Test: Xenoblade Chronicles 2

Test Xenoblade Chronicles 2 (39)

Unterstützt Rex auf seiner Reise in Xenoblade Chronicles 2

Endlich ist es soweit und der langersehnte zweite Teil von Xenoblade Chronicles findet seinen Weg in die europäischen Märkte und Nintendo E-Shops. 2012 erschien der erste Teil, der allerdings erst durch die 3D Neuauflage in 2015 an Bekanntheit gewann. Doch wie schlägt sich das exklusiv für die Nintendo Switch erscheinende RPG im Vergleich zu seinem Vorgänger?

Es war einmal…

Vor langer Zeit lebten die Menschen zusammen mit ihrem Erschaffer, dem Architekten, hoch oben auf dem Weltenbaum. Es war wie im Paradies, durch die goldenen Strahlen der Sonne und den frischen Regen war jede Ernte ein voller Erfolg. Doch eines Tages wurden die Menschen aus ihrer Heimat, die sie Elysium nannten, vertrieben. Warum genau, weiß jedoch niemand.
Voller Furcht flüchteten die Menschen und kämpften Tag für Tag unterhalb des Weltenbaumes ums Überleben. Als die Bevölkerung immer kleiner wurde und das Leben dort fast nicht mehr möglich war, sandte der Architekt den Menschen seine Untergebenen, die Titanen. Auf diesen konnten die Menschen seither ihren Lebtag verbringen, bauten Häuser und gründeten über mehrere Generationen hinweg neue Familien.

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Eine Frage, die sich viele Menschen stellen

Doch als die Titanen langsam immer weniger werden und auszusterben drohen, begegnen wir Rex, der zwar nur ein junger Bergungstaucher ist und auf seinem kleinen Titanen Opa lebt, es aber ganz schön in sich hat. Als er von einem mysteriösen Trupp angeworben wird und zusammen mit ihnen ein gesunkenes Schiff nach Schätzen durchforstet, findet er allerdings etwas Besonderes: Die Aegis, eine altbekannte Klinge in Form eines rothaarigen Mädchens. Jedoch wird Rex kurzerhand von dem Anführer des Trupps, welcher auch als Torna bekannt ist, zur Strecke gebracht.

Die Aegis, die sich ihm als Pyra vorstellt, rettet ihm sein Leben im Tausch gegen ein Versprechen: Er soll sie zurück nach Elysium bringen. So wird aus dem kleinen Bergungstaucher plötzlich der Meister einer Klinge mit ungeahnten Kräften.

Dies ist der Beginn einer unglaublichen Geschichte, bei der wir zusammen mit Rex versuchen, zurück in die ursprüngliche Heimat der Menschen zu reisen, unzähligen Gefahren begegnen und neue Freundschaften knüpfen.

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Zurück zum Weltenbaum mit Rex und Pyra

Ein Augenschmaus für Jedermann

So umfangreich wie die Story ist auch das Gameplay. In einer riesigen, für JRPG üblichen, Open World, in der ihr euch relativ frei bewegen könnt, gibt es wesentlich mehr als nur Knüppeleien und Quests von oftmals faulen Einwohnern. Wandert ihr durch die Gegend, findet ihr schnell Orte, die euch aus dem Staunen nicht mehr herauslassen wollen. Ob ein von Sternen überzogener Nachthimmel, eine Tierwanderung über große Wiesen oder einfach der Ausblick von hochgelegenen Orten – an jeder Ecke finden sich Plätze, bei denen wir einfach stehengeblieben sind und voller Bewunderung waren. Erforscht ihr die Welt, werden euch aber nicht nur Wunder der Natur beglücken, sondern auch diverse Sammelpunkte für Materialien, einzigartige Monster, Bergungsstationen und Truhen, die mit Gold und Loot nur auf euch warten.

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So schön kann’s sein…

Folgt ihr dann doch irgendwann mal der eigentlichen Haupthandlung, werdet ihr neben all den schönen Dingen auch mit einem Haufen an Zwischensequenzen gefüttert, die teilweise einige Minuten in Anspruch nehmen können. Dafür erzählen sie oft emotionsvoll und mit Humor bestückt viel von der Geschichte von Xenoblade und bringen euch die Charaktere und das Land näher. Besonders diejenigen von euch, die einen Fable für Animefiguren haben, werden sich hier an der Gestaltung der Protagonisten und Antagonisten erfreuen können. Allerdings müsst ihr vorsichtig sein, wenn ihr diese Szenen mal pausiert. Denn wenn ihr weiterspielen (bzw. gucken) wollt, kann es schnell passieren, dass ihr die falsche Taste erwischt und die Sequenz überspringt. Das ist nervig, besonders da sie teils sehr lang und relevant sind. Glücklicherweise kam heute, am 30. November, ein Update heraus, das im Hauptmenü einen Reiter mit „Zwischensequenzen“ hinzugefügt hat. Dort könnt ihr alle (verpassten) Szenen ein weiteres Mal ansehen.

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Reaktionen, wie sie typischer für Anime nicht sein könnten

Egal ob Hauptstory oder Nebenquests, euer ständiger Begleiter und Helfer zur Orientierung ist die Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand. Dort werden euch die Ziele angezeigt und wie weit sie noch entfernt sind. Kann helfen, kann euch aber auch im Kreis laufen lassen. Lauft ihr genau darauf zu, ist das Ziel in der Mitte der Leiste. Weicht es ein kleines Stück davon ab, lauft ihr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in die falsche Richtung. Dies hat uns so einige Male unnütz Zeit gekostet.

Als weiteres Hilfsmittel könnt ihr euch ebenfalls eine Minimap einblenden lassen oder einen etwas größeren Ausschnitt des aktuellen Gebiets, in dem ihr seid. Was jedoch fehlt, ist eine ganze Karte, durch die ihr einen besseren Überblick bekommen hättet. Stattdessen half es uns, einen Blick auf die Schnellreisepunkte zu werfen, da immerhin diese auf detailreicheren Karten vermerkt sind.

Da gibt’s was auf die Ohren

Wir lieben gute Soundtracks, besonders den von Xenoblade Chronicles 2. Egal, wo wir auch sind und an welche Orte wir kommen, die Musik passt fast immer perfekt zu dem Gefühl, das uns vom Ort an sich oder der Situation her vermittelt wird. Als wären wir verliebt, tragen wir die Schmetterlinge in unserem Bauch, wenn wir der Musik lauschen, die uns auf dem Weg durch große Blumenwiesen begleitet.

Was uns im Verlauf des Spiels dann doch gestört hat, war die Synchronisation der Figuren. So schön wie die Musik die Handlung auch untermalt und uns überall ein gutes Gefühl verschafft, stört die englische Sprachausgabe an einigen Stellen dann doch. Mal kommen Emotionen, die deutlich auf den Gesichtern zu sehen sind, nicht in der Stimme mit und wirken recht monoton. Und auch der starke britische Akzent passt nicht wirklich zu der Welt von Xenoblade Chronicles 2. Mehr gefreut hätten wir uns über eine japanische Sprachausgabe, die bereits im Trailer überzeugend war.

Ab ins Gefecht!

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Taktik ist angesagt!

Während unseres Abenteuers begegnen wir immer wieder allerhand uns feindlich gesinnten Wesen und Personen, die es zu besiegen gilt. Dies ist, wenn man nicht mit dem Kampfsystem der Xenoblade Spiele vertraut ist, zunächst etwas schwierig. Zwar wird euch wirklich alles erklärt, was ihr in dem entsprechenden Moment zum Gefecht wissen müsst, doch meistens bleibt es nicht dabei. Wo es anfangs noch heißt, ihr sollt euch einfach mit gezogener Waffe auf euren Opponenten zubewegen, kommen später diverse Techniken, Kombis und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Talente der Klingen hinzu. Alles in allem müsst ihr euch die Sachen gut einprägen, da ihr im späteren Verlauf sonst ordentlich verdroschen werdet.

Im ersten Moment wirkt das alles zwar furchtbar kompliziert und umfangreich, – was es auch ist – doch gerade weil Xenoblade Chronicles 2 euch wirklich alles Schritt für Schritt näherbringt und es massig Monster und Feinde zum Üben gibt, ist es kein Ding der Unmöglichkeit. Ebenfalls könnt ihr jederzeit in der Kampfsteuerung nachsehen, solltet ihr dann doch mal etwas vergessen haben.

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Heiße Gefechte erwarten euch

Habt ihr euch erst einmal daran gewöhnt, machen Kämpfe später sogar richtig Laune. Aber es ist auch wichtig, sich eine Taktik zu überlegen, anstatt wie wild auf die Tasten zu hämmern. Spart euch eure Fähigkeiten lieber auf, da diese einerseits aufgeladen werden müssen, und andererseits durch bestimmte Bedingungen zusätzlichen Schaden machen können. Zu Beginn spielt dies zwar noch keine große Rolle, aber ihr solltet es immer im Hinterkopf haben.

In Gefechten spritzt es normalerweise nur so vor Blut, doch wie bereits erahnt, ist dies hier nicht der Fall. Zu erwarten war es von vornherein nicht, da Xenoblade mit einer FSK von 12 Jahren geschmückt wurde, doch wirklich drauf achten tut ihr erst, sobald die NPCs es ansprechen. Wenn auf einmal ein Kommentar dazu abgegeben wird, wie viel Blut zu sehen ist, in der darauffolgenden Szene aber ein völlig unversehrter Mann zu Boden geht, schmunzelt ihr vielleicht doch ein wenig.

Neben dem umfangreichen Kampfsystem gibt es aber noch viele andere Möglichkeiten, Rex und seine Gruppenmitglieder zu stärken. Durch Talente könnt ihr eure Werte wie Stärke, Geschicklichkeit oder Glück erhöhen und Skills freischalten, die einzelne Techniken im Kampf gleich zu Beginn aufladen. Dafür benötigt ihr jedoch Talentpunkte, die ihr im Laufe der Handlung und durch Quests und Kämpfe bekommt. Daneben könnt ihr ebenfalls eure Klingen verbessern, hilfreiche Gegenstände ausrüsten und vieles mehr.

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Nicht alles will euch töten

Alles zu seiner Zeit

Um im Spiel voranzukommen, müsst ihr nicht nur Kämpfe beherrschen, sondern auch leveln, was das Zeug hält. So stehen wir zurzeit an einem Punkt im Spiel, an dem der Gegner einige Level stärker ist als wir und uns gnadenlos in den Boden stampft. Damit wir ihn erfolgreich vernichten können, müssen wir also diverse Nebenquests erledigen, die ebenfalls nicht immer kurz sind. Besonders Aufgaben, bei denen die KI ein bestimmtes Material benötigt, kosten viel Zeit, da man die begehrten Ressourcen nicht immer auf Anhieb findet.

Sammelpunkte werden überall durch blaue Lichter gekennzeichnet, verraten euch jedoch nicht, was ihr dort looten könnt. Zwar kann man an Bäumen mit Holz und in Gewässern mit Fischen rechnen, aber das gilt nicht immer. Es kam schon vor, dass wir an einem Baum plötzlich Blumen gepflückt, und in einem Felsen Holz ergattert haben. Sofern man nicht weiß, wo man welches bestimmte Material finden kann, wird man einiges an Zeit investieren müssen, um die Nebenquest zu beenden. Dadurch werdet ihr dazu genötigt, in der Welt umherzustreifen und eure Ausdauer auf die Probe zu stellen. Belohnt werdet ihr dafür mit massig Erfahrung und euer Level steigt wie von ganz allein.

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Was uns wohl für Loot erwartet?

Ein kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr vor lauter Looten und Leveln das Speichern vergessen, müsst ihr alles ein weiteres Mal machen. Das Spiel bietet nämlich keine Autosave-Funktion, sondern muss manuell gespeichert werden.

Abenteuer für Unterwegs oder zum Mitnehmen?

Wie bei den vorherigen Teilen ist auch Xenoblade Chronicles 2 ein Spiel für eine Handheld Konsole. Doch mit der Switch habt ihr zusätzlich die Option, in den TV Modus zu wechseln und gemütlich am Fernseher zu zocken. Einige mögen es erwartet haben, wieder andere sind überrascht: Egal, wie ihr das Spiel spielt, es verliert seinen Charme nicht. Grafisch holt die Switch das Bestmögliche aus sich heraus, und das merkt man. Besonders im Vergleich zu seinen Vorgängern haben die Entwickler von Xenoblade sich ordentlich gesteigert. Da wirft man Rex und den anderen des Öfteren gerne mal mehrere Blicke zu. Wie genau ihr aber am liebsten spielen wollt, ist vollkommen euch überlassen.

Seid ihr bereit für eine spannende und gefühlvolle Geschichte über eine Reise zurück zur ursprünglichen Heimat der Menschen? Dann bereitet euch ab morgen zusammen mit Rex und Pyra auf ein abwechslungsreiches Abenteuer vor.

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Es gibt auch düstere Orte

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Mystisches Feeling, wenn man nachts unter den Sternen steht

Riesige und wunderschöne Open World
Spannende Handlung
Komplexes Gameplay und Kampfsystem
Guter Soundtrack
Keine allgemeine Karte der Welt
Keine japanische Synchronisation

Alexa J.

Steht man auf JRPGs, wird man an Xenoblade Chronicles 2 nicht vorbeikommen. Für jene, die ein etwas anderes Kampfsystem als "Hinlaufen und Raufkloppen" bevorzugen und sich in Geduld üben können, was das Questen angeht, wird dieses Spiel ein Schatz sein. Nicht nur überzeugen die gewaltigen Landschaften und ihre Bewohner, sondern auch die Handlung hat viel zu bieten und nimmt einen direkt mit nach Alrest. Zwar mag das Spiel und seine Steuerung für Neulinge dieses Genres anfangs etwas verwirrend sein, doch es lohnt sich allemal. Und da es sich um einen Titel für die Switch handelt, könnt ihr sogar problemlos unterwegs eure Reise fortsetzen.
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