Test: Yo-kai Watch 2 Mächtige Seelen/ Knochige Geister *Update*

„Das Spiel; das Pokemon vom Thron stürzen könnte“ – So oder ähnlich war der allgemeine Tenor, als Yo-Kai Watch im April vergangenen Jahres erschien. Jetzt, ein Jahr nach dem Release des ersten Teils, bekommen wir erneut die Gelegenheit, das gute alte Lenzhausen mit unseren spukigen Freunden unsicher zu machen. Dieses Mal gibt es allerdings noch einen kleinen Kniff, denn es wäre ja keine gute Fortsetzung, würden wir nichts Neues zu sehen oder erzählt bekommen. Der Clou: Es geht in die Vergangenheit. Ganz genau, gemeinsam mit eurem Großvater klärt ihr die Ursprünge der ominösen Yo-Kai Watch auf und nebenbei wird auch versucht, die ewige Fehde zwischen den Mächtigen Seelen und Knochigen Geistern zu schlichten. Wie sich Yo-Kai Watch so als angepriesener „Pokemon-Killer“ behaupten kann und was das Spiel sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Ein frischer Start

Ähnlich wie bei anderen Rollenspielen bekommt ihr die Wahl ob ihr als Junge, in diesen Fall Nathan oder als Mädchen, Katie spielen wollt, den Namen kann man auch frei wählen. Was auch ziemlich cool ist, je nach dem welchen der beiden Grundschüler man gewählt hat, wohnt man auch woanders. Um Leuten den Einstieg so angenehm wie möglich zu gestalten, die den ersten Teil ausgelassen haben, fängt die Story so ziemlich bei Null an. Denn die Bösen Zwillinge Goldie und Silvie rauben dir gleich zu Beginn des Spiels sämtliche Erinnerungen bezüglich der Yo-Kai und lassen auch gleich die Yo-Kai Watch mit verschwinden.Welch Unholde!

Bekannte Charaktere aus dem ersten Teil wie dein treuer Yo-Kai Butler Whisper oder der kleine Vielfraß Jibanyan werden „neu“ angefreundet und kennengelernt, da auch sie unter Amnesie leiden. Für Leute, die den ersten Teil nicht kennen, ist es definitiv ein Bonus ohne Vorwissen ins Spiel starten zu können. Kenner des ersten Teils sollten sich dadurch aber nicht entmutigen lassen, denn das Problem mit dem Gedächtnisverlust wirkt keinesfalls aufgezwungen, eher charmant und wird auch schnell aufgelöst.

Gutes altes Petzlingen

Den Mittelpunkt der Story bildet hier ganz klar die schon eben genannte Zeitreise zurück in das alte Petzlingen und Lenzhausen. Relativ früh im ersten Drittel des Spiels macht man Bekanntschaft mit Hovernyan, einem Yo-Kai, der behauptet, er komme aus der Vergangenheit bräuchte deine Hilfe. So gutgläubig wie der gute Nathan ist,  schließt er sich Hovernyan an und stellt schnell fest, dass die Person, die Hilfe braucht, sein eigener Opa ist. Hmm, welchen Namen könnten man jetzt nehmen, um zu vermitteln, dass wir in der Vergangenheit sind und dass er mit Nathan verwandt ist? Natürlich, Nathaniel! Zusätzlich dazu muss sein Enkel, unser Protagonist, dem alten Mann natürlich wie aus dem Gesicht geschnitzt sein. Erst einmal in der Vergangenheit angekommen, lernt man Opa Nathaniel zunächst richtig kennen, da er in der Gegenwart bereits nicht mehr da ist. Ziemlich schnell erfährt man, dass der gute alte Nathaniel etwas mit der Yo-Kai Watch und den mit ihr verbundenen spukigen Zeitgenossen zu tun hat. Nebenbei wird man Zeuge von der erbitterten Rivalität zwischen den Mächtigen Seelen und Knochigen Geistern, während rein zufällig die Fiesa-Yo-Kai, wirklich böse Yo-Kai, auf ihren Vormarsch sind, die Welt zu übernehmen.

Hey, lass uns Freunde sein

Gameplaytechnisch ist alles beim Alten geblieben, natürlich mit einigen Verbesserungen hier und da. So kann sich jetzt leichter mit „wilden“ Yo-Kai anfreunden, denn wer sich daran noch erinnern kann: Man musste im ersten Teil am Ende des Kampfes darauf hoffen, diesmal den gewünschten Yo-Kai zu bekommen. Mit der neuen Ziel-Funktion kann man nun im Kampf sehen, welches Lieblingsessen die Geister haben. Mag er z.B. Gemüse, schmeißt ihr ihm eine Gurke entgegen, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit steigert, am Ende des Kampfes einen Freund mehr zu haben. Aber nicht nur durch das Zuwerfen von Essen kann man sich jetzt schneller mit den Schreckgespenstern anfreunden. Die Entwickler wollten sicher gehen, dass so viel Frust wie möglich erspart wird, ohne das Gameplay großartig zu verändern.

Durch die neue „Stups-Funktion“ kann man die Yo-Kais an bestimmten Körperstellen anstupsen, wodurch ebenfalls die Wahrscheinlichkeit steigt, sie an euch zu binden. Ihr könnt ihnen sogar Schaden mit dem Stupsen zufügen oder auch dafür sorgen, mehr Geld am Ende eines Kampfes zu erhalten – Alles dank des neuen Features. Mal abgesehen davon: Die Ziel- und Stups–Funktion ist ziemlich praktisch beim Anfreunden und bereichert darüber hinaus das Gameplay ungemein. Denn mal ganz ehrlich: Den Yo-Kai’s beim Kämpfen zuzuschauen kann ziemlich schnell langweilig werden. Deswegen ist es gut, dem Spieler kleine Aufgaben für zwischendurch zu geben, auf die er sich konzentrieren kann aber nicht muss. So hält das Spiel euch ständig auf Trab und belohnt sogar dafür, aufmerksam zu sein.

Ich glaub ich dreh am Rad

Die Kämpfe an sich haben sich nicht verändert. Man hat immer noch ein Team bestehend aus sechs Yo-Kai, von denen immer drei zurzeit kämpfen. Je, nach Situation kann an der titelgebenden Yo-Kai Watch gedreht werden, um andere Yo-Kai in den Kampf zu schicken. Auch die besonderen einzigartigen Ultiseel-Attacken der einzelnen Yo-Kai sind noch vorhanden und haben sogar eine Erweiterung mit den M-Kraft Attacken bekommen, welche noch stärker sind. Die M-Kraft schaltet man ziemlich schnell während der ersten Zeitreise frei, wie fragt ihr euch? Naja, man lernt in der Vergangenheit halt ein, zwei Dinge dazu über die Geister beschwörende Uhr, darunter auch die neue M-Kraft.

Eine Welt zum Zurechtfinden

Einer der größten Kritikpunkte beim Vorgänger war, wie schnell man die Übersicht in der Welt verlieren konnte. Zum einen waren wichtige Orte nicht auf der Karte markiert, weswegen man sich deren Standorte durchgehend merken musste, zum anderen konnte man schnell die Übersicht zwischen den Hauptquests und Nebenquests verlieren. Nicht so mit Yo-Kai Watch 2: Orte von Bedeutung sind jetzt auf der Karte beschriftet und Quests, egal ob Haupt- oder Nebenquests, sind jetzt auch mit praktischen Markern versehen. Kleinigkeiten wie diese fallen zwar nicht besonders auf, sind aber sehr hilfreich bei der Orientierung und sorgen im Allgemeinen einfach für ein flüssigeres Spielerlebnis. Wünschenswert wäre es jedoch gewesen, hätte man selbst die Möglichkeit gehabt, Markierungen auf der Karte zu setzten. Oft trifft man im Spiel auf sogenannte Rateschilder. Auf ihnen wird ein spezifischer Yo-Kai beschrieben. Wenn man errät, welcher es ist, kann man ihn an Ort und Stelle beschwören, um etwas freizuschalten. Schade nur, dass diese Schilder verflucht gut versteckt sind und wenn man gerade nicht den passenden Yo-Kai zur Hand hat, vergisst man sie sehr schnell und verliert ihre Position aus dem Auge. Es wäre ebenfalls praktisch gewesen, Orte markieren zu können, die man mit dem aktuellen Level noch nicht betreten kann. Ähnlich wie bei den Schildern vergisst man sie beim Spielen einfach zu schnell.

 

Mal abgesehen davon ist die Welt, in man sich bewegt eine schöne, detaillierte, in der es immer wieder neuen Kram zum Entdecken gibt. Der Spieler wird darüber hinaus hin und wieder dazu eingeladen, alte Areale nochmal abzusuchen, da man die Watch im Spiel mehrmals upgraden kann, wodurch neue Yo-Kai sichtbar werden. Leider legt sich die Begeisterung spätestens nach dem dritten Upgrade, weil es einfach nicht mehr verlockend genug ist, in alte Gebiete zurückzukehren. Dem Spiel hätte es definitiv nicht geschadet, noch mehr Gebiete zu vereinen. Die vorhandenen Regionen sind zwar alle sehr schön und haben allesamt ihren persönlichen „Charakter“, aber irgendwann fehlt einfach die Abwechslung. Wobei man sagen muss: Man wird schon mit vielen kleinen Events wie z.B. der Schreckenszeit oder anderen Minigames bei der Stange gehalten und unterhalten.

Die Stars des Spiels

Kommen wir nun zu den sympathischen Spukgestalten, Phantomen, Geistern wie auch immer: Den Yo-Kai. Diese machen so viel vom Charme des Spiels aus, das man es kaum glauben mag. Zu den Yo-Kai aus dem ersten Teil gesellen sich hundert weitere fliegende Bettlaken hinzu. Jeder einzelne dieser Yo-Kai sprüht vor Charme regelrecht über. Das liegt zum einen an ihrem sehr gelungenen Design, aber auch daran, dass ihre Namen und Attacken meistens sehr lustige Wortspiele beinhalten. Bei manchen sind die Namen eher subtil, wie z.B. bei Schwammurai, einem Samurai, der nichts mehr liebt als Sauberkeit. Bei anderen wiederum sind Namen im perfekten Einklang mit dem Design, wie z.B. bei Pupsi, einem Hintern, der die ganze Zeit pupst.

Lustig, mit einer Priese Ernsthaftigkeit

Und wo wir schon bei dem Thema Humor sind: Yo-Kai Watch 2 ist ein unfassbar lustiges Spiel, vorausgesetzt man hat eine Schwäche für den – zugegeben -manchmal bizarren japanischen Humor. Das Highlight in den Dialogen ist ganz klar Whisper. Ohne den Butler würde den Dialogen so viel Witz flöten gehen. Die meisten Dialoge oder Geschehnisse werden erst durch ihn so richtig gut. Ebenfalls hervorragend sind die popkulturellen Referenzen im Spiel. Von Doctor Who bis Star Wars wird jeder etwas finden, was ins Auge sticht. Humor mal beiseite: Das Spiel kann auch ziemlich ernst werden, indem es Thematiken wie den Verlust eines Haustiers oder Mobbing behandelt.

*Update* Yo-kai Watch 2: Geistige Geister im Test

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Die Yo-Kai sind wieder zurück! Dieses Mal noch spukiger als zuvor mit „Yo-Kai Watch 2: Geistige Geister“. Aber Moment mal, kam nicht gerade erst vor einigen Monaten Yo-Kai Watch 2 in Form von „Knochige Gespenster“ und „Kräftige Seelen“ raus? Wieso also noch eine Version des zweiten Teils? Ganz einfach: Es handelt sich hierbei um das ultimative Yo-kai-Abenteuer, denn nicht nur werden die beiden vorherigen Version in einem Spiel vereint werden, nein, es wurden auch einige neue Extras hinzugefügt. Ob es sich lohnt, dieses Schreckgespenst nach Hause zu holen, erfahrt ihr hier.

More of the Same

Kommen wir nun zur Sache. Wie bereits erwähnt, hat sich an der Hauptstory wenig Neues getan, jedoch werden Leute, die eine der vorherigen Versionen gespielt haben schnell bemerken, dass die beiden Antagonisten Goldie und Sylvie jemand neuen an ihrer Seite haben und zwar ihren kleinen Bruder Bronzo. Dieser sorgt dann doch nochmal für ein wenig Abwechslung innerhalb der Story.

Nun werden sich bestimmt Leute, die bereits „Gespenster“ oder „Kräftige Seelen“ besitzen und durchgespielt haben fragen, ob sie die ganze Story nochmal spielen müssen, um die neuen Inhalte zu sehen. Kurz gesagt: Nein. Die guten Leute von Level 5 haben natürlich daran gedacht und die Option eingebaut, Spieldaten von den eben genannten Versionen auf „Geistige Geister“ zu übertragen. Man kann also ganz relaxt seine Reise durch die Yo-Kai fortsetzen. Nicht nur das, man wird sogar dafür belohnt, mit exklusiven Dungeons, die sich je nach Version unterscheiden.

Mehr Quests, mehr Spaß

So jetzt aber zu den Wirklich interessanten Neuerungen. Zu den bisherigen ca. 100 Quests gesellen sich nun zwölf neue, ganz exklusive hinzu und die haben es in sich. Hier erfährt man z.B. mehr über den dunklen Rächer Darknyan, den man zuvor nur über einen speziellen QR-Code freischalten konnte. Eine bessere Persiflage auf Batman hätten wir uns nicht wünschen können.
Des Weiteren bieten die Quests auch mit neuen Charakteren auf, wie z.B. Sir Reggie, der eure Hilfe dringend bei der Produktion seines nächsten Kassenschlagers braucht. Hier erfährt man auch die tragische Hintergrundgeschichte von Frau Fergällt, der Antagonistin der Hauptstory.

Aber mit Abstand die beste neue Quest ist die, in der man mehr über die Vergangenheit eures treuen Yo-Kai Butlers Whisper erfährt. Denn bevor er euch mit Rat und Tat weiterhilft, stand er im alten feudalen Japan dem Shogun zur Seite. Die neuen Quest sollte man also unbedingt mal spielen, wenn man mehr über die Charaktere erfahren möchte.
Was jedoch störend war, ist die Tatsache, dass es sich bei den neuen Quests um Inhalte haltet, die erst nach Beenden der Hauptstory freigeschaltet werden. Dabei wäre es viel angenehmer gewesen, wenn sie irgendwie mit der Story verflochten gewesen. So hätten sie sich weniger wie eine lange Bonusstory angefühlt und hätten vielleicht auch dem Hauptort neuen Schwung gegeben.

Mehr Yo-Kai als je zuvor

Die bösen Fiese Yo-Kai die man damals nur bekämpfen konnte gesellen sich nun auch eure Yo-Kai Watch als treue Mitstreiter. Insgesamt sind es 15 „neue“ Schreckgespenster, die dadurch spielbar sind. Leider sind diese auch erst nach dem Ende der Hauptstory verfügbar und es gibt auch leider keine neuen Fiesa – lediglich die 15, welche man bereits aus den älteren Versionen kennt, schade. Und mal ganz ehrlich: Von dem Haufen sind gerade mal fünf interessant, die restlichen sind einfach nur Redesigns. Hier hätten wir uns von Level 5 mehr Neues gewünscht.

Tut, tut der Zug fährt ab

Steigt auf den neuen Hexpress auf und lasst euch an neue Orte fahren wie die Burg Sawayama, das Gera-Gera-Resort oder das Kabuki-Theater und nicht zu vergessen das Gasthaus „Zum Schlinger“. Hier spielen sich nicht nur die meisten neuen Quests ab, es warten auch hier auch einige neue kniffelige Bosse auf euch.

Sehr guter Humor
Kreatives Monster-Design
Viel Abwechslung
Angenehmes Kampfsystem
Gute Story
Gute Charaktere
Genug Content nach dem Durchspielen
Zu wenig Orte
Selber kann man keine Orte Markieren
Wenig Motivation, am Ende alles zu erkunden

Name

Spiele wie Yo-Kai Watch 2 wecken in mir den Wunsch, nochmal Kind zu sein, denn jetzt als alte verbitterte Rosine fehlt mir einfach die Zeit, mich komplett in der Welt der Yo-Kai auszutoben. Zu dem Pokemon-Vergleich ,den jeder bezüglich Yo-Kai Watch anbringt, kann ich nur sagen, dass sich beide Spielereihen in gewissen Aspekten ähneln, aber genügend Unterschiede haben, wodurch sie klar voneinander trennbar sind. Wer also die Tage nicht weiß, was man zocken könnte, tut was Gutes, wenn er es mal mit dem geistreichen Yo-Kai Watch probiert.
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