Test: Turtle Beach Elite Atlas

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Das Turtle Beach Elite Atlas im Test

Seit einigen Jahren weht ein frischer Wind durch die Räumlichkeiten von Turtle Beach. Waren die Gaming-Headsets des amerikanischen Herstellers in der Vergangenheit vor allem für ihre mittelmäßige Verarbeitung verschrien, fährt das Unternehmen inzwischen eine Qualitätsoffensive, die sich gewaschen hat. Dabei sollen nicht nur Gelegenheitsspieler angesprochen, sondern vor allem kompetitive Gamer in den Vordergrund gerückt werden. ESports macht auch vor der Hardware-Branche keinen Halt und so hat Turtle Beach vor einem Jahr mit dem Elite Pro ein Headset für den Profi-Bereich auf den Markt gebracht, das allerdings ordentlich auf den Geldbeutel drückte. Mit der Atlas Reihe steht nun eine günstigere Alternative in den Läden, die allerdings trotzdem auf Vielspieler am PC ausgelegt ist. Wir haben uns das Turtle Beach Elite Atlas  einmal genauer angesehen und herausgefunden, ob sich der Kauf lohnt.

Schwarz-grauer Stilgarant

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Der Kopfbügel: Ein echter Hingucker

Als einer von wenigen Hardware-Herstellern hat Turtle Beach wirklich verstanden, worauf es eingefleischten Gamern ankommt: Nicht die Optik der Verpackung steht bei Vielspielern ganz oben auf der Liste, sondern selbstverständlich Funktionalität und höchstens der Look des Produktes selbst. Dementsprechend setzt das Elite Atlas in Sachen Präsentation auf Understatement. Die Lauscher kommen gut verpackt in einem schwarzen Karton zu euch nach Hause, lediglich das Firmenlogo prangt mittig auf der Verpackung. Damit die Lauscher auf der Reise keinen Schaden nehmen, sind sie in eine schwarze Schaumstoff-Schablone gefasst, die etwaiges Rutschen im Kern erstickt. Alle übrigen Packungsinhalte (unten aufgelistet) findet ihr in einem schicken Kästchen unter dem Headset, sodass bereits beim Auspacken ein enorm aufgeräumter Eindruck entsteht. Schnell wird klar: Die Produktionskosten liegen hier nicht in der Verpackung, sondern im Produkt selbst.

Das Elite Atlas ist in mattem Schwarz gehalten, lediglich aufgepeppt von ein paar Akzenten in metallischem Grau. Ein optisches Highlight ist ohne Zweifel der schicke und robuste Metallkopfbügel, ausgestattet mit dem Turtle Beach Logo und von vier wohlgeformten Löchern durchzogen. Dieser soll für zusätzliche Stabilität und Tragekomfort sorgen. Auch die drehbare Aufhängung der Ohrmuscheln glänzt mit winzigen grauen Akzenten, die für einen ausgewogenen, aber schlichten Look sorgen. Um eine visuelle Spielerei kommt Turtle Beach allerdings nicht herum: Die auswechselbaren Seitenteile aus Plastik. Diese Plättchen sind mit Magneten versetzt und finden sich an der Außenseite der Ohrmuscheln. In Zukunft sollen weitere Alternativen in verschiedenen Farben und Formen für eine individualisierbare Optik sorgen – Ein nettes, aber bei Weitem nicht notwendiges Feature.

Lieferumfang:

  • Elite Atlas Gaming Headset
  • Abnehmbares Mikrofon
  • PC-Splitter Kabel
  • Audio-Kabel mit Bedienelement
  • Schnellstart-Guide

Spezialist für Tragekomfort

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Tragekomfort dank robuster Verarbeitung

Dass wir es beim Elite Atlas mit einem geschlossenen Headset für absolute Vielspieler zu tun haben, wird vor allem dann deutlich, wenn man sich die recht großen und flexibel gebauten Ohrpolster anschaut. Obwohl das Headset mit 455g zu den absoluten Schwergewichten gehört, bleibt der Tragekomfort nicht auf der Strecke. Besonders Brillenträger dürfen sich bedanken, denn es kommt das patentierte Pro-Specs-Design zum Einsatz. Dort, wo im Normalfall die Bügel der Brille sitzen, könnt ihr den Memory-Foam der Polster verformen, um Brille und Headset im Grunde miteinander verschmelzen zu lassen – ein echtes Plus im Vergleich zur Konkurrenz. Tragt ihr keine Brille, könnt ihr natürlich trotzdem vom Tragekomfort des Elite Atlas profitieren. Die Polster bleiben auch bei ewig langen Zock-Sessions bequem und bei Bedarf könnt ihr sie sogar auswechseln.

Wie schon beim Elite Pro setzt auch das Headset im mittleren Preissegment auf Aerofit Ohrpolster, die sich recht gut an eure Kopfform anpassen und gleichzeitig Außengeräusche merklich abschwächen. Damit sind sie also durchaus für Offline-Turniere oder laute Wohngemeinschaften nutzbar und können darüber hinaus für zusätzliche Immersion im Spiel sorgen. Die Polster sind gut verarbeitet, ob sie sich – wie wir es beim Elite Pro beobachten konnten – nach längerer Zeit von den ledernen Seitenwänden ablösen, konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht herausfinden. Dank der verbauten Aufhängung lassen sich die Ohrmuscheln außerdem um 90° neigen, um noch mehr Flexibilität zu garantieren. Für rund 100€ Anschaffungspreis dürft ihr hier also eine ganze Menge erwarten.

Weitreichend und anschlussfreudig

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Anschlüsse mau – Kabel wow!

Der Anschluss an euren Rechner erfolgt beim Elite Atlas klassisch über eine 3,5mm Klinke. Auf der linken Seite des Headsets findet ihr zwei Anschlüsse, einen für das abnehmbare Mikrofon, einen für das 1,2m lange Kabel. Auf den praktischen Kabelkanal des Elite Pro, der ein versehentliches Ausstöpseln der Kabel beinahe unmöglich macht, müsst ihr hier leider verzichten und auch die Verarbeitung der Buchsen an den Lauschern könnte etwas mehr Liebe vertragen. Deutlich mehr zu überzeigen weiß hingegen das Kabel selbst. Zunächst einmal ist es abnehmbar, ihr könnt es im Ernstfall also auswechseln.

Darüber hinaus glänzt es in puncto Verarbeitung, denn es ist mit stabilem Textil umflochten und somit nicht nur leicht aufzurollen, sondern auch gegen hungrige Nager gefeit. Auch bei der Länge haben wir nichts zu meckern, denn mit 1,2m plus einer 1,9m langen Weiche für PC-Spieler könnt ihr fast jedes Wohnzimmer durchqueren, ohne an eure Grenzen zu stoßen. Am oberen Ende findet ihr außerdem ein Bedienelement, mit dem ihr die Lautstärke einstellen und das Mikrofon verstummen lassen könnt.

Das Mikrofon selbst ist ebenfalls abnehmbar und mit biegsamem Kunststoff überzogen. Ein Boomer-Mikrofon mit klassischem Popschutz dürft ihr nicht erwarten, stattdessen ist lediglich der Kopf des Mikrofons mit dämpfendem Stoff überzogen. Ganz aus dem Weg klappen könnt ihr das Mikrofon leider nicht, dafür schaltet ihr es in Sekundenschnelle stumm, wenn ihr es leicht nach oben biegt – Praktisch, aber in Zeiten von Shortcuts und Voice-Activation kein Muss mehr. Es liefert glasklare Sprachqualität, die durchaus mit Modellen im höherpreisigen Segment mithalten kann. In unserem Test sind uns keinerlei störende Nebengeräusche oder gar Rauschen aufgefallen – Prädikat: ESports-geeignet!

Eigenschaften & Klangcharakter

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Welche Audioerfahrung bietet das Elite Atlas?

Technische Daten:

  • Impedanz: 32 Ohm
  • Treiber: 50mm Nanoclear mit Neodymium Magneten
  • Übertragungsbereich: 12 – 20.000 Hz
  • Schalldruckpegel: 91 dB
  • Akustische Bauweise: Geschlossen
  • Gewicht: 455g
  • Übertragungsart: Kabelgebunden
  • Kabel: 1,2m
  • Stecker: Stereo-Klinkenstecker 3,5 mm

Kommen wir abschließend zum wohl wichtigsten Merkmal eines guten Gaming-Headsets: Dem Klang. Für Turtle Beach typisch sind die Lauscher mit 50mm-Nanoclear-Treibern ausgestattet, die im Frequenzbereich von 12-20.000 Hertz arbeiten. Der extreme Tiefenbereich bekommt also etwas mehr Liebe spendiert, als es bei vielen anderen Headsets mit 20 Hz Minimalbereich der Fall ist. Dementsprechend prominent kommen beim Elite Atlas die Bässe daher. Das neue Call of Duty: Black Ops 4 liefert satte Explosionen und Schusswechsel, die mit dem Testgerät extrem wuchtig in Mark und Bein gehen. Bedeutet jedoch nicht, dass Turtle Beach hier Mitten und Höhen vergisst.

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Unaufdringlich verpackt

Stattdessen liefert das Headset ein klangliches Rundum-Sorglos-Paket, das in sämtlichen Bereich gut performt und mit einem wunderbar ausbalancierten Klangbild überzeugt. Lediglich die Mitten treten etwas zurück, um Platz zu machen für ausgeprägte Bässe. Das ist für Gamer eine absolute Wohltat, zum Musik hören eignet sich das Elite Atlas allerdings nur bedingt. Gelegentlich erweckt der Sound einen minimal blechernen Eindruck, sodass Audio-Fetischisten wohl besser zu amtlichen Studio-Kopfhörern greifen, um eine zu 100% ausgewogene Audio-Erfahrung zu genießen. Trotzdem gehört das Mittelklasse-Modell zu den absoluten Vorreitern im Preissegment.

Das Turtle Beach Elite Atlas ist bereits auf dem Markt und kostet euch 99,99€

Tragekomfort ohne Kompromisse
Kabel enorm lang und gut verarbeitet
Guter Stereoklang für Gamer
Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt
Glasklare Mikrofon-Auflösung
Dank Pro-Specs-Konzept auch für Brillenträger geeignet
Zeitloses Design mit Individualisierungs-Möglichkeiten
Kein echter Surround-Sound mit im Paket
Mikrofon könnte besser verarbeitet sein

Christian Böttcher

Mit dem Turtle Beach Elite Atlas wartet ein richtiges gutes Mittelklasse-Modell auf euch, das besonders Vielspieler ansprechen dürft. Der Tragekomfort ist einzigartig und sogar für Brillenträger perfekt geeignet, während die ausgeprägten Bässe vor allem waschechte Gamer ansprechen. Wie schon beim Elite Pro beweist der amerikanische Hersteller, dass Qualität sich bezahlt macht und setzt auf solide verarbeitete Materialien, die Langlebigkeit versprechen. Dabei verzichtet das Headset auf visuelle Spielereien und kommt im zeitlosen Look daher, der in jedem Gaming-Raum Anklang findet. Wer im Bereich eSports unterwegs ist oder ein hochwertiges Headset unter 100€ Anschaffungspreis sucht, ist beim Elite Atlas an der richtigen Adresse und kommt voll auf seine Kosten. Wer stattdessen noch mehr Feinheiten erwartet, greift weiterhin zum Elite Pro.
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