Test: XCOM – Enemy Unknown

xcom enemy unknown thumbnailDie Erwartungen an XCOM: Enemy Unknown könnten kaum größer sein. Vor allem die frühen Vorgänger, wie etwa UFO zählen für viele zu den besten Spielen aller Zeiten. Daran muss sich nun auch das Remake von Firaxis und 2K Games messen lassen. Gleichzeitig war das Angebot an Strategie-Spielen nach dem Niedergang von Age of Empires oder Command & Conquer doch eher bescheiden, sodass die Fans inzwischen nach einer würdigen Wiederbelebung des Genres dürsten. Doch kann XCOM: Enemy Unknown diesen Ansprüchen gerecht werden und sich auf eine Ebene mit den brillanten Vorgängern stellen?

Und täglich grüßt das Alien

Zugegeben, die Handlung von XCOM: Enemy Unknown erfindet das Rad nicht unbedingt neu. Fiese Aliens aus den fremden Weiten des Universums haben sich auf den Weg zur Erde gemacht und wollen diese nun übernehmen. Während in allen Teilen der Welt Chaos und Panik ausbrechen, hat die Menschheit nur noch eine letzte Hoffnung: die XCOM-Organisation. Als überstaatliche Einrichtung verschiedener Länder nimmt sie den schier aussichtslosen Kampf mit den feindlichen Invasoren auf und kann dabei auf die modernste Technik, die neuesten Waffen und die besten Soldaten zurück greifen. Der Spieler übernimmt die Leitung eben jener Organisation und koordiniert fortan die Abläufe des Projekts, im Versuch, die Erde von den Eindringlingen zu befreien.

XCOM Enemy Unknown Screenshot 02

Bewährtes XCOM-Gameplay…

Obwohl XCOM: Enemy Unknown auf den ersten Blick wie ein alter Hut wirken mag, zeigt sich jedoch schnell, dass die Entwickler im Gegensatz zur Konkurrenz einiges anders machen. Das Gameplay bleibt dabei stets der Vorlage UFO: Enemy Unknown treu und spielt sich entsprechend ähnlich. Euer Kampf gegen die Aliens findet hauptsächlich in zwei verschiedenen Phasen statt. Zum einen gibt es die stationäre Basis, in der Forschung betrieben, Waffen produziert und Einheiten rekrutiert werden können. Dabei bietet XCOM: Enemy Unknown eine endlose Fülle an Möglichkeiten, was die Weiterentwicklung der Basis und der verschieden Waffen und Ausrüstungen betrifft. Gleichzeitig sind Forschungs- und Skill-Bäume jedoch nicht vollkommen überladen und bleiben stets verständlich.

Test: XCOM - Enemy UnknownDas zweite Spielelement von XCOM: Enemy Unknown sind die Missionen, für die ihr von eurer Basis aus Truppen entsendet. Einmal auf dem Schlachtfeld angekommen, ist eure Zentrale bis zum Ende des Einsatzes auch nicht mehr zugänglich. Hier zeigt sich sicherlich einer der maßgeblichsten Unterschiede zu anderen Strategiespielen. XCOM: Enemy Unknown setzt nicht auf Echtzeit-Gefechte, sondern auf rundenbasierten Ablauf. Der Spieler positioniert also seine Truppen, feuert auf Aliens oder führt zahlreiche weitere Aktionen aus. Anschließend sind die Feinde am Zug, auf die kein Einfluss mehr genommen werden kann. Dieses, mit Schach vergleichbare System, funktioniert jedoch auch heute noch erstaunlich gut und wirkt actionreicher als es zunächst klingen mag.

Doch was wäre ein Strategiespiel ohne Taktik und Planung? Diese sind in XCOM: Enemy Unknown von größter Bedeutung und werden von den rundenbasierten Kämpfen noch betont. Bereits frühzeitig sollte sich der Spieler über die Zusammenstellung und Bewaffnung seiner Truppen Gedanken machen und während der Missionen eine übergeordnete Strategie nicht aus den Augen verlieren. Jeder Soldat hat bei eurem Zug ein Limit von zwei Aktionen, die er ausführen darf. So kann er sich bewegen, einen Schuss abgeben oder Ausrüstung benutzen. Allzu leichtfertig sollte jedoch nicht mit den Zeiteinheiten des XCOM-Agenten umgegangen werden, wenn er nicht am Ende des Zugs ungeschützt ohne Deckung dastehen sein soll. Auch hier wurde die teilweise umständliche Struktur des Vorgängers überarbeitet und zeigt sich nun wesentlich spielfreundlicher und damit noch unterhaltsamer.

XCOM Enemy Unknown Screenshot 01

… in neuem Gewand

Optisch bietet XCOM: Enemy Unknown nicht gerade das, was sich als hochmoderne und realistische Grafik bezeichnen ließe. Viel eher haben Firaxis und 2K Games hier auf eine eher comicähnliche und weniger fotorealistische Optik gesetzt. Und die Rechnung geht, mit kleineren Abstrichen, auf. Fans der Serie werden sich gleich heimisch fühlen und auch neue Spieler dürften sich in die Zeit der 90er, von Akte X und Co., zurückversetzt fühlen. Zwar wirken die Soldaten häufig ein wenig steif und auch die Umgebung ist weniger detailreich als bei vergleichbaren Titeln, dennoch strömt XCOM: Enemy Unknown optisch einen eigenen Charme aus, der perfekt zum Setting, dem Gameplay und der Handlung passt. Auch Sound und Synchronisation sind gelungen, wenn auch nicht atemberaubend.

Darüber hinaus ist XCOM: Enemy Unknown jedoch keineswegs stehen geblieben oder klammert sich zu sehr an die Vorlage. Wenn es etwas gibt, das sich an UFO kritisieren ließe, dann wären es vermutlich die etwas umständliche Bedienung und Einarbeitung, sowie teilweise mangelnde Action bei den Missionen. In beiden Bereichen haben die Entwickler einen großen Sprung nach vorne gemacht und das gesamte Spiel übersichtlicher, eingängiger und verständlicher gestaltet, ohne dabei jedoch anspruchslos zu werden. Auch die Gefechte zeigen sich nun, mit actionreichen Animationen und neuen strategischen Möglichkeiten, spannender denn je. Dennoch kommen Fans voll auf ihre Kosten, denn an den herausragenden Stärken von UFO wurde nur wenig verändert und lediglich einige Kanten für XCOM: Enemy Unknown abgerundet.Test: XCOM - Enemy Unknown

Für weitere Infos zum Spiel, könnt ihr euch unser XCOM: Enemy Unknown Special zu Gemüte führen, in dem ihr auch unser detailiertes Test-Tagebuch findet, dass tiefergehende Spieleindrücke vermittelt.

Herausragendes Gameplay
Taktisch anspruchsvolle Missionen
Viel spielerische Freiheit
Optik etwas überholt
Story hätte noch mehr hergegeben

Martin W.

XCOM: Enemy Unknown bietet alles, was wir uns von einem Strategiespiel erwarten. Ein kluges, taktisches Gameplay, spannende Gefechte und durchdachte Spielmechaniken. Auch das rundenbasierte System ist eine erfrischende Abwechslung zu anderen Genre-Vertretern und bleibt noch dazu der Vorlage treu. Einzig bei der Optik wurde Potential verschenkt, was angesichts des Gesamteindrucks jedoch in den Hintergrund rückt. Nicht nur für Strategiespieler und Fans der Serie ein Pflichttitel.
Test: XCOM - Enemy Within
Comments