Test: Tubyrinth

Kennt ihr das auch? Da schlummert ein umfangreiches Rollenspiel oder ein komplexes Strategiespiel auf eurer Festplatte und ihr verbringt Stunde um Stunde damit, ein kleines Puzzlespiel auf dem Rechner zu zocken? Doch nicht nur Computerspieler kennen dieses Phänomen, auch unter Brettspiel-Fans sind es manchmal die kleinen Spiele mit einfachen Regeln, von denen wir einfach nicht loskommen. In diese Kerbe schlägt auch der Puzzler Tubyrinth von Game Factory.

Die Idee von Tubyrinth ist nicht ganz neu. Eure Aufgabe klingt auf dem Papier simpel. Ihr müsst lediglich die Punkte A und B mit einer Leitung vernetzen. Ähnliche Mechaniken gab es bereits in der 8-Bit-Heimcomputer-Ära und wurden auch in etlichen modernen Titeln als Minispiel integriert. Denkt zum Beispiel an Bioshock, in dem ihr durch das schnelle Verlegen einer Leitung die Bot-Netze in Rapture hacken konntet. Ganz ähnlich geht ihr auch in Tubyrinth vor.

Bauvorhaben mit Hindernissen

In Tubyrinth erhält jeder Spieler zunächst einen quadratischen Bauplan, der aus 8×8 Feldern besteht. Darauf findet ihr den Start- und den Endpunkt, die beiden Stellen, die ihr nun mit euren Wasserrohren verbinden müsst. Dazu steht euch ein Set aus sieben unterschiedlichen Leitungsteilen zur Verfügung. Das Set ist bei jedem Spieler identisch. Unterschiedlich ist jedoch der Bauplan, der vor euch liegt.

Ein- und Austrittsstelle sind nicht zwingend an der gleichen Position, zudem wird das Bauvorhaben noch durch einige Hindernisse erschwert. Auf dem Bauplatz liegt leider etwas Gerümpel herum, das ihr mit euren Leitungen geschickt umkurven müsst. Die Hindernisse müssen stets frei bleiben und dürfen nicht von einem Plättchen überdeckt werden. Weiterhin müssen mindestens fünf der sieben Leitungsplättchen auf dem Plan verbaut werden. Das war es aber auch schon mit den Grundregeln, ihr könnt also „out of the box“ loslegen.

Wasser marsch!

Die Leitungsplättchen gibt es in verschiedener Größe, mit allerlei Kurven und zusätzlichen Ableitungen. Beim Verlegen der Plättchen wird es vorkommen, dass die ein oder andere Abzweigung des Rohrs mal im Nichts endet. Zum Glück müsst ihr euch darum keine Gedanken machen. Sorgt lediglich dafür, dass eure Leitung lückenlos von A nach B verläuft und mindestens fünf Plättchen enthält, alles andere könnt ihr einfach ignorieren. So wird Tubyrinth auch nicht zu unübersichtlich.

Dafür habt ihr aber mit dem Zeitdruck zu kämpfen. Schnelligkeit zahlt sich im Spiel aus. Sobald es dem ersten Spieler gelungen ist, das Leitungsnetz zu installieren, hört ihr den Spruch „Wasser marsch!“. Jetzt ist wirklich Eile geboten, denn nun wird die beiliegende Sanduhr umgedreht. Den verbleibenden Spielern bleiben nun noch ganze 30 Sekunden, um ihre Leitungen ebenfalls zu vervollständigen. Anschließend kommt es dann zu einer ersten Wertung.

Jedes Leitungsteil zählt

Habt ihr eure Leitung als erster Spieler verlegt, dann winkt euch nun die volle Punktzahl. Für jedes verbaute Plättchen gibt es einen Punkt. Der zweite Spieler wertet nach dem gleichen Schema, muss sich allerdings am Ende einen Punkt wieder abziehen. Zwei Punkte Abzug gibt es für den dritten Spieler. Nach diesem Muster zählen nun alle Spieler ihre Punkte, die ihre Wasserleitung vollständig installiert haben. Wenn es euch diesmal nicht gelungen ist, die Leitung zu legen, gibt es noch einen Punkt für jedes Plättchen, dass der schnellste Spieler nicht verbaut hat. Auf diese Weise lassen sich selbst so noch bis zu zwei Punkte rausschlagen.

Dann geht es auch direkt in die nächste Runde. Dazu dreht ihr einfach euren Bauplan herum oder nehmt euch einen neuen Spielplan aus der Schachtel. Die Auswahl an Bauplänen ist wirklich üppig, 42 doppelseitige Spielpläne liegen dem Spiel bei. So viele Pläne werdet ihr während der Partie sicher nicht benötigen. Das Spiel endet, sobald es einem Spieler gelungen ist, die Marke von 25 Punkten zu knacken.

Für ein Spiel braucht ihr nicht viel länger als zwanzig Minuten. Für die Spieldauer ist es auch recht egal, ob ihr alleine oder in einer größeren Runde loslegt. In Tubyrinth können immerhin gleich bis zu sechs Spieler gleichzeitig antreten. Das Spiel wurde bereits zur Essener Spielemesse im letzten Jahr veröffentlicht, so dass ihr es mittlerweile problemlos im Handel finden solltet. Preislich bewegt sich das Spiel irgendwo zwischen 15€ und 20€.

Spielen ohne Vorbereitungszeit
knifflig
gute Ausstattung
setzt euch unter Zeitdruck

Sebastian Hamers

Kein ellenlanger Text, keine Aufbauzeit, kein Erklärungsbedarf… auch das ist mal eine richtige Wohltat. So sehr ich komplexe und aufwändige Spiele liebe, an manchen Tagen möchte ich mir die ganze Vorbereitungszeit sparen und einfach nur spielen. Tubyrinth wird auf den Tisch gelegt und jeder hat es gleich verstanden. Ein einfaches Spiel ist Tubyrinth trotzdem nicht. Es hört sich so einfach an, diese fünf vermaledeiten Leitungsstücke auf dem Plan zu platzieren. Aber irgendwie ist immer das Plättchen zu lang oder ein Hindernis im Weg. Mit ein wenig Bastelei klappt es dann aber doch, falls meine Mitspieler nicht mal doch wieder schneller waren. Der Zeitdruck ist in Tubyrinth allgegenwärtig, insbesondere in den letzten 30 Sekunden, wenn der Sand durch die Uhr rinnt. Lobenswert ist auch die Ausstattung des Spiels. 42 Spielpläne sind wirklich mehr als genug und mit dem beiliegenden Material können gleich bis zu sechs Spieler mitbauen. Tubyrinth ist ein knobellastiges Spiel mit einfachen Regeln, das euch dennoch einiges abverlangt.
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