Test: Uncharted 4: A Thief´s End

Vorschau Uncharted 4 A Thief´s End

Das letzte Abenteuer des Nathan Drake erwartet euch.

Ab kommender Woche ist es endlich soweit und unser exklusiver Schatzsucher Nathan Drake schwingt sich mit seinem neuen Greifhaken auf Sonys aktuelle Heimkonsole. Als vierter Ableger der Serie muss Uncharted 4: A Thief´s End nicht nur eine packende Story bieten, sondern auch einige Innovationen mit sich bringen, um nicht als repetitive Monotonie in die Geschichtsbücher der Videospielhistorie einzugehen. Ob die Entwickler von Naughty Dog diesen Anforderungen mit ihrem neusten Abenteuer gerecht werden, verraten wir euch jetzt.

Wieder im Geschäft

Nachdem Nathan Drake nach seinem letzten Abenteuer den Entschluss gefasst hat, seine Leidenschaft für die Suche nach archäologisch bedeutsamen Funden an den Nagel zu hängen, wird er nun doch wieder aus seinem normalen Leben, zurück ins gefährliche Abenteuer gezogen.

Der Grund für diesen Sinneswandel ist sein Bruder Samuel Drake. Als dieser nämlich plötzlich aus heiterem Himmel vor Nates Tür steht, verschlägt es ihm fast die Sprache, denn Nate hat seinen älteren Bruder für tot geglaubt. Doch damit noch nicht genug, denn Sam hat eine Fährte gefunden, die zu einem die größten Schätze der Weltgeschichte führen soll. Da wird der Hobby-Archäologe weich und kann nicht anders als sich mit ein paar alten Bekannten in ein letztes Abenteuer zu stürzen.

Test: Uncharted 4 A Thief´s End (2)

Nathan Drake kann einfach nicht die Finger von verschollenen Artefakten lassen.

Wo Grog ist, da sind auch die Drakes

In den bisherigen drei Reisen des Nathan Drake habt ihr die Mythen um die verschollene Stadt Iram, das Königreich Shambala und die Stadt aus Gold namens Eldorado aufgedeckt. In Uncharted 4 macht ihr euch auf die Suche nach dem größten Piratenschatz aller Zeiten, indem ihr den Spuren des legendären Piraten Henry Every nachgeht. Allem Anschein nach hatte er jedoch mehr im Sinne als einfach nur Reichtum zu erlangen. Doch an dieser Stelle möchten wir euch auch nicht viel mehr verraten, denn dieses Abenteuer sollte jeder mit eigenen Augen gesehen haben. Eines können wir euch aber sagen und zwar, dass die packende Geschichte euch mal wieder vor dem Bildschirm fesseln wird.

Im gleichzeitig letzten Teil der Serie wartet erneut eine abenteuerliche Reise auf euch, die mit starken Charakteren aufwarten kann, die mehr als nur einmal Katz und Maus miteinander spielen. Überzeugen kann hier mal wieder der Mix aus Gameplay und den brillant aussehenden und toll geschriebenen Zwischensequenzen. Hier geht ein besonderes Lob an alle beteiligten Schauspieler wie Nolan North, die den Charakteren enorm viel Leben und Charme einhauchen. So werdet ihr nach und nach in die Geschichte eingesogen und zwar besser als jeder Film es je könnte. Kenner der Serie und des Entwickler-Studios können sich zudem über viele kleine Easter Eggs freuen, die es euch des Öfteren ganz warm ums Herz werden lassen. Ein schöneres Finale hätten wir uns hier wirklich nicht wünschen können.

Test: Uncharted 4 A Thief´s End (2)

Dieses Mal habt ihr nicht nur Sully im Schlepptau, sondern auch Nates Bruder Samuel.

Die ultimative Kampfmaschine

Wie auch schon die bisherigen drei Ableger ist Uncharted 4 Gameplay-technisch ein klassischer Third-Person-Shooter inklusive einiger akrobatischer Kletterpassagen und kleiner Puzzeleinlagen. Ihr streift durch die Welt in die Richtung eures nächsten Ziels und wer euch dabei in die Quere kommt, der darf Blei fressen oder kriegt von dem mittlerweile ziemlich stämmigen Nate eins auf den Deckel. Dabei steht euch wieder ein Repertoire an Waffen zur Verfügung, dass von A bis Z jeden Waffentyp bereithält – sei es nun eine kleinkalibrige Pistole oder ein destruktiver Raketenwerfer. Allerdings fühlt sich das Bleivergießen und Treffer-Feedback in den Schießereien wesentlich besser an als in den Vorgängern. Denn während sich euer Fadenkreuz beim Ballern nicht mehr ganz so ruhig verhält wie bislang, merkt ihr bei längerem Feuern, wenn ihr einen Feind trefft oder die Kugeln knapp an diesem vorbeiziehen. So fühlen sich die Feuergefechte noch actionreicher und dynamischer an.

Eine weiteren positiven Fortschritt gibt es beim Stealth-Gameplay zu vermerken. Während ihr bislang nur bedingt schleichen konntet, bietet Uncharted 4 euch mehrere Möglichkeiten der Tarnung, wie etwa hohes Gras in der Prärie Madagaskars. Hinzu kommt die neue Sichtungsanzeige der Feinde. Lauft ihr einem der Schurken ins Sichtfeld, steigt ein gelber Balken an und sofern ihr euch nicht in Sekundenschnelle wieder versteckt, wird dieser Balken rot und signalisiert euch, dass ihr entdeckt wurdet. Meist merkt ihr das dann aber auch schnell, weil euch Kugeln um die Ohren fliegen. Dabei agiert die gegnerische KI zwar etwas smarter als in den Vorgängern, wobei es hier und da noch die ein oder andere unkluge Aktion von feindlichen Soldaten zu sehen gibt. Dieser Aspekt schadet dem Spielgefühl allerdings zu keiner Zeit. 

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Natürlich ballert ihr euch wieder quer durch die Landschaft, aber diesmal wurde auch dem Stealth-Modus mehr Aufmerksamkeit in der Entwicklung geschenkt.

Die spannendste Neuerung ist die Einführung des Greifhakens. Dieser ist nicht nur eine super Kletterhilfe, sondern kann auch als aktive Angriffsmaßnahme genutzt werden. Seht ihr einen feindlichen Soldaten und einen Ankerpunkt für euren Greifhaken unmittelbar in der Nähe, so könnt ihr diesen auswerfen, euch stilvoll rüber schwingen und euren Widersacher mit einem geballten Faustabdruck aus der Luft im Gesicht begrüßen. Damit öffnen sich einige neue Türen, was die Kämpfe in Uncharted 4 betrifft.

Aber nicht nur der Greifhaken ist Waffe und Werkzeug zugleich, sondern auch der Jeep. Während ihr in keinem der drei Uncharted-Teile jemals aktiv ein Fahrzeug steuern durftet – ausgenommen der kniffligen Jetski-Sequenz aus Drakes Schicksal – dürft ihr euch nun nicht nur hinter das Steuer eines Bootes setzten, sondern auch des neuen Jeeps. Mit diesem könnt ihr mit vollem Karacho einfach in die Gegnermeute reinheizen und alle Widersacher überfahren, die sich euch in den Weg stellen. Und solltet ihr mal in eine Sackgasse geraten, so schafft ihr euch neue Wege, indem ihr eure Seilwinde am Wagen nutzt und mittels kleiner Rätsel neue Strecken freilegt. Erfreulich ist hier vor allem die Steuerung des Autos – die ja in vielen Shootern ein wenig gewöhnungsbedürftig ausfällt. In Uncharted 4 ist diese super einfach, schnell gelernt und macht jede Menge Spaß bei den wilden Fahrten.

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Wenn ihr erstmal den Dreh mit dem Greifhaken raus habt, könnt ihr gar nicht mehr aufhören diesen zu benutzen.

Und wenn ihr mal nicht in Kämpfen, Feuergefechten oder in eine Verfolgungsjagd verwickelt seid, dann löst ihr wieder uralte Rätsel mit Hilfe eures Notizbuches. Diese Rätsel führen euch auch im neusten Abenteuer wieder zu atemberaubenden Locations und sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von Action- und Ruhemomenten.

Schönheit soweit das Auge reicht

Warum die Entwickler von Naughty Dog seit jeher mit Uncharted als Aushängeschild für die Marke PlayStation gelten, wird auch im neusten Ableger von Beginn an klar. Die Spielwelt von Uncharted 4 erreicht mit ihrem Detailreichtum und ihrer Brillanz völlig neue Höhen und hebt den Maßstab für aktuelle Videospielgrafik auf ein neues Niveau. Wer das nicht glaubt, den möchten wir an dieser Stelle auf so einfache Details wie Drakes Haare verweisen, bei denen sich selbst Schneeflocken verfangen und in seiner Frisur langsam dahinschmelzen. Es sind die kleinen Dinge, die Uncharted 4 so besonders machen und bei denen ihr euch ständig fragt, warum kein anders Entwicklerstudio darauf Wert legt.

So verschlägt euch Nathans viertes Abenteuer wieder mal in atemberaubende Landschaften, die ihr so noch nie zuvor in Videospielen gesehen habt. Gerade Animationen der virtuellen Flora stellen in Spielen häufig ein großes Problem dar. Doch scheinbar nicht für Naughty Dog. So sieht die Welt von Uncharted 4 dank ihres Perfektionismus nicht nur fanatisch aus, sondern ist gleichzeitig auch so lebhaft so nie zu vor. Auch hier sind es, neben den hochauflösenden Texturen, tollen Lichteffekten und dem cleveren Leveldesign, wieder die vielen kleinen Details, die das Spiel so fantastisch machen. In den Arealen selbst wird auf diese Weise jeder noch so nebensächlichste Busch dank der Animation von jedem einzelnen Blatt zu einem echten Highlight. Eine außerordentliche Glanzleistung, die nicht nur bei uns Spielern, sondern auch bei anderen Entwicklern ein Ehrfurchtsgefühl auslösen wird.

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Manchmal sollte man einfach mal auf die Bremse drücken und den Augenblick genießen.

Damit das Erkunden dieser Welt nicht zu langweilig wird, habt ihr die meiste Zeit einen Gefährten an eurer Seite, der euch in charmante kleine Dialoge verwickelt. Zudem wurde hier auch noch gleich ein Element aus „The Last of Us“ übernommen – die Möglichkeit, optionale Gespräche zu führen. Dies ist wirklich ein nettes Feature, um die Charaktere genauer kennenzulernen und auch die Motivationen hinter ihren Taten besser zu verstehen. Dabei eilen euch eure Partner auch in den Kämpfen zu Hilfe, was einem ein waschechtes Gefühl gibt, einen verlässlichen Freund und Partner zu haben.

Haltet eure Ohren fest

Bombastische Explosionen, fauchende Schusswechsel und zusammenkrachende Gebäude – all das steht bei Uncharted auf der Tagesordnung. Dementsprechend ist der Sound ebenso wichtig für das erzeugte Spielgefühl wie das Bild. Soundtechnisch kann man dem Titel absolut nichts vorwerfen. Vor allem wenn ihr mit einem ordentlichen Headset oder einer Surround-Anlage zockt, zieht euch das Spiel förmlich in die Welt der gefährlichen Archäologie und lässt euch nicht mehr los.

Aber auch bei der Synchronisation macht Uncharted 4 alles richtig. Egal, ob ihr das Spiel auf deutsch spielen wollt oder ein strikter Verfechter der Originalvertonung seid, die Sprecher machen einen fabelhaften Job und es wirkt als wären die einzelnen Wörter auf den Bruchteil einer Sekunde auf die Lippen abgestimmt worden. Uns konnten die Charaktere deshalb jeden einzelnen Moment an ihre Lippen fesseln.

Test: Uncharted 4: A Thief´s End

Vor allem die Zwischensequenzen sind es, die uns mit ihrer faszinierende Inszenierung denken lassen, dass wir uns einen Film anschauen würden.

Mitreißende Story
Atemberaubende Inszenierung
Ausgewogenes Gameplay hält den Spielspaß am Leben
Innovative Neuerungen fügen sich gut in das klassische Gameplay ein
Toll funktionierendes "Buddy-System"
Grandiose Grafik
Teilweise fragwürdige Aktionen der KI

Oliver K.

Uncharted 4: A Thief´s End ist ein Meisterstück und nicht nur ein absolutes Muss für jeden PlayStation 4-Besitzer, sondern auch ein lohnenswerter Kaufgrund für Sonys aktuelle Konsole. Obwohl euch im vierten Ableger alles bekannt vorkommen sollte, genießt ihr diesen Titel als wäre es der erste der Reihe. Hinzu kommt der technische Sprung, der euch in allen Bereichen die Sprache derart verschlägt, dass ihr Nathan Drake am liebsten selbst beauftragen möchtet sie wiederzufinden. Uncharted 4 ist einfach das schönste Artefakt, das man momentan in der Schatzkiste Sonys finden kann und damit definitiv ein MUST-BUY. An dieser Stelle sagen wir: Danke Nathan, es war schön mit dir!
Test: Fire Emblem Fates *UPDATE* Test: Alienation
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