Test: What Do You Meme?

Einige von euch erinnern sich möglicherweise noch dunkel an Zeiten, in denen es eine gewisse Zeit brauchte, bis sich ein Trend entwickelte, um schließlich in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Im Jahr 2019 hingegen kann ein kleiner Trend rasend schnell zum Mega-Hype werden, sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sei Dank. Zu diesen Internetphänomenen zählt auch das Meme. Überall sieht man Videos oder Bilder, die in Verbindung mit einem flotten Spruch, das Internet zum Kochen bringen. Da mutet es fast schon ein wenig seltsam an, dass es mit „What Do You Meme?“ nun auch eine spielerische analoge Umsetzung gibt. Das Internetphänomen wird somit zum klassischen Brettspiel. Verrückt, oder?

In Übersee scheint das Konzept auf jeden Fall blendend anzukommen. Mehr als zwei Millionen Spiele konnten bereits verkauft werden. Das macht „What Do You Meme?“ natürlich auch für den deutschen Markt interessant. Wirklich brandneu steht jetzt auch die deutsche Fassung in den Verkaufsregalen der Händler. Bei der Umsetzung hat man es nicht dabei belassen, einfach nur die englischen Texte ins Deutsche zu übersetzen. Das Spiel wurde komplett an den deutschen Markt angepasst. Dazu gehört auch spezielles Bildmaterial, wie etwa einige Szenen mit Angela „Mutti“ Merkel.

Bild + Text = Spaß

Obwohl „What Do You Meme?“ eigentlich nur aus Karten besteht, fällt die Verpackung doch ziemlich voluminös aus. Beim Kartenmaterial wurde wirklich nicht gespart. Dem Spiel liegen 363 Text- sowie 72 übergroße Bildkarten bei. Hinzu kommt noch eine kleine Staffelei, auf denen ihre eure Memes auch angemessen präsentieren könnt.

Das Spielprinzip ist denkbar simpel. Ihr müsst zu einem ausgewählten Bild einfach nur einen möglichst passenden und natürlich witzigen Spruch heraussuchen. Die lustigste Kombination gewinnt und bringt euch einen Punkt ein. Damit wäre das ganze Konzept von „What Do You Meme?“ eigentlich auch schon erfasst. Entsprechend knapp fällt auch die Anleitung aus, die übrigens ziemlich witzig geschrieben ist.

Memes für die Party

Für das Spiel benötigt ihr allerdings mindestens drei Spieler. Ein Spieler übernimmt dabei immer die Rolle des Schiedsrichters. Er wählt aus dem gesamten Bildmaterial eine beliebige Karte aus und präsentiert sie den Mitspielern auf der Staffelei. Die übrigen Spieler erhalten jeweils sieben zufällig gezogene Textkarten auf die Hand. Aus diesen sieben Karten muss nun ein passender Text zu dem ausliegenden Bild auf der Staffelei herausgesucht werden.

Dem Schiedsrichter wird die Ehre zuteil, die ausgewählten Texte der Runde zu verlesen. Er entscheidet natürlich auch darüber, wer das witzigste Meme zusammengebastelt hat. Die Bildkarte wird dem Sieger der Runde übergeben, die am Ende des Spiels einen Punkt wert ist. Anschließend übernimmt der nächste Spieler die Funktion des Schiedsrichters und das Spiel wird fortgesetzt. Laut dem Regelwerk wird solange gespielt, bis ein Spieler die Marke von zwanzig Punkten geknackt hat. Natürlich könnt ihr auch ein alternatives Spielende festlegen und so die Spieldauer nach euren eigenen Vorstellungen modulieren. Die Regeln schlagen etwa vor, das Spiel dann zu beenden, wenn der Pizzabote an der Tür klingelt.

In Sachen Spielzeit seid ihr also total flexibel. Gleiches gilt übrigens auch für die Zahl der Mitspieler. Drei Spieler sind das Minimum für eine Partie „What Do You Meme?“. Nach oben hin sind aber praktisch keine Grenzen gesetzt. Mit dem umfangreichen Paket an Textkarten könnt ihr theoretisch mehr als fünfzig Spieler mit Material versorgen. Ob das dann noch so viel Freude macht, sei mal dahingestellt.

Freestyle

Unter die Textkarten haben sich auch ein paar Freestyle-Karten geschummelt. Zieht ein Spieler eine solche Karte, wird direkt für alle Spieler in den Freestyle-Modus umgeschaltet. Die gezogenen Textkarten sind nun irrelevant. Stattdessen müsst ihr euch zur ausgestellten Bildkarte nun selber einen flotten Spruch einfallen lassen. Das lockert das Spielgeschehen doch immer wieder angenehm auf.

Für erwachsene Runden, die gut miteinander vertraut sind (oder wenn ausreichend enthemmender Alkohol im Spiel ist), gibt es zudem ein paar besonders pikante Textbausteine. Diese Karten sind mit 18+ gekennzeichnet und sollten beim Spiel mit Jugendlichen besser aussortiert werden. Deshalb wurde das Spiel auch offiziell mit einer Altersempfehlung ab 18 Jahren gekennzeichnet. Sortiert ihr die entsprechenden Karten vorher aus, haben aber auch sicher Jugendliche ihren Spaß an „What Do You Meme?“.

Internetphänomen analog erleben
partytauglich
übergroße Bildkarten
flexible Spieldauer
auch für große Gruppen geeignet
nicht alle Spielrunden sind wirklich lustig
mindestens 3 Spieler werden benötigt

Sebastian Hamers

Die Idee hinter „What Do You Meme?“ ist so einfach, wie genial. Die Memes haben das Internet im Sturm erobert, warum sollte das nicht auch in einem analogen Brettspiel funktionieren? Tatsächlich, es funktioniert auch. Natürlich kommen nicht in jeder Runde echte Brüller zustande. Manchmal hat man einfach Pech und keine Textkarte passt so wirklich gut zum Bild. An anderer Stelle wird es dann aber auch wieder umso lustiger. In unserer Runde haben wir jedenfalls viel über unsere witzigen Memes gelacht, sogar ohne Alkoholkonsum. Als Partyspiel ist „What Do You Meme?“ ein Perfect Match. Die Regeln sind in einer Minute erklärt und was ein Meme ist, weiß ohnehin (hoffentlich) jeder. Als Pluspunkt kommt noch hinzu, dass die Zahl der Mitspieler praktisch nicht limitiert ist. Mit den Textkarten für erwachsene Spieler könnt ihr die Atmosphäre zusätzlich gut anheizen. Sicherlich besteht da auch die Gefahr, dass es manchmal ziemlich plump wird. Es läuft nicht immer ganz rund in „What Do You Meme?“, wenn die falschen Karten gezogen werden. Darüber kann man aber gut hinwegsehen, da man durch die wirklich lustigen Spielrunden wieder entschädigt wird. Lob muss auch für das Spielmaterial ausgesprochen werden. Vor allem die übergroßen Bildkarten haben mir sehr gefallen, die sich auf der Staffelei gut präsentieren lassen. Wenn ihr für eure Party noch ein originelles Spiel sucht, dann ist „What Do You Meme?“ einen Blick wert.
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