist es von Nöten, auch lassen sich so die abtrennbaren Körperteile großer Oni samt der Lebensanzeige sichtbar machen. Eine farbliche Kennzeichnung verrät nun wie verletzt der Arm, Flügel oder Schweif des Oni ist, auf das ihr gerade eindrescht. Sind einige Körperteile gleichzeitig geschwächt und eure „United Destroyer“ Leiste gefüllt, könnt ihr zu einem vernichtenden Kombinationsangriff ausholen. Dank des neuen Order Systems lassen sich diese noch leichter ausführen. Denn nur wenn alle Krieger nahe beieinander stehen und geistlich miteinander verknüpft sind, lässt sich das volle Potential des Angriffs ausschöpfen. Mit dessen Hilfe könnt ihr bis zu drei Körperteile gleichzeitig abtrennen und massiven Schaden verursachen.

Doch Obacht! Damit ihr die Beute aus den abgetrennten Teilen bekommt müsst ihr diese auch mit einem Tastendruck reinigen. Wollt ihr lieber weiter auf den Oni einprügeln empfiehlt es sich einen Gefährten mit dem Order System dafür abzustellen. Allgemein ist die Steuerung von Toukiden: Kiwami sehr intuitiv und bietet alle Möglichkeiten die sich ein Slayer wünscht. Einzig und allein die Tasche könnte mehr Übersicht vertragen. Mit der Zeit sammelt sich einiges in den Vorräten an, was man in den Missionen zu Tage gefördert hat. Seid ihr nicht gerade beim Schmied, der eine Übersicht bietet was für die zu schmiedende Waffe oder Rüstung gebraucht wird, verliert man schnell den Überblick was alles im eigenen Besitz ist.

Test Toukiden Kiwami

Die Bosskämpfe gegen große Oni haben alle ihren eigenen Reiz.

 

Oftmals typisch für ein Spiel aus japanischen Landen ist die westliche Lokalisierung komplett in Englisch gehalten. Toukiden: Kiwami bietet eine sehr gute japanische Sprachausgabe, für einen japanophilen Gamer natürlich ein Segen – der Otto Normalgamer greift hier aber doch lieber zur englischen Sprachausgabe, die ebenfalls gut gelungen ist. Für die entsprechende Atmosphäre hat Koei Tecmo natürlich auch einen Soundtrack parat, der allerdings im Eifer des Gefechts kaum Beachtung findet. Ob das nun positiv oder negativ zu konnotieren ist, bleibt einem selbst überlassen.

Gigantischer Umfang
Neue, nützliche Waffen
Charakter Individualisierung
Cross-Play & Cross-Save
Grafik der PlayStation 4-Version
Geringe Oni Diversität
Missionen alle gleich
Lasche Geschichte

Ole S.

Mit Toukiden: Kiwami bringt Koei Tecmo im Grunde die komplette, fertige Version von Toukiden erst auf den Markt. Es ist eine Erweiterung im Schein eines neuen Ablegers. Nichtsdestotrotz ist es ein gelungener Monster Hunter Klon für die PlayStation 4 und PlayStation Vita. Doch ist die Grafik der PlayStation 4 Version unter den Erwartungen an einen Titel der aktuellen Konsolen Generation - Titel wie Final Fantasy Type-0 sehen hier deutlich besser aus. Auch lässt die Vielfalt der Oni zu Wünschen übrig, schon früh wiederholen sich die Gegner der nächsten Mission und auch die Art der Missionen bietet keine Abwechslung. Es ist immer die gleiche Leier von Anfang bis Ende des Spiels. Zum Glück von Toukiden: Kiwami wird es nicht so schnell langweilig, sodass schnell die 30, 40 oder gar 100 Stunden auf dem Zähler stehen. Wer kein Freund des Handhelds oder der Konsole von Nintendo ist, aber dennoch in den Genuss eines Monster Hunter mit einer neuen Maske kommen will, sollte unbedingt einen Blick in Toukiden: Kiwami wagen. Es ist der bis dato beste Monster Hunter Klon auf den Markt.
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