Test: Word Slam Familiy

Es kommt der Dezember und wenn es wieder draußen schneit, dann ist wieder… Partyzeit! Nachdem wir uns an Weihnachten und Silvester die Bäuche vollgeschlagen haben, ist es zum Jahreswechsel wieder Zeit für ein lustiges Partyspiel. Es ist gar nicht mal so leicht, ein passendes Spiel für diesen Anlass zu finden. Bei vielen Spielen ist die Obergrenze der Teilnehmer schon bei vier oder fünf Spielern erreicht, außerdem wünschen wir uns einen hohen Grad an Interaktion und zu komplex dürfen die Regeln auch nicht sein. In den Regalen der Brettspielhändler findet ihr aber dennoch einige Spiele, die sich speziell für Partys gut eignen. Schon im vorletzten Jahr war Word Slam einer dieser Titel, die für eine Feier gerne empfohlen wurden. Jetzt stehen zwei brandneue Erweiterungen für Word Slam im Handel, die sogar prima ohne das Hauptspiel zurechtkommen und auch als Standalone funktionieren.

Wie der Name schon vermuten lässt, sind in diesem Spiel Wortakrobaten gefragt. In Word Slam geht es darum vorgegebene Begriffe zu erraten. Dabei treten zwei Teams gegeneinander an. Ein Mitglied pro Team tritt dabei als Team-Captain und Erklärer an, die restlichen Spieler versuchen den Begriff zu erraten. Prinzipiell können die Teams eine beliebige Größe haben. Ab einer gewissen Gruppenstärke wird es jedoch unübersichtlich, da jeder auf die ausgespielten Karten seines Team-Captains achten muss. Alle Spieler sollten sich also in der Nähe ihres Erklärers aufhalten und die Karten gut einsehen können. Dieser darf sich verbal nämlich nicht äußern. Ihm stehen lediglich seine Karten als Hilfsmittel zur Verfügung.

Sag’s mit Karten

Damit es auch ganz fair zugeht, greift jedes Team auf die gleichen Karten zu, wenn es darum geht, den gefragten Begriff zu erklären. Beide Team-Captains erhalten dazu ein Set aus 105 Karten, die sich in unterschiedliche Kategorien aufteilen. Beige Erklärkarten enthalten Subjekte. Sie eignen sich zum Erklären eines Wortes natürlich besonders gut und sind entsprechend auch am häufigsten im Kartenpaket vertreten.

Grüne Karten stellen hingegen Adjektive dar. Verben könnt ihr mit den violetten Karten auslegen. Die blaue Kategorie bietet hingegen eine Mischung aus diversen Wortarten. Dazu gehören etwa Zahlen, aber auch Präpositionen wie „mit“ oder „durch“. Einige Karten verfügen sogar gleich über zwei Bedeutungen. Diese sind mit einem Stern markiert und lassen sich herumdrehen, um der Karte eine neue Bedeutung zu geben. Dreht ihr die Karte mit dem Begriff „heiß“ um 180°, so wird daraus „kalt“.

Die Suche nach dem Begriff

Für das Spiel ist es wichtig, dass nur die beiden Team-Captains den gesuchten Begriff sehen. Beide Teams raten gleichzeitig los und versuchen, denselben Begriff herauszufinden. Dazu sitzen sich beide Teams bestenfalls am Tisch gegenüber. In der Tischmitte sorgt ihr für einen Sichtschutz, damit die Teams nicht sehen können, welche Begriffe auf der anderen Seite ausgelegt werden. Praktischerweise könnt ihr etwa die beiden Hälften der Spieleverpackung dafür verwenden.

Als Team-Captain dürft ihr so viele Erklärkarten auslegen wie ihr möchtet. Andere Hilfsmittel sind allerdings nicht zulässig. Ihr dürft eure Erklärungen weder durch Gestik und Mimik unterstreichen, noch etwas summen oder andere Laute von euch geben. Es ist aber durchaus möglich die Anordnung der Karten zu verändern. Besteht der gesuchte Begriff etwas aus zwei Wortteilen, dürft ihr die Erklärkarten so platzieren, dass dies vielleicht daraus ersichtlich wird.

Der große Lauschangriff

Beide Team-Captains kennen den gesuchten Begriff und legen nun möglichst passende Wortkarten aus, um ihren Teammitglieder auf die Spur zu helfen. Die Rateteams dürfen sofort aktiv werden und Begriffe wild in den Raum werfen. Dabei kann es häufig ganz hilfreich sein, auch mal zu hören, was denn im anderen Team so geraten wird. Die Chancen stehen gut, dass ihr aus den Rateversuchen der Gegner Profit schlagt.

Beispiel gefällig? Erraten werden soll der Begriff Banane. Während sich der Captain des ersten Teams zunächst damit beschäftigt, seiner Gruppe nahezulegen, dass der gesuchte Begriff die Farbe gelb hat, werden im zweiten Team bereits reihenweise Lebensmittel aufgezählt. Habt ihr gut aufgepasst, könnt ihr nun eins und eins zusammenzählen. So viele gelbe Lebensmittel gibt es schließlich auch wieder nicht. Der Lauschangriff auf die andere Seite kann sich so also schnell auszahlen.

Kleine Schachtel, großer Inhalt

Das Team, das den gesuchten Begriff zuerst genannt hat, darf die Karte behalten und hat sich damit einen Punkt gesichert. Letztlich bleibt es euch überlassen, wie viele Ratekarten ihr durchspielen möchtet. So könnt ihr die Spieldauer wunderbar ganz nach euren Vorlieben einstellen. Es wäre natürlich schön, wenn jeder Spieler zumindest einmal in die Rolle des Team-Captains schlüpfen könnte. Aber auch das lässt sich natürlich ganz nach eurem Geschmack gestalten.

Die kleine Spieleschachtel enthält reichlich Begriffe, die es zu erraten gilt. Dem Paket liegen insgesamt 100 Begriffskarten bei. Auf jeder Karte findet ihr gleich 6 verschiedene Begriffe. Das sollte für einige Spielabende erstmal reichen. Die Begriffskarten sind dabei in sieben Kategorien unterteilt. Durch die Nennung der Kategorie erhalten die Teams schon vorab eine erste Information auf den gesuchten Begriff.

Folgende Kategorien werden in Word Slam Family abgefragt: Tiere/Pflanzen/Kreaturen, Reisen/Outdoor/Geschichte, Essen/Trinken, WWW/Social Media, Gefühle/Diverses, Wissenschaft/Technik/Religion und Filme/Musik/Literatur. Ihr könnt euch frei entscheiden nur mit ausgewählten Kategorien zu spielen oder aber ihr nehmt gleich das volle Programm mit ins Spiel.

Auch als Erweiterung spielbar

Word Slam Family lässt sich problemlos ohne weitere Pakete aus der Word-Slam-Familie spielen. Wenn ihr aber bereits das große Hauptspiel besitzt, könnt ihr die Family-Variante auch einfach als Erweiterung nutzen. Gleiches gilt auch für Word Slam Midnight. Die Midnight-Version richtet sich an Erwachsene. Sie enthält schwerere Begriffe, die auch thematisch vielleicht nicht ganz so gut für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Problemlos könnt ihr das Hauptspiel mit den beiden Erweiterungen kombinieren und zu einer Big Box zusammenfassen.

Word Slam Familiy ist mit einer Sonderregel auch schon mit drei Spielern spielbar. Deutlich mehr Spaß macht Word Slam jedoch in einer etwas größeren Gruppe. Sowohl Word Slam Family als auch Word Slam Midnight sind mittlerweile im Handel verfügbar und kosten je ungefähr 10€.

partytauglich
für größere Gruppen geeignet
alleine oder als Erweiterung spielbar
anpassbare Spieldauer
günstiger Preis
für kleine Runden nur bedingt geeignet

Sebastian Hamers

Die Begriffe, die ihr in Word Slam erklären müsst, sind im Grunde gar nicht besonders kompliziert. Meist sind es in der Tat eher einfache Wörter. Schwierig wird es durch die Begrenzung der Möglichkeiten zur Erklärung. Als Team-Captain stehen euch lediglich die 105 Erklärkarten zur Verfügung. Sie sind eure einzige Chance, um euren Mitspielern den gesuchten Begriff zu vermitteln. Dazu wird es meist nicht reichen, nur ein oder zwei Karten auszulegen. Ihr müsst schon etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Als Rateteam seid ihr zudem auch aufgefordert, mal um die Ecke zu denken. Die zu erratenen Begriffe sind nicht alle gleich einfach zu erraten. Einen Wolf habt ihr vielleicht doch einmal eher dargestellt als einen Begriff wie „Binärcode“. Da beide Teams jedoch immer am gleichen Begriff arbeiten, sind die Chancen für beide Parteien gleich. In Word Slam Family finden sich viele moderne Begriffe, gerade in der blauen Kategorie WWW & Social Media. Für gerade einmal 10€ bekommt ihr ein vollwertiges Partyspiel mit 600 Begriffen, das euch eine lange Zeit unterhalten kann. Word Slam fordert von euch als Erklärer, aber auch als Mitglied des Rateteams, einiges an Kreativität ab. Viel gelacht wird in jedem Fall. Somit hat Word Slam seine Funktion als Partyspiel gut erfüllt.
Test: Mutant Year Zero – Road to Eden Test: Lift Off
Comments